Zwei Schwestern

Moin Leute !
Vielleicht ist dieses Szenario ja auch für andere Spielgruppen interessant und hat zukünftig Seiteneffekte auf andere Abenteuer - immerhin geht es um ein klassisches Midgard-Thema: Die Besetzung von Yvweddon durch die Clans.
Bye Michael

Im vorliegenden Szenario Zwei Schwestern habe ich zunächst eine Abneigung Clangardarnern gegenüber geschürt. Dabei halfen vor allem auch folgende Gerüchte:

  • Drais - Elben, die als Jahrhunderte alte Haussklaven wohlhabender nordischer Clan's dienen
  • Halbelben, als von Menschen unterdrückte Leibeigene im besetzten Yvweddon gehalten werden
  • die schon bei Orks beobachtete Sitte, Schädel erschlagener Feinde als Trophähen am Gürtel zu tragen ...

    Das Teile der Gruppe auch noch von einem der Clans überfallen und gefangen genommen wurden, hat dem Faß dann den Boden ausgeschlagen. Beim Verlassen Clangardarns wurden sie von einem Händler als Begleitschutz angeheuert, der unbedingt die östliche Route an den Zwergenbergen vorbei nach Errain nehmen wollte.
    Dem elbischen Druiden ist dann dort die erste seltsame Geschichte passiert: Von einer Yvweddoner Kräuterfrau wurde ihm ein Tiegel gegeben, dessen Inhalt für die Verletzungen von Wunden mit Orkpfeilgift gut sei. Nach einigem Zureden erfuhr er von der Frau, daß diese Tiegel von den Orks (!) an die Halbelben verteilt werden.

    Der Handelstroß bestand aus 8 schweren Fuhrwerken voll mit Kisten. Mit dem ersten Schnee kam es dann zu einem Orküberfall. Die feigen Orks nahmen den Troß aus Entfernung mit ihren Speerschleudern unter Beschuß.
    Zwischen den Feuerpausen, war immer wieder ein Trommeln von Speeren auf Schilde zu hören. Der Händler behauptete, er verstehe diese 'Orktrommeln': die Orks meinen sie seien zu Wenige um einen direkten Angriff zu wagen und wollen erst Verstärkung holen.
    Er nimmt einen Stein und trommelt auf eine Holzkiste - und bekommt Antwort. Die Gruppe darf mit allem was sie tragen kann, unbehelligt abziehen. Da die Zugochsen bereits im ersten Speerhagel gefallen sind, erscheint dies als gute Option.

    Halb erfroren und ausgemergelt, kommt die Gruppe an der Burg am Lamansu an, die bis auf die Grundmauern niedergebrannt ist. Auch die Brücke über den Fluß gibt es nicht mehr. Mit Seilen werden die Nichtschwimmer und das Gepäck über den Fluß geschafft. Man schlägt in den Resten der Burg ein Lager auf.

    Am nächsten Morgen zieht die Gruppe zur sogenannten Kleinen Schwester weiter. Eine Clangardaner Gebirgsburg aus elbischer Zeit, die auf halber Höhe in einer Stellwand liegt, unter der ein rauschender Fluß tobt. Uneinnehmbar heißt es und das zu glauben fällt nicht schwer !
    Das vorgelagerte Yvweddoner Dorf und die Burg sind noch friedlich. Die Nichtmenschen in der Gruppe bevorzugen es, bei den halbelbischen Yvweddonern im Dorf zu bleiben, während der Händler, seine Leute und zwei der Charaktere (der Sklavenhändler/Beschwörer und ein südalbischer Waldläufer) ein Quartier in der sicheren Burg bevorzugen.

    Anscheinend liegt jedoch eine düstere Aura auf dieser Burg. Der Burgherr wird von Alträumen geplagt, seit seine frau im Kindbettfieber gestorben ist. Es gibt keine frische Milch - nur Butter und Käse und die Pferde schwitzen. Dem anwesenden Clangardanischen Druiden fehlt übrigens ein Auge [1].

    Auch im Dorf scheint Seldsames vor sich zu gehen. Normalerweise ist halbelbischen Leibeigenen das Tragen von Waffen verboten, aber ein elbischer Fian scheint junge Burschen um sich zu sammeln und regelmäßig zum Training in den Wald zu führen. Die angebliche Tochter des Gerbers ist auch eindeutig eine Hohe Elbin, und nach einem Gespräch meint sie, sie sei Priesterin der Schlange und des Mondes und würde sich auf mehr als nur Fruchtbarkeitsrituale verstehen.

    Der Händler scheint nur gegenüber den Clangardarnern den Verlust seiner Waren heftig zu betrauern - die Gruppe beschließt jedoch noch einmal zur Stelle des Überfalls zurückzukehren und nach Spuren zu suchen. Etwa 50 Orks, beladen mit Waren die auf 8 Ochsenkarren waren, müssen eine leicht zu findene Schneise hinterlassen. Tatsächlich findet sich die Spur, doch bei der Verfolgung, an der sich nur der elbische Druide und der Wichtel-Schamane beteiligen, wird der Elb gefangen und an ein Feuer zwischen vielen Ork-Lagerfeuern geführt. Im Hintergund ist ein Steinbruch zu entdecken, und eine Burg die anscheinen gerade wieder aufgebaut wird.

    Dort am Feuer findet der Elb auch Melona, die Elbin aus dem Dorf, die die Orks anfährt: "Es gefällt mir, daß euren scharfen Augen auch ein Elb nicht entgeht, aber könnt ihr nicht erkennen, das dies ein Elb ist und somit wohl zu mir gehört ?"
    Der Druide wird losgebunden, ihm wird Bier (aus Schweineblut!) und Fleisch angeboten. Nach kurzen Smalltalk wird die Elbin so zweideutig, das sogar die Orks grinsen, und den beiden eine Gute Nacht wünschen.

    Auf dem Rückweg nimmt die Elbin dem Druiden ein Geas ab (verdeckt ausgewürfelt - schlug fehl), desweiteren erzählt die Elbin, daß sie vom Stamme der Erwachten [2] sei, die traditionell hier leben.
    Seit die Clans vor über 2000 jahren das Gebiet aus der Herrschaft der Seemeister befreiten - jedoch nicht wieder an Errain hergaben - wurde der Raum für Elben zunehmens enger. Nachdem die Clans vor drei Jahren mehrere hohe Mitglieder der Familie gefangen genommen haben, die nun auf der Kleinen Schwester gefangen gehalten werden, hat der Fian der Erwachten entschieden, das die Elben - wenn sie wie Orks gejagt werden - doch auch mit den Orks zusammen auf Menschenjagt gehen können.
    Sie weiht den Elb schließlich in den Plan ein, dieses Tal der Zwei Schwestern noch diesen Winter von Clangardarnern zu befreien und eine neue Herrschaft zu errichten, in der Elben, Halbelben, Orks und andere Nichtmenschen gleichberechtigt unter dem Schutz der Schwestern leben können.

    Der Wichtel war unsichtbar und konnte so alles ungesehen belauschen, weshalb die nächsten Stunden dann auch unheimlich viel Spaß bereiteten. Der elbische Druide versuchte nämlich, sich herauszureden - daß dies alles gar nicht passiert sei.

    Die Gruppe trägt schließlich ihre Informationen zusammen und beschließt bei dem Umsturz mitzumachen. Mit Hilfe des Wichtels kann Kontakt zwischen den Leuten in der Burg und denen draußen hergestellt werden, um den Orks und Halbelben, die sich um den Fian der Erwachten scharren, den Sturm auf die Burg zu ermöglichen. So geschieht es dann auch.

    Die Gefangenen werden befreit- dafür landen die Clanherrschaften im Kerker. In der großen Halle werden von den Orks neue Schädel präpariert. Auch einige extrem verwahrloste Elben (Verwirrte) die sich berserkergleich an der Schlacht beteiligten, scheinen dieses Ritual zu kennen und nehmen teil.

    In der anschließenden Aufteilung der Beute kommt es dann zum Streit. Einer der Orkhäuptlinge meint, daß er sich nicht mehr an die Abmachung errinnern könne, daß die Hälfte der Beute für die Schwestern sei - weil nur diese das Tal sichern können.
    Die Gruppe erfährt, das dieses Tal Zwei Schwestern Tal heißt, weil vor Jahrtausenden (als es noch keine Menschen gab) zur Ehre der Geburt der Schwestern 2 Burgen gebaut wurden. Die Kleine Schwester wurde von den Elben, die Große Schwester von den Orks errichtet. Jedoch sei weder die große Clangardaner Talburg, noch die Burg am Lamansu Fluß die Große Schwester - sondern die Burg, die gerade am Lager der Orks wieder neu aufgebaut würde.
    Insgesammt übernimmt der Fian bei der Rede die führende Rolle, wobei er von Melona (der elbischen Priesterin) und Drutta (der Ork-Schamanin) unterstützt wird.

    Im Tal gibt es ein Vorratsproblem. Mit den Massen an Orktruppen würden die Vorräte in der Kleinen Schwester und im Dorf nur noch für 3 Wochen halten - und der Winter hat erst begonnen.
    Deswegen drückt der Fian einen Winter-Hungerfeldzug durch, bei dem ein großes Kontingent aus wintertauglichen Rassen (Orks, Elben, Kobolde) zusammen mit den Beiden Schwestern gen Norden vorstossen werde, um dort Clans zu jagen und die Dörfer so weit zu plündern, das nachsetzende Clans schon die letzten Lebensmittel aus den eigenen Bauern rausprügen müßten. Eine kleine Truppe Orks soll währenddessen beim Aufbau der Großen Schwester und der Burg am Lamansu helfen.

    Tage später ist es dann soweit, daß das Dorf evakuiert wird, weil in der Burg die Kleine Schwester geweckt werden soll. In der Burg sind zu diesem Zeitpunkt nur noch Elben der Erwachten, und der Halbling-Heiler unserer Gruppe, der sich dort - ohne irgendwelche Absprachen - unbedingt reinschleichen mußte. Leider führt Deloren dort Wache und ihre Wächterdämonen haben leichtes Spiel mit dem doch recht tolpatschigen Halbling.
    Da ich vorher festgelegt hatte, daß der Kleinen Schwester ,mangels Vorräten, zum Frühstück Menschenfleisch - namentlich die alte Clangardanische Herrschaft - verfeinert mit einem Berg Gold angeboten werden soll, ist auch der Heiler dieser Prozedur zum Opfer gefallen und nie wieder gesehen worden. Es ist halt einiges nötig, um eine halbverschlafe Drachenfrau zu besänftigen.
    (Der Spieler des Halblings durfte vorher natürlich noch einige male vergeblich würfeln... Hätte er die Aktion abgesprochen, wäre seine mißliche Lage vielleicht noch durch eine Befreiung beendet worden - aber Dummheit muß bestraft werden.)

    In den nächsten Wochen verschinden nacheinander alle nichtmenschlichen (und somit wintertauglichen) Mitglieder der Gruppe. Dem elbischen Druid fällt die Entscheidung noch einmal Einzuschreiten zu schwer, so das er schließlich bevorzugt in Errain Meldung zu machen. Der Wichtel schließt sich den Kobolden an. Und der Handler verschindet mit seinen Leuten bei der Schneeschmelze.

    Einzig unser Sklavenhändler-Dämonenbeschwörer scheint sich mit der Situation so weit angefreundet zu haben, daß er sogar ein Lehen für seine Verdienste bei der Eroberung der Kleinen Schwester bekommt: Die Brücke am Lamansu Fluß als Zollstation für das Tal und ein Dutzend Orks zum Wiederaufbau.
    Eine von einem Menschen geführte Zollstation schien allen gut argumentiert, so daß er dort wohl auf absehbare Zeit der einzig seßhafte Mensch im Zwei Schwestern Tal sein wird.

    Das Zwei Schwestern Tal ist nun im Frühjahr gut bewacht. An beiden Pässen haben die Orks über 15 Meter hohe Steinwälle errichtet. Die beiden Drachen, die die umliegenden Clangardanischen Dörfer und Burgen verwüstet haben, werden gelegentlich auf ihren Streifflügen gesichtet. In den südöstlich liegenden Tälern züchten die Orks Schweine - während die nordwestlichen menschenleer sind, weil die ehemaligen halbelbischen Leibeigenen in das Zwei Schwestern Tal geflohen sind und vorher alle Menschen dort erschlugen.

    Michael Köhne

    Der Digest (MD/DRoSI/Archont)

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