Vino - Das Spiel der Weinberge

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Name: Vino - Das Spiel der Weinberge

Art: Gesellschaftsspiel
Spielfeld, Figuren, Karten
(Alles in Farbe)

Autor: Christian Conrad

Preis: 59.95 DM

Kontakt:
Simba Toys / Goldsieber Spiele
Werkstr. 1, 90765 Fürth
EMail: abacusspiele@-SPAMSCHUTZ-t-online.de
Homepage: www.simbatoys.de/goldsieber/

Schreibstil & Qualität

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Illustration & Aufmachung

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Spielspaß & Nutzen

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Kompatibel zu Midgard

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Preis / Gegenwert

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Eines der Essener Messehighlights war sicherlich die Neuerscheinung Vino aus dem Hause Goldsieber/Simba Toys.

Bei Vino versuchen sich 3 bis 5 Spieler als Großwinzer, die durch geschickte Planung der angebauten Rebsorten, Ankauf von Weinbergen und dem Verkauf von Weinen, möglichst viele Weingebiete zu erwerben.

Vorbereitungen
Das Spielfeld zeigt den italienischen Stiefel, der in neun Anbaugebiete unterteilt wurde. Jedes Anbaugebiet weist eine Vielzahl von kreisförmigen Weinanbaugebieten auf, in deren runden Feldern die Kaufpreise stehen, die zwischen 40 und 350 Vino (Spielgeldwährung) liegen. Die meisten Weinfelder kosten jedoch zwischen 150 und 250 Vino. Weingebiete können privat oder staatlich geführt sein, was man am Textstil der Zahl erkennt.
Das Startkapital von nur 1000 Vino wird da kaum lange ausreichen. Neues Geld erhält man durch den Verkauf von Wein, der auf den eigenen Weinfeldern angebaut wird. Zu Spielbeginn startet jeder Spieler mit 3 Gebieten. Zwei davon werden ausgelost, eines darf man sich selbst aussuchen.
Einer der Spieler übernimmt die Rolle des Bankhalters, dem neben der Geldverwaltung auch die Durchführung einiger Spielfunktionen zufällt. Seine erste Aufgabe in der Vorrunde, ist das Aufnehmen von 9 Rebsortenmarken, von denen jeder Spieler zwei verdeckte ziehen darf. Die Farbe der Rebsortenmarken legt das Anbaugebiet fest, in dem der Spieler nun einen freien Weinberg erwerben darf. Dabei spielt es erst einmal keine Rolle, ob es sich um einen staatlichen oder privaten Weinberg handelt. Dieser Ankauf geht einmal reihum. Restmarken werden zurück aufs Spielfeld gelegt. Bei 5 Spielern darf der Bankhalter sich ein beliebiges zweites Feld aussuchen.
Nach dem Kauf eines Weinberges und der Bebauung darf der Spieler seinen Neuzuwachs in seinem Weinkeller festhalten. Dazu legt er die Rebsortenmarken vor sich ab und verschiebt die Weinbeeren-Zähler der erworbenen Weinberge auf seiner Weinkeller-Tabelle.

Nun beginnt die erste Spielrunde, in der jeder Spieler der Reihe nach einen Weinberg erwerben darf. Sucht er sich dazu ein neues Anbaugebiet aus, so gilt es auch die dort angebaute Rebsorte festzulegen. Wurde bereits einmal ein Weinberg in einem Anbaugebiet erworben, so muß die Rebsorte beibehalten werden.
Jedes Anbaugebiet bietet nur einer begrenzten Auswahl an Rebsorten platz, die durch entsprechende Marken festgelegt sind. Sobald ein Spieler im Gebiet beginnt, nimmt er sich eine dieser Marken. Sind alle der jeweils zwei bis 5 Marken entnommen, so kann sich kein neuer Spieler mehr in dieses Gebiet einkaufen.

Das eigentliche Spiel - Weinberge kaufen
Von nun an kommt mehr Taktik ins Spiel. Die Spieler stellen ihren Sichtschirm vor den Weinkeller, so daß die oberste Zeile mit den neun Anbaugebieten, vor Fremdblicken geschützt ist. Dann markiert jeder Spieler zwei Wunsch-Anbaugebiete. Nachdem alle Spieler gewählt haben, wird der Schirm wieder abgebaut. Nun werden die Anbaugebiete in aufsteigender Reihenfolge abgearbeitet. Haben mehrere Spieler dieses Gebiet markiert, beginnt der Spieler mit den meisten Weinbergen im Gebiet. Er darf, solange sein Geld reicht, beliebig viele Weinberge kaufen. Dann geht's in absteigender Reihenfolge weiter. Sind nur noch Neuzugänge da, dürfen diese Spieler in Kaufrunden jeweils einen Weinberg kaufen, ggf. in mehreren Kaufrunden hintereinander.
Dabei darf man übrigens nur Geld verwenden, das man auch selbst besitzt (Leihen nicht möglich).

Schenkung
Sind in einem Gebiet zum ersten mal alle privaten Weinberge verkauft, werden die staatlichen Weinberge (soweit noch frei) verschenkt. Der Besitzer der meisten Weinberge erhält einen, der Zweitstärkste (sofern vorhanden) zwei und der Drittstärkste den Rest - die anderen Spieler gehen leer aus. Diese staatliche Schenkung erfolgt nur einmal. Danach wird der Subventionsstein (in Form einer Weinflasche) des Anbaugebiets vom Spielbrett genommen.
Jeder Weinberg-Neuerwerb wird natürlich auf der Weinkeller-Tabelle vermerkt.

Verkauf
Nun darf jeder Winzer einen Wein-Verkauf tätigen, d.h. nur eine Rebsorte verkaufen. Dazu wird die Tabelle benötigt, die sich auf dem Sichtschirm befindet. Die Zahl der Weinberge entspricht der maximalen Menge in Hektolitern, die zum Verkauf steht. Zwar steigt der Erlös, je mehr Wein verkauft wird - jedoch nicht proportional, sondern mit stark sinkendem Literpreis.
Je mehr Wein ein Spieler verkauft, desto mehr Weinberge dieser Rebsorte muß er wieder freimachen (mind. 1, max. 7). Zudem wird durch den Verkauf auch der Markt gesättigt, was sich in sinkender Nachfrage (Kursänderung) auswirkt. Für den nächsten Verkauf der gleichen Rebsorte bedeutet das u.U. gravierende Verluste. Der aktuelle Kurs jeder Weinsorte wird auf dem Spielbrett markiert.

Spielreihenfolge
Der Spieler mit dem höchsten Erlös ist der Startspieler der nächsten Runde, der Rest in absteigender Reihenfolge. Diese Reihenfolge wird in Form einer Windrose mit Nummern von 1-5 festgehalten, an die jeweils ein Besitzchip jedes Spielers gelegt wird.

Spielende
Sobald in allen Gebieten die Schenkung staatlicher Weinberge stattgefunden hat endet das Spiel mit der mit der "Weinberge Kaufen"-Runde. Der Besitzer der meisten Weinberge ist der Gewinner. Bei Gleichstand entscheidet das Bargeld.

Die Anleitung
Vor und während des Spiels hilft die ordentliche Anleitung, die Regelfragen an farbigen Illustrationen und Beispielen demonstriert. Neben den Spielregeln gibt es auch Spieltips. Insgesamt ohne Makel. Ebenfalls angenehm ist die doppelseitige Spielübersicht auf der alle Spielelemente und der Spielablauf noch einmal kurz beschrieben sind.

Präsentation
Das ca. DIN-A2 große Spielbrett zeigt die italienischen Anbaugebiete in poppigen Pastelltönen, auf denen die farbig-transparenten Spielchips besonders gut zur Geltung kommen.
Zahlreiche Pappelemente symbolisieren Rebsorten-Angebote und -Nachfragekurs; besonders gelungen sind auch die hölzernen Weinfläschchen, die subventionierte Gebiete kennzeichnen.

Jeder Spieler verfügt über einen Sichtschirm mit aufgedruckter Weinerlöstabelle und einen geradezu praktischen Punktezähler (Weinkeller), der tabellenartig die Rebsorten und damit erzielten Erlöse auflistet. Der Punktestand wird mit Hilfe von Weinbeeren (Holzkügelchen) festgehalten, die man von Senke zu Senke bewegen kann, tolle Idee. Außerdem werden hier bereits erworbene Anbaurechte vermerkt.
Zur Verwaltung von Einkäufen und Erlösen gibt es auch noch reichlich Spielgeld (sogar beidseitig bedruckt).

Fazit:
Vino hat meiner Spielrunde einen schönen Abend beschert. Die Regeln sind zwar nicht kompliziert (für Spieler ab 12 Jahren empfohlen), dennoch sind ein paar Spiele erforderlich, um seine eigene Taktik zu finden, denn das Spiel hat - bis auf die Auslosung in der Vorrunde - nicht viel mit Glück zu tun. Schließlich lassen sich die Erträge und zu erwartenden Erträge und Verkäufe der Konkurrenten jederzeit abschätzen. Eingespielte Spielrunden dauern etwa eine Stunde, wogegen der erste Versuch mit Regelerklärungen schon 2 Stunden in Anspruch nahm. Insgesamt ein tolles Spielprinzip, das von Goldsieber qualitativ hochwertig umgesetzt wurde.

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