Vampire: die Maskerade
Camarilla Handbuch

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Name: Vampire: die Maskerade
- Camarilla Handbuch

Art: Quellenband, 252 Seiten monochrom,
Hardcover farbig mit Silberdruck

Preis: 65.-DM

ISBN: 3-93161-276-7

Kontakt:
Feder & Schwert - Verlag
Feder & Schwert-Homepage

Schreibstil & Qualität

5 x  :-)

Illustration & Aufmachung

5 x  :-)

Spielspaß & Nutzen

 :-)  :-)  :-)

Preis / Gegenwert

 :-)  :-)  :-)  :-)
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Mit dem Camarilla Handbuch erscheint endlich einer der wichtigeren Vampire-Quellenbände auch auf deutsch. Was sich anfangs nach einer eher langweiligen Angelegenheit anhört (Camarilla? Steht doch alles schon im Grundregelwerk...) offenbart sich als höchst interessanter Einblick hinter die Kulissen, die Vorstellung kleiner aber interessanter Gruppierungen und einem großen Schwall neuer optionaler Regelerweiterungen, mit denen jeder Spielleiter frischen Wind in seine Spielgruppe bringen kann.

Nach üblicher Vorgeschichte und Einleitung, inkl. Lexikon, folgt Die Definition der Sekte. Hier findet man grundlegende Informationen zur Geschichte, zu den Traditionen (u.a. Maskerade) und natürlich auch zu den zugehörigen Clans (inkl. Machtstruktur).

Auf Die Clans geht das nächste Kapitel genauer ein. Erst werden die sechs Clans der Camarilla mit Eigenarten, Ansichten und Zielen beschrieben. Ein interessanter Aspekt ist das Clanprestige, was namensgetreu bei jedem Clan anders ausfällt. Dann folgen der Clan der Gangrel (inzwischen ausgetreten) und die Camarilla-Minderheiten (Jünger des Seth, Töchter der Kakophonie, Samedi), die ebenfalls umfangreich beschrieben werden. Eine komplette Vorstellung (wie für das Grundregelwerk als Spielerclans typisch) bekamen die Caitiff (Clanlose), die Gargylen und die Lasombra antitribu.
Nur sehr kurz (aber für ein Camarilla-Handbuch angemessen) werden Assamiten, Ravnos, Tzimisce und Giovanni angesprochen.

Überrascht hat mich das Kapitel Charaktererschaffung , das doch eigentlich bereits im Grundregelwerk recht umfangreich zu finden war. Es bringt jedoch neben einer Zusammenfassung des Vorgehens und - speziell für Camarilla - neue Archetypen, Sekundärfähigkeiten, Vorzüge und Schwächen.

Sicherlich für viele Spieler und Spielleiter sehr interessant, sind die Hochstufigen Disziplinen, d.h. die Stufen 6 (jeweils mehrere) bis 9 der bereits bekannten Diszis. Diese Fähigkeiten sind - sofern überhaupt für Spieler zugelassen - spielentscheidend. Die angegebenen hochstufigen Kräfte sind als Beispiele für individuelle Eigenkreationen zu sehen. Für Camarilla-Thaumaturgen gibt es neue Pfade und Rituale.

Einen weiteren Einblick in die Sitten und Gebräuche der Camarilla gibt das Kapitel Taktiken und Systeme, das dem Spielleiter gute Hilfestellung zum Ausbau der Atmosphäre geben kann. Das geht vom Kuss, über Anlässe und Etikette, hin zu Bestrafungen (u.a. die Rote Liste).

Der Aufbau des Schauplatzes gibt dem Spielleiter einen Leitfaden, wie er eine Stadt so aufbaut, daß sie einer Camarilla-Kampagne gerecht wird. Interessantes Kapitel mit vielen Kleinigkeiten. Natürlich dürfen eine Auswahl an Beispielcharakteren (16!, tolle Portraits) nicht fehlen.

Wie der Blubb im Spinat ist das Kapitel Erzählen. Hier gibt es für den Spielleiter noch mehr oder weniger ausgearbeitete Abenteuerideen.

Verbündete, Feinde und Andere lautet die Überschrift des letzten Kapitels. Ein Ausblick über die Anarchen (vor ihren Erzeugern geflüchtete Kainskinder) und Autarkis (Unabhängige). Fast schon ein eigenes Kapitel sind die Ahnen der Camarilla, die hochpotenten Reliquien aus längst vergangenen Zeiten. Noch abgehobener sind die Inconnu /Monitore (ultramächtige Kainskinder, Erschaffer der Ahnen). Sicherlich beides ein Lesespaß, wenn auch nur mit Vorsicht ins Spiel einzubauen.
Desweiteren gibt es kurze Ausführungen über Magi, Wechselbälger, Cathayer, Golconda und Ghule.

Technisches
Das Handbuch wurde, wie das Vampire-Grundregelwerk, in ein edles, grün marmoriertes Hardcover, mit Silberprägung und Aquarell-Titelbild, gepackt. Die Innenseiten sind durchgehend monochrom gehalten - gutes Layout. Über einen Mangel an Illustrationen kann man sich wirklich nicht beschweren, auch wenn der Stil und damit die Qualität (Geschmackssache) stark variiert. Der Großteil ist jedoch gut bis genial.
Die Textqualität ist hervorragend, eine Mischung aus eher neutral gehaltenen Informationen, die jedoch immer wieder mit Kommentaren von Vampiren aufgelockert werden. Eine knappe Inhaltsangabe, und ein übersichtlicher Index erleichtern evtl. Suchen.

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  • Fazit:
    Das vorliegende Quellenbuch ist eine vorzügliche Bereicherung für alle Vampire-Runden. Wer sich vom Inhalt angesprochen fühl, findet eine sehr gut aufgemachte Kompilation, die ihr Geld wert ist.

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    Dogio the Witch

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