Priester und Moral

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Nachdem ich die beiden Artikel ( I & II )im MD52 gelesen habe und ich mich auch ein wenig mit Moral und Religion beschäftige möchte ich hier noch ein paar Gedanken zur Diskussion stellen.

Die meisten Rollenspieler in Europa oder Amerika sind von klein auf mit der christlichen Lehre aufgewachsen. Die Bilder von Gut und Böse haben sich bei uns (mich selbstverständlich eingeschlossen) festgesetzt. Doch dieser Dualismus ist in der Midgardwelt, insbesondere in Vesternesse, so nicht vorhanden. Ausnahme villeicht: Aran, Eschar, wo es quasi einen islamischen Glauben gibt.
Clanngadarn hat einen walisisch angelehnten Hintergrund. Demnach herrscht dort meiner Meinung nach druidischer Glaube. Druiden sind die geistigen Väter in Clanngadarn, nichts geht ohne sie. Druiden und ihr Glaube sind noch stärker als heute der christliche Glaube in die Gesellschaft integriert. So darf keiner in der Runde, nicht einmal der König vor dem Druiden das Wort ergreifen.
Priester sind in ihrer gesellschaftlichen Macht unter den Druiden anzusiedeln. Ihre Glaubenssätze betreffen bestimmte Aspekte der druidischen Lehre. Druiden sehen immer das Ganze und Priester nur einen Teil davon. Man darf nicht den Fehler machen die Priester zu christianisieren, d. h. ausschließlich die eigene Lehre in den Vordergrund zu stellen. Der Missionsdrang der christlichen Priester und die damit zusammenhängende Lehre (wir sind die Guten und alle anderen sind die Bösen) sind in Vesternesse fehl am Platz! Ein vesternessischer Priester ist für eine bestimmte Sparte der druidischen Lehre zuständig und ist sich bewußt, daß andere Aspekte ebenso wichtig sein können.

Natürlich gibt es viele verschiedene Gottheiten zu einem Aspekt (F, K usw.) und diese Kulte können durchaus um die Vorherrschaft in einem Bestimmten Clan oder Gebiet kämpfen. Streitereien sind ganz und gar nicht ausgeschlossen! Ganz im Gegenteil, schließlich geht es um Machtansprüche, aber ein Priester ist sich trotzdem immer bewußt, daß sein Gott nicht allein alle Aufgaben bewältigen kann, wie ein Omnipotenter Christengott.

Das als Diskussionseinwurf. Wer konstruktive Kritiken hat oder Fragen, der wende sich gerne an mich.

Ich hab noch eine neue Frage:

Wie handhabt ihr die Resistenz beim Verzaubern der Mitspieler, Ich glaub irgendwo in den Regeln steht, daß ein Charakter auf seine Resistenz verzichten kann (Frag mich bloß keiner wo man findet ja nichts wieder in den Heften). Jedenfalls handhaben wir es so.
Da stellt sich nur die Frage wie man sich das vorstellen soll. Außerhalb kritischer Situationen mag das ja noch gehen, aber im Kampfgetümmel mal eben Stärke auf die Kämpfer zaubern, stell ich mir schwierig vor. Werden sie vom Zauberer informiert, so verzichten sie ja für die nächsten xx Sekunden auf die Resistenz, und müßten dann auch vom Gegner ohne Widerstandswurf verzaubert werden können. Das könnte die Kämpfe doch gleich spannender machen.
Und dann stellt sich noch die allgemeine Frage:
Kann man überhaupt auf physische Resistenz verzichten? Ich stell mir das als Widerstandskraft des Körpers vor und die herabzusetzen kann doch keine Sekundenangelegenheit sein.
Wie handhabt ihr das denn?

Ralf Bleh

Der Digest (MD/DRoSI/Archont)

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