GURPS: Transhuman Space - In the Well

Name: In the Well

Art: Sonnensystem-Quellenband für
GURPS: Transhuman Space
146 DIN A4-Seiten, farbiges Softcover

ISBN: 1-55634-482-1

Preis: $25 / 27 Euro

Kontakt:
Steve Jackson Games
Box 18957, Austin, Tx 78760, USA
Tel.: 512-447-7866, Fax.: 512-447-1144
Homepage: www.sjgames.com

Schreibstil & Qualität

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Illustration & Aufmachung

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Spielspaß & Nutzen

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Preis / Gegenwert

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Der Inhalt
"In The Well" ist ein Quellenband für "Transhuman Space", das neue SciFi-Setting im GURPS-Reich. Dieser Band gibt einen näheren Einblick in die Besiedelung des Sonnensystems durch die Menschen, wobei der Schwerpunkt auf dem Mars liegt.

Im Jahre 2100 leben knapp 2,5 Millionen Menschen auf dem Roten Planeten und es werden jedes Jahr Zehntausende mehr. Der Mars ist so etwas wie der Wilde Westen im 19. Jahrhundert: wild, dünn besiedelt und vor allem riesig groß. Die Menschen, allen voran China und die USA, haben begonnen, den Mars ein wenig lebensfreundlicher zu machen und einige Städte errichtet. Aber auch andere Länder, Organisationen und Firmen haben ihre Hände im Spiel und eigene Habitate. Das ist nicht weiter verwunderlich, bietet der Mars doch nicht nur Lebensraum in Hülle und Fülle, sondern viele Bodenschätze und Platz für ungestörte Forschung. Aber auch andere Planeten im Sonnensystem sind in das Visier der menschlichen Kolonisten gekommen. Venus und Merkur sind ebenfalls besiedelt, wenn auch bei weitem nicht so stark wie der Mars (was an der entschieden lebensfeindlicheren Umgebung der beiden Planeten liegt), sowie einige Monde von Jupiter und Saturn. Daneben darf man die klassischen Raumstationen und besiedelten Asteroiden nicht vergessen. Jeder von ihnen bietet Stoff für so manches Abenteuer und Charaktere können aus verschiedensten Gründen zu ihnen gelangen: als Zwischenstop, Tankstelle, Fluchtpunkt, Unterschlupf eines Feindes.

Der Schwerpunkt liegt aber eindeutig auf dem Mars. Knapp die Hälfte des Buches widmet sich Geschichte, Kolonisation und momentanem Zustand des Planeten. Die Autoren haben an so ziemlich alles gedacht und über Wirtschaft, Lebensbedingungen bis hin zu Kultur und Religion alle Aspekte des menschlichen Lebens beschrieben. Dazu kommt noch eine allgemeine Übersicht über die besiedelten Regionen und wichtige Städte. Diese werden detailliert genug beschrieben, um Leben zu bekommen, gleichzeitig wird dem Spielleiter aber auch genügend Freiraum gelassen, um die Stadt an die Bedürfnisse seines Spiels anzupassen. Firmen, Organisationen (darunter so exzentrische Gruppen wie die "Millionäre des Mars") und Länder, die ein Interesse am Mars haben, werden ebenfalls ausführlich genug beschrieben, um Gegenspieler oder Verbündete der Spieler werden zu können. Ihre Motivationen werden deutlich und ihr Handeln somit nachvollziehbar.

Merkur und Venus werden vergleichsweise kurz abgehandelt, was aber nachvollziehbar ist, da die Spieler nur höchst selten einen Fuß auf diese Planeten setzen werden. Nur einige zehntausend Menschen leben auf beiden Planeten und diese sind allesamt Konzern- oder Regierungsbeamte. Es ist teuer und aufwendig, Leute auf diese Planeten zu bringen und dann sicherzustellen, daß sie dort auch leben können. Von daher werden Charaktere nicht einfach mal so zu einem der beiden Planeten fliegen.

Wahrscheinlicher ist es da schon, daß sie einige der unzähligen Raumstationen und bewohnten Asteroiden ansteuern. Diese sind im gesamten Sonnensystem verteilt und werden ebenfalls ausführlich beschrieben. Jeder Spielleiter dürfte nach Lektüre dieses Kapitels genügend Ideen für eigene Habitate bekommen haben.

Neun Bioroids, Biomodifikationen und Ausrüstung bilden den restlichen Teil des Buches. Dazu kommen noch neue Archetypen und jede Menge sehr hilfreicher Kampagnenideen. Und wer schon immer mal sein eigenes Fahrzeug bauen wollte, findet praktische und einfache Regeln dafür im Anhang - ähnlich wie im Grundbuch, wo man lernte, wie man sein eigenes Raumschiff bauen kann.

Die Aufmachung
"In The Well" kommt leider nicht durchgehend farbig daher wie das Grundregelwerk. Die Zeichnungen halten aber fast alle den hohen Standard, den das Grundbuch vorgelegt hat. Einzig die Illustrationen der auf dem Mars heimischen Tiere fällt ganz schön ab. Das hätte meine kleine Schwester auch gekonnt. Irgendwie passen diese niedlichen Bleistiftzeichnungen nicht zum Rest des Buches. Davon abgesehen sehen diese Tierchen niedlich aus - und das sind sie wirklich nicht.

Die Aufteilung der Kapitel ist logisch und nachvollziehbar. Angefangen mit der Geschichte der Raumfahrt (ab dem Jahre 2000), geht's weiter mit einer sehr ausführlichen Beschreibung des Mars. Dann folgen Venus und Merkur, die knapper abgehandelt werde. Die Asteroiden und Raumstationen, die im Sonnensystem so rumfliegen bilden dann den Abschluß, bevor es an die Ausrüstung, neuen Bioroids und ähnliches geht. Eine Handvoll neuer Archetypen und viele sehr gelungene Kampagnenideen bilden den Abschluß. Na gut, als Anhang werden noch Regeln zur Fahrzeugkonstruktion geliefert, aber dann ist Schluß.

Diese Aufteilung finde ich sehr gelungen und nachvollziehbar. Der Mars wird der Ort sein, den die Charaktere im Sonnensystem am ehesten und wohl auch am längsten besuchen, gefolgt von den Raumstationen und Asteroiden. Da macht es Sinn, diese Orte ausführlich zu beschreiben. Merkur und Venus kommen da ein wenig zu kurz, aber das läßt sich verschmerzen.

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  • Das Fazit
    "In The Well" ist ein Pflichtkauf für jeden ernsthaften "Transhuman Space"-Spielleiter. Mit diesem Buch bekommt er das Werkzeug, um seine Charaktere von der Erde abheben zu lassen und das Sonnensystem zu erforschen - was in einem SciFi-Spiel ein nicht zu unterschätzender Bestandteil des Spiels sein sollte. Mit diesem Buch wird die Lücke geschlossen, die im Hauptregelwerk offen blieb. Der Mars bekommt Leben und Farbe und wird zu einem Ort, an dem die Charaktere so manches Abenteuer erleben werden. Ob sie sich nun als Glücksritter auf die Suche nach einer Ader machen, den Triaden angehören oder als Söldner arbeiten, ihnen stehen viele Möglichkeiten offen. Vielleicht sind sie auch chinesische Dissidenten, Anhänger des Terraformings oder Negative Growth-Terroristen, wer weiß?
    Die im Buch vorgestellten Bioroids, Biomodifikationen und Archetypen geben dem Spiel zusammen mit den Kampagnenideen um einiges mehr Möglichkeiten. Das sollte sie niemand entgehen lassen.

    Lars Heitmann

    Der Digest (MD/DRoSI/Archont)

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