Bestrafungsarten

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Tach auch!
Hat von euch jemand Informationen zu verschiedenen Bestrafungsarten/-formen in verschiedenen Kulturen bzw. Epochen? Mir geht es dabei nicht um die diversen Möglichekeiten, mit denen vermeintliche Delinquenten ins Jenseits befördert werden - dazu habe ich aus meiner Sicht schon mehr als genug Quellen gefunden. Ich suche vielmehr nach Möglichkeiten, wie Charaktere, die sich - aus der Sicht der jeweiligen Gesellschaft - zu unangemessen Verhalten angemessen zu sanktionieren.
z.B.: Verbannung, Pranger, Auspeitschung, Stockhiebe auf die Fuesse, Brandmarkung, Blendung etc. (Nein, ich steh nicht auf SM)
bis dann, Alessandro Filippetti

Bei den Wikingern gab es soweit ich weiss nur zwei Bestrafungsarten:

Strafen wie öffentliche Demütigung oder Freiheitsentzug gab es nicht. Steht jedenfalls in den Büchern die ich gelesen hab.

MfG, Marco Markgraf

From: Alessandro Filippetti apropos religiös: Gab es in den nordischen Kulturen nicht die Feuerprobe, bei der der vermeintliche Delinquent einem Gottesurteil unterzogen wurde, indem er eine Glut in der blossen Hand halten musste, laesst er die Glut fallen -> schuldig, laesst er sie nicht fallen -> unschuldig?
Ich denke, das solche Proben aber nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen veranstaltet wurden - also nichts fuer den -ähm- alltäglichen Gebrauch. bis dann, Sandro

Es gab bei den Wikingern noch Bestrafungen wie die 'Rechtlosigkeit', was im Endeffekt auf Verbannnung aus dem Dorf hinauslief. Und Tod war wohl nicht ganz so selten, da die Zahlung des Blutgeldes nicht von einer höheren Gewalt durchgesetzt werden konnte, führte sowas häufiger zu Blutfehden zwischen den Sippen, bis die eine ihr recht durchsetzen konnte.

Im Spätmittelalter gab es in Deutschland außerdem noch andere Methoden der öffentlichen Demütigung, z.B. mußten Frauen, die gegen die strengen Kleiderordnungen verstoßen hatten im 'Schandkleid' durch die Stadt laufen oder eine gewisse Zeit eine Schandmütze tragen (ob das gleiche auch für Männer galt, ist mir nicht bekannt, aber für die waren die Kleiderordnungen auch nicht ganz so streng). Und dann gab es natürlich noch eine ganze Menge an Geld- und Arbeitsstrafen (z.B. mußten Bürger bei bestimmten Vergehen ein Stück Stadtmauer einer gewissen Länge bauen (lassen)), die Beschlagnahme/Vernichtung von nichtgerechter Ware (Brötchen zu leicht? Alle an das Armenhaus geben, die dürfen nicht verkauft werden!) aber das ist vielleicht schon etwas zu modern...
Clemens Schmitz

Hmm, die Broetchen vielleicht... Ich denke nicht, dass die Grundidee zu modern gedacht ist (ich lasse mich da aber gerne eines Besseren belehren). Vielmehr halte ich Freiheitsstrafen in diesem Zusammenhang fuer zu modern. Jedes Einsperren bedeutete zunaechst mal eine zusaetzliche Belastung (Gebaeude, Wachen, Verpflegung etc.)fuer eine Gemeinschaft die gerade mal fuer den Eigenbedarf produzieren konnte.

Daher denke ich, dass Strafen eher darauf gezielt haben duerften,
  • die Gemeinschaft moeglichst wenig zu belasten,
  • stattdessen bereits entstandenen Schaden wieder gutzumachen und die Arbeitskraft langfristig zu erhalten.
  • abzuschrecken bis dann, Sandro

    Einem Dieb die Hand abhacken ist vielleicht nicht ganz so pro- blematisch, da sich das Wiedergutmachen dabei meist auf die Rückgabe des Diebesgutes beschränkt.
    Aber: Hat das mit der Abschreckung eigentlich jemals geklappt?
    Der Extramfall wäre ja: auf jedes (absichtliche) Vergehen Mindeststrafe Kopp ab. Andererseits führt sowas noch weiter zur Brutalisierung, weil der Brötchendieb dann gleich zwecks Verbesserung seiner Fluchtchancen den Bäcker umnietet.
    Allerdings muß man nicht davon ausgehen, daß die Leute das "damals" schon gewußt haben.
    CU Clemens Meier

    Auf solche Vergehen stand im mittelalterlichen Söst (Kleinstadt bei Borgeln im Sauerland, laut DB-Auskunft von Bad Essen aus nicht zu erreichen) das sogenannte "Wippen".
    Dabei wurde der Delinquent auf eine Wippe nahe eines Bachs oder Teichs geschnallt und dann ein paar Minuten unter Wasser gewippt.
    CU, Clemens Meier

    Strafen ?
    Frondienste aller Art: einige Jahre auf der Galeere, in der Salzmine, Steineklopfen, Strassenbau, Strafbataillon etc. sind eigentlich nette Aufhänger im Rollenspiel.
    Das lass ich dann mal so stehen :-)
    Alessandro Macri

    Mit Frondiensten ist das so ne Sache - Als Einstieg in ein Abenteuer oder in eine ganze Kampange kann ich mir das sehr gut vorstellen (mir schwirren da auch schon ein paar Ideen durch den Kopf...) Und ist eine Verbannung nicht sogar oft der Anlass fuer einen Charakter eine Laufbahn als Abenteurer einzuschlagen ?
    Aber fuer eine kurzfristige Bestrafung innerhalb eines Abenteuers scheinen mir solche Strafen eher ungeeignet, obwohl man so natuerlich die eine oder andere Information erhalten oder sich irgendwo einschleusen lassen koennte. (Undercover im Mittelalter...)
    bis dann,
    Sandro

    SALZMINE
    Bei The Silver Spike rät der freundliche Besatzungsunteroffizier den Helden in der halbzerstörten Stadt, keinen Mist zu machen, "unless you are looking for a carreer in construction".

    Unser Zwerg (schlecht vertreten durch sich selber) wurde letztens vom Hermsburger Priesterrat (dieser vertreten durch Richter Ito) wegen Randalierens (1 Florist), Widerstands gegen die Höhere Gewalt (2 Floristen) und Unzulässiger Verwendung des Sch--Wortes in vierzehn Fällen (1400 Floristen) zu zwei Tagen Arbeit im Öffentlichen Dienst verknackt, zu verbüßen in den Tempelgärten.

    Im nachhinein bin ich der Meinung, daß es natürlich nicht zu erwarten gewesen war, daß die Spieler die Möglichkeit nutzen würden, da mal etwas herumzuspionieren.

    CU
    Clemens Meier


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