Die Unsterblichen

Bei den "Unsterblichen" oder genauer, den "Sad-Samin-Ormut" - den wachsamen Augen Ormuts -, denn so lautet der eigentliche Name dieser religiösen Sekte, handelt es sich um Anhänger einer fanatische Splittergruppe der scharidischen Dualitätslehre. Vor etwa 600 Jahren von dem Mullah Ishamir Abd Dallah gegründet, stützen sich die Angehörigen dieser religiösen Bruderschaft auf Weissagungen ihres Gründers, die im Widerspruch zu den Aussagen des Propheten und direkten Nachkommen Mohammads, des Kalifen Abdul al-Sahir, stehen: Prophezeite dieser auf dem Sterbebett die Geburt eines weiteren religiösen Führers vom Schlage Mohammads, der dem scharidischen Glauben zu neuer Reinheit und Stärke verhelfen würde, so sprach Abd Dallah von dessen Vision als Produkt eines heimtückischen Täuschungsversuches Alamans und von dem angeblichen "Erneuerer" als einem seiner Gesandten, der mit Lügen die Kinder Ormuts ihrem Gott abspenstig zu machen suche, um sie ins Verderben zu führen. In den Kreisen der Sad-Samin gelten die Weissagungen ihres Gründers als eine geheime Offenbarung Ormuts und wurden in einer dreizehnten Sure niedergeschrieben. Dieses Kapitel der Schara bildet heute, gemeinsam mit den eigentlichen Zwölf, den Grundpfeiler alles Handeln und Denkens der Sad-Samin. In einer besonders markanten Passage jener 13. Sure, offenbart sich der Sohn der Lügen dem Gläubigen. Dort heißt es:

Übersetzt:
"Und siehe her, ich bin das Schwarze Lamm. Das Lamm, das nicht geschlachtet wird, sondern selber schlachtet. Ich spucke bittere Galle und meine Worte sind Gift und Lügen. Als reißender Löwe will ich fahren unter die Lämmer Ormuts und wer von meinem Fleisch kostet, dessen Seele auf immer wird sein verdorben ..."
 

Die Chalim Ba - die Unsterblichen

In ganz Eschar bekannt wurde die Sad-Samin durch ihren militanten Arm: die Chalim Ba. Vom frühsten Kindesalter in der Kunst des Zweikampfes geschult, sind sie die ultimativen Krieger. In ihren Fähigkeiten unübertroffen, in ihrem Willen unbeirrbar sind dies die Männer, die dem Schwarzen Lamm und seinen Schergen entgegentreten sollen. Sie sind die Speerspitze ihrer Bruderschaft, Vollstrecker ihrer religiösen Überzeugung. Trotz ihrer geringen Zahl (knapp 100) sind diese Elite-Krieger nicht zu unterschätzen, denn in ganz Eschar gibt es niemanden, der sich im Kampf mit der Takuba mit ihnen messen könnte. In ihrem Vorgehen absolut kompromißlos, gefürchtet und verhaßt bei den einen, im Stillen bewundert von anderen, gereichten diese Gotteskrieger zum lebenden Mythos. Im Volksmunde heißt es, sie seien im Kampfe unbesiegbar - gar unsterblich. So wurden aus den Sad-Samin die Chalim Ba - die Unsterblichen.
Besonderheiten: Zur Weihe des Jihdda Allah, des Krieger Gottes, erhält ein jeder der "Chalim Ba" ein rituelles Brandmal auf die Brust (s.u.). Es besiegelt den Bund mit Ormut und verhilft seinem Träger zu einer dauerhaften Segnung. Darüberhinaus verleiht das Siegel bei Berührung dem heiligen Krieger zusätzliche Fähigkeiten, die den Status göttlicher Wunder besitzen. Die Sad-Samin sprechen hierbei von der "Rasenden Klinge" und der "Sengenden Rache" Ormuts. Das erste Wunder gleicht in seiner Wirkung dem Zauber "Beschleunigen" und stellt in den Händen eines Chalim Ba, der eine oder gar zwei Takubas führt, eine tödliche Bedrohung sondergleichen dar. Das zweite Wunder, die "Sengende Rache Ormuts", verhilft dem heiligen Krieger zu einem denkwürdigen Eingang in den Garten Ormuts. Unter einem gewaltigen Kriegsschrei vergeht dieser in einer Kugel gleißenden Lichts, die jede dunkle Kreatur im Umkreis von 3m mit 4W6 Schweren Schaden versengt. Als dunkle Kreaturen gelten hierbei alle dunklen Dämonen, Geisterwesen und Untoten, die sich mit den Mächten der Finsternis in Verbindung bringen lassen. Gleiches gilt für hochgradige (ab 7. Grad) Diener dunkler Mächte - z.B. Priester und Schwarze Hexer.
 
Ein meist augenscheinlicheres Zeichen der Jihdda Ormut ist die von ihnen geführte Arabeskenklinge. Der Anblick einer derart gezeichneten, blankgezogenen Takuba, führt in den meisten Fällen zu einer panischen Flucht (sterblicher) Widersacher. Daneben besitzen diese Klingen aber auch "reale" Macht: In den Händen eines Gläubigen, verwandeln sich diese meisterlich geschmiedeten Krummsäbel (+1/+0) in heilige Waffen (+3/+3), mit denen sogar sonst unverwundbare Kreaturen der Finsternis zur Strecke gebracht werden können.
 
 

Der Mythos der Unsterblichkeit
Die den Chalim Ba nachgesagte Unsterblichkeit ist in Wirklichkeit natürlich nur ein Mythos. Die heiligen Krieger der Sad-Samin sind neben ihren besonderen Fähigkeiten und der ihnen zuteilgewordenen Gunst Ormuts, ganz normale Menschen aus Fleisch und Blut - und somit auch sterblich. Ihr wohlbehütetes Geheimnis liegt in der Zaubermacht ihrer religiösen Anführer - der Mullahs der Sad-Samin. Die Nachkommen des Abd Dallah verfügen unter anderem über machtvolle Heilkräfte, die selbst Totgeweihte ins Leben zurückbringen können. Ob durch göttlichen Beistand oder aber durch die eigenen überragenden Fähigkeiten, gelang es bisher noch keinem Sterblichen einen Chalim Ba zu töten: Wenn überhaupt verletzt, fand ein jeder von ihnen den Weg zurück zur Bruderschaft, um dort geheilt und wenig später abermals vor das Antlitz des Feindes zu treten, um den vor Entsetzten zitternden Widersacher entgültig in die Arme Alamans zu stoßen.
 
 

Das Heute

Seit Ormut dem Gründer der Sad-Samin, Ishamir Abd Dallah, im Traum erschien und ihm vom Sohn der Lügen kündete, sind nunmehr sechs Jahrhunderte vergangen. Aus den neun Gründungsmitgliedern erwuchs binnen dieses Zeitraumes eine Bruderschaft von gut anderthalbtausend Anhängern - fast ausschließlich Nachkommen Abd Dallahs und seiner acht Getreuen. Die Sad-Samin-Ormut unterhalten Stützpunkte in ganz Eschar: In Hama, Madinat, Meknesch und Nansur, um nur die größeren zu nennen.  Darüberhinaus besitzt die Bruderschaft vorgelagerte "Horchposten" in den Küstenstaaten. Der Niederlassung in Nansur kommt jedoch in zweierlei Hinsicht besondere Bedeutung zu: Nicht nur, daß sich dort der geheime Hauptstützpunkt der Sad-Samin mit ihrem derzeitigen Oberhaupt Imam Achmed Asadi ibn Sallah befindet. Zugleich liegt Nansur quasi vor den Toren des Erzfeindes der Bruderschaft, des Kalifen von Mokkatam. In den Augen des Kalifen sind die "Hunde Abd Dallahs" noch verabscheuungswürdiger als die Pfeile Alamans (: wenn dies überhaupt möglich ist!), haben sie es doch gewagt, in aller Öffentlichkeit, die Weissagungen des großen Propheten Abdul al-Sahir, einem Angehörigen seiner eigenen Blutslinie in Frage zu stellen - ja sogar als Verblendung Alamans darzustellen. Dies ist nicht nur eine offene Demütigung seiner Vorväter, ja des Großen Propheten Mohammad selbst, sondern ein Vergehen gegen Ormut, der die Kalifen Mokkatams als geistliche Führer über das scharidische Volk ausersonnen hat. Für den tiefreligiösen Kalifen Mokkatams ist die Verfolgung der Sad-Samin mehr als eine private Blutfehde; vielmehr ist Verfolgung eine Glaubensfrage und ihre Ausrottung sieht er als eine heilige Pflicht. Anhänger der Sad-Samin haben vom Herrscher Kuschans keine Gnade zu erwarten. Sie werden erbarmungslos gejagt und wahre Reichtümer sind auf ihre Ergreifung ausgesetzt. Selbst Sympathisanten oder als solche Beschuldigte, läßt der Kalif in seinem blinden Haß ergreifen und auf grausamste Art und Weise in öffentlichen Hinrichtungen zu Tode foltern. Diese Unschuldigen sind die eigentlichen Verlierer des religösen Bruderkrieges. Die Rivalität zwischen dem Herrschergeschlecht der mokkatischen Kalifen und der Sad-Samin hat über die Jahrhunderte viel Leid über die Menschen gebracht. Viel Blut wurde vergossen und viele Tränen geweint. Das Töten brachte das Leid, das Leid gebar den Haß, und der Haß bescherte weiteren Tod. Heutzutage sind die Fronten verhärteter und unversöhnlicher als je zuvor. Für die Sad-Samin ist es ein heiliger Krieg an zwei Fronten: Zum einen gelten alle ihre Anstrengung der Aufspürung des Schwarzen Lamms, zum anderen gereicht der Kampf gegen den Kalifen Kuschans zur persöhnlichen Existenzfrage. Und doch, ungeachtet der großen Entbehrungen die die Jünger Abd Dallahs auf sich nehmen mußten - ihre religiöse Ächtung und ihre Verfolgung -, ging ihnen eines über all die Jahrhunderte nicht verloren: es ist das Feuer, das in den Augen eines jeden einzelnen von ihnen brennt. Ein Feuer, das von geheimen Wissen kündet, von unbändiger Kraft aber auch von fanatischem Eifer.

Geschürt von dem Glauben Erwählte Ormuts zu sein, wachen die Sad-Samin über die Geschehnisse in Eschar. Stets Ausschau haltend nach Anzeichen für die Ankunft des Schwarzen Lammes. Seine Auffindung ist ihre Bestimmung. Seine Vernichtung ihre heilige Pflicht. So vergehen Tag um Tag, Mond um Mond, Jahr um Jahr. Generationen von Menschen kommen und gehen, lösen einander ab wie Trocken- und Regenzeit. Doch das Wissen um das vermeindliche Schicksal Eschars und die eigene, heilige Aufgabe wurde bewahrt. Vom Vater an den Sohn gereicht, und von diesem weiter an seine Söhne, besteht es fort ... bis zum heutigen Tage.
 

Chalim Ba (Unsterblicher)

Grad 8 LP3W6+3 AP8W6+24 Res+14/16/14  
LR RW75 HGW75 B24 Abwehr+15
Angriff: Krummschwert (Takuba)+15(+17) -> Heilige Waffe (+2/+2)

Besonderheiten:

  • Zaubern +18: Rasende Klinge Ormuts, Sengende Rache Ormuts
  • Sind gegen alle Beherrschungszauber der Grade 1-4 immun
  • permanenter Segen: +1 auf alle EW/WW, -5 auf alle PW 
  • Arabeskenklinge -> Moralcheck bzw. wie "Angst" auf jeden Scharadrim
 
 

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