Das Kräuterbuch der Fionna O’Tighernach

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Warnung an jene, die zwischen Rollenspiel und Realität nicht mehr zu unterscheiden wissen: Diese Aufstellung richtet sich zwar weitgehend nach real existierenden Pflanzen und deren Heilwirkungen, jedoch ist die genannte Anwendung mit äußerster Vorsicht zu genießen, und manche Wirkungen sind reine Erfindung oder zumindest hemmungslos übertrieben! Es wird keinerlei Verantwortung übernommen!

Name der PflanzeStatt und Zeit ihrer WachsungKraft und WirkungSpieltechnische Angaben
Arnoglosso

(Wegerich)

plantago

Der große Arnoglosso wächst gern an feuchten Orten. Desgleichen auch der spitze, doch auch an den Rainen, Gärten und Wiesen. Arnoglosso-Blätter trocknen aus und ziehen zusammen. Darum werden sie auch nützlich gebraucht zu allerlei bösen, flüssigen und unreinen Wunden. Arnoglosso stillet das Blut und die Rote Ruhr, besonders der Samen, mit Wein getrunken. Die Blätter übergelegt heilen den Wolf und alle fließenden Schäden Item den Brand, den hitzigen Apostem, Ormützel und geschwollene Drüsen. Mit Salz übergelegt vertreiben sie den Kropf. Der Saft von den Blättern ist gut zu der Mundfäule, so man den Mund damit wäscht. In die Fistel getan heilt er dieselbe. Er ist auch sehr bequem dein Keuchenden gegeben und denen, so die Fallsucht haben. In die Ohren getan nimmt er hinweg ihre Schmerzen. In die Augen getan löscht er die Hitze derselben. Die Wurzel von Arnoglosso gesotten und mit dem Wasser den Mund ausgespült oder die Wurzel unter den Zähnen gekaut, nimmt das Zahnweh. Die Wurzel auch samt den Blättern in süßem Wein getrunken heilen die Entzündung der Blasen und Nieren. Sind auch gut zu der Verstopfung der Leber und Nieren. Gegen Durchfall, Lungenleiden, Entzündungen aller Art. Als Wundkraut (Wunden, Insektenstiche) 1W3+1 LP & AP.
Augentrost

euphrasia

Augentrost wächst an den Rainen, wo die Sonne hinkommen mag, und in fast allen Wiesen. Ist auch ein Herbstkraut, darum wird es nicht gefunden bis zu Anfang des Herbstes. Den Augentrost braucht man zu den dunklen Augen und dem Star, zerstoßen und darüber gelegt oder in Wein gesotten oder den ausgepreßten Saft darein getan. Es kräftiget auch das Gedächtnis und bringt dasselbige wieder, so man es zu Pulver stoßet und in reinem weißen Wein einnimmt. Zuallererst aber ist es nützlich zu dem Gesicht, welches klar und lauter wird, so der Saft davon in die Augen getan wird. Heilt Augenkrankheiten und Blindheit, verbessert die Konzentrationsfähigkeit für 2W6 Stunden (+2 für alle erlernten Wissensfertigkeiten)
Beyfuß & Rainfarn

(Wermut)

artemisia

Beyfuß wächst gern an wässerigen, unbebauten, rauhen Orten. Rainfarn wächst gemeinlich auf den Wasser Gestaden, neben den Weingärten und an den Rainen, daher auch sein Name. Sie blühen im Sommer, besonders im Feenmond. Die Kräuter gesotten sind sehr dienlich für Dampf- und Schwitzbäder. So einer über Land reist und Beyfuß bei sich trägt, so vetreibt es die Müde. Vertreibt auch die Schmerzen des Geäders, so man seinen Saft mit Rosenöl vermischt darüber streicht oder damit reibet und salbet. Die Blumen aber von dem Rainfarn haben ein sonder Kraft wider die Würmer, so sie mit Wein oder Milch oder mit Honig eingenommen werden. Lindert Erschöpfung (1W6 AP); im Schwitzbad reinigend und entgiftend; gegen Würmer, gegen Krankheiten von Magen, Darm und Unterleibsorganen, Epilepsie
Braunwurz

(Feigwarzenkraut)

scrophularia nodosa

Braunwurz wächst gern hinter den Zäunen, an altem Gemäuer und bei den Wassern. Braunwurz blühet im Nixenmond und Schlangenmond, zu welcher Zeit man sie sammlen soll. Die Blätter, Saft, Stengel und Samen zerteilen allerlei Geschwulst, verzehren die harten Kröpf, so man es mit Essig vermischt und zerstoßen des Tags zweimal überlegt. Die Blätter zerstoßen und mit Salz übergelegt heilen die faulen, um sich fressenden Geschwüre und den Krebs. Der Saft der Braunwurz vertreibt die Röte des Angesichts, auch deren, so schier für aussätzig gehalten werden, so man das Angesicht damit waschet. Das Pulver von Braunwurz heilet und trocknet die Feigwarzen. Der Samen auf ein Quentlein schwer eingenommen, tötet die Würmer und treibt sie aus. Heilt Geschwüre, Krebs, Ausschläge (Rötungen, Entzündungen), Warzen, Würmer.
Brustwurz

(Engelwurz, Angelica)

archangelica

Die zahme Brustwurz zieht man in Gärten, doch wächst sie auch in etlichen Gebirgen von ihr selbst, wie die wilde, welche wird in dunklen und schattigen Orten, etwa an den Wassergestaden und in etlichen Wäldern gefunden. Beide blühen vom Schlangenmond bis in den Hirschmond Brustwurz öffnet und verzehrt. Die Wurzel gepulvert und auf ein Quentlein eingenommen zur Winterszeit in Wein, im Sommer aber mit Rosenwasser, niedergelegt und zugedeckt, macht schwitzen. Das Kraut in Wasser und Wein gesotten heilet die inwendigen Wunden, kräftigt den Magen und das Herz. Vertreibt das Grauen und den Widerwillen zu essen und bringt wiederum die Begier und Lust zu der Speise. Schweißtreibend, heilt innere Verletzungen (1W3 LP & AP). Regt Appetit und Verdauung an (Patient braucht für 24 Stunden doppelte Portionen)
Calthulag

(Ringelblume)

calendula

Die Calthulag wird fast allenthalben in den Gärten von den Samen gezogen. Dann wo sie wächst besamt sie sich alle Jahr selbst. Blühet vom Einhornmond an durch das ganze Jahr, schier bis in den kalten Winter. Die Blumen von diesem Kraut in Wein eingenommen und getrunken bringen den Frauen ihre Zeit. Es legt auch das Zahnweh, so man es also gesotten im Mund eine Zeitlang hält. Die Blume in Lauge gelegt macht schön gelbe Haare. Als Färbemittel (gelb), heilt Augenleiden und andere Störungen der Sinne
Däschelkraut

(Hirtentäschel)

bursae pastoris

Das Däschelkraut wächst allenthalben auf den Straßen und neben den Wegen, auf den Mauern und in den Gärten. Es blühet im Nixen- und Schlangenmond. Däschelkraut mit Essig zerstoßen und übergelegt kühlet die hitzigen Geschwulste und treibt hinter sich allerlei Flüß. Ist dieser Art auch gut gebraucht zu dem Rotlauf und denen so der Magen entzündet ist. Das Kraut gedörrt und in rotem Wein gesotten und getrunken stillt allerlei Bauchflüß und das Blutspeien. Däschelkraut ist vorderst gut zu der Blutstillung. Stark blutstillend, gegen Blutungen aller Art, als Wundkraut 1W6 LP & AP
Donnerbar

(Hauswurz, Mauerpfeffer)

sempervivum tectorum

Das große Donnerbar wächst auf den Häusern und altem Gemäuer, Dächern und hohen Gebirgen. Das kleine wächst auch auf den Mauern und alten Dächern, in den hohen Wäldern, dergleichen auf etlichen sandigen heißen Feldern und Heiden. Das dritte, Mauerpfeffer genannt, an steinigen Orten beim Wasser, in den Gruben, schattigen und sandigen Orten. Dasgroße Donnerbar blühet im Nixen- und Schlangenmond, die anderen im Einhorn- und Nixenmond. Wo das Kraut auf einem Haus wachse, da möge das Wetter keinen Schaden tun, noch der Blitz und Donner darein schlagen. Beide Donnerbar, großer und kleiner, kühlen sehr und ziehen zusammen ziemlicher Weise. Deshalb sind sie gut zu dem Rotlauf, Entzündungen der Augen, Brand und Entzündungen, die um sich fressen, so man ihre Blätter allein oder mit Gerstenmalz überlegt. Der Saft mit Gerstenmalz und Rosenöl vermengt und angestrichen nimmt das Kopfweh. Der Saft getrunken stillet die rote Ruhr und den Durchlauf oder Bauchfluß. Mit Wein genommen treibt er aus die runden langen Würmer. Die dritte Art, Mauerpfeffer genannt, wärmt, reizt die Haut und frißt dieselbige auf. So man seinen Saft mit Schmalz vermengt anstreicht, vertreibt er Geschwulst und Kropf. Schützt vor Blitz und Feuer aller Art, heilt Entzündungen und lindert Brandwunden. Bei ungenügendem PW:Kräuterkunde besteht Verwechslungsgefahr mit dem Mauerpfeffer, der auf der Haut 1W3 LP Schaden verursacht, eingenommen 1W6 LP.
Eiche

quercus

Der Eichbaum wächst allenthalben in unseren Landen, vornehmlich in Wäldern und anderen Orten mehr. Dieser Baum grünet und schöägt aus im Frühling, doch sehr langsam, wenn die anderen Bäume fast alle längst verblühet sind. Des Eichbaums Blätter, vornehmlich aber das kleine subtile Häutlein, das zwischen der Rinde und dem Stamm wird gefunden, ziehen zusammen. Darum, so man’s in Wasser siedet und kocht, heilen sie die Rote Ruhr und das Blutspeien, stillen den Bauchfluß und der Frauen Krankheit. Heilen auch allerlei Wunden, so man’s zerstoßen überlegt. Gleiche Wirkung haben auch die Eicheln; treiben den Harn, doch so man sie ißt, machen sie Kopfweh und blähen sehr. Sin dauch gut mit Schweineschmalz vermischt und aufgestrichen zu den bösen harten Geschwulsten und alten Schäden. Die Eicheln gebrannt stillen das Blut. Stark blutstillend, zieht auch größere Fleischwunden zusammen (Ko/10-1W3 LP), läßt abgetrennte Glieder wieder anwachsen (dabei kein direkter LP-Gewinn), allgemein stärkend anwendbar (dann kein LP-Gewinn, aber 1W6 AP)
Eisenkraut

verbene

"Eisenkraut oder Eisenhart ist darum so genannt worden, daß man das Eisen damit härtet."

Das Eisenkraut wächst auf unbebauten Orten, bei den Zäunen und Mauern und neben den Wassergräben. Das Männle kommt viel eher herfür denn das Weible, dann es um die Hundstage (2. Trideade im Feenmond) vornehmlich blühet bis in den Herbst hinein.

Des Eisenkraut Männleins Blätter mit Essig vermengt und zerstoßen sind gut zu dem Rotlauf. Sie heilen auch die faulen und unreinen Schäden, zerstoßen und übergelegt. Des Weibleins Blätter und Wurzel auf ein Quentlein schwer mit Weihrauch und altem Wein vier Tag lang nüchtern getrunken heilen sie die Gelbsucht. Das ganze Kraut in Wein gesotten heilet die Mundfäule und die Entzündungen des Munds, die um sich fressen. Das Eisenkraut Männle ist gut zum Weh des Kopfes, so man ein Kränzlein daraus macht und aufsetzt, oder so man’s zerstoßt mit Essig und Rosenöl und überlegt. Sie verhüten auch, daß einem die Haar nicht ausfallen. Die Wurzel mit Wasser gesotten und die Brühe im Mundgehalten mildert das Weh der Zähne, macht dieselbigen fest und steif. Kopfschmerzen, Augenleiden, Syphilis, Tuberkulose, Ischias, Leberschäden, Haarausfall (auch als Haarwuchsmittel zu verwenden), lindert Geisteskrankheiten (als Kranz). Ein Schmied kann damit besonders harten Stahl herstellen.
Elelis

(Salbei)

salvia

Elelis wächst gern an rauhen Orten, doch beiderlei Art pflanzt man in allen Gärten. Elelis blüht im Nixenmond und Schlangenmond und bringt auch zu dieser Zeit den Samen. Elelisblätter in Wasser gesotten und getrunken treiben der Harn; mit diesem Wasser gewaschen macht schwarze Haare. Elelis ist gut zu allerlei Wunden, säubert dieselbigen und heilet sie. Elelis stillet das Blut, so aus der Wunde läuft, darüber gelegt. Die Blätter und Zweige in Wein gesotten und damit gewaschen vertreiben das Jucken am Gemächte. Elelis mit Wermut gesotten und getrunken heilet die Rote Ruhr. Die Blätter in Wasser gesotten, vertreiben den Husten und sind gut der verstopften Leber. Blutstillend, heilt Atemwegserkrankungen, Wunden (1W6+1 LP & AP) und manche Geschlechtskrankheiten Färbt bei Kontakt alle Haare schwarz (mindestens 2W6 Tage, meist bis ausgewachsen; ggf. WM auf Verkleiden oder Au).
Erdrauch

(Traubenkropf, Katzenkörbel)

fumaria

Erdrauch wächst gern in Gerstenfeldern, Gärten, Zäunen, Weingärten, Flachsäckern und anderen fetten bebauten Orten. Er blühet erstlich im Einhorn- und Nixenmond, danach gegen den Herbst. Erdrauch-Saft ist etwas scharf, derhalben schärft er das Gesicht und macht klare Augen. Treibt aber die Tränen und macht Weinen gleich der Rauch. Das Kraut mit Wasser gesotten und getrunken treib die Gallen durch den Harn aus und heilet die Verstopfung der Leber und derselbigen Schwachheit. Das Kraut gedörrt und gepulvert mit Met getrunken treibt durch den Stuhlgang. Mit geringem Wein aber eingenommen stärket es den Magen. Ist auch nützlich und gut denen, so mit der Räude und anderen bösen Grinden beladen sind. Bei gelungenem PW:Gift schärft der Saft die Augen (Wahrnehmen+5) für zwei Stunden. Bei Mißlingen des PW läßt er die Augen schmerzhaft tränen. Heilt Augen- und Hautkrankheiten.
Filix

(Waldfarn)

filix mas

Das Männle wächst allenthalben in dunklen, schattigen, feuchten, sandigen Gründen und Tälern, desgleichen an den Sandfelsen, und in den Wäldern am liebsten. Das Weible wird nicht allenthalben gefunden, wächst aber in den hohen Wäldern und Bergen. Die Filix sollen im Herbst gesammelt werden. Die Wurzel des Männleins gepulvert und davon vier Quentlein mit Met getrunken treibt aus die breiten Würmer. Man mag auch ein halbes Quentlein Schwarze Nieswurz dazu tun, so ist die Wirkung kräftiger. Die Wurzel in Wein gesotten und getrunken ist gut den Milzsüchtigen. Doch sollen sich die Weiber vor dieser Wurzel hüten, denn sie verhindert die Empfängnis und tötet die Frucht im Leib. Das Pulver von dieser Wurzel trocknet und heilt über die Maßen sehr die alten Schäden ohne alles Beißen. Das Weible hat die gleiche Wirkung. Die Blätter, die zuerst hervorkommen, wie andere grüne Kräuter gegessen, lindern den Bauch und Stuhlgang. Treiben zuerst die Galle, folgend das Wasser. Die Blätter töten die Wanzen, vertreiben Ungeziefer. Gegen Würmer aller Art. Abtreibend (70%) und empfängnisverhütend (80%). Wirkt nur frisch und bei abnehmendem Mond (zweite Trideade). Hält Insekten ab.
Fingerhut

digitalis

Die Fingerhutkräuter wachsen gern auf den Bergen, an schattigen und steinigen Orten. Sind nicht gar gemein und werden selten gefunden. Die Kräuter blühen vornehmlich im Nixenmond und bringen danach ihren Samen. Die Fingerhutkräuter gesotten und getrunken zerteilen die grobe Feuchtigkeit, säubern und reinigen, nehmen hinweg die Verstopfung der Leber und anderer Organe. Dergestalt gebraucht machen sie Auswerfen und reinigen die Brust. Diese Kräuter sind gut für allerlei Gift in Wein gesotten und getrunken. Gepulvert in die Wunden gestreut, heilen sie dieselbigen. Mit Honig vermischt und angestrichen, vertreiben sie die Masern und Flecken unter dem Angesicht und an dem ganzen Leib. In summa: haben allerlei Wirkung, so der Gentian hat. Herzkrankheiten, Gegengift (gegen Blutbahn-Gifte), heilt Ausschläge, unreine Haut, Fieber, Typhus. Gefährlich bei Blutverlust (Herzrasen, -1W6 AP)
Flöhkraut

(Wasserpfeffer)

persicaria

Flöhkraut wächst an feuchten Orten, als bei den Weihern, Lachen und Pfützen. Flöhkraut blühet im Schlangenmond und Feenmond und bringt folgend seinen Samen. Flöhkraut ist ein Wundkraut, darum mag man die Blätter grün zerstoßen und über die frischen Wunden legen oder den Saft daraus pressen und in die Wunden tun. Desgleichen tut es auch gedörrt zu Pulver zerstoßen und in die Wunden, auch in die Fistel, gestreut. Es ist auch gut zum Stillen von allerlei Bauchflüssen, der Roten Ruhr und anderen Gebrechen, die des Kühlens und der Trocknung bedürfen. Nur die Pflanzen sind wirksam, auf deren Blüten ein roter Fleck ist! Heilt Wunden (frisch 1W6+1 LP & AP, getrocknet 1W6-1 LP), kühlt und trocknet
Garb

(Schafgarbe)

achillea millefolium

Die Garben wachsen allenthalben an harten und dürren Orten, in den Grasgärten, an den Wegen und Straßen. Beide Arten der Garben blühen den ganzen Sommer bis in den Herbst. Die Garbkräuter sind nützlich zu allerlei äußerlichen und innerlichen Wunden und Geschwüren, in Wein gesotten und getrunken oder zu Pflastern und Salben gebraucht. Sie heilen auch die alten bösen Fistel. Stillen das Blut, zerstoßen und übergelegt. Gleicher Gestalt genützt stillen sie den Frauen, so zuviel fließen, ihre Krankheit. Sie treiben auch aus das geronnen Blut und sind in summa gute Wundkräuter und derhalben auch bei den Heilern und Wundärzten in täglichem Gebrauch. Blutstillend, heilt Wunden und innere Verletzungen (1W6+2 LP & AP)
Gauchheil

anagallis

Wachsen in den Weingärten, Äckern, gemeinlich aber auf den brachen Feldern. Blühen von dem Einhornmond an, durch den ganzen Sommer, vornehmlich aber in dem Feenmond. Sind über die Maßen schöne Blümelein, besonders das Weiblein. Wo man’s im Eingang des Vorhofs aufhängt, da vertreiben sie allerlei Gauch und Gespenst. Gauchheil legen die Schmerzen, säubern, ziehen Dornen und Spreißel aus. Der Saft mit dem allerbesten Honig vermengt und in die trüben Augen gelassen macht dieselbigen klar und lauter. So er mit Wein vermischt getrunken wird, heilet er die Natterbisse und ist gut zu der kranken Leber und Nieren. Hält Geister und Untote ab (nicht sicher). Mit Gauchheil eingeriebene Waffen wirken wie gesegnete Waffen. Heilt Augenleiden und Schlangenbisse.
Gentian

(Enzian)

gentiana

Gentian wächst auf hohen luftigen Bergen, auch in den schattigen und wässerigen Tälern und ist sehr gemein in unserem Land (Erainn). Gentian blüht am ehesten im Einhornmond, aber im Nixenmond bringt er seine Schäflein und darin den Samen. Ein Quentlein des ausgepreßten Saftes aus der grünen Wurzel getrunken bekommt wohl denen, so hoch herab gefallen oder inwendig gebrochen sind, denn er zerteilt und führt aus das geronnene Blut. Er ist auch gut mit Wasser getrunken den Lebersüchtigen und denen so einen schwachen Magen haben. Die Wurzel ist auch nützlich zu den Wunden, vornehmlich zu denen, so sehr tief sind und um sich fressen. Der Saft dient auch zu allerlei Ungestalt und Befleckung der Haut, damit bestrichen. In summa, Gentiana Wurzel und der Saft davon zerteilen, reinigen, säubern und nehmen hinweg allerlei Verstopfung. Sind eine treffliche Arznei für allerlei Gift und bekommen sehr wohl dem schwachen Magen. Der Saft soll aber so gemacht werden: Man soll die grüne Wurzel stoßen und fünf Tage in frischem Wasser beizen, danach miteinander recht wohl sieden, bis die Wurzel sich auflöst. Nachdem das so erkaltet ist, soll man es durch ein sauber reines Tüchlein seihen und von neuem sieden, bis es dick wird wie Honig, und in einem gebrannten und glasierten Tongeschirr behalten und verwahren. Heilt Brüche (bes. Sturzschäden), innere Verletzungen, Wundbrand, Fleischwunden (Ko/10 - 1W3 LP), Hautkrankheiten (auch erwünschte wie Drachenhaut usw.), Verdauungsbeschwerden, entgiftet
Gichtwurz

(Pfingstrose, Gichtrose)

paeonia

Gichtwurz wachsen in hohen Gebriegen, aber das Weible wird in unsern Landen in allen Gärten gepflanzt und blühet mi Einhornmond. Die Wurzel der Gichtwurz gedörrt, gestoßen und einer Mandel groß mit Wein eingegeben, reinigt die Weiber nach der Geburt. Sie lindert auch dieser Gestalt getrunken Schmerzen und Weh des Bauchs. Ist nützlich denen, so die Gelbsucht haben, Schmerzen der Nieren und Blasen. Nimmt auch die Verstopfung der Leber und Nieren. Wiederum aber stopft sie den Stuhlgang, so sie mit Wein getrunken wird. Zehn oder zwölf Körner roter Gichtwurz in rauhem schwarz-rotem Wein gesotten, stillen der Weiber Krankheit. So sie von den Kindern gegessen und getrunken werden, lassen sie den Stein nicht wachsen Besonders gegen Epilepsie (Besessenheit; hilft beim Austreiben von Dämonen), Gicht (Lähmungen), Schlag, verschiedene Frauenleiden.
Güldengünzel

(Goldrute)

solidago virgo aurea

Güldengünzel wächst auf etlichen Wiesen und in der Höhe auf den grasigen Äckern. Blühet am meisten im Einhorn- und Nixenmond. Güldengünzel heilet Wunden, zerstoßen und darüber gelegt, oder gedörrt zu Pulver gestoßen und darein gestreut. Güldengünzel gesotten und getrunken zerteilt das geronnene und gestockte Blut im Leib. Den Mund mit dem Wasser, darin Güldengünzel gesotten ist, ausgewaschen, heilet die Mundfäule und andere Entzündungen des Mundes. Die Geschwulst damit gewaschen oder also warm das Kraut darüber gelegt, verzehret dieselbige. Wenn einer sich den Wolf geritten hat, soll er das Pulver von Güldengünzel darein streuen, so heilet es denselben von Stund an. Es ist auch gut zu allerlei Geschwär, so sich am Gemächte und am Darm erzeugen. Heilt Wunden, besonders Wundheit (Unerfahrene Reiter holen sich auf längeren Ritten mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Wolf! Gleiches gilt für lange Märsche in ungewohnter Kleidung.) Auch gegen manche Geschlechtskrankheiten wirksam.
Haarstrang

(Meisterwurz, Saufenchel, Schwebelwürz)

imperatoria

Haarstrang wächst auf den Bergen. Um Teamhair findet man sein voll davon. Haarstrang blühet im Schlangen- und Feenmond und bringet folgend seinen Samenaus. Vom Haarstrang braucht man in der Arznei die Wurzel und den Saft. Mit Rosenöl und Essig vermengt und angestrichen ist er gut zu allerlei Krankheit oder Gebrechen des Geäders, wie zu dem harten Schlaf, davon einer nicht erweckt mag werden, dem Schwindel, zu den fallenden Sucht, zu dem langwierigen Weh des Haupts, dem Krampf und dem Hüftweh. In die ausgehöhlten Zähne getan, legt er die Schmerzen derselbigen. In einem Ei eingenommen ist er gut wider den Husten. Macht leichtlich atmen, legt das Grimmen und zerteilet die Blähungen im Leib. Erweicht den Bauch. Macht das Milz klein und kommt den Frauen zuhilfe, die nicht leichtlichgebären könnten. Der Saft ist nützlich, getrunken bei Leiden der Blasen und Nieren, kommt auch denen zuhilfe, so den Krampf haben. Die Wurzel mag man brauchen zu den Pflastern und anderen Arzneien, so gebraucht werden zur Wärmung des Leibes und der Glieder. Weckt aus dem Koma oder krankhaftem Tiefschlaf, heilt Erkrankungen der Atemwege, Nervenleiden, Kopfschmerz, Schlag, Epilepsie, erweicht und wärmt, hilft beim Gebären (geringere Wahrscheinlichkeit auf Kindbettfieber u. ä.), kräftigend (1W6 AP)
Hyperico

(Perforata, fuga daemonum, Johanniskraut)

hypericum

Hyperico wird allenthalben in den Hecken und an den Rainen der Äcker gefunden. Dieses Gewächs blüht am meisten im Schlangen- und Feenmond und bringt folgend seine Samen in den Schäflein. Hyperico hilft seit Altersher beim Austreiben der bösen Dämonen. Mit Blumen und Samen gesotten und getrunken treibt es den Harn, in Wein gesotten und getrunken vertreibt es das dreitägige und viertägige Fieber. Die Blätter mit den Samen zerstoßen und übergelegt heilen den Brand. Die Blätter gedörrt und zu Pulver gestoßen, in die faulen Schäden und Entzündungen getreut, heilen dieselbigen. Der Samen gesotten und getrunken stillt den Bauchfluß und ist trefflich gut zu dem Blasenstein. Eingenommen bewirkt der Saft eine stärke Widerstandkraft gegen Dämonen und andere böse Mächte (erhöht die ZR), getrocknet und als Räucherwerk verwendet unterstützt es "Austreiben des Bösen" (WM+3). Heilt Fieber, Wundfieber, Entzündungen, Sonnenbrand, Brandwunden (1W6 LP).
Ixos

(Mistel, Affolter)

viscum

Wächst auf den Bäumen, besonders aber auf den Eichen und Birnbäumen. Ixos soll im Herbst, so er Beeren gewinnt, gesammelt werden. Ixos mit Harz und ebensoviel Wachs vermischt und übergelegt zeitiget, verzehrt, weicht und zieht zusammen die Ormützel und allerlei Geschwulst. Mit Weihrauch vermischt und auf alte Entzündungen gelegt, heilet sie. Er verzehrt und macht klein das Milz, mit kalter Milch vermischt. In summa: Ixos zieht heraus allerlei subtile und grobe Feuchtigkeit, zerteilt und verzehrt danach dieselbigen. Heilt Entzündungen, Geschwüre, Krebs, Krämpfe (Epilepsie) Abwehr gegen Dämonen und Untote
Juniper

(Wacholder)

juniperus

Juniper wachsen gern um das Meer und auf den dürren Bergen. Sind ein Feldgewächs, das sich nicht in der Ebene noch an bebauten Orten pflanzen läßt. Juniper-Beeren soll man im Herbst sammeln, doch nicht eher, als bis sie zwei Jahre alt sind. Beide Arten der Juniper sind scharf und sauer, treiben den Harn. Die Beeren sind dem Magen gut, den sie stärken und kräftigen denselben. Sie vertreiben den Husten, das Bauchblähen und allerlei Gift. Juniperbeeren reinigen und öffnen die Leber und die Nieren, dann zerteilen sie und machen dünn die grobe und zähe Feuchtigkeit. Juniper-Harz mit dem Weißen eines Eis an die Schläfen und die Stirn gerieben verstellt das Bluten der Nase. Zu Pulver gestoßen und in einem weichgekochten Ei eingenommen verstellt es auch das Würgen und die Rote Ruhr. Es töt die Würmer im Leib. Juniperöl ist gut denen, die den Krampf haben und das Hüftweh, dient auch wohl zu allerlei Krankheiten, so von kalten Flüssen entstehen. Hilft gegen Erkältungskrankheiten, Gicht, Rheumatismus und Verdauungsbeschwerden sowie gegen Würmer.
Kleines Fieberkraut

(Tausendgüldenkraut)

erythraea

Wiewohl Dioscorides schreibt, das kleine Fieberkraut wachse an nassen und feuchten Orten, jedoch weiß jedermann, daß es bei uns gemeinhin auf harten, dürren, grasigen Äckern und Wiesen wächst. Das kleine Fieberkraut blüht imSchlangenmond und behält seine Blüte bis in den Herbst. Das Kraut grün zerstoßen und übergelegt heilt die Wunden. In Wein oder Wasser gesotten und getrunken treibt es auch durch den Stuhlgang die Galle und zähe Feuchtigkeit. Ist auch gut denen, so das Hüftweh haben, so man ein Klistier daraus macht, dann lindert es die Schmerzen. Der Saft ist gut zu den Arzneien, so man zu den Augen braucht. Mit Honig vermischt macht es lautere Augen. Für sich selbst gebraucht und getrunken ist er nützlich zu allen Gebrechen der Nerven und Spannadern. Das Kraut verzehrt die übrigen Flüsse, wo sie im Leib sind. Es eröffnet allerlei Verstopfung de rLeber. Ist trefflich gut zur verhärteten Milz, von außen übergelegt. und auch getrunken. Dieses Kraut etliche Tage abends und morgens getrunken tötet und treibt aus die Würmer. Bei Magen- und Verdauungsstörungen, oft zusammen mit Gentian. Gegen Fäulnis. Als Waschwasser bei Hautkrankheiten. Als Wundkraut 1W3.
Lungenkraut

pulmonaria

Das Lungenkraut wächst an feuchten Eichen und Buchen wie auch an feuchten Felsen in dunklen Wäldern. Man findet es vornehmlich im Sommer. Das Lungenkraut gedörrt und ein Pulver daraus eingenommen heilet die Entzündung der Lunge kräftiglich. Das Pulver in andere Wunden gestreut heilet dieselbigen. Es ist auch ohne Zweifel gut in Wein eingenommen gegen das Blutspeien und den langwierigen Bauchfluß. Das Lungenkraut übergelegt ist nützlich den frischen und zunehmenden Beulen. Aber denen so vollkommen gewachsen sind, ist es schädlich. Die Hirten geben dieses Kraut mit Salz vermischt dem Vieh und den Schafen, so sie husten und eine böse Lunge haben. Heilt Lungenentzündung, andere Lungenkrankheiten und frische Wunden (1W3+1 LP & AP); ältere Wunden (älter als zwei Tage) gehen wieder auf (-2 LP & AP).
Magsam

(Schlafmohn)

papaver

Die zahmen Magsamen müssen in Gärten gepflanzt werden, dieweil sie in unseren Landen nicht heimisch sind. Die Magsamen blühen zu Sommers Zeiten und bringen folgend ihre Samen. Die Blätter und Köpfe der Magsamen in Wasser gesotten bringen den Schlaf. Man kann auch aus den Köpfen eine Latwerg machen, die ist sehr nütze zu dem Husten und Flüssen, so aus dem Haupt auf die Lungen und Brust herab fallen. Man muß aber die Köpfe in Wasser sieden, bis das halbe Teil verzehrt wird, und nachfolgend Honig darunter tun und wiederum sieden lassen, bis es dick genug wird zu einer Latwerg. Der Samen des braunen Magsamen zerstoßen und in Wein getrunken ist ganz nützlich zu dem Bauchfluß und den Frauen, so zuviel fließen. Der Saft, aus dem braunen Magsamen gepreßt, kühlet mehr. In der Größe einer Erbse genommen legt er die Schmerzen, bringt wiederum Schlaf, ist nützlich dem Husten und dem Bauchfluß. Doch wo er nit in gebührlicher Maß wird gebraucht und eingenommen, bringt ermerklichen Schaden, ja tötet auch. Mit Mandelöl, Myrrhe und Safran vermischt und in die Ohren getan nimmt er die Schmerzen derselbigen. Er ist auch trefflich gut zu den hitzigen Augen, mit einem gebratenen Eidotter und Safran vermischt übergelegt. Den Saft, so aus dem schwarzen oder braunen gepreßt wird, heißt man Opium. Starkes Schlaf- und Betäubungsmittel, hilft auch gegen Husten und ähnliches, macht aber leicht abhängig (bei innerer Anwendung) und führt dann langfristig zum Tode.
Marthron

(Fenchel)

foeniculum

Marthron wächst allenthalben in Gärten, wo er hingepflanzt wird. Kommt auch von selber an unbebauten Orten, wie der Dill. Der Marthron blühet im Nixenmon dund im Schlangenmond, ja fast den ganzen Sommer bis in den Herbst hinein. Bleibt über Winter und verdirbt nicht bald, also daß wohl ein Marthron-Stock zehn oder elf Jahre unversehrt bleiben soll. Marthronkraut gegessen macht viel Milch, desgleichen tut auch der Samen in Wein gesotten und getrunken. Das Kraut gesotten und übergelegt ist nützlich und gut zu allerlei Gebrechen der Nieren und Blasen und treibt den Harn. Der ausgepreßte Saft von Stengel und Kraut ist gut den trüben Augen, abends und morgens darein getan. Vertreibt auch den Star, der neulich hat angefangen. Den Saft mag man also sammeln: Nimm das Kraut, die Blüte oder den grünen, unzeitigen Samen, zerstoße sie und presse den Saft heraus. Dörre ihn danach in der Sonne, und heb ihn fleißig auf - ist ein köstlich Arznei zu den finsteren Augen. Der Samen gesotten und getrunken kräftigt den schwachen Magen. Ist auch trefflich gut der Lunge und der Leber. Mildert das Grimmen im Leib. Die Wurzel in Wein gesotten und getrunken ist den Wassersüchtigen und denen, so den Krampf haben, sehr dienstlich. Das Kraut dermaßen gesotten und getrunken mehret den natürlichen Samen. Verzehrt das untergeronnene Blut. Regt bei Frauen (und weiblichen Säugetieren) die Milchproduktion an und erhöht (auch bei Männern) die Fruchtbarkeit (Empfängnis zu 90%). Heilt Augenleiden, krampflösend
Melisse

(Echte Melisse, Wanzenkraut)

melissa

Die erste Art der echten Melisse wächst nicht an allen Orten, wird in den Wäldern gefunden um Tidford und Corrinnis, wo ich’s dann überflüssig gesehen habe. Das Wanzenkraut zieht man allenthalben in den Gärten. Im Nixenmond und Schlangenmond blühen beide Arten der Melissen. Das Wasser, darin das Kraut gesotten, im Mund gehalten, stillt das Zahnweh. Bei der Roten Ruhr ist dieses Kraut nützlich zum Klistier gebraucht. So einer giftige Schwammen gegessen hat, der soll von diesem Kraut trinken. Mit Salz vermengt und zerstoßen übergelegt, verzehren sie den Kropf. Reinigen und säubern die Wunden. Sie lindern die Schmerzen dergleichen übergeschlagen. So man die Immenkörbe mit diesem Kraute reibt, so fliegen die Bienen nicht hinweg. So einer von Immen gestochen wird, der soll dies Kraut überlegen, so legt’s die Schmerzen. Ist fürtrefflich gut denen, so traurig und schwermütig sein, in Wein gesotten und getrunken oder einen Zucker oder Conserven daraus gemacht, dann macht es fröhlich. Der Saft aus den Blättern gepreßt und in die Augen getan macht ein klares Gesicht. Man schreibt auch, daß der Gebrauch dieses Krauts sinnreich mache und gute leichte Träume. Neutralisiert Pilzgifte, schmerzlindernd, besonders bei Insektenstichen; zusammen mit Chamemelum gegen Krämpfe. Die echte Melisse kann fröhlich machen (lindert Depressionen) und gibt positive WM auf kreative Tätigkeiten wie Dichten, Singen usw.
Minze

mentha

Die zahme Minze wächst allenthalben in Gärten. Doch will sie haben eine Statt, do die Sonne hinkommen mag, darum bedarf sie keines fetten noch gedüngten Erdreichs. Die wilde oder Roßminze wächst gerne an moosigen und feuchten Orten. Die zahmen Minzen wärmen, ziehen zusammen und trocknen. Deshalb, so ihr Saft mit Essig vermischt getrunken wird, stillt er das Blut und tötet die runden Würmer. Zwei oder drei Zweiglein mit saurem Granatapfelsaft getrunken, stillen das Würgen und Cholera, das ist, so unten und oben die Galle von einem geht. Mit Gerstenmalz vermischt und übergelegt zerteilen und verzehren sie die Geschwulst. Über die Stirn gelegt mildern sie das Kopfweh. Die Blätter in Milch gelegt verhüten, daß sie gerinnt oder zusammenläuft. Sie sind auch sehr dienlich dem Magen. Mit Wasser und Essig gesotten und getrunken stillen sie das Blutspeien, das nicht lang gewähret hat. So man Minze in Wasser gesotten dreimal nacheinander trinkt, so vertreiben sie das Grimmen und Schmerzen der Gedärme. Sie stillen auch die Krankheit der Frauen. Heilen die Entzündung am Kopf der jungen Kinder und die Flechten. Sie sind auch dienlich der kalten Leber, stärken den Magen und die Verdauung. In Wein gertrunken kommen sie zuhilfe den Frauen, so schwerlich gebären. Heilt alle Formen von Brechdurchfall und andere Verdauungsbeschwerden, macht Milch einige Tage haltbar. Da es sehr viele verschiedene Minze-Arten gibt, ist fast überall auf Midgard eine Sorte zu finden, so die Speerminze, Traubenminze, Pfefferminze, Drachenminze, Krötenminze, Rawindrische Minze usw.
Nessel

(Brennessel)

urtica

Die Welschnessel stammet aus dem Süden (Chryseia, Küstenstaaten) und wächst nirgends im Land von selbst, sondern man muß sie pflanzen. Die wilden Brennessel findet man hinter Zäunen, Hecken und Mauern. Der Samen soll im Drachenmond gesammelt werden. Nesselblätter mit Salz zerstoßen heilen die großen Entzündungen. Desgleichen über faule Schäden als Krebs und dergleichen gelegt, reinigen sie dieselben und heilen sie. Gleichermaßen zerteilen sie auch allerlei Geschwulst, als Ormützel und dergleichen Beulen. Der Same mit Honig vermengt und ein Latwerg daraus gemacht ist gut für das Keuchen, Seiten oder Rippen, und Lungenentzündung. Er macht auch Auswerfen und reiniget die Brust. Der Same ist auch ganz zuwider dem Wutzerling und giftigen Schwammern. Dieser Same macht leicht Speien, so er nach dem Abendessen wird mit Met eines halben Quentleins eingenommen. Nessel in Lauge gelegt vertreibt das Haarausfallen und den bösen Grind, desgleichen auch der Samen. Heilt Entzündungen und Ausschläge, neutralisiert Pilzgifte (-1W3 AP durch Erbrechen), wirkt als Brechmittel und Haarwuchsmittel
Peganon

(Raute)

ruta

Peganon wird allenthalben in Gewürzgärten gezogen. Sie wächst aber gern an trockenen Orten, wo die Sonne hin mag kommen. Der Peganon blühet im Sommer, der Same aber wird im Herbst zeitig, zu welcher Zeit er soll gesammelt werden. Peganon treibt den Harn. Mit dürrem Dill gesotten und getrunken mildert er das Grimmen. Gleicher Gestalt gebraucht er dienlich zu dem Weh der Seiten, Brust und dergleichen. Item denen, so schwerlich atmen und husten, zu der Entzündung der Lungen und Weh der Hüften. Das Kraut in Öl gesotten und ein Klistier daraus gemacht ist gut den den Leiden des Gedärms.Mit Gerstenmalz vermischt und übergelegt legt es das Leiden der Augen. Zerstoßen und übergelegt stillt es das Nasenbluten.Mit grünen Lorbeerblättern zerquetscht und über das Gemächt gelegt, zerteilt es die Geschwulst und lindern die Schmerzen derselben. Mit Rosenöl vermischt und in die Ohren getan vertreibt der Saft das Sausen und Klingen derselben. So einem die Füße oder andere Glieder erfroren sind, soll er Peganon-Blätter nehmen und in Öl sieden und dieselben überschlagen, so erwärmen sie die erfrorenen Glieder. Die Blätter gegessen schärfen das Gesicht. In Summa: Peganon zerteilet die zähe und grobe Feuchte. Blutstillend, heilt Augenleiden, Erfrierungen, Hörstörungen und manche Geschlechtskrankheiten. Das Kauen der Blätter schärft das Sehen (Wahrnehmen+4)
Poley

pulegium

Poley wächst gern an bebauten und feuchten Orten, und wo es einmal hinkommt, da bleibt es hängen und kriecht hin und wider und überzieht ein ganzes Feld. Poley blühet im Sommer, nämlich im Schlangen- und Feenmond, so andere Kräuter der Hitze halber dorren und welken, zu welcher Zeit man es sammeln soll. Poley, mit Honig und Aloe getrunken reiniget er die Lungen und steuert den Krampf. Poley gestoßen und mit Essig vor die Nasen gehalten bringt herwieder die so in Ohnmacht gefallen. So man Poley in Wasser seiht und darinnen sitzt, nimmt er das Blähen, Härte und den Krampf der Mutter. Ein Kränzlein aus Poley gemacht und auf das Haupt gesetzt, vertreibt die Schmerzen desselbigen und den Schwindel. Mit Wein gesotten und getrunken, treibt den Harn und den Stein der Nieren. So man ungesund Wasser trinken muß, soll man Poley darein legen oder das Pulver davon darein werfen, so macht er, daß man es ohne Schaden trinken kann. Poley mit Salz, Essig und Honig vermengt ist gut denen, so den Krampf haben, wenn sie damit sich reiben lassen. Harn- und schweißtreibend, krampflösend, erweckt aus Ohnmacht, sterilisiert (bes. Trinkwasser)
Rosmarin

rosmarinus

Bei uns ziehet man den Rosmarin in Gärten und Töpfen. Im Süden, um Quinpuc, in Chryseia und den Küsten Staaten wächst er überflüssig, also daß die Einwohner daselbst kaum anderes Holz verbrennen. Der Rosmarin blühet zweimal im Jahr, im Frühling und im Herbst. Mag deshalb zu diesen Zeiten gesammelt werden. Rosmarin in Wasser gesotten und zu morgens früh vor der Übung getrunken heilet die Gelbsucht. Rosmarin reinigt und zerteilt. Ist gut, so er verbrannt wird und der Rauch in den Hals und in die Nase empfangen, für den Husten und Fluß des Haupts. Das Haus zur Zeit der Pestilenz mit Rosmarin geräuchert vertreibt darin die bösen Lüfte. Der Rosmarin stärkt das Hirn und allerlei Sinne, besonders das Gedächtnis. Er ist auch gut zu den zitternden und lahmen Gliedern. Bringt wieder die Sprache. Das alles aber tut vornehmlich der Zucker oder Conserva von den Blüten des Rosmarin gemacht. Heilt Nerven- und Erkältungskrankheiten, senkt das Infektionsrisiko bei Seuchen. Lindert Augen- und Geisteskrankheiten bzw. fördert Konzentration und Sinneswahrnehmung (WM+2 auf Wahrnehmen und Wissensfertigkeiten)
Roßhuf

(Huflattich, Brandlattich)

tussilago

Roßhuf wächst gern bei dem Wasser und an den fetten unbebauten Orten, auf den feuchten Äckern und Gründen. Im Anfang des Bärenmond, Luchs- und Einhornmond bringt die Roßhuf ihre wolligen Stengel und auf dieselbigen die gelben Blüten, ohne alle Blätter. Daher kommt es, daß diese Blumen wenige kennen, denn so die Blätter herfür kommen, an denen dieses Kraut leicht zu erkennen ist, so sind Stengel und Blüten schon vergangen, und werden Blätter, Stengel und Blüten niemals bei einander gefunden. Die Blätter, so sie noch grün zerstoßen und übergelegt werden, löschen allerlei Hitze und heilen das Rotlauf. So sie aber gedörrt werden und auf ein Glut gelegt, und der Rauch davon durch ein Rohr in den Mund empfangen wird, heilen sie den trocknen Husten und das Keuchen oder die Enge der Brust. Gleiche Kraft hat auch die Wurzel, wenn sie angezündet wird, und der Rauch davon in Hals empfangen wird. Es ist auch zu merken, daß die grünen Blätter des Roßhufs eine besondere Arznei seien zu dem Brand, so von dem Feuer geschieht, darüber gelegt, und jeder Weilen von neuem erfrischt. Heilt Verbrennungen, Brandwunden, manche Ausschläge und als Rauch inhaliert Atemwegserkrankungen. Aus den Blättern läßt sich eine Salbe bereiten, die die Haut für eine Stunde vor Feuer schützt.
Roßwedel

(Zinnkraut, Schaftheu, Katzenwedel, Schachtelhalm)

equisetum arvensis

Die ersten zwei Arten wachsen in den stillen Wassergräben, dazu in den nassen finsteren Sümpfen und Gruben. Die dritte wird zwar nicht allenthalben gefunden, seine gewöhnliche Statt aber ist in den dunklen nassen Tälern, gemeinlich, da die Weiher ihren Ablaß haben, und derselben Wiesen. Die vierte wächst in den sandigen Wiesen, auch auf etlichen feuchten, sandigen Äckern zwischen den Früchten. Die ersten zwei dringen im Einhorn herfür mit ihren Dolden und werden alsdann im folgenden Monat und schier den ganzen Sommer gefunden, wie auch die letzten zwei, die im Luchsmond ihre Dolden hervor stoßen. Der ausgepreßte Saft vom Roßwedel in die Nase getan oder aufgestrichen stillt das Schweißen aus der Nase. Der Saft mit Wein getrunken heilt die Rote Ruhr und treibt den Harn. Das Kraut zerstoßen oder gepulvert und eingestreut heilt allerlei große und frische Wunden, auch wenn sie bis an die Spannader rühren. Die Blätter in Wasser gesotten und getrunken heilen das versehrte Gedärm und die Blase, auch den Bruch. Das Kraut mitsamt der Wurzel ist denen gut, so husten und schwerlich Atem haben, auch allen, so im Leib gebrochen sind. Besonders gegen Nabel- und Leistenbruch, aber auch bei anderen Brüchen verwendbar. Heilt frische Wunden zu 2W6 LP, ältere kaum noch (1W3 LP).
Safran

crocus

Der beste Safran, wie schon die Alten haben angezeigt, wächst auf dem Berg Nyktoros, bei Thalassa gelegen, danach folgt der aus den Melgar-Gebirgen. Heutzutage wird der erainnische Safran, so um die Stadt Quinpuc wächst, über den chryseischen und alle anderen gepriesen. Der Safran wird auch sonst an vielen Orten unseres Landes gepflanzt. Der Safran bringt seine Blumen, wie die Zeitlosen, vor den Blättern. Dann gegen den Herbst kommen seine nackten, purpurfarbenen Blüten daher geschlichen, das währt ungefähr einen Monat lang. Man muß auf die Blumen wohl achtgeben, damit sie nicht verderben. Der Safran erweicht, zieht ziemlich zusammen, treibt den Harn und macht eine gute Farbe. Mit süßem Wein getrunken, verhindert er die Trunkenheit. Er soll aber innerlich in Maßen in den Leib genommen werden. Der Safran verzehrt alle zeitlichen Gebrechen, besonders der Augen, mit einem Ei vermischt und übergelegt. Safran in der Speise genossen bekommt wohl dem kranken, versehrten Magen, stärkt die Verdauung. Ist auch nützlich der Brust, der Leber, der Lunge, Nieren und Blasen, dieser Gestalt gebraucht. Der Safran bringt den Schlaf. Ist nützlich denen so husten und den Atem schwerlich ziehen. Verhindert Trunkenheit wie "Trinken", heilt Augenleiden, Verdauungsbeschwerden, kräftigt (1W6 AP). Bei mehrmaliger Anwendung oder zu hoher Dosierung drohen Verstopfung und zunehmende Müdigkeit (-1W6 AP). Kann auch als Farbstoff (gelb) verwendet werden.
Scharidisches Wundkraut

solidago saracenica

Das Wundkraut wird in finsteren und dunklen Wäldern un dhohen Bergen gefunden, besonders, wo es feucht steht und nicht viel Sonne hat. Es blühet im Feenmond vornehmlich. Das Scharidische Wundkraut, wie der Name anzeigt, heilt allerlei Wunden und Entzündung. Darum grün zerstoßen und übergelegt macht es zuerst Fleisch, danach heilt es zusammen. Gedörrt, gepulvert und in die frischen und alten Wunden, auch in die Fistel, gestreut, reinigt sie zum ersten und heilt danach gar schnell und bald. Mag in aller Gestalt gebraucht werden, wie Sanickel, Walwurz und Garb. Eines der stärksten Heilkräuter für Wunden, kommt übrigens nicht aus Eschar. Das frische Kraut heilt narbenfrei 2W6 LP & AP und regeneriert dabei sogar kleinere Körperteile (zu 50% Wahrscheinlichkeit). Als Pulver bringt es immerhin 2W6 LP und 1W6 AP zurück.
Schwalbenkraut

(Schöllkraut)

chelidonium

Schwalbenkraut wächst allenthalben an schattigen Orten, besonders bei den Mauern und alten Gebäuden, auch hinter den Zäunen und Hecken. Das Schwalbenkraut bekommt sehr früh Blüten, fast zu der Zeit, wenn die Schwalben kommen, und behält seine Blüten den ganzen Sommer. Schwalbenkraut-Saft mit Honig vermischt und in einem eisernen Geschirr oder Gefäß gekocht, macht klare Augen, darein getropft. Das Saft aber von diesem Kraut soll im Einhornmond und am Anfang des Sommers gesammelt werden. Der Saft heilt Fisteln, Krebs und den Wolf, damit gewaschen. Solche Kraft hat auch das getrocknete Pulver, in die Wunden und Schäden getan. Die Wurzel mit Anis in weißem Wein gesotten und getrunken, eröffnet die Verstopfung der Leber und vertreibt die Gelbsucht. Im Mund gekaut, legt sie die Schmerzen der Zähne. Heilt Leber- und Gallenleiden, Krebs, Warzen, Augenleiden und leichtere Wunden (1W6-2 LP & AP), besonders den Wolf
Schwarze Nieswurz

helleborus niger

Die Nieswurz wächst schier allenthalben in Gärten, aber auch an steinigen rauhen Orten und Bergen.In warmen Wintern blüht es um die Wintersonnenwende, sonst ab dem Bärenmond, gleichwohl die Blüten auch noch im Sommer gefunden werden. Die Nieswurz purgiert und treibt aus durch den Stuhlgang allerlei Feuchtigkeit, in Sonderheit aber die Gallen und zähen Schleim. Soll aber denen vornehmlich gegeben werden, die mit der fallenden Sucht beladen, toll und unsinnig oder wahnwitzig seien, Schmerzen der Gelenke, Wassersucht, Lähmungen der Glieder und dergleichen Krankheiten haben. Man mag dieser Wurzel ein Quentlein gepulvert mit Wein oder anderer bequemen Feuchtigkeit einnehmen. Oder aber sie über Nacht in Wein beizen und danach selbigen Wein auf ein halb Trinkgläslein voll einnehmen. Stark abführend und ausscheidend, reinigt, entgiftet, heilt Geisteskrankheiten (Epilepsie, Schlaganfall) und Lähmungen (Gicht).
Smyrnium

(Liebstöckel)

levisticum

Das Smynium wächst allenthalben in Gärten. Er will aber ein naß feuchtes Erdreich haben. Das Smyrnium blühet gegen den Nixenmond. Die Wurzel gesotten undgetrunken lindert den Husten und den schweren Atem. Treibt den Harn. Grün zerstoßen und übergelegt verzehrt es allerlei Geschwulst und Härte. Es heilet Wunden zusammen. Der Samen ist trefflich gut zu allerlei Verstopfung der Leber, der Milz, der Nieren und Blasen, gesotten und getrunken. Mit Wein eingenommen ist es nützlich denen, so das Hüftweh haben. Es nimmt hinweg das Aufblähen des Magens. Bringt den Schweiß. Es ist aber besonders gut den Wassersüchtigen, in Wein eingenommen. Der Samen zermahlt den Stein. Die Wurzel ist trefflich gut für allerlei Gift. Man mag aus dem Kraut Dampf- und Wasserbäder machen, dann treibt es den Harn, den Stein und erwärmet alle inneren Organe. Der Saft von Smyrnium macht ein klar Angesicht und eine schöne weiße lautere Haut, damit etliche Tage gewaschen. In summa: Smyrnium ist ein trefflich Kraut und wird demnach zurecht in allen Gärten gezogen. Heilt Husten und Atembeschwerden, diverse Krankheiten der Organe, ist aber schweißtreibend.
Sonnentau

drosera

Der Sonnentau wächst in den Mooren vornehmlich, auf dem Torf, aber auch bisweilen in sandigen und feuchten Heiden. Er blühet im Schlangenmond und Feenmond. Bemerklich an diesem klebrigen Kraut ist, daß es wie ein Raubtier die Fliegen und anderes Getier fängt. So frißt der frisch ausgepreßte Saft auch die Warzen und Furunkeln, so auf den Händen oder anderswo erwachsen. Das ganze Kraut von Sonnentau ist trefflich gut für die, so schwerlich atmen und husten, vornehmlich auch beim Keuchen. Auf ein Quentlein Wein eingenommen vertreibt es die Bräune. Gegen alle Erkältungskrankheiten, Augenleiden, Bräune, Warzen.
Squilla

(Meerzwiebel)

scilla

Die Squilla wächst allenthalben, dahin sie gepflanzt wird, wie der Zwiebel und Knoblauch. Die Squilla blühet dreimal und zeigt mit solcher Blüte an, wann man bequemlich und füglich ackern soll. Wenn man die Squilla brauchen will, so soll sie vorher gesotten oder gebraten werden, dann also ist sie nicht so scharf und unschädlicher zu dem gebrauch. Squilla roh in Öl gekocht oder mit Harz vermischt und übergelegt heilt die Schrunden der Füße. Squilla ist gut denen, so die Gelbsucht haben, den Wassersüchtigen und denen so husten, schwerlich atmen und das Grimmen im Leib haben, mit Honig auf ein halb Quentlein schwer vermischt und eingenommen. Mit Honig gekocht und gegessen stärkt sie und fördert die Verdauung. Squilla gebraten über die Warzen gelegt und die erfrorenen Füße heilt dieselbigen. Es sollen aber den Gebrauch der Squilla alle fliehen und meiden, so im Leib versehrt und verwundet sind. Die Squilla mit Honig und Essig gebraucht und eingenommen, vertreibt die Würmer und andere Ungeziefer im Leib. Lindert leichtere Beschwerden, vitalisiert (1W6+1 AP), heilt Warzen und erfrorene Füße, rheumatische Leiden, vertreibt nichtmagische Parasiten. Bei roher Anwendung kann sie 2W6 AP zurückgeben, jedoch wirkt sie zu 40% schädlich (-1 LP, -1W3 AP). Verletzten schadet sie in gekochtem Zustand zu 30% (-1W6 AP) und roh zu 70% (-1W3 LP & AP).
Storchenschnabel

(Geranie)

geranium maculatum

Allerlei Art der Storchenschnäbel wachsen von sich selbst an unbebauten Stätten. Die erste Art bringt seine Blümlein vom Anfang des Frühlings, besonders im Luchsmond, welche danach den ganzen Sommer währt. Die zweite, dritte und vierte Art blühen im Einhorn am meisten. Die vierte und fünfte Art im Nixenmond und Schlangenmond. Die Alten haben allein die erste Art in der Arznei gebraucht, darum, daß sie die anderen nicht erkannt haben. Dasselbe aber, so man es in Wein gepulvert oder aber gesotten trinkt, vertreibt es das Aufblähen der Mutter. Es ist auch gut dieser Gestalt, zweimal eingenommen, denen, so die Schwindsucht haben. Die Wurzel treibt den Harn, ist gut denen, so den Lendenstein haben. Der anderen Storchenschnäbel Blätter und Wurzeln sind vortrefflich gut zu allerlei Wunden und Entzündungen, denn sie heilen dieselben. Man mag sie auch brauchen zur Linderung der Schmerzen, so sich in den Gelenken und Gliedern erheben. Die dritte Art heilt die Mundfäule und Entzündungen an den Brüsten, heimlichen Orten und Gliedern, so man das Pulver darein streut oder das Kraut grün zerquetscht darüber schlägt. Unter allen aber ist keines kräftiger in der Heilung der Wunden, Entzündungen und zur Blutstillung als die fünfte Art. Heilt Grippe und Infektionskrankheiten, Entzündungen und Geschwüre aller Art, Augen- und Ohrenleiden, Wundbrand und Wunden. Je nach Art 1W3 (1), 1W6 (2-4), 2W6 (5) LP & AP. Die Büschel des Krauts werden aufgelegt und müssen dann in fließendes Wasser geworfen werden.
Tormentill

(Rote Heilwurz, Birkwurz, Ruhrwurz)

potentilla tormentilla

Tormentill wächst gern auf den Wiesen, so an hohen Bergen gelegen, und in den Wäldern fast allenthalben. Tormentill blühet im Einhorn, so sie noch klein ist und nicht über eine Spanne hoch. Die aber größer ist, dieselbe kommt später hervor und blühet fast den ganzen Sommer. Tormentill-Wurzel ist sehr nützlich zu allerlei Wunden, denn sie heilet dieselbigen, innerlich, in Wein oder Wasser gesotten und getrunken, gebraucht, oder äußerlich, die Wunden damit gewaschen und das Pulver hineingestreut. Das Kraut oder die Wurzel gedörrt und zu Pulver gemacht und in Arnoglossosaft getrunken vertreibt die Harnwinde. Das Pulver oder Saft von den Blättern heilet die alten Fisteln, so man es hineinstreut oder tropfen läßt. Das Kraut und die Wurzel, im Mund gehalten und gekaut, heilet desselbigen faule Entzündung. Beide, Kraut und Wurzel, miteinander zerstoßen und übergelegt, zerteilen und vertreiben den Kropf, Härte, Geschwulst und geronnenes Blut. Die Wurzel ist gut gegen allerlei Gift und die Pestilenz. Heilt die Rote Ruhr und stillet das Blut. In summa: Hat alle Kraft und Wirkung des Fünffingerkrauts. Bei Durchfall, Ruhr usw. Blutstillend. Gegen oral wirkende Gifte, senkt das Infektionsrisiko bei Seuchen. Als Wundmittel 1W6+1 LP, heilt Wundbrand.
Valianum

(Baldrian)

valeriaan

"Wird auch Katzenkraut genannt, weil die Katzen die Wurzel gern riechen und ihre Augen damit stärken."

Das große Valianum muß in Gärten gezogen werden, weil er in unseren Landen nicht gemein ist. Das kleine wächst in feuchten Auen, Wiesen und Gräben. Das Valianum blüht den ganzen Sommer.

Die Wurzel gesotten und getrunken treibt den Harn. Gleiche Kraft hat auch das Pulver in Wein getrunken. Bringt den Frauen ihre Zeit. Sie wird unter die Arnzeien gemischt, so man für Gift braucht, darum ist sie zu der Zeit der Pestilenz sehr gut, davon getrunken. Item Valianum-Wurzel in Wein und Wasser gesotten und in die Augen getropft mach ein klar Gesicht. Sie ist auch trefflich gut zu den Wunden und Schäden, denn sie heilet dieselben. Stammt von den Valianischen Inseln. Beruhigend, entgiftend (lindert Wirkung von Nervengiften), heilt Nervenkrankheiten, senkt die Ansteckungsgefahr bei Pest, lindert Augenkrankheiten, heilt offene Wunden (1W3 LP & AP)
Wegwarte

(Endivie)

cichorium intibus

Die zahmen Wegwarten müssen in Gärten gezogen werden und wachsen nicht von selbst. Die wilde blaue Wegwarte wächst allenthalben bei den Wegen und Straßen, die durch die Äcker gehen, daher hat sie auch ihren Namen bekommen. Die gelbe Wegwarte wird auch bei der blauen gefunden, neben den Äckern, Straßen und rauhen Wiesen. Die zahme Wegwarte blüht im Nixen- und Schlangenmond. Die blaue und gelbe Wegwarte fangen auch fast zur selben Zeit an zu blühen und währen bis in den Herbst hinein. Alle Wegwarten ziehen zusammen und stärken den Magen. Wenn sie gesotten und mit Essig gegessen werden, stillen sie den Stuhlgang. Die wilden sind für den Magen besser und angenehmer. Mit Gerstenmalz vermischt und übergelegt sind sie gut zu denen, so Brennen haben im Magenschlund.Desgleichen gebraucht dienen sie wohl zu dem hitzigen Podagra, Rotlauf und hitzigen Geschwulsten der Augen. Der Saft von Wegwartenblättern mit Rosenöl und Essig vermischt und getrunken bekommt wohl den Lebersüchtigen und der Blase. Wegwarten gesotten und getrunken helfen denen, so die Gelbsucht haben. Sie machen ziemlich schlafen. Vor dem Schlafen eingenommen regenerieren auch in 6 Stunden Schlaf die vollen AP.
Weinrebe

vitis viniferae

Die Weinreben wachsen an vielen Orten unseres Landes haufenweise, so wie in allen Bergen des Südens, wo es nicht zu trocken ist. Die Blüte erzeugt sich am meisten um die Sonnwende, aber im Herbst bringen sie zeitig Trauben. Die Rebblätter und Zinken zerstoßen und übergelegt lindern das Weh des Hauptes. Mit Gerstenmalz vermengt mildern sie die Entzündung und übrige Hitze des Magens. Der Saft von den Blättern eingenommen ist gut denen, so die Rote Ruhr haben, Blut pfurzen und einen schwachen Magen haben. Das Wasser, so aus den Reben tropft, heilt Geflecht, Räude und allerlei Grind, so man’s anstreicht, doch soll man den Ort vorher mit Salpeter reiben. Gegen alle tegarischen Krankheiten. Die Anwendung des Saftes in vergorener Form erfreut sich größter Beliebtheit...
Weißer Steinbrech

saxifraga

Der weiße Steinbrech wächst gern an den dürren, rauhen, steinigen und sandigen Bergen. Bisweilen in den Wiesen an den Bergen gelegen und in den sandigen Grasgärten. Der weiße Steinbrech blühet im Einhornmond, zu welcher Zeit man ihn suchen und sammeln soll, denn nach dieser Zeit verschwindet er und wird nicht mehr gesehen. Weißer oder hoher Steinbrech hat seinen Namen von der Kraft und Tugend, so er täglich erzeigt in Brechung des Gesteins, beide der Nieren und Blasen. Steinbrech mit seiner Wurzel in Wein gesotten und getrunken treibt den Harn, zermahlt und bricht den Lenden- und Blasenstein. Er ist nützlich zum Harnwind, reinigt, säubert und zerteilt die grobe Feuchte in den Adern. Bringt den Frauen ihre Zeit und reinigt die Brust von den groben, zähen Flüssen. In Verbindung mit wachstumsbeschleunigenden Mitteln oder Zaubern gut zum gezielten Aufbrechen und Sprengen von Gestein geeignet.
Weißes und Purpurnes Chamemelum

(Kamille)

chamomilla

Wachsen gern im harten, trocknen und mageren Erdreich bei den Wegen. Die Wurzeln, Blüten und das Kraut wärmen und verzehren. Wenn man davon trinkt oder darin badet, so bringen sie den Frauen ihre Zeit und treiben den Harn und den Stein. Sie vertreiben die Bläh und Wind, auch die Schmerzen der kleinen Därm. Reinigen die Gelbsüchtigen und sind nützlich den Lebersüchtigen. Chamemelen gesotten in Wasser und über die Blasen gelegt lindern ihre Schmerzen. Die stärkste Art ist die mit purpurfarbenen Blüten. Übergestrichen heilen sie die Fistel der Augen. In Wasser gesotten und im Mund behalten vertreiben sie die Mundfäule. Das Öl wird auch nützlich gebraucht zu den Klistieren, die man im Fieber gebraucht. Es lindert auch allerlei Schmerzen und nimmt hinweg die Müde der Glieder. Was gespannt und gedehnt ist, dasselbige macht es locker, und was verhärtet ist, dasselbige lindert und erweicht es wiederum. Wärmt, harntreibend, heilt Augenleiden, Nervenleiden (beruhigt), Menstruationsbeschwerden, Nieren-/ Blasenleiden, Mundfäule/Mundgeruch, entspannt (1W6 AP bei mindestens einer Stunde Ruhe), schmerzlindernd, krampfstillend. Die seltene purpurne Form wirkt doppelt so stark
Wilder Feldsafran

(Cardobenedict, Benediktenkraut, "gesegnete Distel")

carduus bendictus

Der wilde Feldsafran wächst in Feldern und auf den Bergen. Cardobenedict wird heute in den Garten allenthalben gepflanzt. Der wilde Feldsafran blühet im Feenmond, und seine Köpflein bleiben den ganzen Winter stehen. Cardobenedict blühet im Nixen- oder Schlangenmond. Der wilde Feldsafran ist gut zu alten Schäden und Fisteln, denn er heilet dieselbigen. Cardobenedict nimmt allerlei innerliche Verstopfung, treibt den Harn, bricht den Stein, heilet die Entzündungen, vornehmlich der Lunge. Dieses Kraut ist bewährt gegen allerlei Gift. Man mag in allen Fällen das Kraut sieden in Wein oder Wasser nach Gelegenheit der Krankheit oder aber das Pulver von diesem Kraut eingeben. Es ist aber der Cardobenedict auch sehr dienstlich zu den faulen Schäden, vornehmlich zu dem Krebs an der Brust, so man das Pulver hinein streuet. Gegenmittel zu vielen, vor allem oral wirkenden, Giften, heilt Entzündungen und Krebs, Infektionskrankheiten aller Art
Zaunrübe

(Stickwurz, Schießwurz, Gichtrübe)

bryonia

Die Zaunrübe wächst allenthalben an den Zäunen und Hecken, an welchen sie über sich steigt. Sie blüht den ganzen Sommer bis in den Herbst hinein, fängt aber bald an zu blühen am Ende des Einhornmond. Die jungen Dolden gesotten und gegessen treiben den Harn und lindern den Stuhlgang. Die Blätter, Früchte und Wurzeln sind scharf, deshalb sind sie gut zu allerlei unreinen Wunden und Entzündungen, d a sie solche faulen Schäden reinigen, säubern und austrocknen. Die Wurzel säubert den Leib. Sie ist auch gut denen, so mit der fallenden Sucht, dem Schlag, Schwindel und dergleichen Krankheiten beladen sind, so man öfter im Jahr ein Quentlein schwer davon einnimmt. Die schwangeren Frauen sollen sich vor dieser Wurzel hüten, denn sie tötet die Frucht im Mutterleib. So man eine dünne Latwerg mit Honig aus dieser Wurzel macht, ist sie gut denen, so ersticken wollen, husten und im Leib zerbrochen sind. Die Frucht zerstoßen und angestrichen ist gut zu allerlei Grind und Räude. Der Saft von diesen Beeren, mit Weizen gekocht und gegessen, vermehrt die Milch. Der Saft, im Lenz aus der Wurzel gepreßt und mit Met getrunken, treibt aus die zähe Feuchtigkeit, Phlegma genannt. Gegen (rheumatische) Beschwerden der Gelenke, Migräne, Leberschäden. Wirkt zu 70% abtreibend (-2W6 AP).

Anmerkungen:

Name: Angegeben ist jeweils der vorgeschlagene Name im Spiel, häufig ist das eine veraltete Bezeichnung der realen Pflanze, außerdem der heute gebräuchliche Name und der lateinische Name.

Ort & Zeit: Bezieht sich auf Erainn und Alba, ist für andere Länder entsprechend zu ändern. Die Zeiten sind in grober Abschätzung auf den Midgard-Kalender übertragen.

Wirkung: Jede/r SL muß selbst entscheiden, was wie stark wirken soll, wie wichtig die richtige Zubereitung ist bzw. welche Krankheiten und Gebrechen überhaupt auftreten. Unter "Spieltechnische Angaben" sind ein paar Vorschläge zu LP, AP und WM gegeben.

Interessant ist vielleicht noch die Einordnung der Krankheiten in "Flüsse", "Steine" und "Würmer" usw., die nicht mehr unbedingt der modernen Diagnostik entspricht, aber für den eher mittelalterlichen Hintergrund von Midgard gute Beschreibungen dessen liefert, was beim Erkennen von Krankheiten herauskommen kann. Desweiteren verweise ich auf das erweiterte Heilzauber-System von Axel Schneider.

Dieser Text ist im Übrigen ein Vorab-Auszug aus dem entstehenden "Handbuch des Heilens" für Heiler/innen, Priester/innen und Ärzte auf Midgard. Stand: 2. 11. 1997

Quelle:

Alt-Kräuterbüchlein. Von der Kraft und Wirkung der Kräuter. Nach dem "New-Kreüterbüchlein" des Leonhart Fuchs (1543). Herausgegeben von Alexander von Bernus. Insel Verlag, Frankfurt/Main 1980

Abbildungen (Abdrucke der originalen Holzschnitte) siehe dort. Aus der Frühneuhochdeutschen Sprachform übertragen und für’s Rollenspiel angepaßt von

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Hraban

Der Digest (MD/DRoSI/Archont)

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