Zu Pegasi, MIDGARD-DIGEST 84

Werte Damen und Herren,

es war sehr interessant und überraschend, in MIDGARD-DIGEST 84 eine Abhandlung über Pegasi zu finden, sind doch diese Tiere der Allgemeinheit kaum bekannt. Wohl auch aus diesem Grunde heraus waren die Recherchen des Verfassers eher unvollständig und teilweise leider auch falsch, so daß einiges zu diesen sehr interessanten Tieren nachzutragen bleibt.

Anatomisch muß auf jeden Fall folgendes richtig gestellt werden: Ein Pegasus ist KEIN PFERD. Dies erkennt man allein schon daran, daß er sechs Gliedmaßen besitzt, vier Beine und zwei Flügel. Es handelt sich also eindeutig um eine eigene Tiergattung. Ob sie ursprünglich von Midgard stammt oder, wie es einige Gelehrte vermuten, von den Seemeistern aus einer elementaren Ebene hierher gebracht wurde, ist allerdings unklar.

Zu den Besonderheiten des Körperbaues noch folgendes: Die Flügel sind wie die vorderen Beine am Schulterblatt befestigt, das so zwei Gelenke besitzt und eine sehr interessante Form erhält. Die Bewegung der Flügel ermöglichen insgesamt drei Muskelpaare, die man bei einem Pferd ebenfalls nicht finden wird. Diese Muskeln sind auch der Grund dafür, warum ein Pegasus keinen Sattel duldet. Der Gurt würde eines der Muskelpaare abklemmen. Der Pegasus könnte gar nicht fliegen, selbst wenn er wollte.

Nicht vergessen sollte man, daß in einigen Kulturen Pegasi auch eine wichtige religiöse Bedeutung haben. Im valianischen Imperium zum Beispiel gelten diese Tiere als dem Tin heilig, und es ist bei schwersten Strafen verboten, sie dort zu reiten. Ausgenommen davon sind nur Ordenskrieger und Priester des Tin. Angeblich werden von diesen Pegasi dann aber auch militärisch verwendet ...

Zum Schluß wäre noch das Verbreitungsgebiet zu ergänzen. Daß sie sehr scheu sind und damit nur in unbesiedelten Gebieten vorkommen, wurde gesagt.

Pegasi verabscheuen aber auch Kälte. Man findet sie daher nur in gemäßigten oder warmen Gegenden. Bekannte Vorkommen gibt es auf einigen unbewohnten Inseln Valians, im Pfortenarchipel und in der tegarischen Steppe. Kleinere Populationen wären auch denkbar im südlichen Alba und an der Südküste Erainns. Nördlich davon wird es bereits zu kalt für die Ansprüche dieser Tiere. In wie weit Pegasis in den unerforschten Regionen Lamerans leben, ist zumindest mir nicht bekannt.

Ich hoffe, ich konnte mit meinen Ausführungen dem Wissen um diese wirklich sehr eindrucksvollen Tiere ein paar Bruchstücke hinzufügen, und ich wäre jedem zu tiefstem Dank verpflichtet, der mir weitere Stücke zu diesem Puzzle liefern könnte.

Es verbleibt mit den besten Grüßen

Francesco Peroni,

Curator im Turm des Wissens, Bibliothek zu Diatrava.

Rene Schwab