Kommentar zu 'Der Weg des Avatars in Midgard'

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Großes Erstaunen hat mich ergriffen, als ich die Abhandlung über den Weg des Avatars gelesen habe. Mein Erstaunen basiert auf einer anderen Sicht des Avatars, als Chris sie zu haben scheint.

Ein Avatar ist die sterbliche Inkarnation einer Gottheit, oder weniger streng, eine Person, die sich mit ihrer Gottheit in Wort und Tat identifiziert, also ein 'Heiliger'. So zumindest meine Vorstellung, die zu einem großen Teil von der Mythologie und AD&D geprägt wurde.

Wenn man von dieser Vorstellung ausgehend, stellen sich mir folgende Frage:

Der Weg des Avatar, wie er im MD 79 beschrieben ist, führt meiner Ansicht nach zu einer Art Palladin (AD&D) oder Geweihten (DSA). Dieser wird noch dazu von einer Schar 'Aufsichtsbeamter' beobachtet. Dabei stellt sich sogleich die Frage, ob der 'Weg des Avatar' gleich ist für alle Bevölkerungsschichten und alle Religionen Midgards? Bilden die Avatar eine Art überreligiöser Elite oder hat jede Religion ihre eigenen 'Heiliger-Schulen'? Sind die Avatar alle Führer im blutigem, nicht geistigem, Kampf? Sollte ein so heiliger Mensch nicht eher bedacht sein den Frieden und die Eintracht auf die Welt zu bringen? (Zugegebener Maßen für die Anhänger der Kriegsgötter eine Zumutung.)

Meiner bescheidenen Meinung nach sollte die Auswahl von geeigneten Kandidaten doch eher bei den Gottheiten liegen. Die Tempel können dabei eine Art Hilfe auf dem Weg sein. Der Charakter, der in sich die Anlagen verspürt sich seiner Gottheit in besonderem Maße zu widmen, kann in den Tempeln die ersten Anleitungen für den Weg bekommen (alternativ Eremiten oder ähnliches). Sie können auch einfach als Orte der Besinnung und der Lehre dienen.

Ich stimme mit Chris dahingehend überein, daß nur eine Person die bereits einige Erfahrungen gesammelt und auch bereits gezeigt hat, daß sie gewillt ist sich den strikten Regeln ihres Glaubens zu leben. Damit meine ich nicht nur Priester oder Ordenskrieger, auch der 'normale' Gläubige sollte sich nach den Glaubensregeln richten (Eine Forderung, die im normalen Spiel meist keine Beachtung findet). Durch diese Taten zeichnen sie sich aus und gewinnen das Wohlwollen ihrer Gottheit (und ihrer Mitmenschen?), von der sie dann berufen werden zum Dienst als Avatar.

Dadurch ergibt sich automatisch, daß die Regeln für sein weiteres Leben nur von der Gottheit festgelegt werden sollte, nicht aber von einem Konzil der Sterblichen. Allerdings kann man in den Klöstern und Tempeln Aufzeichnungen über andere Heilige finden, in denen auch einige grundsätzlichen Verhaltensregeln festgelegt sind. Endgültig werden diese aber nur zwischen dem Avatar (Heiligen) und der Gottheit festgelegt.

Ich hoffe Chris und alle die, die sich für den Weg des Avatars begeistert haben, fühlen sich durch meine Ausführungen nicht angegriffen oder beleidigt. Ich habe eben eine ganz andere Vorstellungen von Avataren und deren 'Ausbildung'.

Bis dann einmal, ich stehe jederzeit für eine Diskussion zur Verfügung.

Reiner Klitzsch

Der Digest (MD/DRoSI/Archont)

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