Der Orden zur Höheren Ehre Irindars des Heiligen Leondared (Update!)

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Im folgenden Artikel wird ein Orden beschrieben, der sich von der normalen Ausübung des Glaubens abhebt. Er soll als Anregung dienen, damit man den Ordenskrieger, oder auch "normale" Krieger, etwas anders gestalten kann. Hier könnten nun einige Ideen aus dem Gildenbrief übernommen werden und diesen Kriegern durch ihre gründliche Ausbildung einen Vorteil gewähren. So könnte man hier Spezialwaffen mit einem (Anfangs-)Bonus von +7 zulassen während der Rest sich mit +6 zufrieden geben muß. Dies würde zu einer Aufwertung des Kriegers und auch einer breiteren Waffenwahl der Spieler führen und nicht nur die Spezialwaffe fördern. Als weiteres möchte ich auf einige Bücher hinweisen die Einfluß auf diesen Text hatten, "Das Blut der Könige" und "Die Kinder des Grals" von Peter Berling, eine sehr gute und fundierte und zudem spannende Geschichte aus dem Mittelalter. Als Sachbuch will ich nichts empfehlen, da ich kein interessantes gefunden habe, welches die ganze Materie anschaulich und gut erklärt, es seien nur erwähnt der Templer-Orden von K. Schottmüller, Deutsche Ordensbeamten von Johannes Voigt und Studien zur Frühgeschichte des Deutschen Ordens von Marie-Luise Favreau, sie haben mir als Quellen gedient.

Der Orden zur Höheren Ehre Irindars des Heiligen Leondared (Update!)

Wahlspruch: "Irindar ist der Löwe, König der Kämpfer, und wir sind seine Krallen."

Der Orden wird auf Grund seines Patrons auch als "Orden der Löwenritter" bezeichnet. Er entstand vor vielen Jahren im Norden Albas. Hoch oben im Pengannion gibt es eine heilige Stätte, die nur Irindar geweiht ist. Dort soll einer der ersten Priester einen verletzten Berglöwen gefunden haben. Von Mitleid ergriffen, sorgte er drei Tage und Nächte für den König der Tiere, der das Symboltier seines Gottes ist. Als der Löwe wieder genesen war, blieb der Priester an jenem Ort, um auch weiterhin die Verletzten dieser Welt zu heilen.
An diesem einsamen Ort errichteten nun fromme Brüder viele Jahre später ein Kloster, um sich in Demut und Kampf wider der Finsternis zu üben. Lange war der Ort vergessen und nur selten gelangten Pilger in das entlegende Kloster. Bis vor über 200 Jahren wieder einmal marodierende Orkhorden unter dem Befehl Grinshak Hammerarm plündernd durch den damals wehrlosen Norden zogen. So fiel auch das kleine Kloster, aber ein Mönch entkam, der später heilig gesprochene Leondared. Er zog nun unermüdlich durch ganz Alba, um zum Kreuzzug gegen die Orkbrut aufzurufen. Eine tapfere Schar von Adligen ließen sich von diesen heheren Motiven anstecken und zogen gegen Lionpaß, wie das Kloster hieß. Groß war ihre Mühsal und anstrengend der Kampf, aber bei Tag, als die Orks, sich in Sicherheit wiegend, nur wenige Wachen aufgestellt hatten, schlugen die 42 Männer, ihre Namen sind in den Chroniken überliefert, zu. Im Handstreich eroberten sie den Stützpunkt, als die Sonne sich wieder senkte lagen über 100 Orks in ihrem Blute und hoch wehte die blaue Flagge der Gläubigen über dem so geschundenen Ort. Nach vollzogenem Reinigungsritual verpflichteten sich die Überlebenden, es nie zuzulassen, daß er wieder in feindliche Hände falle. Das war der Schwur der Zwölf, denn nur so viele waren nach dem Schlachten des vorangegangenen Tages übriggeblieben.
"Wir schwören beim Blute, das in uns rinnt, den wahren Glauben zu verteidigen, wie es uns der Herr befiehlt. Wir wollen tapfer für die Gläubigen einstehen, sie beschützen, pflegen und leiten. Es soll nie wieder das Böse über diese Welt regieren. Dies bekräftigen wir mit dem Blut, das geflossen ist."
Dieser Blutschwur wird noch heute von jedem Angehörigen geleistet und ist auch Quelle vieler übler Gerüchte. Oft werden die Ritter des Blutpaktes mit Dämonen beschuldigt, dies hat schon zu einigen Auseinandersetzungen mit der Inquisition geführt. Normalerweise würde jedoch kein vernünftiger Albai es wagen, die Löwenritter zu beschuldigen, wenn er nicht einen wirklich triftigen Grund und eine sichere Rückzugsmöglichkeit hat.

Der Orden heute: Heute ist aus der kleinen Bruderschaft eine große Organisation geworden. Sie beschränkt sich nicht nur auf den Schutz der Gläubigen, die zum Lionpaß pilgern wollen. Mittlerweile sind Komtureien in fast allen Städten Albas gegründet worden, zusätzlich wurden einige Burgen im Norden des Landes angelegt, um den Pilgern und Mitbrüdern Obdach gewähren zu können. Diese werden aber auch als Stützpunkte bei der Verteidigung des Nordens genutzt, wenn z.B. einige Twynedd auf die Idee eines gutnachbarschaftlichen Besuchs kommen. So besitzt nun der Norden ein, wenn auch sehr kleines, stehendes Heer durch die Bruderschaft. Auch als Eroberer wurden die Löwenritter tätig. So kolonisierten sie im Westen an der Grenze zu Ywerddon einige Gebiete. Zusammen mit Schenkungen von Adligen, die ihre Zweit- und Drittgeborenen in eine machtvolle Stellung bringen wollten, und Bauern, die sich gegen Schenkung Schutz als Lehnsmänner des Ordens versprachen, entstand auf diese Weise ein umfangreicher Grundbesitz.
Weitere Einnahmequellen bilden die Almosen der Gläubigen. Es war ein großer Erfolg für die Ritter, als der Hohepriester des Irindar zu Beonarburgh eine Bulle verfügte, welche den Gläubigen Vergebung für ihre Sünden gegen Gaben an den Orden versprach. So konnten nun in ganz Alba die Ritter Almosen sammeln, mit diesen Mitteln wurden dann die Spitäler in den Komtureien finanziert, Waffen, Vorräte und Bauten bezahlt.
Weiterhin wurde, erst nur den Pilgern und nun auch den anderen Albai, angeboten, Gold in Verwahrung zu nehmen und dann später gegen einen Wechsel überall in Alba wieder auszuzahlen.. So kann ein Kaufmann nun in z.B. Hälgarde 1.000 GS einzahlen und bekommt dafür einen solchen Wechsel für Twineward, dort kann er dann über sein Gold wieder frei verfügen, nachdem er dann eine Gebühr entrichtet hat. Dieses "Bankgeschäft" befindet sich aber noch in der Erprobungsphase und es gibt innerhalb des Ordens seitens der Traditionalisten und außerhalb Widerstände.
Durch all diese weltlichen Dinge ist der Orden reich und mächtig geworden. Ein nicht gerade kleiner Apparat befaßt sich nur mit den Geld- und Sachgeschäften. Diese Verwaltung sitzt noch immer im Hauptquartier, Lionpaß. Dort residiert auch der Hochmeister. Er legt zusammen mit dem Konzil die Richtung der Ordenspolitik fest.

Wichtige Mitglieder des Konzils sind:
Der Hochmeister selbst, er hat zwar keine absolute Entscheidungsgewalt in, aber seinem Rat wird selten widersprochen.
Der Ordensmarschall, gleichzeitig Komtur zu Twinhold und oberster Kriegsherr der Ritter. Ihm obliegt die Heeresführung. Zur Zeit ist dies Irindared MacRathgar.
Der Großkomtur. Er ist traditionell der Komtur zu Lionpaß und somit oberster Lehnsherr dieses Gebietes. Er ist zudem der Stellvertreter des Hochmeisters und beaufsichtigt alle anderen Komtureien, entscheidet über Kauf und Verkauf von Gütern, zur Zeit hat Edithorn MacBeorn, ein alter Kämpe aus Crossing, dieses Amt in.
Der Oberst-Trapier. Gewöhnlich ist er auch Komtur zu Hälgarde und zuständig für Ausrüstung und Ausstattung aller Ritter. In Hälgarde hat er enge Verbindungen zu Müllern, Händlern, Waffenschmieden, Pferdehändlern aber auch Schiffern und Großkaufleuten aufgebaut. Dort gilt ein Dauerauftrag für die Ritter als sichere Bank, leider aber nicht als hochprofitabel. der Komtur soll sehr gut rechnen können. Schon fast sprichwörtlich sind die Krallen Irindars, die an Gold und Silber festhalten.
Der Oberst-Spittler, zugleich Komtur zu Markowey, einer Burg im Wald von Südalba. Ihm obliegt die Versorgung der Hospitäler des Ordens mit Krankenpflegern, Kräutern und was sonst noch nötig sein sollte. In Markowey befindet sich die Krankenpflegerschule, die ein jeder der Dienenden Brüder im Hospitaldienst besucht hat. Aber auch fast alle anderen Ritter sind mindestens einmal im Laufe ihrer Ausbildung dort gewesen, um die Heilkunde unter der Anleitung einiger der besten Ärzte Albas zu lernen. Die Qualität läßt aber immer noch, im Vergleich zu Eschar, einiges an Wünschen offen.
Der Ordens-Treßler. Dieser hat kein zusätzliches Amt, denn als Schatzmeister des Ordens kontrolliert er Handel und Geldverkehr. Jährlich müssen alle Komtureien ihre Bücher nach Lionpaß schicken. Hinter diesem Mann steht der ganze und auch sehr effiziente Verwaltungsapparat.
Der Großkaplan ist der oberste Priester des Ordens. Auch er residiert in Lionpaß. Ihm obliegt die geistliche Fürsorge für die Ritter. Er ist bei allen Ritterschlägen anwesend und vollzieht alle wichtigen Rituale an den hohen Feiertagen wie "Irindarsdid", dem "Tag des Heiligen Leondared" oder dem "Tag der Befreiung".
Weitere Mitglieder sind die Zwölf, verdiente Großritter die sich zum besonderen Dienst in Lionpaß verpflichtet haben. Diese Ratgeber-Gruppe geht auf die letzten Überlebenden der Eroberung des Klosters zurück. Wichtigstes Mitglied dort ist die Großritterin Landara MacTilion, sie wird als zukünftige Ordensmarschällin gehandelt.

Die weitere Hierarchie:
Servienten, die niedrigste Stufe eines Mitgliedes des Ordens. Er erfaßt die Diener, einfachen Knappen, Krankenpfleger und -schwestern (Spielerfiguren beginnen meist mit diesem Rang).
Dienende Brüder, der Rang eines ausgebildeten Nichtadligen (echten Knappen) und der adligen Knappen, die sich noch bewähren müssen. Diese Gruppe zieht entweder als leichte Reiterei oder als unterstützendes Fußvolk in den Kampf. Es sind auch die echten Pfleger und Schwestern in dieser Gruppe mit einbezogen. Auch diese Personen besitzen einige Kampferfahrung, sind aber gesondert fortgebildet in der Krankenpflege. Alle sind schon berechtigt, einen blauen Mantel zu tragen. Dies ist das Erkennungszeichen des Ordens, wie auch blau die heilige Farbe Irindars ist (in der Praxis dient dieser Mantel vor allem der Erkennung von Freund und Feind auf dem Schlachtfeld).
Ritter ist die Stufe, die für gewöhnlich nur Adlige erreichen. Es sind bewährte Krieger bzw. im Spitalwesen Ärzte und Priester. Sie tragen den Blauen Mantel mit aufgesticktem schwarzem Löwen.
Großritter sind verdiente Ordensbrüder. Sie tragen Erkennungszeichen den Blauen Mantel mit silbernem Löwen.
Komtur, Rang eines Vertreters des Hochmeisters auf einer Ordensburg oder in einem Ordenshaus. Auch sie tragen den Mantel der Großritter.
Alle oben erwähnten Ränge wie Großkomtur und Ordensmarschall tragen den Blauen Mantel mit silbernem Löwen, sie führen nur kleine zusätzliche Stickereien als gesonderten Erkennungszeichen.

Lionpaß ist der sehr gut gesicherte Hauptstützpunkt der Ritter. Hier befinden sich nie weniger als 20 Ritter zusätzlich zu den mehr als 100 Kriegern und unzähligen Servienten. Es ist ein Zentrum, das wegen seiner Paßlage auch über Einrichtungen für Durchreisende und Pilger verfügt. Allerdings nehmen die meisten Reisenden lieber die weiter östlich gelegenen Pässe, da diese weniger anstrengend sind und auch nicht einen so hohen Schutzzoll kosten.
Waffenlager, Getreidekammern und Ställe zeugen von einem geschäftigen Treiben und einigem Wohlstand.
Lionpaß ist religiöses und auch politisches Zentrum des Ordens, hier fallen die Entscheidungen, hier beginnt die Lehrzeit eines jeden Bruders, hier wird auch der Ritterschlag erteilt, Zeremonien abgehalten. Vor allem die mystischen Prozessionen der Ritter sind Gegenstand des Getuschels der Bevölkerung und es tauchen immer wieder Gerüchte auf. Blutopfer, bei denen ein Pakt mit Dämonen geschlossen wird, sollen das Leben eines Ritters schützen, niemand hat sich bisher erklären können, weshalb die Ritter so stark im Kampf sind. Selbst zahlenmäßig haushoch überlegene Feinde sind von ihnen in die Flucht geschlagen worden. Beruhen tut dies wohl auf der gründlichen Ausbildung der Ritter, die eine geringe Verlustquote zur Folge hat. Weiterhin herrscht eine gute Disziplin und der Motivationsgrad der Krieger ist hoch. Sie glauben für eine gute Sache zu kämpfen, natürlich unterstützt der Kriegsgott auch seine fleißigen Jünger. Es existieren umfangreiche Vorschriften und gelehrte Abhandlungen über den Kampf in der Bibliothek des Ordens. Diese werden von den werdenden Brüdern sehr genau studiert.

Ziele
Die Löwenritter haben trotz aller Weltlichkeit nicht ihren Ursprung vergessen. Es gibt immer noch viele Gläubige unter ihnen, die ihre Aufgabe im Schutz der albischen Gesellschaft sehen. Sie verstehen sich als bewaffneter Arm des albischen Pantheons und üben ihren Glauben im Kampf aus. Alle Ihre Sünden werden ihnen durch ihren gerechten Kampf im Voraus vergeben (der Zweck heiligt hier die Mittel).
Durch die Aufnahme von verarmten Adligen oder zweitgeborenen Söhnen sind auch einige sehr machtgierige Soldaten in Irindars Dienste getreten. Diese versuchen immer mehr die Machtbasis ihres Ordens zu vergrößern. Vor allem auf Kosten von Adligen, die den Orden um Waffenhilfe bitten oder Gold leihen, wird der Besitz immer weiter vergrößert. Hinzu kommen Privilegien wie Markt- und Steuerrechte, die anstatt wirklicher Zahlung angenommen werden Intimfeinde der Löwenritter sind die Feuertempler (dies ist der Umgangssprachliche Name einer Bruderschaft, die sich selbst "Die Brüder des Tempels der Ewigen Flamme" nennen, einem Orden gleicher Art. Dieser verehrt Thurion und Xan, manche von ihnen sehen die beiden Götter auch als eins). Mit diesen konkurrieren sie um Almosen, Rechte und Macht. Auch andere Priester des albischen Pantheons, allen voran die des Xan, fürchten die Macht der Ritter. Adlige versuchen immer wieder, mit profanen Anschuldigungen (Einmischung in innere Angelegenheiten, Verehrung von Götzen) die Löwenritter zu diskreditieren. In zunehmenden Maße fürchtet auch der Kanzler die Macht der Ritter, er hofft allerdings diese auf seine Seite bewegen zu können und so ein quasi stehendes Heer im Norden unterhalten zu können. So jedenfalls könnte die Schenkung einiger Dörfer und Ländereien im Norden verstanden werden. Traditionell hegen die Ritter keine Sympathien für die MacRathgars.
Beliebte Argumente im Kampf gegen die Ritter sind einmal, das Bild der Herde, der Hirten und der Hunde. Die Herde sind die Gläubigen, die Hirten sind die Kleriker und die Hund die weltlichen Herrscher, zum anderen der Vorwurf der Praktik von Schwarzen Künsten. Der erste begründet sich auf der Auffassung der Adligen, daß nur sie das Recht haben weltlich zu herrschen und eine bewaffnete Macht zu unterhalten. Hier kommt es dann immer wieder zu wechselnden Allianzen unter den Theologen, die einmal die Schriften so und dann wieder so auslegen. Das zweite Argument rückt die Ritter in den Kreis der Ketzer und der Dämonenanbeter. Sie würden in ihren blutigen Zeremonien unheimliche Praktiken vollziehen und finstere Mächte anrufen. Vor allem Priester, die die große Anziehungskraft des Ordens sehen, benutzen diese Ansicht, wenn auch nur sehr vorsichtig, man weiß ja nie.....

Mittel
Stärkstes Argument der Ritter ist natürlich ihr Heer. So stehen ihnen insgesamt ca. 130 Ritter und wohl noch einmal 1000 Krieger zur Verfügung. Diese Anzahl kann noch beträchtlich vergrößert werden, wenn alle Lehnsmänner in den Kampf ziehen sollen. In jeder Komturrei sind mindestens 2 bis selten 10 Ritter und ca. 10-30 Krieger und Servienten stationiert. Allerdings ist der größte Stützpunkte Twinhold ca. 4 km nördlich von Twineward, mit ca. 20 Rittern und ca. 200 Kriegern besetzt. Hier residiert der Ordensmarschall und strategisch ist er (der Stützpunkt) von sehr großer Bedeutung.
Ein weiteres Mittel ist der Reichtum des Ordens. Hier setzt der Ordenstreßler sehr subtil seine Macht ein, in dem genau abwägt wer Kredit und Gold bekommt und wer nicht. Diese Methode wurde allerdings bisher erst von sehr wenigen Adligen, z.B. Eorcan MacTilion und dem Schwarzen Angus, bemerkt, sie wird auch nur selten angewandt, da auch innerhalb des Ordens Widerstände gegen derartige "Geschäfte" zu spüren sind.

Die Bruderschaft im Spiel:
Die Bruderschaft bietet sich als Hintergrund für religiös motivierte Krieger, Ordenskrieger, die mehr Wert auf eine freie Gestaltung legen, oder für überaus kampfesfreudige Priester, die sich nicht so sehr der normalen Hierarchie unterordnen wollen, an. Zusätzlich können die Löwenritter auch als Auftraggeber, Gegner, sicherer Rastplatz oder auch nur zur Ausgestaltung einer lebendigen Fantasywelt dienen. So erzeugt es doch beim durchschnittlichen Albai ein gehöriges Maß an Ehrfurcht wenn der brüllende Löwe ins Feld oder auf dem Schild geführt wird. Ritter können (eigentlich) nur adlige Krieger oder Ordenskrieger werden (hier könnte der Spielleiter etwas nachhelfen, z.B.WM+20 oder mehr auf den Standeswurf). Diese Adligen sind allerdings nicht sehr vertraut mit der Etikette, da sie schon sehr früh zum Löwenritter erzogen wurden. Sie besitzen zwar einige rudimentäre Fertigkeiten in diesem Bereich, wären aber bei komplizierten Angelegenheiten hoffnungslos überfordert. Nur in Ausnahmefällen wird ein "Gemeiner" in den Rang eines Ritters erhoben. Dies hat dennoch zum etwas grobschlächtigen Image der Ordensbrüder geführt. Andere Krieger und Ordenskrieger können Dienende Brüder oder Servienten werden. Priester wären dann Kapläne in den Stützpunkten, sie bekleiden am Anfang den Rang eines Dienenden Bruders. Sie haben die gleichen Rechte und auch Pflichten wie die "kämpfenden" Brüder. Frauen können ebenfalls Mitglieder im Orden werden, dies geschieht allerdings eher selten, hauptsächlich wird der Hospitaldienst von ihnen versehen, hier liegt ihr Anteil bei 20%. Sonst gibt es wenige weibliche Ritter, ca. 10%. Dies liegt wohl an der immer noch latenten Frauenfeindlichkeit des Kultes. Sie beruht auf der Tatsache, daß sich einst keine Frau an der Eroberung von Lionpaß beteiligt hat. Daraus zogen dann die ersten Theologen des Ordens den Schluß, daß keine Frau zum Kämpfen geeignet sei. Als vor 100 Jahren eine gewisse Herena MacTilion unter falschem, Namen und in Verkleidung den Ritterschwur leistete und sich erst nach einem wildem Kampf gegen eine große Gruppe Orcs erkannt wurde (Sie wurde so schwer verletzt, daß sie ins Spital geschafft werden mußte), wurde auch von den Theologen die Gleichwertigkeit der Frau anerkannt. Herena MacTilion ist mittlerweile eine der Schutzpatroninnen des Ordens und vor allem die jungen Knappen verehren sie. Allerdings muß sich eine Frau immer noch erst beweisen bevor sie anerkannt wird, wenn das geschehen ist, kann sie mit der vollen Solidarität ihrer Brüder rechnen. So gehen doch relativ viele nach Unabhängigkeit strebende Adelstöchter diesen Weg.
Um auf Abenteuer auszuziehen, muß eine Spielerfigur eine Aufgabe haben, z.B. Auftrag des Vorgesetzten, aber auch nur Kampf gegen das Böse allgemein reicht aus, dies sei der Phantasie des Spielers überlassen. Er sollte sich aber schon eine nette Geschichte einfallen lassen (und dann auch aufschreiben, damit der Spielleiter ihn auch beizeiten an dies erinnern kann).

Ein Löwenritter hat im Spiel die folgenden Regeln zu beachten:

1. Es ist die Pflicht eines Ritters seinen Glauben im Kampfe auszuleben.
2. Die Ehre vor Irindar ist das höchste Gut der Ritters.
3. Der Ritter ist verpflichtet Gläubige zu schützen, ohne dafür eine Gegenleistung zu verlangen.
4. Der Ritter darf nur das besitzen was er zum Kampf wider der Finsternis braucht. Allen anderen weltlichen Besitz hat er dem Orden zu übertragen.
5. Um sich nur für den Kampf rein zu halten, soll der Ritter Keuschheit üben.

Einige Erläuterungen zu den Regeln:
1. Eine SpF muß wo immer es geht den wahren Glauben mit der Waffe verteidigen und das Böse bekämpfen. So führt ein religiöser Disput mit einem Löwenritter nicht selten in eine bewaffnete Auseinandersetzung. Finstere Kreaturen muß der Ritter ohne Rücksicht auf sein Leben bekämpfen.
2. Eine SpF muß sich einem Gegner gegenüber ritterlich verhalten, dies gilt auch im Kampfe gegen finstere Wesen, Kulte. Hier übersieht Irindar auch mal eine Mißachtung des Gebotes. Bei anderen Verstößen ist aber mit mehr oder minder empfindlichen Strafen zu rechnen (Entziehung der Zauberkräfte bis die SpF gesühnt hat, bevorzugtes Angriffsziel, Alpträume usw.)
3. Eine SpF muß die Befehle der Ordensoberen ohne Bezahlung ausführen. Wenn er um Hilfe gebeten wird muß er versuchen zu helfen.
4. Eine SpF darf keine weltlichen Reichtümer anhäufen, aber der Kauf von sehr guten Waffen und den besten Pferden ist durchaus gestattet. Auch kann man hierunter das Sparen auf eine bestimmte Ausbildung fassen. Eine kleine Reisekasse wird den Rittern zugestanden, sie sollen aber trotzdem Mildtätigkeit üben. Der Besitz von Schmuck aber ist gänzlich verboten. Auf jeden Fall ist immer ein beträchtlicher Teil einer Belohnung an die nächste Komturrei abzuführen (da soll sich dann auch keiner rausreden "ich spare auf eine maßgeschneiderte Ritterrüstung, welche etliche 1000 GS kosten würde").
5. Dieses Gebot ist das wohl am lockersten gefaßte (soll). Es sollte entscheidend sein für den Fall, daß ein Ritter sich Göttliche Gnade erwerben will. Auf Grund dieses Gebotes sind die Beichtstühle der Priester immer wieder gut gefüllt, vor allem unter den Servienten und den Dienenden Brüdern herrscht die Auffassung, daß mit diesem Gebot nur die Ritter gemeint sind. In den höheren Rängen kommt es auch fast nie zu einem Verstoß gegen dies Gebot.
Ein ungeschriebenes Gesetz ist auch das Verbot Löwen zu Töten, sie sind die heiligen Tiere des Ordens. Zudem sind die Kleidungsvorschriften zu beachten. Jeder Bruder soll zu jeder Zeit das Wappen des Ordens ("aufrechter brüllender Löwe mit dahinter gekreuzten Spießen") tragen.
Als Strafen werden einmal von Irindar selbst Strafen verhängt (z.B. zeitweiliger Entzug von Zauberkräften), von den Priestern (rituelle Selbstreinigung an einem abgeschiedenen Ort) oder auch von den Vorgesetzten (kein Erlernen neuer Fertigkeiten, monatelanger Wachdienst in der Provinz) und als letztes Mittel der Ausstoß aus dem Orden und dem Aussprechen des Bannes auf den Sünder (dem Spielleiter sollen hier keine Grenzen gesetzt sein, der Spieler hat sich ja auf so einen religiösen Fanatikerverein eingelassen).

Ein Löwenritter als Abenteurer
Bei Spielbeginn haben Spielerfiguren den Rang eines Servienten. Dieser Rang wird dann je nach Grad und Verdiensten um den Orden verändert. Die Ernennung zum Ritter sollte frühestens ab dem 3. Grad erfolgen, wenn die SpF folgendes beherrscht: Reiten+16, Kampf zu Pferd, Langschwert+8, Lanze+8, Schild+2. Auch nachher können noch Figuren in den Orden eintreten, obwohl dies atypisch ist. Spielerfiguren, die von Anfang an Löwenritter sein wollen, können mit folgenden Vergünstigungen rechnen: Einmal ist das Lernen in den Komtureien (dies umfaßt fast alle Grund- und einige Standardfertigkeiten, nach Maßgabe des SL) umsonst, d.h. nur die Hälfte der FP muß in EP aufgebracht werden. Auch kann der Ordensbruder mit Ersatz für verlorengegangene Ausrüstung rechen, wenn er für den Orden unterwegs ist. Sonst kann er Ausrüstung von guter Qualität dort verbilligt kaufen. Unterstützung und Obdach wird ihm und auch seinen Begleitern gewährt werden.

Bei der Erschaffung eines Charakters sollte beachtet werden, welchem Zweig des Ordens die Figur angehören möchte. Dies führt nämlich zu unterschiedlichen Vergünstigungen (es können höchstens zwei Berufe aus diesen Kategorie erlernt werden). Weiterhin sei angemerkt, daß der Verwaltungszweig wohl nicht für Abenteurer geeignet ist. Hospital/ Seelsorge:
3 LP: Glöckner, Tierpfleger, Kräuterkundiger, Laienprediger, Zahnausreißer, Theologe, Tierarzt
5 LP: Apotheker, Arzt, Wundheiler, Gelehrter (nur Fachrichtung Irindar, Heilkunde)
Verwaltung:
3 LP: Geld- und Steuereintreiber, Angestellter, Bibliothekar, Verwalter
Kampf:
3 LP:, Grobschmied, Geschützexperte, Waffenschmied, Unteroffizier
5 LP: Zureiter, Offizier, Knappe (jedoch nur eingeschränkt bezüglich der höfischen Fertigkeiten)

Außerdem kann jeder die Fähigkeit Lesen und Schreiben für 1 Lernpunkt, Zauberkunde und Erste Hilfe für 2 Lernpunkte erlernen. Verboten ist die Verwendung von Bögen oder Armbrüsten, nur mit dem Speere sollen die Ritter auf Distanz angreifen. Hierzu verwenden sie meist schwere Wurfspieße die wie ein Pilum Schaden anrichten (dieser müßte meiner Meinung nach W6+1 betragen). Eine wichtige Ausnahme gilt nun noch für Priester des Irindar, sie dürfen ausnahmsweise, um den ritterlichen Zweikampf ausüben zu können, ein Schwert führen, allerdings nur speziell geweihte, die in Lionpaß zu diesem Zweck hergestellt werden. Es sind einfach nur Langschwerter von guter Qualität. Eine solche Figur sollte nun auch noch mit einigen Vorteilen im eigentlichen Spiel rechnen, z. B. positive WM, wenn es um die Moral von Untergebenden oder auch um das Beeindrucken von Personen geh (die Regeln im Band Barbarenwut und Ritterehre bieten gute Anhaltspunkte)t. Löwenritter sind gern gesehene Offiziere in Heeren albischer Adliger. Die weiteren Vorteile bezüglich des Kampfes zu Pferd bestehen auch für die Ritter des Ordens, eine Spezialisierung kann stattfinden. An Zaubern werden folgende gestrichen Bannen von Licht, Unsichtbarkeit, Verlangsamen und Elfenfeuer. Dafür erhalten die Jünger des Sturm- und Donnergottes Irindar diese anderen Zauber als Standardfertigkeiten: Windstoß, Blitze schleudern, Windmeisterschaft und Sturmwind.

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Till "Eulenspiegel" Elgeti

Der Digest (MD/DRoSI/Archont)

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