GIFTMISCHER AUSGABE 23

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"Ixal, ich habe eine Idee!" Lettrotes ist ganz aufgeregt, als er weiter erzählt: "Wir starten einen Aufruf, um Leute zu finden, die ein paar Kräuter für uns suchen, natürlich gegen Belohnung!" Nach Ixals "Na, dann mach mal." hängt nun ein Plakat an der Ladentür.

Abenteurer gesucht !

Die Giftmischer, Ixal und Lettrotes, suchen mutige
Helden und Abenteurerinnen, die sich in ferne Länder
begeben, um diverse Kräuter, Pflanzen und Zutaten zu
sammeln. Genaueres im Laden.
Bei Erfolg Belohnung.

Anmerkung: Mitmachen kann jeder, der gewillt ist Ideen in Form von Reiseberichten uns mitzuteilen. Jeder Teilnehmer bekommt eine Sache als Suchobjekt. Alle Berichte werden dann für ein Abenteuer verwertet. Als Schirmherr übernimmt Letti (spormann@-SPAMSCHUTZ-pils.physik.tu-berlin.de) die Auswertung. Anmeldung mit mail und Charakterbeschreibung!

Und solange wir auf Reaktionen warten gibt es den neuen Giftmischer:

Die Giftmischer - Ixal und Lettrotes

Ausgabe 23

Falscher Huflattich

Eine mehrjährige Pflanze, die aus einem seitlich verlaufenden Wurzelstock von bis zu drei Meter Länge mehrere Triebe schiebt. Jeder Trieb verzweigt sich in ein Büschel aus 5-10 Stengeln. Diese wachsen jedes Jahr etwas höher, wobei die Triebe nach 3-4 Jahren mit etwa 40 cm ihre größte Höhe erreichen. In den Folgejahren werden sie wieder kleiner. Junge und alte Pflanzen werden mindestens 10cm hoch. Die Pflanze kann etwa 10 Jahre alt werden. Durch den schrägen Verlauf nebeneinander liegender Triebe ist die Pflanze relativ leicht zu erkennen. Dieser wird allerdings gestört, wenn die Pflanzen eng beieinander wachsen und ihre Wurzeln miteinander verschmelzen. Die bodenständigen Blätter sind hufeisenförmig und ähneln, wie auch die Blüten, denen des Huflattich. Die Blüten sitzen wie bei diesem am Ende der Stengel und bestehen aus einen kompakten Innenteil, um den sich eine dichter Kranz länglicher bis röhrenförmiger Blütenblätter legt. Die Farbe des falschen Huflattich ist jedoch etwas rötlicher als bei seinem echten Gegenstück. Nachtsichtige Wesen werden im Morgen- und Abendrot die stärkere Blässe und höhere Transparenz der Blütenblätter erkennen. Auch findet man die Pflanze selten zusammen mit echtem Huflattich. Blütezeit: Draugmond bis Bärmond.

Vorkommen: Weit verbreitet in Wäldern mit sauren Böden der südlichen Länder. Nach Norden zu und in Höhenlagen seltener. In Moravod und Alba beispielsweise nur noch in windgeschützten, sonnigen Tälern. Die Pflanze bevorzugt helle aber schattige Standplätze, daher findet man sie am häufigsten auf Waldlichtungen, in lichtem Unterholz und an Weg- und Flurrainen.

Verwendung: Der Kaltauszug der frischen Blüten oder getrocknete Blüten werden oral verabreicht. Bei Erhitzung gehen die Wirkstoffe verloren! Die Blüten müssen im Dunkeln getrocknet werden. Kaltauszug: 2Tl kleingeschnittene Blüten werden auf 1l Wasser gegeben und müssen nach dem umrühren ca. 12 Stunden im dunklen ruhen. Der Trank ist geschmacklos. 1-2 Tl der getrockneten Blüten können beispielsweise als "Kräuter " einer Speise zugegeben werden. Sie besitzen einen sehr schwachen, herben Geschmack.

Wirkung: Der falsche Huflattich enthält mehrere Wirkstoffe, die je nach Alter der Pflanze in unterschiedlichen Mischungsverhältnissen vorliegen. Dies macht ihre Dosierung so schwierig, daß sie medizinisch nur mit hohem Risiko einzusetzen ist. Im Gegensatz zum Huflattich sind die Blätter als Wundkraut völlig ohne Wirkung.
Die getrockneten Blüten sind etwa ein halbes Jahr haltbar. In dieser Zeit verlieren die Inhaltsstoffe unterschiedlich schnell an Wirkung. PW: Gift mißlungen: Nach 1W20 Minuten erleidet das Opfer schwere Herz-Rhythmusstörungen, die sich schnell zu Herzkrämpfen steigern. Diese gehen mit Atemnot einher, die dem Opfer oft den Angstschweiß auf die Stirn treiben. Das Opfer verliert rasch das Bewußtsein. Es stirbt an Herzstillstand, wenn es nicht vorher erstickt. Nach 1W20 Minuten ist der Todeskampf vorbei.
PW: Gift gelungen: Es treten dieselben Symptome auf wie bei mißlungenem PW: Gift:, jedoch unterbleiben die Herzkrämpfe und die Atemnot ist weniger stark ausgeprägt. Die Zeit bis zum Einsetzen der Symptome und die Wirkungsdauer beträgt ebenfalls je 1W20 Minuten. Aufgrund zu geringer Sauerstoffversorgung keuchen die Opfer aufs erbärmlichste und verfärben sich oft. Unbehandelt kehren die Herz-Rhythmusstörungen sporadisch wieder und dauern ein Leben lang an.
Das Opfer empfindet in diesen Phasen Beklemmung oder Angst und erleidet Mali auf EW: Angriff und Abwehr. Es Opfer verliert 1W6 LP/AP.

Behandlung: Bewußtlosigkeit und Atemnot können durch sofortige Erste-Hilfe-Maßnahmen, wie zum Beispiel Herzmassage und künstliche Beatmung, gelindert werden. Der Patient bleibt aber maximal 1W20 weitere Minuten am Leben. Einzige Heilmethoden sind Bannen von Gift und Allheilung. Bei gelungenem PW: Gift werden Gehirnschäden sicher vermieden, die unbehandelt möglich sind (Ein einziges Mal PW: 95, maximaler Intelligenzverlust 1W4).
Medizinische Anwendung: Bei Menschen mit Herzbeschwerden der oben beschriebenen Art kann die regelmäßige Einnahme alter Blüten die Beschwerden lindern (auch bei ehemaligen Giftopfern). Die Dosierung ist jedoch höchst problematisch und muß für jede Pflanze, bzw. bei jedem Einkauf neu ermittelt werden. Sie kann nur von sehr erfahrenen Meisterheilern vorgenommen und nur von reichen Personen bezahlt werden.

Erfahrungen und Preise: Wegen der Seltenheit der Pflanze sind nur wenige Heiler und Giftmischer des Nordens damit vertraut. Die Schwierigkeit beträgt für sie EW +5. Spieler aus südlichen Ländern mit entsprechenden Kenntnissen erhalten EW +3 Fünf Anwendungen (letale Dosis) kosten etwa 500 GS. Im Süden kann der Preis verringert werden, im hohen Norden sollte er höher liegen. Diese Anwendungen sind immer frisch. Unerprobte Blätter kosten die Hälfte, können aber schon ein halbes Jahr alt sein.

Zaubereigenschaften: Die Pollen des falschen Huflattich sind ein nützlicher Bestandteil bei Liebeszaubern. Es geht zudem das Gerücht, daß sie - mit anderen Stoffen gemischt - als Ersatzstoff für den Zauber Angst' eingesetzt werden können. Der Autor bittet um Erfahrungsberichte.

Anmerkung:

  • Das Mittel wirkt ausschließlich oral. Die Blätter haben keine Wirkung.
  • Erfahrene Giftmischer werden den Kaltauszug bevorzugen. Um die unletale Dosis zu ermitteln empfiehlt es sich, den Kaltauszug an einem Tier (z.B. einem Kaninchen) zu erproben. Dabei wird der Kaltauszug entsprechend dem Verhältnis der Körpergewichte mit kaltem Wasser verdünnt. Sobald das Tier die Symptome überlebt, ist die richtige Dosis gefunden. (Die unglücklichen Tiere können gebraten oder gekocht ohne Gefahr verzehrt werden).
  • Ein Opfer welches Blüten die älter als drei Monate sind zu sich nimmt, sollte einen deutlichen Bonus auf den PW: Gift erhalten.
  • Soll ein Spieler medizinisch behandelt werden, so muß die Wirkung jedesmal neu ausgewürfelt werden. Sie reicht von wirkungslos bis zu den Symptomen bei PW: Gift gelungen'.
  • Guino'r Rödebard

    Der Dank geht diesmal an Gunnar Radons mit der sehr ausführlichen Pflanzenbeschreibung des falschen Huflattichs!

    Es grüßen die Giftmischer

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    Wil & Letti

    Der Digest (MD/DRoSI/Archont)

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