Eine Novelle vom Feuchten Bären, dem Mann aus Nahuatlan

Ein lauschiger Sommertag und eine Kneipe, was will ich mehr, dachte sich der indianische Typ, der Nauathla genannt wurde. Sparsam wie er aber nun war, ging er in einen Kaufmannsladen, kaufte sich was zu trinken und setzte sich auf den Brunnen am Marktplatz.
Er schaute sich interessiert die Leute an und da kam ein alter Bekannter auf ihn zu. Dieser lud ihn auf ein Bier ein. Es lag wahrscheinlich daran, daß es dort halbe Preise gab, sonst hätte der Typ sicher wieder geknausert.
Na egal, das Bier kam und nach dem Bier auch ein Typ, der hackedicht war und sich an den Tisch des Nau's setzte. Dieser fing, als er sein Bier bekam, an von Käfern im Bier zu reden. War zwar keiner drin, aber der Nau bekam vom Bier, als er seines zum Tauschen angeboten hatte, fast alles über die Klamotten. Auch die Bedienung wurde vor dem Begießen mit Bier nicht verschont. Als der Typ dann aber in seinem Käferwahn noch seine Plompfe zog, wurde es dem Nau zu bunt. Er beschloß, das Treiben mit einem saftigen Hieb mit seiner Spezialität, dem Schlachtbeil, zu beenden.
Kurz danach war der Typ überwältigt, als ihm seine Waffe zerbrochen war. Er wurde von den Stadtwachen gleich mitgenommen.
Unterdessen beschloß der Nau, den Wirt zu überreden, seine Gastfreundschaft zu zeigen, schließlich hatten er und sein Kollege das Lokal vor einer Komplett-Renovierung gerettet.
Gesagt getan, hatte er kurze Zeit später ein Bier und einen Braten auf dem Tisch. Und was mußte er da sehen, einen Käfer ... Matschend mit den Fingern knallte er mit der Flachen Hand auf die Bratenscheibe unter der der Käfer war. Er hob die Scheibe hoch, doch kein Käfer war zu sehen.
Merkwürdig, aber er wollte nun mal nicht so enden wie der Typ, den sie gerade weggebracht hatten !! Also ab zur Stadtwache, Nachfragen was da los ist.
Nun, ab ging es weiter zum Doc, wo der andere Typ behandelt wurde. Der Doc stellte bei dem Typen Vergiftungserscheinungen fest. Aber der Nau hatte Glück, mit ihm war nichts. Nun, aber jetzt interessierte ihn das doch.
Er fragte Egon (Unterführer der Stadtwachen) danach, wo denn der Schlüssel von dem Zimmer des Typen, den sie da hatten, war. Die Unterhaltung mit dem Typen selbst hatte ja leider zu nix geführt.
Nach einigem Hin und Her und einer Unterhaltung mit dem Chef von Egon ging es dann los. Die Kneipe war jedoch schnell gefunden.
Der Wirt fiel dem Nau allerdings sofort auf. Irgendwas stimmte mit dem Kerl nicht !! Nach einigem Hin und Her und ohne Ergebnis ging der Nau dann doch zur Ruhe, um auf den nächsten Morgen zu warten. Am Rande hatte er jedoch durch die Stadtwache die Essensreste, die dort noch lagen, sicher stellen lassen.
Mitten in der Nacht wurde er durch ein Bimmeln geweckt. Eine Untersuchung ergab, daß das Haus des Arztes brannte. Er eilte mit einer Ärztin, die er auch irgenwie zwischendurch schon mal gesehen hatte und seinem Kneipenkollegen zum Brandort. Da war aber nix zu machen, deswegen wartete man mit allem bis zum Morgen.
Eine Untersuchung der Brandstelle ergab, daß der Doc assassiniert wurde und der Typ, den er zur Beobachtung noch da hatte, in seinem Bett verbrannt ist. Der Nau kam auf die Idee, daß es doch vielleicht am Essen, was der Doc zur Untersuchung hatte, lag. Der Pott, in dem es hingebracht wurde, war jedenfalls verschwunden.
Die weitere Untersuchung brachte jedoch nicht viel.
Ohne zu wissen, was er jetzt noch machen sollte, ging er dann locker in die Kneipe mit dem Wirt, den er irgendwie von Anfang an nicht mochte und bestellte, dreist wie er ist, eine Milch. Mehrere Stunden saß er da und guckte in der Kneipe rum, ohne auch nur einen Schluck von der Milch zu nehmen. Statt dessen füllte er diese ganz dreist in eine Metallflasche an seinem Gürtel.
Er verließ die Kneipe um die Ärztin aufzusuchen, die, wenn überhaupt, gucken konnte, ob in der Milch irgendwelche Sauereien drin waren.
Er fand sie recht schnell und die Ärztin beschloß, die Milch zur Stadtwache zu bringen. Was sie da eigentlich wollte, war dem Nau gar nicht klar, sie sollte die doch analysieren.
Na ja, er dachte sich, vielleicht wird ihr ja unterwegs versucht, die Milch zu klauen. Deswegen versuchte er sie zu beschatten.
Als er allerdings dann um eine Hausecke kam, lag die Frau tot auf der Straße und die Milch war weg. Er rannte hin und zog dabei sein gewaltiges Schlachtbeil. Ein Blick in die Runde ergab, daß der Typ nicht weit sein konnte.
Er guckte und fand ca. 6 Verstecke wo der Typ hängen konnte. Nichts desto trotz hämmerte er eins nach dem anderen weg.
Durch einen leichten Schmerz am Hals, ein Stechen wurde er unterbrochen.
Er kreiste herum und da stand er, ein schwarz vermummter Typ mit einem Dolch in der Hand. Wie gerne hätte er das doofe Gesicht gesehen, in dem Moment, als er sich drehte.
Er hämmerte das Schlachtbeil gegen den Typen. Der Schlag war so mächtig, daß er sich beim Gegentreffer des Typen den Waffenarm fürchterlich verletzte. Er lies das Schlachtbeil fallen und zog mit der linken Hand den Dolch. Zwei Runden später hatte er auch mit der ungewohnten Waffe den Typen erledigt.
Der Typ wurde eingesammelt und der Wirt gleich mit.
Weitere Untersuchungen blieben aber leider ohne treffendes Ergebnis. Man meinte nachher nur, ein Verein aus Corrinis hat wohl versucht, hier Ersatzdrogen zu testen.
Die Kneipe des Wirtes wurde, nachdem sie in Flammen aufgegangen ist, als Domizil der Drogenköche erkannt, aber der Boß war entwischt. Festgestellt wurde nur, daß der Boß auch ein Assassin war.
Selbst ein Spiel mit einer Milch und dem Wirt führte nicht zu neuen Erkenntnissen.
Daher zog es der Nau vor, es hierbei zu belassen, schließlich konnte er ja auch unbewußt seinem Don in die Pläne gepfuscht haben. Er hatte deswegen sicherheitshalber mal alles den Stadtwachen überlassen. Denn was die anderen ja nicht wußten, war seine Zugehörigkeit zur Cosa Nostra von Corinnis!

Wolfgang Schmidt

Der Digest (MD/DRoSI/Archont)

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