Frage zum Altern

Hallo zusammen,
ich habe in einem Quest die Überraschung erlebt, auf einen Schlag um neun Jahr zu altern und bin jetzt 30 Jahre alt (Aber erst Grad 4). Nun spielt Midgard ja im Mittelalter und die Lebenserwartung ist doch sicher geringer (auch ohne gewaltsamem Tod), so will ich wissen ob Regeln existieren, die das Alter mit seinen Nachteilen, körperlicher und geistiger Natur definieren ? Kann mir da jemand weiterhelfen ?

Gruß Martin

Björn Rabenstein:
Das mit der Lebenserwartung um die 30 im Mittelalter kam einfach durch die hohe Säuglingssterblichkeit zustande. Wer erstmal als Säugling überlebt hatte, wird zwar immer noch eine Lebenserwartung gehabt haben, die geringer ist als heute, aber eben nicht gar so gering, wie man immer denkt. Außerdem ist man ja nicht früher an Altersschwäche gestorben, sondern an irgendwelchen Krankheiten. Demzufolge wird ein gesunder 30jaehriger im Mittelalter vielleicht wegen Mangelernährung kleiner sein, aber nicht unbedingt sich in dem Zustand befinden wie ein 40jaehriger heute.

Die Midgard-Regeln der 2. Auflage hatten noch eine Tabelle, wo zum 30., 45., 60. usw. Geburtstag sich Basiseigenschaften um W6 (oder so etwas) nach oben oder unten (je nach Alter) verändern. Ich fand es zuerst schade, daß diese Tabelle in der dritten Auflage weggefallen ist, kann mir aber mittlerweile denken, warum dies geschehen ist. Ich würde mit meiner heutigen Einsicht die Tabelle auch nicht mehr in dieser Form einsetzen. Der Grund ist ganz einfach der, daß die MIDGARD-Basiseigenschaftsskala (1-100) nicht linear ist. Nicht nur spieltechnisch, sondern auch "in Wirklichkeit" ist der Unterschied in der Stärke zwischen einem mit St31 und St60 deutlich kleiner als zwischen einem mit St99 und St100. Wenn man mal davon ausgeht, daß "in Wirklichkeit" die Stärken gaussverteilt sind, wird klar, wie die Midgard-Skala skaliert ist: Sie macht nämlich aus der Gauss'schen Glockenkurve eine Gerade. Auf der 100er Skala sind nämlich alle werte gleich verteilt (bei normalen Menschen, die nur einmal würfeln, Abenteurer würfeln ja zweimal und verzerren damit die Verteilung nach oben). (Spaßeshalber habe ich den per Definitionen gaussverteilten IQ (my = 100 und sigma = 15) auf die linearisierte Midgard-Skala umgerechnet. So konnte sich jeder aus seinem In-Wert den IQ berechnen...
Aber ich schweife ab... Wenn also jemand mit 45 meinetwegen W6 Stärke verliert und W6 Intelligenz gewinnt, dann hat das je nach Ausgangswert der Eigenschaft sehr unterschiedliche Auswirkungen: Nehmen wir an, es werden immer 4en gewürfelt. Der Abenteurer mit St50 und In50 hat danach St45 und In55, es hat sich also absolut gesehen fast gar nichts verändert. Er hat nach wie vor ganz durchschnittliche Werte. Der Charakter, der vorher St100 und In96 hatte, hat jetzt St96 und In100. Er hat durch sein Älterwerden also seine Intelligenz kraß erhöht (von 96 auf 100) und seine Stärke kraß verloren (von 100 auf 96). Guckt Euch z.B. an, was das an Boni verändert. Die Alterungstabelle müßte also, um halbwegs realistisch zu bleiben, modifiziert werden. Die altersbedingte Änderung müßte um so extremer ausfallen, je näher die entsprechende Basisieigenschaft bei 50 liegt. Im Bereich nahe 100 oder nahe 1 dürfte sie dann höchstens eins ausmachen.

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Martin "Ironlord" Schlachter

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Björn "Rabe" Rabenstein

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