md_knol.gifmd_line2.gifmd_knor.gif

md_1880.gif

Grailing


1938 - auf der Suche nach einem Hinweis auf den legendären Heiligen Gral verschwindet in Venedig der Archäologe Professor Henry Jones spurlos. Der Abenteurer Indiana Jones macht sich umgehend auf die Suche nach dem Vater. In Begleitung der attraktiven Wissenschaftlerin Elsa Schneider, die schon Vater Henry in Italien zur Seite stand, stößt Indy auf einen Hinweis, der ihn zum genauen Fundort des Grals führen könnte, wären da nicht noch, ja, wären da nicht noch zahllose Tücken und Gefahren, von denen die Nazis längst nicht die einzige darstellen...

(Indiana Jones und der letzte Kreuzzug, Abenteuerfilm (USA 1989) u.a. mit Harrison Ford, Sean Connery, Regie: Steven Spielberg - ein Pflichtfilm!)

Tja, glücklich der Spielleiter, dessen "MIDGARD - Abenteuer 1880"- Runde diesen action- und temporeichen Film noch nicht gesehen hat, denn er könnte daraus ein famoses Abenteuer stricken.

Doch warum, fragst Du Dich - lieber Leser - nun vielleicht berechtigt, verschwende ich ausgerechnet Deine kostbare Zeit mit altbackenen Geschichten vom Gral, dem Kelch des letzten Abendmahls, von dem ohnehin jeder weiß, daß...

  • Josef von Arimathia darin das Blut des gekreuzigten Jesus Christus auffing,
  • der historisch schwer greifbare König Arthur mit den Rittern seiner Tafelrunde aus Zeitvertreib danach suchte, und
  • er zuletzt in "Der König der Fischer" (mit Robin Williams und einem der Bridges Brüder) in New York gesehen wurde.
  • Nu, bis vor kurzem dachte ich auch immer, daß wär's schon gewesen.
    Da waren vielleicht noch die Handvoll Mönche bei Glastonbury, die sich in ein geheimnisvolles Höhlenlabyrinth wagten - und entweder nie zurückkehrten oder blind, taub und halb wahnsinnig...

    Doch ich mache zuviele Seitensprünge; also, alles begann damit, daß ich vor einiger Zeit auf das "Call of Cthulhu"-Rollenspielsystem aufmerksam wurde. Im Regelwerk fand ich dann im Kapitel "Magic" einen Eintrag aus einem okkulten Werk, in dem "Arthur's Grail" mit einem obskuren "Black Cauldron" der keltischen Mythologie in Verbindung gebracht wurde:
    Holy Grail of Arthurian lore echös the Black Cauldron of Celtic myth"... "Black Cauldron resuscitated dead men boiled in it and it came from Hell"... "he drank from Arthur's Grail might refer to somebody raised by the Resurrection spell

    Der Zusammenhang erklärte sich also daraus, daß beide in der Lage waren, Tote wieder zum Leben zu erwecken.

    Dies erinnerte mich wiederum an zweierlei: Tschotong Noyans Zauberkessel aus dem MIDGARD-Abenteuer "Des Zaubermeisters Erben" und den Walt Disney Trickfilm "Taran und der Zauberkessel" (beide s. weiter unten).
    Und in einem keltischen Sagenbuch fand ich wenig später auch einen Eintrag, von ominösen "...Schwestern, die den Cauldron of Rebirth in den Tiefen von Annwn bewachen, hüten und mit ihrem Odem kühlen.

    Doch wo sollte dieser Ort Annwn sein?
    In "An Stair To'thal Nathrach", der Geschichte des mächtigen Volkes der Schlange (Teil 1: GILDENBRIEF 29) erzählt Ainamh ay'crionn u.a. auch von Ossians Widerstreben, nach seiner Rückkehr aus dem Land der Ewigen Jugend (das errainische Emhain Abhlach oder Avalon der Albai, wo die Coraniaid, die sich von Midgard zurückziehen, unter paradiesischen Umständen leben sollen), den Glauben an die Götter der Twyneddin, inzwischen Herrscher über Bryddonor, das Ossian vor 300 Jahren mit einer Edlen der Coraniaid verlassen hatte, anzunehmen: "Lieber wollte er gen Annuwin, in die twyneddische Hölle fahren, " und Qualen leiden... (Die Idee zur Hölle scheint dabei mehr am Christentum, als am real-historischen Keltentum orientiert - eine Erkenntnis, die mein Freund Ralf Bleh als Erstleser in diesen Artikel einbrachte.)

    In anderen Quellen scheint Annwn die Anderwelt (Otherworld), dieses Emhain Abhlach selbst, zu sein.

    In irdisch keltischen Mythen entsprechen die elfenartigen Tuatha De' Danaan und Sidh am ehesten den vesternessischen Coraniaid (der Begriff der Tuatha wird u.a. auch noch in "Tidford - Stadt am Tuarisc" beim Theodbane-Fest (S.13) erwähnt, also vor der Neukonzeption der Midgardwelt, und die irdischen Tuatha De' haben angeblich auch Großmeister Tolkien zur Darstellung seiner Elben veranlaßt).

    Und Arthur und seine Ritter der Tafelrunde finden außerdem in manchen Sagen den Gral auf einer entfernten Insel (Annwn?) in der See...

    Ebenso wie die Meinungen der Chronisten über die Form des Gefäßes auseinandergehen (es könnte also ein Kelch (wie der Gral), ein Krater oder ein Kessel sein), divergieren auch die unterschiedlichen Deutungsversuche zu Sinn oder Kräften desselben.

    Der "Black Cauldron" der Kelten (vermutlich mit dem "Cauldron of Rebirth" ident), der anscheinend den schwarzen Zauberkessel aus "Taran" inspiriert hat, und Tschotong Noyans tönernes Artefakt scheinen die ursprünglichste Form dieser Wunschidee darzustellen: ein Kessel, der Tote, die hineingeworfen werden, wieder zum Leben erweckt; wann immer die Kessel aber von bösen Mächten pervertiert werden, erheben sich nur mehr Untote daraus hervor...

    Beim Gral wird alles durch die Einwirkung der christlichen Lehre verhältnismäßig komplizierter: einmal ist er ein Symbol der Reinheit, das nur "Kinder oder Heilige" oder eben so "reine Toren" wie Parzival zu finden vermögen, seine Macht kann Wunden schließen und gewährt damit quasi Unverwundbarkeit (s. Indiana Jones!); dann wiederum wird er zum Zeichen der Weisheit hochstilisiert, wobei hier wahrscheinlich orientalische Vorstellungen der alchimistischen Lehre vom Stein der Weisen eingeschmolzen sind.

    Ralf Bleh teilte mir dazu eine interessante Variante mit, die für das real-historische Keltentum durchaus in Betracht kommt:

    Die Suche nach dem Gral verbildlicht die Suche nach der "Anderswelt", Avalon, Emhain Abhlach oder wie auch immer man diese Gefilde nennen will. Der Gral nimmt dabei eher eine symbolische Bedeutung ein. Man vermutet daß der Kessel des Dagda (eine kelt. Gottheit) damit gemeint war, was aber im Grunde auch völlig nebensächlich ist, denn es geht vor allem darum, die "Ewigkeit" zu erreichen.
    Daß hieße, die entfernte Insel, die König Arthur und Mannen erreichen, ist der Eingang zur Anderswelt und die Anderswelt ist der Gral!
    Der Gral ist eher ein Artefakt, das ewiges Leben verspricht. Dies entspricht den Vorstellungen der Kelten, die die Ewigkeit in der geheimnisvollen Insel suchen. Ebenso ist das Erreichen der Insel mit großer Weisheit verbunden. Die Weisheit ist allerdings nicht das Geschenk, das man auf der Insel findet, sondern nur die, die die Weisheit besitzen, können überhaupt dort hingelangen.
    (Clou für ein Abenteuer? Jedenfalls fiel mir dann eine Sage ein, die ich mal gelesen hatte, wo keltische Helden ebenfalls auf einer fremden Insel den Eingang in ein unterirdisches Reich finden - wenn Interesse besteht, such ich die gerne mal raus!)

    Hier vielleicht nun ein kurzer Überblick zur Entwicklung des Grals-Themas bei verschiedenen Autoren:

  • Gral (altfrz. graal, greal, provenzal. grazal), in der mittelalterlichen Dichtung ein geheimnisvoller, heiliger (übernatürlicher) Gegenstand, der seinem Besitzer irdisches und himmlisches Glück verleiht, den aber nur der Reine, dazu Vorherbestimmte, finden kann.

  • Früheste Legenden: der Gral ist im Besitz des "Fisher King", der eine Wunde trägt, die nicht geheilt werden kann, bis ein Ritter den Gral findet. Das Wohl Britanniens hängt davon ab, daß die Wunde geheilt wird.

  • Nach 1200: die Sage wird mit fremden Elementen vermischt; Robert de Boron bringt Gral und Letztes Abendmahl in einen Kontext: im "Joseph von Arimathia" ist der Gral Christi Abendmahlsschüssel, in der Joseph von Arimathia Christi Blut bei der Grablegung auffängt. Dieser französischen Fassung steht die deutsche von Wolfram von Eschenbach in seinem "Parzival" gegenüber. Bei Wolfram ist der Gral ein Stein mit wunderbaren Kräften, der zuerst von Engeln schwebend gehalten, später auf einer einsamen Burg Munsalväsche aufbewahrt ist, die nur von Auserwählten gefunden wird. Ein Ritterorden, die Templeisen (Tempelherren), dienten ihm unter dem Gral-König; die Namen der dazu Erwählten werden vom Gral selbst angegeben. Bei Wolfram bleibt der Gral bewußt in geheimnisvollem Halbdunkel zwischen Märchen, Zaubersage und christlicher Legende.

  • Zwischen 1215 und 1230: ein Zisterzienser-Mönch (Name nicht überliefert) produziert eine höchst spirituelle Fassung, in der Galadhad die Hauptrolle übernimmt. Dies ist auch die Version, die Sir Thomas Malory für seine bekannte Repräsentation der Legenden um König Arthur und seine Ritter der Tafelrunde ("Le Morte d'Arthur") wählt.

  • Später wird der Gral als ethisches Symbol, und in jüngerer Zeit auch als Symbol der Weisheit verwendet. Nach 1800: verwertet Richard Wagner in seinem Bühnenweihspiel "Parsifal" (1882), und auch im "Lohengrin" (1848) die Gralssage.
  • Obwohl, wie gesagt, viel über Ursprung und Bedeutung der Gralslegende geschrieben wurde, gilt nichts davon als sicher erwiesen...

    Auch sein weiteres Schicksal nicht; die vielleicht bekannteste Version: Joseph von Arimathia hat den Kelch des Letzten Abendmahls nach England gebracht; hier hüten ihn seine Nachfahren in Castle Carbonek bis Galahad, Bors und Parzival die Gralsqueste vollenden; vielleicht bleibt der Kelch in England oder die Ritter reisen damit in den Mittleren Osten, wo der Gral bei Galahads Tod in den Himmel aufsteigt (zuvor hat er die Recken u.a. in einjähriger Gefangenschaft genährt, etc.) - Nach dieser Version ist es zwar leicht den Gral zu finden, da jeder weiß, daß er auf Castle Carbonek Aufbewahrung findet, doch ist es wesentlich ihn unverschleiert zu sehen, um Erleuchtung zu finden (was ja auch einleuchtend klingt). Zu Jesus, dem Zimmermann, passend ist der Gral am wahrscheinlichsten ein einfacher hölzerner Becher; vielleicht wurde er aber auch von Joseph von Arimathia vergüldet und mit Juwelen verziert, wer weiß das schon genau (vgl. Indiana Jones und der letzte Kreuzzug)...

    Und ob nun "Die Ritter der Kokosnuß" (Monty Python) den Gral überhaupt finden, ... ich kann mich gar nicht mehr erinnern.

    Nun kurz noch die Beschreibung des MIDGARD-Artefakts Tschotong Noyans Kessel (aus "Des Zaubermeisters Erben", S.42f, von Stephanie Lammers, wo Gormigust alias Wilfryd MacTuron das gute Stück besitzt):

    Tschotong Noyans Kessel
    In der Zeit, als die Priester der Dunklen Dreiheit unterstützt von den Zauberfürsten von Uchana begannen, den alten Volksglauben der Tegaren auszurotten, leisteten die Schamanen der Steppenbewohner hinhaltenden Widerstand. Ihr geistiger Führer war Tschotong Noyan, der älteste Schamane des Dörghar-Stammes. Um seinen Getreuen den Widerstand gegen die zahlenmäßig überlegenen Truppen der Zauberfürsten zu ermöglichen, schuf er den Kessel und seinen alle Kräfte der Natur vereinigenden Inhalt. Mit ihm konnte Tschotong die in der Schlacht gefallenen Krieger seines Stammes wiederbeleben. Nach dem Tod des Schamanen geriet der Kessel durch Verrat in den Besitz der dunklen Priester, die die Magie des Artefakts für ihren Oberherrn nutzen wollten. Bei ihren vergeblichen Versuchen, Tschotongs Geheimnisse zu enträtseln, ließen Hunderte von Gefangenen und Sklaven ihr Leben. Die Magie des Kessels wurde dadurch so pervertiert, daß er die Kräfte der Finsternis in sich aufsog und seither keine Wiederbelebten, sondern nur noch Untote produziert.
    Mit dem Kessel kann ein Zauberer und Alchimist Untote verschiedener Qualität herstellen, die sogenannten Kesselzombies (s. unten), wenn er das Rezept für die alchimistische Komponente des Verfahrens kennt. Die Prozedur dauert 12 Stunden. Mit einer Kesselfüllung der Gerbflüssigkeit können bis zu 25 Zombies gleichzeitig erschaffen werden; dabei werden Materialien im Werte von insgesamt nur 100GS verbraucht. Die Methode ist also erstaunlich billig.
    Tschotong Noyans Kessel hat einen Durchmesser von 5m und ist fast ebenso hoch, groß genug also, um einen Elefanten aufzunehmen. Der Kessel besteht aus einem besonderen, dickwandigen Ton und zeigt an vielen Stellen Schimmelflecken und Flechtenbesatz. Er hat eine finstere Aura. Kesselzombie (Untote)
    In: t30
    Gr1-6, 6xGradLP, keine AP, Res.+10/12/10, TR, RW40, HGW90, B20, Abw.+12
    Angriff: Nahkampfwaffe+4 (WM+2 auf Schaden) oder Klaue+4 (1W6+1)
    Bes.: unterstehen sie der direkten mentalen Kontrolle ihres Meisters, haben sie dessen RW-10
    Kesselzombies vom Grad 2-6 besitzen einen um Grad-1 höheren Erfolgswert für Angriff und einen um Grad/2 (abgerundet) höheren Erfolgswert für Abwehr und Resistenz.

    Diese Kreaturen sind auf magischem Wege belebte Leichen von Menschen oder Wirbeltieren. Die unterschiedlichen Grade der Kesselzombies beruhen auf dem Herstellungsverfahren. Man wirft den Leichnam in Tschotong Noyans Kessel, fügt gewisse Ingredienzen hinzu, und das magische Gefäß erledigt den Rest. Je weniger Zeit seit dem Tod des Wesens verstrichen ist und je fähiger es in seinem vorherigen Dasein war, desto kampffähiger ist der so hergestellte Kesselzombie.

    Einige der Kesselzombies haben kleine Edelsteine (Wert 5GS) in ihre Stirn eingelassen. Diese Wesen kann Gormigust direkt kontrollieren und außerdem über die Steine sehen, was seine Geschöpfe sehen. Die Kesselzombies sind zu dumm, um irgendwelche Eigeninitiative zu entwickeln, doch sie können Befehle sehr genau erfüllen, wenn man sie nur sorgfältig genug erklärt. Sie selbst können nicht sprechen. "

    ... und eine kurze Inhaltsangabe zu Walt Disney's "TARAN UND DER ZAUBERKESSEL", mit Schwerpunkt Kessel:

    "Vor vielen hundert Jahren, im sagenumwobenen Land Prydain (Britain) lebte einst ein König, der war so böse und so grausam, daß sich selbst die Götter vor ihm fürchteten. Weil man ihn in keinem Gefängnis festhalten konnte, wurde er bei lebendigem Leibe in einen Schmelztigel mit flüssigem Eisen geworfen. Darin wurde sein dämonischer Geist gefangen gehalten und nahm die Form eines großen schwarzen Zauberkessels an. Unzählige Jahre blieb der schwarze Zauberkessel verborgen, immer wieder suchten böse gottlose Menschen nach ihm, weil sie wußten, wer auch immer ihn besitzt, hat die Macht eine Armee von unverwundbaren Kriegern aufzustellen, um damit die Welt zu regieren."
    In diesem Zeichentrickfilm entführt der Gehörnte König das hellsehende Schwein Hen Wen Wen (vgl. die im Untergrund verehrte Erdmutter (wF) Clanngadarns!), da es ihm den Weg zum Schwarzen Zauberkessel weisen kann.
    Doch Taran, der für den alten Zauberer Dalben das Tier hütet, befreit es wieder und macht sich mit seinen Freunden - der Prinzessin Eilonwy, dem verkrachten Barden Flewddur und dem lustigen, aber gar nicht mutigen Kobold Gurgi - selbst auf die Suche nach dem Kessel, um ihn zu zerstören.
    Von den Feen erfahren sie, daß der Zauberkessel im Moor von Morva verborgen ist. Dort trifft die Gruppe auf drei Schwestern - Orwen, Orddu und Orgoch -, Hexen, die den Kessel seit Tausenden von Jahren hüten. Doch sie lassen mit sich handeln und tauschen den Kessel gegen das Zauberschwert Tarans.
    Die Erde beginnt nun zu beben und zu zittern, und aus ihren Tiefen hebt sich der schwarze Zauberkessel empor, furchtbar anzusehen in seiner Macht.
    Doch nun stellt sich heraus, daß er sich nicht durch Gewalt zerstören läßt. Die Hexen verraten sein Geheimnis: "Den schwarzen Zauberkessel kann man nie zerstören, nur seinen bösen Kräften kann man Einhalt gebieten. Dazu muß ein lebendiges Wesen hineinsteigen, und zwar aus freien Stücken... natürlich kommt keiner, der in den Kessel steigt, lebendig wieder heraus."
    Die böse Macht des Kessels aber besteht darin, daß jeder Tote, der in den Kessel geworfen wird, zu neuem Leben erwacht - als mörderisches Ungeheuer, das alle Gegner erbarmungslos kurz und klein schlägt.

    Bald finden die Unholde des Gehörnten Königs die Gruppe, die den riesigen Kessel zu vergraben versucht hat, nur Gurgi kann entwischen. Gefangen, werden sie mitsamt dem schwarzen Zauberkessel zur Burg des Gehörnten Königs gebracht. Dieser wirft nun Leichen in den Kessel, und ruft seine Armee der Untoten, im Zauberkessel wiedergeboren, zum Kampf. Bald stehen sie auf, die Toten der vergangenen Jahrhunderte, zu Tausenden, und formieren sich zu der größten Armee, die die Welt je gesehen hat.
    Doch dann ist plötzlich Gurgi da und befreit die Freunde. Taran ist entschlossen sich zu opfern, doch sein selbstloser Freund Gurgi springt, als er ihn nicht aufhalten kann, selbst in den Kessel. Der treue liebe Gurgi opfert sein Leben, um die Macht des Zauberkessels zu brechen. Die eben erst Auferstandenen sterben erneut und sinken dahin in den Staub der Erde. Da zieht die unwiderstehliche Macht des schwarzen Zauberkessels auch den machtgierigen König in sich hinein. Der Kessel vernichtet ihn und die schreckliche Burg.

    Und dann tauchen wieder die Hexen auf, die den Kessel wiederhaben wollen. Doch nun verhandelt Flewddur mit ihnen: den Kessel gegen Gurgi! Die Hexen lassen sich bitten, aber schließlich - schnipp - liegt die leblose Gestalt Gurgis vor Taran. Die drei Alten schnappen sich den Kessel, und fliegen auf und davon. Und Gurgi stellt sich tot, bis Taran ihn umarmt, dann sucht er schon wieder in den Taschen seines Freundes nach einem Lecker-Schmeckerchen...

    Die Schwesternschaft, die den Kessel hütet, wird manchmal mit den neun Musen der griechischen Mythologie in Zusammenhang gebracht (eine eher konstruierte Sache!), mal auch mit Morgana Le Fay, oder wie hier mit drei Hexen, die glatt ihr Gastspiel schon in William Shakespeares "Macbeth" ("When shall we three meet again?") oder Theodor Fontanes "Die Brück am Tay" ("Tand, Tand - Ist das Gebilde von Menschenhand"; eine Ballade, die den Einsturz der Brücke über den schottischen River Tay, vom 28. Dez. 1879, thematisiert) gegeben haben könnten.

    So, das war's dann wieder mal. Nun hoffentlich längst überflüssige Vorschläge zum Einsatz des Gebrachten auf Midgard: Da Tschotong Noyans Pott schon in Händen Gormigusts ist (sich also kein Steppenabenteuer darum weben läßt), empfehle ich die Vesternesse als setting. Clanngadarn verfügt ja gar schon, wie erwähnt, über ein Annuwin, die twyneddische Hölle, wo vielleicht tatsächlich der Schwarze Zauberkessel steht). Gewissermaßen kann man sich sogar bis zu einem Szenario in Tradition König Arthurs vorwagen (so nach dem Motto: auf der Suche nach dem Zauberkessel, den einst ein sagenhafter albischer König im Kampf gegen die twyneddischen Invasoren zum Einsatz brachte; und der König schläft mit seinen Kriegern unter einem Berg, um einst, in großer Gefahr, seinem Land noch einmal beizustehen); die vollständige Umwandlung des Kessels in einen Gral halte ich dabei für vielleicht nicht ganz so empfehlenswert, da den doch fast ein jeder kennt. "Abenteuer 1880"-SpF, die es plötzlich statt des heiligen Grals mit einem schwarzen Hexenkessel zu tun haben, plus einer ihn hütenden und noch im Verborgenen existierenden Geheimgesellschaft der Templer (nun wird auch klar, warum deren Orden im finsteren Mittelalter einst zerschlagen und der Großmeister verbrannt wurde), oder ähnliches liegen dann ebenso im Trend...

    Nu, ich hoffe, Euch hat's gefallen; falls es "nichts neues im Westen" war, tant pis, falls doch...

    Hic iacet Arthurus, rex quondam, rexque futurus!
    Greetinx & many Thanx to Ralf Bleh!

    Leserbrief zu Grailing

    md_eibl.gif

    Robert Eibl

    md_knol.gifmd_line2.gifmd_knor.gif

    Der Digest (MD/DRoSI/Archont)

    © Copyright by Dogio