Religionen

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Halli Hallo,

da meiner einer leider leider von allen einschlägigen NewsGruppen verdrängt worden ist (strikte Firmenanweisung(seufz!)) wollte ich mal eine Diskussion über die Probleme von Gruppen mit gemischter Priesterbesetzung anregen. Ich weiß, sowas läuft auch in den NewsGruppen und ist da vielleicht auch schon totgequatscht worden aber meine Erfahrungen als Meister und Spieler kann ich ja trotzdem mal loswerden und anfragen wie daß andere so spielen.

Also:

Was gibt es den so auf Midgard? Einen bunt gemischten Götterhaufen mit unterschiedlichsten und teilweise gegensätzlichen Launen und Vorlieben. Diese Götter sind tatsächlich präsent, sie wirken in klar "dokumentierten" Fällen, ihre Taten sind sogar relativ deterministisch provozierbar ohne deswegen weniger göttlich zu sein.

Diese Götter werden auf Midgard in ihren weltlichen Belangen von einer Priesterschaft vertreten, die nun wirklich nicht das Problem hat an der Existenz ihrer ChefChefs zweifeln zu müssen. Sie sind sogar relativ gut über deren besondere Vorlieben und Abneigungen informiert, wissen! also in wie weit ihr Verhalten gottgefällig ist; sehr viel Zweifel dürfte es im Leben eines Priesters eigentlich nicht geben.

Soweit die Theorie, in der Praxis gibt es (warum auch immer) Abenteurergruppen in ausgesprochen gemischter Besetzung: Meuchler zusammen mit Ehrlichkeitsfanatikern, Krieger mit Pazifisten (möglichst alle mit guten Kontakten zu den entsprechenden Göttlichkeiten) etc.

Was passiert also, wenn ein Priester aus gruppendynamischen Gründen einen halbtoten Dieb heilen soll, sein Gott dessen Lebensweise jedoch grundsätzlich ablehnt, ja zu dessen Bekämpfung aufruft. Noch schlimmer wird es ja, wenn eine Gruppe ein Grab plündern will, das einem Gott geweiht ist, dessen Priester ebenfalls anwesend ist.

In dem konkreten Fall, der mir gerade im Gedächtnis ist, wollte die Gruppe genau eine solches Grab ausräumen (es gab sogar gute Gründe dafür). Der Priester einem Kriegsgott geweiht und hatte noch einen entsprechenden Geweihten dabei. Das Resultat war eine wüste Inner-Party-Schlacht, die den Priester auf der Strecke ließ und den überwältigten Geweihten aus der Gruppe vertrieb. Das ist zwar ausgelebtes Rollenspiel aber trotzdem nicht wirklich befriedigend.

Wie kann ein Priester glaubwürdig bleiben, wenn er seine Überzeugungen, und sei es auch nur in Einzelfällen, hinter die Gruppenbedürfnisse zurückstellt? Wie reagiert der Gott darauf.

Ich glaube, daß wir da schon etliche Varianten durchgespielt haben, folgend mal eine kurze Aufstellung:

1. Der Gott als Dienstleister.
Ein Priester ist praktisch ein Magier mit den entsprechenden Restriktionen und Vorteilen.

2. Der Gott als Aufseher.
Der Meister versagt dem Priester die entsprechenden Wunder, wenn dies nicht zum Charakter des Gottes paßt.

3. Der Gott als Buchhalter.
Der Meister führt eine Liste, in der die gottgefälligen Taten gegen die Fehltritte aufgerechnet werden. Wird der Saldo negativ, ist es vorbei mit den Wundern, die müssen sich dann erst wieder erarbeitet werden.

Das sind aber alles technische Ansätze, entscheidend für mich ist jedoch das Verhalten des Charakters, also des Priesters selbst. Der kann doch nicht versuchen mit seinem Gott um seine Wunder zu kungeln. Er ist doch nicht Priester wegen der Wunder, sondern weil er an den Gott und dessen Überzeugungen glaubt. Lebt er das jedoch konsequent aus hat die Gruppe im Zweifelsfall richtig Probleme. Der Punkt ist doch, daß Priester nicht so sonderlich flexibel in ihren Taten sein können. Sie sind wohl tolerant aber Ketzer aktiv in ihren frevlerischen Taten zu unterstützen?

Vielleicht ich da auch zu verbohrt in meinen Ansätzen aber es würde mich schon interessieren, wie andere das spielen. Wie gesagt, ein Verweis auf News-Groups hilft mir nicht wirklich.

Schöne Grüße

Dirk

Der Digest (MD/DRoSI/Archont)

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