Giftmischer

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"Magst Du Pilze?" und mit einem ironischen Grinsen hält Lettrotes dem überraschten Ixal ein rundes Etwas vor die Nase. "Der sieht doch geniessbar aus genauso wie die roten Teile da auf Deinem Tisch", erwidert Ixal, "und außerdem solltest Du etwas aufpassen: die Farbe könnte irgendwie abfärben." - "Ja, das schreibt Vernet auch bei seiner Erklärung zu diesem Korallenpilz. Aber die Pilze sind wohl recht gut geeignet, um Stoffe einzufärben und diese rote Farbe erinnert mich an die Kleidung der Roten Männer aus Eschar. Das sind Ordenskrieger vom Stamm der Asad und tragen nur rote Kleidung. Würde mich mal interessieren, wie die zu der Farbe ihrer Kleidung kommen. Ob das dieser Korallenpilz ist?" und fragend schaut Lettrotes Ixal an. "Hmm, möglich, doch dazu müßte man am besten einen Einheimischen dort fragen. Vielleicht weiß ja auch ein Geschichtskundiger mehr darüber." - "Wenn's ein Magier ist, dann weiß der möglicherweise auch was über die magische Wirkung von diesem Wiesenfeigling, denn das Speichern von Magie in einem Pilz klingt sehr interessant. Ich versuche mal mehr darüber herauszufinden. Bis dahin sollten wir aber auf eine Pilzsuppe verzichten."

Damit erscheint nun die nächste Ausgabe des legendären Giftmischers:

Ausgabe 16

Gelber Wiesenfeigling

Der Wiesenfeigling ist ein kleiner, kugeliger Pilz. Der Durchmesser variiert stark, die kleinsten Exemplare sind etwa kirschgroß, die größten reichen einem Halbling bis ans Knie. Die Kugeln, die auf ganz kurzen Stielen sitzen, sind blaßgelb bis bräunlich gefärbt, ihr Inneres ist grellgelb und ziemlich fest.

Vork.: Der Wiesenfeigling wächst auf feuchten Wiesen, meist im Gras verborgen, in gemäßigtem Klima; selten; er wird oft mit anderen, ähnlichen Pilzen, eßbaren wie giftigen, verwechselt, kann jedoch an seinem gelben Fleisch ziemlich sicher identifiziert werden. Meistens wachsen die Wiesenfeiglinge in Form von Kreisen (Hexen- oder Feenringe genannt).

Verw.: Der Wiesenfeigling ist eßbar; er schmeckt ähnlich wie süße, getrocknete Feigen (daher der Name), ist nicht giftig und auch roh schmackhaft und gut bekömmlich. Daneben hat der Wiesenfeigling noch die Eigenschaft, Magie anzuziehen und gewissermassen zu speichern. Befindet er sich im Wirkungsbereich eines Zaubers, so entzieht er dem Zauber einen Teil seiner Kraft (d.h. Opfer erhalten WM+4 auf ihre Resistenzwürfe). Zaubert andererseits jemand in der Nähe (bis 3 m Abstand) solcher jetzt magisch aufgeladenen Pilze, so wird die magische Energie wieder frei (d.h. der Zauberer spart bis zu 3 AP beim Zaubern). Nachdem die Pilze auf diese Weise 3 AP freigesetzt haben, befinden sie sich wieder in ihrem ursprünglichen, nicht magischen Zustand. (Die Anzahl der Pilze hat auf die AP-Zahl keinen Einfluß, ein einziger, mindestens faustgroßer Pilz genügt). Zauberer, die diesen Effekt kennen, stellen sich gerne in solche Hexenringe (Feen errichten manchmal ihre Siedlungen darin), um sich die Wirkung zunutze zu machen.

Die magisch aufgeladenen Pilze haben nun allerdings eine kaum vorherzusagende Wirkung, wenn sie gegessen werden; so sollen z.B. jemandem, der solche Feiglinge gegessen hatte, Eselsohren gewachsen sein. Außerdem hält sich die magische Energie beliebig lange. Man sollte also diese Pilze nur mit Vorsicht (bzw. nach Anwendung von 'Erkennen von Zauberei') essen.

Koron

Korallenpilz

Aussehen: Kugelförmiger, mit zahlreichen Lamellen überzogener, blaßrosa bis weißer Pilz, der zumeist direkt auf umgefallenen Nadelbäumen zu finden ist und nach Harz riecht. Reife Pilze verlieren ihre Färbung zugunsten eines zunehmend dunkler werdenden Rot, welches von Milliarden abgesetzter Sporen herrührt.

Vorkommen: An zahlreichen, abgestorbenen Nadelgehölzen, und dann in großer Zahl (5-20 Stk.).

Verwendung: Der Pilz ist geniessbar, wenn auch nicht jedermanns Geschmack, da ein harziges Aroma vorherrscht. Außerdem bekommt man rote Zähne und Zunge davon.

Größere Anerkennung findet der Korallenpilz bei Färbern, Malern und Kosmetikern, denn der Farbstoff der Sporen läßt sich leicht herauslösen (dauerhaftes Einlegen in Alkohol) und dient dann als deckkräftige, nahezu rosenrote Farbe. Mit dem zurückgebliebenen, durch Destillation verdickten Extrakt aus etwa 100 Pilzen läßt sich eine Fläche von 1qm deckend oder 5qm durchscheinend einfärben. (Mit Wasser nicht ab-/aus-waschbar !)

gez. Vernet Branka
(Man sagt, er habe magische Kräfte)

Die Giftmischer sind und bleiben

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Wil & Letti

Der Digest (MD/DRoSI/Archont)

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