Doppelcharaktere

Moin,

entschuldigt, falls ich eine Uraltdiskussion neu starte. Aber ich habe die Newsgroup erst vor einer Woche entdeckt.

In unserer MIDGARD-Runde ist ein "Streit" ausgebrochen: Soll man es grundsätzlich zulassen, daß eine Figur zwei Charakterklassen angehört, wenn dieses über die Vorgeschichte der Figur begründet wird.

Hat da draußen schon irgendjemand Erfahrungen mit gemacht? Oder mit einem gänzlichen verzichten auf die Charakterklassen?

Bitte meldet Euch!

Mike Merten

Antwort 1:

In dem Box-Midgard (also Klee-Ausgabe) ist in der zweiten Box doch eine ganz brauchbare Regelung drin... Ok ein bißchen feilen hier und da (aber dann gehts gut!)

Panther

Antwort 2:

Also gerade bei Midgard ist das ja so eine Sache, da man hier ja seine Fertigkeiten in Abhängigkeit von der Characterklasse billiger oder teurer bekommt, ansonsten würde ich da keine Schwierigkeiten sehen.

Ein anderes Thema ist die Gruppenstruktur, in den meisten Rollenspielen ist es so, das eine Gruppe gemischt sein sollte, wobei jede Characterklasse ein oder mehrere Spezialgebiete besetzt. Wenn man jetzt aber anfängt die Spezialgebiete allgemein zugänglich zu machen, kann schnell der Spielspaß rausgehen, weil es dann möglicherweise, so kommt das entweder der Allrounder der mehrere Klassen repräsentiert oder der Spezialist, der nur eine Klasse repräsentiert, sich unnütz fühlen.

[Dieses Argument ist in unserer Gruppe leider unbrauchbar. Bei der Erschaffung einer neuen Figur interessiert nur, woran der betreffende Spieler Lust hat, und bei der Entwicklung (also dem Verbraten von Erfahrungspunkten) geht es nur darum, was die Figur meint, lernen zu müssen. Ich persönlich finde das auch weit besser als eine Gruppenoptimierung ("Dein Kämpfer der grade gestorben ist, war einer von dreien. Da aber unser Dieb weggezogen ist, mußt Du jetzt einen Dieb spielen"). Den meisten Leuten wird es leichter fallen, rollengerechtes Verhalten zu entwickeln, wenn die Figur wirklich auf ihrem Mist gewachsen ist. --Mike Merten]

[So war das auch nicht gemeint, ich habe es zwar gerne wenn von jedem ein bissel dabei ist, im Endeffekt ist es aber auch jeden selbst überlassen. Was ich meinte ist, das trotzdem ein Kämpfer zum Kämpfen da ist, ein Dieb für die Sozialisierung von Privateigentum, ein Zauberer zum Zaubern. Wenn jetzt aber der Kämpfer anfängt Magier zu werden, ist er fürs Kämpfen und Zaubern zuständig und damit hat er (das wird jetzt ein dummer Satz, aber ich hoffe mit der Formulierung mache ich klar was ich meine) zwei drittel Anteil am Spiel, während der einfache Dieb und der einfache Zauberer nur jeweils ein drittel besetzen.--Matthias Mensing]

[Nicht ganz unwahr... Solche Hyper-Charaktere haben mir auch schon manchmal die Stimmung versaut. Krieger die mit Feuerbällen um sich schmeißen anstatt zum Schwert zu greifen... Es ist doch viel schöner, wenn man andere zum Überleben braucht. Sollte die Gruppe sehr klein sein, kann der Spielleiter ihnen immer noch eine der Gilden als 'Arbeitsamt' empfehlen. Gut bezahlte Jobs werden von NSC's immer gerne angenommen --Dogio]

Von daher würde ich speziell bei Midgard wahrscheinlich zum einen die Logik entscheiden lassen (z.B. Priester zweier Götter geht nicht, ohne das er auf die Magie des ursprünglichen Gottes verzichtet) und wenn nichts dagegen spricht ihn aber zur Bedingung machen das er immer die teureren Kosten für seine Fertigkeiten von nun an berechnen muß (das kommt gerade bei Midgard mitunter sehr teuer).

[Das mit der "Logik" hatte ich ja schon geschrieben. Es sollen nur dann zwei Klassen für eine Figur möglich sein, wenn das über die Vorgeschichte begründet wird. Und ob die Begründung paßt, das entscheidet der Spielleiter. Aber immer die höheren Kosten? Das hört sich nicht so an, als wenn Du das schon mal in der Praxis versucht hättest. Momentan ist es doch so: Ein Kämpfer bekommt seine "Kämpfer-Fertigkeiten" billig, die eines Glücksritters sind teuer. Nach Deinem Vorschlag bleiben die "Glücksritter-fertigkeiten" teuer, aber die "Kämpfer-Fertigkeiten" werden auch teuer, wenn die beim Glücksritter als Ausnahmefertigkeiten gelten. Irgendwie nicht überzeugend.--Mike Merten]

[Bei Midgard hab ich auch noch keine Erfahrung damit gemacht, lediglich bei AD&D, da ist es zwar von den Regeln her beschrieben, enthebt aber die Gruppe nicht des Problems das plötzlich ein "Alleskönner" (nicht so wörtlich nehmen) in der Gruppe ist. Von daher habe ich eine eher negative Grundeinstellung zu der Idee der Doppelcharactere, und von daher wollte ich eigentlich nur umgehen das ein Character plötzlich doppelt soviel Fertigkeiten als billige Skills erhält, sonst könnte leicht das Gleichgewicht schwinden, oder??--Matthias Mensing]

Man könnte das damit begründen das die billigen Kosten für Fertigkeiten ja dadurch entstehen das man für eine Klasse typische Fertigkeiten quasi nebenbei lernt, während man für anderes täglich üben muß. Jemand der nun zwei Klassen repräsentiert hat ganz automatisch weniger Gelegenheiten (der Tag hat nunmal nur 24h) für ihn typische Aktionen zu tun.

Gegenargumente wie z.B. das der Character ja nun zwar nicht so häufig wie sonst, aber immer noch häufiger als ein Nichtangehöriger der entsprechenden Klassen, diese Handlungen tätigt, und von daher mindestens einfach ein arithmetisches Mittel (addieren und durch Anzahl der Summanden teilen) benutzt werden müßte, kann man dadurch entkräften das man kurzerhand erklärt das es das Spielgleichgewicht stört wenn ein Character zu mächtig wird.

[Das Argument ist nicht neu. Aber stimmt es? Figurenerschaffung: Ein Kämpfer erwürfelt 10 Fertigkeitspunkte, ebenso ein Glücksritter und ein Kämpfer/Glücksrittet. Der K holt sich für 10 Punkte K-Fertigkeiten, der G für 10 Punkte G-Fertigkeiten und der K/G jeweils für 5 Punkte K- und G-Fertigkeiten. Der beste Kämpfer von den dreien ist der reine K, der beste Glücksritter der G. Der G/K kann beides nur halb.

[Nicht unbedingt, da der G/K jetzt mehr billige Skills hat, als jeweils die einzelnen K und G.--Matthias Mensing]

Irgendwann hat dann der K 2000 EP in seine K-Fähigkeiten investiert, der G 2000 EP in seine G-Fähigkeiten. Und der K/G? Der hatte für jede seiner zwei Klassen nur jeweils 1000 EP zur Verfügung. Wieso soll also eine Zwei-Klassen-Figur stärker sein? Gut, wenn sie immer den billigeren Preis bezahlen muß, dann stimmt das. Aber zum einen kann man das etwas abmildern, daß dann, wenn irgendetwas bei der einen Klasse eine Grundfertigkeit ist, bei der anderen eine Ausnahmefertigkeit, daß man dann den normalen Preis zahlt, zum anderen kann man Ein-Klassen-Figuren einen Rabatt von vielleicht 10% gewähren. Tschau --Mike]

[Naja, man müßte sehen ob 10% realistisch sind, oder man hebt alle Skills um eine "Teuerungsstufe", also alle billigen werden medium, alle teuren bleiben teuer, o.s.ä. --Matthias Mensing]

Ebenso wenn Du völlig auf die Zweiklassencharactere verzichten willst, kannst Du auch erklären das man zwar viel Interesse an der anderen Klasse hat, mit seiner ersten Klasse ist man aber quasi aufgewachsen und hat in dieser sei Hauptgewicht seiner Erziehung genossen. Dinge die man in seiner Jugend erlebt hat und die mit der neuen Klasse zu tun haben, waren daher nicht so ausschlaggebend wie die Dinge der alten Klasse. Hope it helps. Adios--Matthias]

Beteiligte Personen:
Hendrik S. Röpcke
Gerd-Michael Merten
Matthias Mensing

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