Der Marktschreier

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Von Gunnar Radons:

Zum Marktschreier in MD33:

Sprachen

Ich kann Jörg in einem Punkt nicht ganz zustimmen: Die Abenteurer müßten sich in diesen Regionen, wo sie die Landessprache nicht beherrschen, auf Abenteuer der Machart: "Ich begleiten Deine Karawane - Du mir geben wieviel?" "Ich haue auf die Angreifer drauf" beschränken, und wer würde schon solche Abenteuer spielen wollen?

IMHO ist hier der Ansatz falsch. Die Spieler müßten sich nicht auf derartige Abenteuer beschränken, sondern auf die o.g. Kommunikation innerhalb der Abenteuer.

Wenn meine Figur z.B. aus Waeland kommt und nach Medjis oder meinetwegen Alba gerät, deren Sprachen sie z.B. nur auf Grad 3 (in unserer Gruppe gibt es 6 Sprachgerade, abhängig von Intelligenz, Stand und Ausbildung) beherrscht, dann kann sie eben mit den Leuten nur in einer Art Pidgin-Dialekt reden, ausgenommen diejenigen NPC, die selbst eine Fremdsprache auf höherer Stufe besitzen.

Ich bin mir dann nicht zu Schade das Gestammel auch im Spiel anzubringen (wenn ich es nicht gerade vergesse). Oder mir ein Blatt Papier (etc.) zu greifen und Skizzen zu machen oder in einer anderen Sprache meine Fragen aufzuschreiben und dann mit diesem Zettel hausieren zu gehen (das ist besonders einfach wenn man Magier spielt; sofern eine Gilde existiert gibt es dort fast immer jemanden der eine der alten Zaubersprachen lesen kann - Es sein denn der SL...).

Also Gestammel macht eine fremdländische Figur erst richtig lebendig und liefert sofort manch kurzweiligen Beitrag zum Spielabend.

Nachtsicht

Zwei Teilfragen zur Nachtsicht, die eine an alle Spieler und SL, die andere an die physikalische Fraktion. Es geht um einen Punkt der in unserer Gruppe immer wieder diskutiert wird, wenn es um nachtsichtige Wesen oder um den Spruch 'Sehen in Dunkelheit' geht. Ich entschuldige mich schon jetzt, wenn sich vielleicht eher die NatWi's angesprochen fühlen mögen. Kommentare sind jedoch von jedem willkommen.

Wie funktioniert diese Nachtsicht eigentlich?

Die Diskussion zwischen meinen SL's und mir, lassen sich auf den Zusammenprall zweier Auffassungen zurückführen:

  1. Man sieht Wärmeunterschiede, kann also die IR-Emission aller Körper erkennen und insbesondere auch kleinste Differenzen unterscheiden (das ist meine Auffassung).
  2. Alle Körper, außer die von Lebewesen, sind im Temperaturgleichgewicht mit ihrer Umgebung. Man sieht Objekte also nur, wenn sie von Außen zusätzlich aufgeheizt werden.

Das scheint so ziemlich dasselbe zu sein und soweit es sich um Tiere/Menschen handelt habe ich auch keine Schwierigkeiten. Allerdings bin ich es leid im dunklen, nächtlichen Wald immer wieder gegen Bäume zu laufen, weil ich die angeblich nicht sehen kann, da sie keine Eigenwärme besitzen.

Außerdem werde ich sofort von einer Fackel etc. empfindlich geblendet, obwohl IMHO das Auge die Helligkeitsdifferenzen wie normal ausgleichen müßte.

Schwerpunkt meiner Frustration ist, daß wir uns immer wieder - besonders bei Nacht oder in Höhlen - raufen, welche Objekte man sieht und nicht. Nach meiner Auffassung, sieht man feine Differenzen, da die meisten Objekte des täglichen Lebens (lebende Äste, Tiere, Bodenunterschiede..., nicht jedoch tote Äste!) auch nach einigen Stunden (in der Nacht) nicht auf Umgebungstemperatur abgesunken sind. D.h. sie sind kälter oder wärmer als die Umgebungsluft, so daß sich Schatten oder Lichtflecken abzeichnen müßten.

Das wird von meinen (meistens) SL's verneint. (Und dazu würden mich Eure Kommentare interessieren)

Nachschlag für die physikalisch interessierten Digester:
Nach meiner Meinung verschiebt und verzerrt Nachtsicht die Empfindlichkeits-Funktion (S) des Auges soweit in den roten Spektralbereich, daß ein signifikanter Teil davon im Infraroten liegt (bei einem Wellenlängenbereich von ca. 0.7 my bis 10 my sind das Temperaturen von einigen tausend K bis hinunter zu etwa 290K). (Anm. für Astronomen: das wäre der Bereich der I bis M-Filter)).

Wohlgemerkt, wir reden nicht über extremes IR und Mikrowellen (obwohl das auch recht reizvoll wäre). Alternativ könnte S auch dupliziert werden, d.h. zusätzlich zum normalen Sehen sieht man auch im IR. Aufgrund der spektralen Breite müßte S aber immer gezerrt werden. Nach meiner Auffassung bedeutet dies immer, man sieht selbst kleinste IR-Unterschiede (Stichwort: 'Das Auge als Fabry-Perrot-Interferometer').

Besonderheit meiner Auffassung: Sehen in Dunkelheit könnte auch bei Tag eingesetzt werden, etwa bei der Jagd.

Irgendwelche Kommentare hierzu?

(Regelpuristen werden jetzt erkennen, daß ich aus dem hohlen Bauch argumentiere und die entsprechenden Regeln vor meinem Schrieb nicht explizit durchgelesen habe. Während des Spiels blättern wir aber auch nicht dauernd im Buch).

Alles Gute

Gunnar Radons

Der Digest (MD/DRoSI/Archont)

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