Gaelland (RuneWelt)

Gaelland ist die größte Insel der östlichen Gothan-See. Die Insel besitzt in ihrer südlichen Hälfte ausgedehnte Waldgebiete, die teils von Elben, teils von Menschen bewohnt werden. Im Norden wird das Land felsiger und fällt zur Nordküste hin schließlich in steilen Klippen ab. Die Berge im Inland sind aber zumeist eher runde Kuppen als schroffe Bergspitzen, von denen mehrere Flüsse sich auf das Meer zu winden.

Das Klima ist ziemlich feucht; Nordwestwinde nehmen das Wasser auf ihrem Weg über die Gothan-See auf und geben es an den Hängen der Inselgebirge weitgehend wieder ab. Das Ergebnis ist ein einigermaßen fruchtbares Klima, in dem Rinder, Schweine und Getreide gut gedeihen.

Die vorherrschenden Menschen auf Gaelland sind die Gaeli, ein kriegerisches Volk, das das Land seinerzeit den Fomyr abgerungen hatte. Außer den Gaeli, deren Sprache sich als Verkehrssprache durchgesetzt hat, leben dort noch Überreste der alten Kultur der Luannu, ein Volk von Mondanbetern mit mächtigen Zauberern, das den Dämonenhorden der Fomyr lange und zäh Widerstand leistete, vereinzelte Stämme hennghischer Herkunft, die unter den Fomyr einwanderten, und an der Westküste varangische und gotaländische Siedler. Das südlichste Ende der Insel steht inzwischen unter der Herrschaft Gotalands, das sich die traditionelle Uneinigkeit der Könige und Fürsten Gaellands zunutze gemacht hat. Die Elben bewohnen den nordwestlichen Teil des Waldgebietes, den sie gegen alle Menschen erfolgreich verteidigen. Selbst zum Höchststand fomyrischer Macht waren weite Gebiete des Elbenwaldes frei von der Herrschaft dieser Eroberer aus dem Norden.

Die Politik Gaellands ist die vieler kleinerer Könige, deren Vorfahren ihre Reiche den Fomyr allmählich abgerungen haben. Die Menschen luannischer Abstammung hatten ihre Fürsten in langjährigen Kriegen verloren, so daß sie nach dem Abzug der Fomyr keine eigenen Reiche gründeten.

Die Geschichte Gaellands besteht aus einer Aufzählung von Kriegen zwischen Menschen kelmanischer Abstammung und Sprache (Luannu, Gaeli), Hennghi und Fomyr.

Bereits zur Zeit der Finsternis, wie der Grabenbruch im heutigen Poenis mit seinen den Himmel verdunkelnden Vulkanausbrüchen auch genannt wurde, wanderten die kelmanischen Stämme in die Länder im Osten der Gothan-See. Dort trafen sie neben Elben und Zwergen auch auf die menschlichen Ureinwohner (Vorfahren der Hennghi), die als primitive Jäger und Fischer lebten. Diese hatten gegen die dichter siedelnden und deshalb menschenreicheren Kelmani keine Chance und mußten sich allmählich in die unwirtlicheren nördlichen Bereiche der Küste der Gothan-See zurückziehen. Dort trafen sie auf die Fomyr, die sie zunächst wegen der ständig nachdrängenden Stämme aus dem Süden zurückdrängen konnten. Die Fomyr sind ein Volk, dessen Legenden es zu nahen Verwandten der Riesen des Nordens macht. Der durchschnittliche Fomyr ist 1, 90 Meter groß und breitschultrig. Bis auf ihre an Raubtiere erinnernden Zähne gleichen sie ansonsten hochgewachsenen, dunkelhaarigen Menschen. Ihr Heimatland ist eine Insel im Norden der hennghischen Inseln, auf der ihre Festungen aus der Zeit ihrer Kriege gegen Elben und Zwerge stehen.

Zur Zeit der hennghischen Nordzüge hatten die Fomyr die felsigen Küsten der nördlichen Inseln dünn besiedelt; sie unterhielten Erzminen im Landesinneren, mit deren Erträgen sie die Essen ihrer Heimat fütterten. Zwar besaßen die Fomyr schon damals eine fortgeschrittene Metalltechnologie, sie waren aber nicht auf die Invasion verzweifelter Primitiver mit Steinwaffen und Geistermagie vorbereitet. Die Geister der hennghischen Schamanen brachten ihren Kriegern den Sieg über die Vorposten fomyrischer Zivilisation ein.

Die Luannu und Oghier waren die kelmanischen Völker, die an vorderster Front gegen die Hennghi kämpften. Sie besiedelten schließlich Gaelland (damals An'Luannu) und Nan Ogh, sowie das heutige Gotaland und Welsi. Im Gegensatz zu Fomyr und Hennghi hatten sie ein gutes Verhältnis zu den Elben und auch zu den Zwergen; mit den Elben teilten sie sogar die Verehrung der Landmutter und der Mondgöttin. Im nördlichen Nan Ogh standen sie den Elben und Sidhe sogar im Kampf gegen die eisenbewehrten Fomyr bei und verdienten sich damit die Unterstützung dieses älteren Volkes; die Druiden lernten einen großen Teil ihrer besonderen Fähigkeiten von den Zauberern der Sidhe.

Die Kämpfe zwischen Elben und Fomyr waren schon lange vor der Finsternis ausgebrochen. Als die Elben jetzt menschliche Verbündete angeworben hatten, waren sie auf einen Schlag zahlenmäßig überlegen und konnten auch den Nachteil ihrer Verletzlichkeit gegenüber Eisen ausgleichen. Die Fomyr hatte schon einmal ein Volk versklavt: die unterirdischen Dverrow, die beim Ansteigen des Meeresspiegels in Fomyr an die Oberfläche getrieben worden waren. Nur mit Hilfe dieser geborenen Bergleute hatten die Fomyr ihre Riesenmengen Eisen herstellen können. Jetzt brauchten sie gegen die neue Bedrohung durch die Allianz aus Elben und Menschen Kämpfer, die bereit waren, im Tageslicht zu kämpfen, das die Dverrow zu Stein erstarren ließ. Sie lösten das Problem, indem sie die Hennghi unter ihre Gewalt brachten. Ihre Zauberer schickten den hennghischen Schamanen ihre Dämonendiener, die ihnen die Vorteile der Zusamenarbeit (und vor allem die Nachteile des Widerstands) darlegten. Mit diesen neuen Truppen begannen die Fomyr die Eroberung der Länder östlich der Gothan-See. Die unterworfenen kelmanischen Völker mußten Tribut an Menschen und Gütern nach Fomyr liefern, die auf Nimmerwiedersehen verschwanden. Ihre Schiffe, Konstuktionen aus lederbespanntem Stahl, beherrschten die Meere. Die Luannu und die Oghier bluteten allmählich gegen die Fomyr und ihre Schergen aus, und mit ihnen auch der Kriegeradel ihrer südlichen Nachbarn und Freunde. Dieser wurde mit der Zeit von einem anderen kelmanischen Stamm, den kriegerischen Gaeli, ersetzt, die auf diese Weise immer weiter nach Norden zogen und schließlich auch auf Gaelland die Führung der Menschen an sich rissen. Wo sie herrschten, holten sie ihre Familien und Freunde nach, und so entstand ein Gegengewicht zu der Fomyr-Herrschaft. Mehrere Jahrhunderte schwankte das Kriegsglück zwischen Fomyr und Gaeli hin und her, als eines Tages von Westen kommend Varanger in den henngischen Inseln einfielen. Zuerst kamen sie nur als Robbenjäger und errichteten Stützpunkte für die Jäger. Diese Stützpunkte wurden des Öfteren von Hennghi angegriffen, aber wegen der reichen Robbenvorkommen hielten die Varanger nicht nur stand, sie holten sogar Siedler auf die von ihnen kontrollierten Inseln. (Dies geschah etwa 400 Jahre vo den aktuellen Ereignissen. Die Insel Farirsholm gehörte zu den ersten größeren varangischen Ansiedlungen östlich der Gothan-See.)

Diesem Zweifrontenkrieg waren nicht einmal die Fomyr gewachsen, und während die Varanger die westlichen Inseln eroberten, rückten von Süden her die Gaeli nach. In nur 30 Jahren hatten sie alle fomyrischen Stützpunkte auf Gaelland und den benachbarten Inseln ausgemerzt. Gaelische Clan- und Heerführer gründeten auf den Trümmern der Fomyr-Herrschaft eigene Königreiche und Fürstentümer. An den Küsten breiteten sich die Varanger aus. Noch während der Vertreibung der Fomyr (und mit ihnen der meisten Hennghi) begannen die ersten Schlachten zwischen Varangern und Gaeli. Seitdem hat sich die Situation aus Gaelland gefestigt; das südlich benachbarte Gotaland, vormals ebenfalls unter gaelischer Herrschaft, wenn auch mit saxmanischen Bevölkerungsgruppen, wurde aber von den Varangern erobert. Das daraus entstandene Königreich war der erste Varanger-Staat neuen Musters, in dem die Varanger Kultur und Lebensweise der unterworfenen Völker absorbierten und verfeinerten. (Ein späteres, aber noch besseres Beispiel hierfür ist Gatalan im Nordosten des poenischen Imperiums. Der dortige Ritteradel ist zum größten Teil vor 150 Jahren auf Langschiffen eingewandert...)

Seit etwa 40 Jahren hat Gotaland jetzt seine Hände nach Gaelland ausgestreckt. Die gaelländische Küste gegenüber von Gotaland befindet sich fest im Besitz der gotaländischen Krone, das Land dahinter weniger fest, aber um so schärfer umkämpft.

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Hendrik 'Panther' S. Röpcke

Der Digest (MD/DRoSI/Archont)

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