KanTaiPan (außerhalb des TsaiChen-Tals)

Hallo Leute,
zu Sylvester gibt's einen kleinen privaten Con und ich wollte ein Abenteuer im KanTaiPan der Dunklen Dreiheit entwickeln.

Dabei ergab sich folgendes Problem: Seit Jahren habe ich die KanTaiPan-Box nicht mehr angerührt und vor kurzem verkauft. Die offiziellen Abenteuer in KanTaiPan sind mir nicht bekannt. Und die Spieler, die ich am Tisch haben werde, haben aus vergangenen Abenteuern in verschiedenen Runden eigene Vorstellungen zu KanTaiPan.

Deshalb habe ich verschiedenste Quellen durchforstet (mein Wissen über das historische und mythologische China, KaraTur von Forgotten Realms, die Midgard-Weltbeschreibung, und sonstige Quellen, aus denen sich eine diffuse Vorstellung über ein mögliches KanTaiPan zusammensetzt). Daraus habe ich eine Gliederung entworfen und einfach mal angefangen zu schreiben. Das Ergebnis wollte ich den Spielern zuvor zukommen lassen, damit alle von einer gemeinsamen Basis ausgehen.

Was so langsam entsteht, ist ein langer Text zu KanTaiPan, wie ich es mir vorstelle. Dabei berücksichtige ich kaum die Einzelheiten des offiziellen Midgard-Universums.

Hier jetzt meine Fragen:

Gruß
Frank

Um zu verdeutlichen, worum es geht, hier der bisherige Text:


KanTaiPan (außerhalb des TsaiChen-Tals)

Das Volk der KanTai

Das Volk der KanTai besteht aus vielen ehemals getrennten oder eingewanderten Volksgruppen. Trotzdem gibt es seit vielen Generationen einige verbindende Elemente dieser Volksgruppen, so daß doch von den KanTai gesprochen werden kann.

Zuoberst ist die Dunkle Dreiheit zu nennen, die nun schon seit über 200 Jahren über ganz KanTaiPan herrscht (mit Ausnahme des TsaiChen-Tales). Nach offizielle Geschichtsschreibung allerdings dauert die Herrschaft der Schwarzen Adepten schon über 600 Jahre. Um so länger die Herrschaft einer Dynastie - oder wie hier, einer Priesterkaste - andauert, um so richtiger muß es sein, daß die Herrschaft weiterbesteht. Schon hier wird eine der Hauptaufgaben des Ministerium für Historische Studien und Zensur deutlich.

Viel verbindender sind allerdings das Kaisertum, die Abwehr der Barbaren, die gemeinsame Amtssprache KanTaiTun und die gemeinsamen alten Religionen und Philosophien.

Kaiser gibt es tatsächlich schon seit vielen Hunderten von Jahren. Über die Generationen gab es durchaus Kaiserinnen, mehrere Kaiser gleichzeitig und neu hinzugewonnene, wieder verlorenen und zurückeroberte Provinzen. Die konstante Bedrohung durch die Panzerreiter der Tegarischen Steppe, der Grahas aus Rawindra und großer Kopfjäger-Stämme aus Minangpahit hat die Institution des Kaisers, des Reichsmilitärs und der Reichsverwaltung gestärkt. Mögen die Bewohner aus der Mitte des Reiches auch unter Steuerlasten gestöhnt haben, die überregional eingesetzten und hochgebildeten Beamten haben immer wieder dafür gesorgt, daß die Verteidigung (und Ausdehnung) der Reichsgrenzen ein Ziel des ganzen Volkes blieb.

Da die Völker KanTaiPan sich durch regionale Dialekte und Gebräuche stark voneinander unterschieden, hätte eine Reichsverwaltung nur als Herrschaft und nicht als wohlwollenden Schutz verstanden werden können. Allerdings hatte der weise fünfte Kaiser ChihMeng aus der dritten Dynastie eine kulturschaffende Meisterleistung durchsetzen lassen: Er reformierte die Schriften seiner Untertanen zur vollkommenen Schrift der Lehre. Er ließ die Sprache des Volksstammes, aus dem er stammte, zur Amtssprache erklären und er sorgte dafür, daß Beamten und Offiziere ab einer bestimmten Rangstufe in der Reichshauptstadt ihre Ausbildung erhalten müßten. Selbstverständlich mußte die Prüfungen in der Schrift der Lehre und in der Sprache des Kaiserhofes abgelegt werden. Bald entwickelte sich Schrift und Sprache zur Grundlage allen überregionalen Handels und Verwaltens.

Die alten Religionen und Philosophien haben das Denken aller KanTai seit Generationen geprägt. So findet man sowohl bei den südlichen Dschungeljägern, wie auch bei den Reisbauern am großen Fluß die Geisterabwehr durch verwinkelte Hof- und Hauseingänge. Wandermönche, die den Weg der Harmonie oder den Weg der Erleuchtung praktizierten gehörten im ganzen Reich zum Straßenbild.

Obwohl also jeder KanTai jedem Barbar beteuern wird, daß er ein KanTai ist, gibt es doch immer noch unterschiedliche Volksstämme, die durch Aussehen, Tracht, Baustile, Sitten und Gebräuche unterschieden werden können.

Die Wiege der Kultur der KanTai stellen die Bewohner der Ebenen am großen Fluß dar. Hier wurde der Reisanbau bis zur Vollendung weiterentwickelt. Hier nahmen die ersten bedeutenden Bauwerke Gestalt an: Die langen Dämme, die Kohlengruben und der Kaiserpalast in der verschlossenen Stadt. Die südlichen Dschungel sind inzwischen von zahlreichen Wegen, einigen Kanälen und vielen Rodungsflächen durchdrungen. Die Nahrung, die der Wald bietet und vor allem Schweine bilden die Lebensgrundlage der Bewohner der Provinz HaGiang. Die großen Siedlungen sind oft zum großen Teil auf Pfählen über Wasser gebaut. Große gerodete Flächen werden zum Ackerbau genutzt. Im Delta des großen Flußes sind die reichsten Fischgründe zu finden, so daß hier die Küche der Provinz HaGiang durch besonders viele Fischgerichte geprägt ist. Die Küche im Süden des Reiches ist ohnehin die beste.

Die großartigste Kulturleistung der Provinz HaGiang ist ihre Medizin. Die seit Äonen andauernde Suche nach dem Elixier des ewigen Lebens hat sein Ziel nicht erreicht. Aber ganz erstaunliche Wirkungen entfalten die unbeabsichtigten Erkenntnisse vieler medizinischer Versuche.

Diese öde Gegend wird von Schafs- und Ziegenhirten bewohnt. Ihre überregionale Bedeutung liegt in den vielen Erzgruben und Edelsteinminen. Lang schon sind die Schürfrechte staatlich verwaltet, so daß der einfache Mann von dem Reichtum unter seinen Füßen wenig hat.

In den unwegsameren Seitentälern der Hügel von TuyenQuang sind trotz der Dunklen Dreiheit und der Heerscharen der Schwarzen Adepten einige Einsiedeleien und kleine Klöster erhalten geblieben. Geheime Lehren der Kampfkunst und weise Meister des Weges der Erleuchtung sind hier noch zu finden. Allerdings ist der Erfolg bei der Suche nach einem Meister dieser Geheimnisse oft zweischneidig, da Besucher meistens nicht willkommen sind und deshalb nie wieder gesehen wurden.

Der bis zu 300 km breite und bis zu 1200 km lange See BinTuang ist größer als manches Meer. Daß die KanTai den BinTuang als See bezeichnen, verrät viel über ihr Selbstverständnis. Da die Ufer des Sees von den KanTai rundherum bewohnt sind und das Reich sich um alle Seiten noch weit erstreckt, ist es eben nur ein See im Reich.

Die Schiffahrt auf dem See ist weit entwickelt. Große Mengen von Gütern und Menschen werden auf dem Wasserweg transportiert. Die vom See gespeisten Bewässerungsanlagen und der Fischreichtum des Sees tun ihr übriges, um hier die größten Besiedlungsdichten zu ermöglichen.

An den Ufern des großen Sees sind die mächtigsten aus Stein gebauten Städte und Bauwerke zu bewundern. Hartholz aus dem südlichen Dschungel, Steine aus den westlichen Bergen und die Erkenntnisse der größten Mathemagier des Reiches haben sich hier zu starken Festungen und Stadtmauern und hochaufragenden Tempeln vereint.

Die meisten Gelehrten und die meisten Beamten stammen aus den reichen Familien vom großen See. Zwar studieren die Anwärter auf hohe Beamtenwürden die letzten zwei Jahre der Ausbildung immer noch in der Kaiserstadt, wo sie auch die Prüfungen ablegen. Aber die Vorbereitung auf diese abschließenden Schritte werden in den Universitäten der Küstenstädte geleistet. Dies rührt auch daher, daß vor allem die reichen Händler und Handwerker der Zentralen Provinz ihre Söhne studieren lassen können.

Überschattet wird der Handel und Wandel nur durch die Nähe von YenXuLu. Dort, wo der große See in den großen Fluß übergeht, muß sich der Blick nur nach Südwesten in Richtung der Berge wenden, um das ewige Halbdunkel um das Höllentor wahrzunehmen. Die Nähe des Höllentors wirkt sich auch auf die umliegenden Ländereien aus. So ist die Priesterschaft der dunklen Dreiheit in der zentralen Provinz zahlreich wie sonst nirgends. Und die Truppenbewegungen zwischen den Teilen des Reiches und YenXuLu verdeutlichen immer wieder, wer die wirkliche Macht in KanTaiPan ausübt.

Auf bis zu 3000 m Höhe über dem Meer bauen die fleißigen Bewohner der Westlichen Berge auf Terrassenfeldern Reis, Hirse und Obst an.

Abgesehen von der wilden Landschaft gibt es nur wenige bedeutende Details über die Westlichen Berge zu berichten:

Da die westlichen Berge eine natürliche Grenze zwischen dem Inneren des Reiches und den Ländern der Barbaren darstellen, sind die KanTai auf der Westseite der Westlichen Berge zwar nominell von der Dunklen Dreiheit beherrscht, faktisch aber frei. Daher entstand hier die größte Ansiedlung von KanTai, die nicht von der Dunklen Dreiheit beherrscht werden und die nicht zum TsaiChen-Tal gehören.

Entsprechend stark sind die Pässe in den Westlichen Bergen gesichert. Schmuggel, das Eindringen von fremden Kriegern oder Spionen und die Flucht von Bürgern des Reiches sollen möglichst verhindert werden. Dies gelingt recht gut, da die Bergfestungen auf den Pässen von den Tauri bemannt sind. Diesem Bergvolk entstammen die gefürchtetsten Krieger südlich der Tegarischen Panzereiter und östlich der Rawindischen Drachenkämpfer. Durchdrungen von über die Generationen weitervererbten Kampfkünsten, ausgestattet mit einer gegenseitigen Treue bis zur Selbstaufgabe und beseelt vom Glauben an die Gnade YenLens nach dem Kriegertod sind die Tauri in der Lage jede gegnerische Armee in Angst und Schrecken zu versetzen.

In den Westlichen Bergen soll es die letzten verborgenen Siedlungen der Schneetrolle geben. Nur selten überlebt ein Mensch die Begegnung mit einem Schneetroll. Die wenigen Zeugen einer Begegnung sprachen nicht nur von großer Kraft und Gewandtheit, sondern auch von fremdartigen Waffen und Zaubern der Schneetrolle, so daß angenommen werden muß, daß sie trotz ihrer geringen Zahl und zurückgezogenen Lebensweise eine reichhaltige Kultur besitzen müssen.

Östlich der hügeligen Provinz TuyenQuang kommt man in die Provinz PleiKu, die nach dem Golf von PleiKu benannt ist. Da diese Provinz regelmäßig von schweren Stürmen heimgesucht wird und die sommerlichen Winde aus den Hügeln TuyenQuangs nahezu alles verdorren lassen, ist die Bevölkerungsdichte hier am spärlichsten. Nur die Perlentaucher der Grotten von BatRia sind die einzige erwähnenswert Eigenheit dieses Landstriches. Der große See BinTuang wird von unzähligen Wassern gespeist. Die größten Wassermassen ergießen sich aber aus dem oberen großen Fluß. Er ist die Lebensader der Provinz SonLa.

Für Aussenstehende scheinen die Unterschiede zu den übrigen Provinzen - vor allem zur zentralen Provinz - weniger in den KanTai selbst zu bestehen, viel offensichtliche sind die barbarischen Einflüsse, die verdeutlichen, daß SonLa eine der jüngsten Provinzen des Reiches ist. Aranische Handelsgüter kommen über das nordwestliche Grenzgebirge. Diese erreichen das Land meistens per Schmuggel, da nur wenige Güter offiziell eingeführt werden dürfen. Die Tegari haben mit ihren Tributzahlungen und herbeiziehenden Siedlern ihre Spuren in der Kultur der Provinz SonLa hinterlassen. Sogar Kontakt zu den Läina besteht, wie die Elfenbeinschnitzereien bezeugen, die aus Walroßzähnen gefertigt und auf den nördlichen Märkten gehandelt werden

Die Dunkle Dreiheit konnte wegen der relativ starken Offenheit der Bewohner SonLas gegenüber barbarischen Einflüssen noch nicht alle verbotenen Sitten (wie z.B. die Feuerbestattung) ausrotten. Auch althergebrachte religiöse Handlungen konnten noch nicht vollständig durch die Rituale zur Besänftigung der Dunklen Dreiheit ersetzt werden. Dies wird zum Beispiel deutlich durch die immer noch gepflegte Entsendung von Gebeten an die zwei Milliarden Götter des Himmels mittels des Rauches von Glimmstäbchen. Auch die anarchistischen Wandermönche Arulls genießen in der einfachen Landbevölkerung immer noch Ansehen.

All dies sorgt an der Oberfläche für den Eindruck einer relativ frei lebenden und alte Traditionen erhaltenden Bevölkerung. Unter der Oberfläche zeigt sich jedoch die Unbarmherzigkeit der Dunklen Dreiheit. Denn die Geheimpolizei sorgt in dieser Provinz für die höchste Anzahl verlorener Söhne, die nach ihrer Umwandlung in einen WoHaiTe (Bestienkrieger) gegen die abtrünnige Provinz im TsaiChen-Tal kämpfen.. Manche, bei denen vermutet wird, daß sie barbarische Spione sind, verschwinden einfach. Andere werden unter fadenscheinigen Gründen anderer Verbrechen angeklagt und für die Umwandlung in einen Bestienkrieger deportiert. Auch die Reisefreiheit ist in SonLa am meisten eingeschränkt. Straßenschranken alle ca. 10 km und ein Netz von Patrouillen-Garnisonen sorgen dafür, daß es schwer ist ungesehen größere Strecken zurückzulegen.

Die Folge ist, daß die Einwohner SonLas sehr verschlossen sind und alte Traditionen nur noch im Familienkreis pflegen.

Die meistens KanTai haben nie die Chance, einen vorgezeichneten Lebensweg zu verlassen. Die starke Gehorsamkeit gegenüber den Eltern allein schon sorgt dafür, daß junge Menschen wenig eigene Träume entwickeln. Auch die Lebensgrundlage, sei es Land, ein Fischerboot oder ein Werkstatt, wird nur in der Familie weitergegeben. Deshalb führen die meisten KanTai das gleiche Leben wie ihre Vorfahren.

Durch die klare Zugehörigkeit zu bestimmten Gruppen oder sozialen Schichten ergab es sich damit, daß deren Mitglieder jeweils ein eigenes Bewußtsein mit eigener Kultur entwickelten.

Die meisten Bauern und Fischer sind freie Mitglieder ihrer Dorfgemeinschaft und freie Bürger ihrer Provinz. Das Land und die Hilfsmittel zum Fischfang sind ihr Eigentum oder in langfristigen Verträgen gepachtet. Daher ist der Bauer und Fischer in KanTaiPan ein selbstbewußter, wenn auch ungebildeter Mensch.

Somit kann sich auch ein armer Bauer an die Provinz-Polizei wenden, wenn ihm beispielsweise von einem reichen Adligen Unrecht angetan wurde. Die Erfolgswahrscheinlichkeit seines Gesuches wird allerdings erbärmlich sein, da die nötigen "Aufwandsentschädigungen" seine Möglichkeiten weit übersteigen werden.

Aus dieser relativen Machtlosigkeit suchen die einfachen Landbewohner Schutz unter ihresgleichen. Die Familie, die Sippe und die Dorfgemeinschaft sind die Verbände, in denen gegenseitige Unterstützung in Notlagen und auch Gerechtigkeit in Streitfragen gefunden wird.

Zu den Händlern und Handwerkern gehören auch die Gastwirte, Flußschiffer und freien Schreiber. Alle Dienstleitungen, die für Geld angeboten werden und die nicht religiöser oder amtlicher Natur sind, zählen zu dieser Gesellschaftsschicht. Jeder Berufsstand organisiert sich in regionalen Gilden, die teils winzig und arm, teils aber auch mächtig und reich sind. In bedeutenderen Städten werden die Berufsstände sogar in eigenen Stadtvierteln mit eigenen Stadtmauern zusammengefaßt. Dies ermöglicht eine stärkere Selbstkontrolle innerhalb der Gilde z.B. zur Sicherung von Preisen und Abwehr von Konkurrenz als auch eine stärkere Kontrolle durch das Reich, also die Geheimpolizei und die Steuerbehörden.

Da die KanTai gleichzeitig ein sehr religiöses und ein sehr materielles Volk sind, genießen die Handwerker und Händler in KanTaiPan mindestens das gleiche Ansehen, wie Bauern und Fischer. Vor allem, wenn Reichtum durch kluges Wirtschaften sichtlich wächst, entwickelt sich der Ruf der offenbar erfolgreichen Familie mit.

An der Spitze der überaus umfangreichen Bürokratie des Reiches steht theoretisch der Jadekaiser. Praktisch jedoch mischt sich der Kaiser nicht mehr in die Regierung des Reiches ein, weil die Priester der Dunklen Dreiheit und die Geheimpolizei den Ministerien die Direktiven vorgeben. Auf den nächsten Stufen der beamtlichen Hierarchie stehen die Reichsbeamten, deren Entscheidungen Gültigkeit im ganzen Reich haben können.

Sie ernennen die Beamten der Provinzhauptstädte, erlassen Gesetze und beobachten die überregionale Entwicklung des Wohlstandes (also das Steueraufkommen). Anstrengungen, die die Kraft des ganzen Reiches oder zumindest mehrerer Provinzen bedürfen, wie z.B. Kanal- und Dämmebau werden von den Reichsbeamten koordiniert.

Die Reichsbeamten stammen alle aus Dynastien von Gelehrten und Beamten. Schon seit Generationen gilt das Gesetz, daß Reichbeamte mindestens einen geprüften Gelehrten oder Beamten als Vater und als Großvater vorweisen müssen. Dieses Gesetz wurde erlassen, weil die Annahme vertreten wird, daß gebildete Väter auch besonders gebildete Söhne haben werden.

Daher hat sich eine kleine Gruppe von Familien herausgebildet, die über Generationen die Geschicke des Reiches lenken und dabei auch den eigenen Wohlstand nicht übersehen. Hier wird allen Beamten das höchste Beispiel für Korruption, Machtkonkurrenz und Hofintrigen geliefert.

Hohe Beamte leiten bestimmte Zweige provinzieller Zentralämter oder sind mit Generalvollmachten ausgestattet als Inspekteure unterwegs. Einfache Beamten schließlich sind mit sehr regionalen Ämtern beauftragt. Beispiele hierfür sind Schleusenwärter, Offiziere der Stadtmilizen, Eichprüfer, Volkszähler, Steuereintreiber, Straßenmeister, Schulaufseher und Chronisten.

Die Volkszähler sind im einfachen Volk noch verhaßter, als die Steuereintreiber. Ihre Aufgabe ist es, die Entwicklung der Familien zu dokumentieren und die Quoten festzulegen, wenn in ihrer Region wieder Menschen eingesammelt werden, die in WoHaiTe umgewandelt werden sollen.

Der Adelsstand hat in KanTaiPan eine sehr geringe Bedeutung. Zwar können viele Adelsgeschlechter auf Stammbäume verweisen, die bis zu 50 Generationen in die Vergangenheit reichen. Aber der Einfluß des Adels definiert sich über Ämter und Reichtum. Sobald eine Adelfamilie beides verliert, hat sie das harte Los von armen Bauern oder Tagelöhner zu tragen.

So sind auch die Geschichten und Sagen des Volkes gespickt mit adligen Helden, die verarmten, aber durch Ehrenhaftigkeit und Heldenmut große und bewundernswerte Taten vollbrachten. Ihre Widersacher sind dabei häufig reiche und mächtige Adlige oder Beamten, die ungerecht oder grausam handeln.

Begegnet einem KanTai ein Adliger, so nimmt er wie selbstverständlich an, es mit einem reichen und mächtigen Mann zu tun zu haben. Dabei wird er sich eher für die Quelle des Reichtums und die Größe der Macht interessieren, als für die familiäre Abstammung des Adligen.

Zu große Schulden können nur noch beglichen werden, indem die eigene Arbeitskraft oder die von Angehörigen vollständig in die Hände des Gläubigers gelegt wird. So können Bauern und Handwerker zu Leibeigenen werden. Leibeigene verlieren ihre persönliche Freiheit in Bezug auf die Gründung oder den Aufbau einer Familie oder den Erwerb von Land, einem Geschäft oder einer Werkstatt. Das Ergebnis der Arbeit eines Leibeigenen steht dem Gläubiger zu.

Die Armut bzw. die Lebensumstände sind für Leibeigene nicht schlechter, als für viele Tagelöhner oder Pachtbauern. Hunger und Krankheit sind genauso häufig anzutreffen. Der Unterschied liegt in der Freiheit des Tagelöhners oder des Pachtbauern eine andere Einkommensquelle suchen zu dürfen.

Theoretisch kann die Schuld eines Leibeigenen abgearbeitet werden. Allerdings kommt diese Möglichkeit selten zum tragen, weil der Wert der geleisteten Arbeit schwer nachzuweisen ist. So kann immer eine noch nicht genügend beglichene Schuld vom Gläubiger vorgewiesen werden.

Minimalen Schutz vor zu tödlicher Ausbeutung erhalten Leibeigene aus zwei Richtungen: Erstens darf kein Leibeigener verkauft werden. Die Früchte seiner Arbeit werden immer unmittelbar an den Gläubiger abgegeben. Zweitens wird diese Regel nur von einer Ausnahme durchbrochen. Da Leibeigene formal zur Familie des Gläubigers gehören, kann die Pflicht der Abgabe eines Familienmitgliedes für die Verwandlung in einen WoHaiTe mit der Abgabe eines Leibeigenen erfüllt werden. Daher achten sowohl Gläubiger als auch Volkszähler darauf, daß die Leibeigenen möglichst am Leben und bei Kräften bleiben.

Eine andere Form von Leibeigenschaft ist der Erwerb von Ehefrauen. Je nach Anmut und Bildung der Frau können die Eltern mit großen Brautpreisen und die Heiratsmittler mit hohen Belohnungen rechnen.

Eine Hierarchie eigener Art bildet die Priesterschaft der Dunklen Dreiheit. Von den Inthronisierungsriten im Kaiserpalast bis zu den Namensgebungen der Neugeborenen in ärmlichen Bauerndörfern begleiten die Priester die Geschicke des Volkes in KanTaiPan.

Die Priesterschaft der Dunklen Dreiheit ist gefürchtet. Aber in den kleinen Siedlungen der Provinzen leisten einfachen Priester, die auch die übrigen Götter berücksichtigen, eher den religiösen Beistand, den das Volk braucht. Von der Geburt bis zum Tod begleiten die Priester die einfachen Bürger und erklären ihnen die nur auf das Wirken der Götter zurückführbaren Ereignisse.

Die Taten der Priesterschaft der Dunklen Dreiheit, die die Grenzen zu den finsteren Chaosebenen einzureißen drohen, werden nicht vom einfachen Dorfpriester vollbracht. Vielmehr werden in den großen Tempeln der Städte und Kloster und natürlich in YenXuLu die unaussprechlichen Rituale durchgeführt, für die die Dunkle Dreiheit berüchtigt ist.

KanTai sind Gruppenmenschen. Vor das Glück des einzelnen wird immer das Glück der Gruppe gesetzt, zu der der einzelne gehört. Gleichzeitig ist die Gesellschaft der KanTai durch starke hierarchische Beziehungen geprägt. Daher findet sich jeder KanTai immer wieder in der Situation, zum Wohle der Gruppe sich auf Befehl eines Mächtigeren einzusetzen.

Beispiele: Eine junge Mutter wird von der Frau des Familienoberhauptes erst die Erlaubnis erhalten nicht zu arbeiten, wenn sie schon fast todkrank ist. Der Sohn wird den Beruf ergreifen, den sein Vater für Ihn ausgesucht hat. Bauarbeiter werden zu Tode geschunden, weil der ministeriale Gesandte bald den Fortschritt am Bau einer Brücke begutachten wird. Alle Bewohner eines Dorfes sind dazu aufgerufen, eine Familie des Dorfes gegen Hirten eines Nachbardorfes zu verteidigen, die ihre Herden über die Grenze ziehen lassen.

Vereinfacht dargestellt finden sich die meisten KanTai in folgender Hierarchiekette wieder (wobei die letzten drei Stufen für den einfachen KanTai kaum relevant sind und die letzten zwei Stufen durch die parallele Machtstruktur der Schwarzen Adepten beherrscht werden):

Die Dominanz der Gruppe über die Einzelperson hat eine weitere Eigenart der Kultur in KanTaiPan zur Folge: Die der Sippenhaft. Da die Gruppe für das Handeln des einzelnen verantwortlich ist, haftet sie auch mit ihrem Hab und Gut und mit ihrem Leben für die Taten des einzelnen. Drastisch wird dies umgesetzt, wenn ein hoher Beamter oder ein Priester der Dunklen Dreiheit ermordet wird. Wird der Mörder gefaßt, wird mindestens seine gesamte Familie und vielleicht auch sein Dorf für die Umwandlung in WoHaiTe deportiert. (Auch dies ist ein Grund für die Starre und das Ausmaß der gegenseitigen Kontrolle, in der sich die Gesellschaft der KanTai befindet.)

Die Geiselhaft von Familien bedeutender Persönlichkeiten ist ein weitere Beispiel für das Ausnutzen der Loyalität des KanTai gegenüber seiner Familie. Sie wird häufig von der Reichsverwaltung eingesetzt, um die Reichstreue wichtiger Würdenträger zu erzwingen.

Bei aller Anerkennung übergeordneter Autoritäten erhebt zumindest der gebildete KanTai einen Anspruch auf wohlwollende und Nutzen stiftende Ausübung der Autorität. Selbst der Kaiser ist von seinem Mandat des Himmels abhängig. Auch wenn unklar ist, wann eine Autorität ihr Mandat verloren hat, so ist es doch theoretisch möglich, den höher gestellten abzusetzen, weil dieser seine Pflichten gegenüber den Untertanen vernachlässigt hat. In der Praxis siegen allerdings meistens die Mächtigen und die Leidensfähigkeit der Untertanen ist unermeßlich, bevor eine Revolte beginnt.

Für normale KanTai sind Ausländer Menschen, denen man meistens schon ansieht, daß sie keine vollständigen Menschen sind (wenn sie einer anderen Rasse angehören). Zusätzlich ist die Folklore des Volkes mit Geschichten über blutrünstige und primitive Eroberer gespickt, die in der Vergangenheit vergeblich versuchten KanTaiPan zu erobern.

Für den gebildeten KanTai ist die Unfähigkeit der meisten Ausländer KanTaiTun zu sprechen ein weiterer Beweis für die Unterlegenheit der ausländischen Barbaren. Auch die erhabene Systematik der Reichsverwaltung und die lange blühende Historie des Reiches sucht im Ausland seines gleichen.

Entsprechend fallen die Reaktionen gegenüber Nicht-KanTai aus. Im einfachen Volk begegnet man Ausländern (vor allem anderer Rassen) mit einer Mischung aus Furcht und Faszination. Sind die Ausländer alle so? Ist dieser verzaubert, damit er so häßlich ist? Kann man ihn anfassen und ist er aus Fleisch und Blut? Oder spaziert dort in Wirklichkeit ein Dämon, dessen Tarnung mißlungen ist? Solche Fragen schießen einem einfachen KanTai durch den Kopf.

Gebildete KanTai werden Ausländer herablassend und vielleicht wohlwollend wie Kinder behandeln. Richtig ernst genommen wird man nur in den wenigen Küstenstädten, in denen ausländische Handelsschiffer ihre Waren anbieten.

Ausländer sind über diese ersten Reaktionen hinaus durch eine spezielle Gefahr bedroht: Wenn ein Dorf oder eine Sippe aktuell wieder dazu aufgerufen ist, Bürger für die Umwandlung in WoHaiTe zu stellen, werden anwesende Ausländer gern den einsammelnden Truppen übergeben.(Der regionale Volkszähler wird mit einem kleinen Sümmchen davon überzeugt, daß dieser Ausländer schon länger zur Familie gehörte.)

Religionen der KanTai

KanTai haben die bemerkenswerte Eigenschaft, die verschiedensten religiösen Ansichten vereinen zu können. Ihr Weltbild der übernatürlichen Kräfte und Wesen läßt genug Unerklärliches und Unbekanntes zu, um sogar widersprüchliche religiöse Aussagen nebeneinander bestehen lassen zu können. Es muß nur in jeder Situation des täglichen Lebens entschieden werden, welche der Aussagen gerade am besten passen.

Eine Folge ist, daß nur Religionen mit absolutem Wahrheits- und Ausschließlichkeitsanspruch nie in KanTaiPan Fuß gefaßt haben. Die irrige Annahme etwa, daß es nur einen Gott gebe, wie sie von einigen Visionären in Eschar vertreten wird, ist für KanTai absurd.

Für den einfachen Bürger gibt es allerdings selten religiöse Entscheidungen oder Abwägungen zu treffen, wie sie oben angedeutet sind. Die Verehrung der wichtigsten Götter, die Beachtung der wichtigsten Harmonielehren und die Einhaltung der vorgeschriebenen Zeremonien reichen bei weitem, um einem KanTai den Weg durch das Leben zu geleiten.

Die KanTai gehen davon aus, daß alles auf Erden von göttlichen und anderen übernatürlichen Kräften und Wesen durchdrungen und bestimmt ist. Um die unermeßliche Menge von Göttern und mächtigen magischen Wesen neben den Göttern auszudrücken, sprechen die KanTai von den "zwei Milliarden Göttern", eine Anzahl, die für die meisten KanTai unvorstellbar ist.

Über die wichtigsten Götter herrscht allerdings Einigkeit. Da der Götterhimmel Vorbild für die Verhältnisse auf Erden sind, muß an der Spitze der Götterwesen der himmlische Jadekaiser stehen. Zur Zeit ist der Jadekaiser der nominelle Bewahrer der erhabenen Reichsverwaltung und der technischen Errungenschaften im Götterhimmel. Die politische Macht, also das Tagesgeschäft des Regierens, wird allerdings von YenLen, PadKu und KuTu, der Dunklen Dreiheit, wahrgenommen.

Die wirkliche Macht wird damit von den drei Göttern der Dunkle Dreiheit ausgeübt. Im TsaiChen-Tal spricht daher man vom "Machtexil" des himmlischen Jadekaisers. Wie auch auf Erden hat er nur noch die Funktion einer Identifikations- und Galionsfigur. Zwar hält sich der Kaiser noch bei Hofe auf, aber außer staatstragenden Ritualen hat er keine wirklichen Aufgaben mehr.

Neben YenLen, PadKu und KuTu gibt es aber genügend alte Götter, zu denen weiterhin in bestimmten Lebenslagen gebetet wird. Prominente Beispiele sind der Herdgott SenPo, Bewahrer der familiären Harmonie, der Wolkenreiter SungQuien, Herr der Winde und des Regens, oder PingMae, die Heilkundige.

Teils aus dem Reich der Toten kommend, teils aus Naturgewalten geboren und teils aus dem Götterhimmel stammend werden die Erdenbürger von unzähligen Geistern und Dämonen heimgesucht. Das Wirken dieser Wesen ist selten direkt zu beobachten. Aber wie ist es sonst zu erklären, daß sich Boote am Flußsteg losreißen und abtreiben oder daß manche Rauchstäbchen wie von selbst erlöschen, bevor sie die Gebete zum Himmel getragen haben.

Priesterliche Fürsorge, Opfergaben an Klöster und Tempel und das Beachten vieler Gebote und Tabus bewahren davor, durch Geister und Dämonen zu viel Schaden zu nehmen.

Solange die Nachfahren ihre Ahnen ehren, ist ein friedliches Dasein im Totenreich für die Ahnen gesichert. Jeder KanTai muß mindestens die letzten drei Generationen mit Namen kennen und regelmäßig verehren. Hierfür schützen die Ahnen ihre lebendigen Nachfahren vor den schlimmsten Gefahren, die von Geistern und Dämonen drohen.

Auf die fehlende Fürsorglichkeit der Ahnen ist daher zurückzuführen, daß Waisen, die ihre Eltern nicht kennen, bemitleidet werden und kaum für wichtige Ämter oder als Heiratskandidaten in Frage kommen. Wer möchte sich schon einem Menschen anvertrauen, der seine Vorfahren nicht kennt, ihnen daher nicht die gebührliche Ehrerbietung nicht entgegenbringen kann und der nicht von seinen Ahnen beschützt wird.

Als die Dunkle Dreiheit die Macht an sich riß, erwirkte YenLen, die Todesgöttin der Dunklen Dreiheit, daß die Grenze zwischen dem Totenreich und den lebenden KanTai durchlässiger wurde. Die ersten expansiven Kriege unter der Herrschaft der Schwarzen Adepten wurden daher auch mit Hilfe von ganzen Regimentern untoter Krieger geführt. Auch die Beschwörung toter Gelehrter zur Bergung wertvoller Erkenntnisse aus Magie und Technik wurde in den letzten Jahrzehnten vervollkommnet.

Hierauf reagierten die KanTai in zweierlei Weise: Ein Teil der KanTai betet um so inniger für eine gesegnete Totenruhe, weil es für die Harmonie im Totenreich eventuell nicht gut ist, wenn die Ahnen für Angelegenheit bemüht werden, die nicht die direkten Nachfahren betreffen. Vor allem diejenigen KanTai hingegen, die in der Hierarchie der Dunklen Dreiheit weiterkommen wollen, treiben regelrechte Ahnenforschung, um lohnende Ziele für die Totenbeschwörer zu liefern und hierfür belohnt zu werden.

Die Harmonie-Lehren der KanTai sind alt und umfassend. Empfehlungen dazu, wie die kosmische Ordnung, der Ausgleich der Energieflüsse und der Frieden der Geister und Naturkräfte bewahrt werden kann, gibt es für alle Lebenssituationen. Die Ausrichtung und der innere Aufbau von Häusern und Räumen ist geregelt, die beste Methode bei der körperlichen Vereinigung einen Höhepunkt zu erleben und dabei den wertvollen Samen nicht zu verschwenden, die Anreden der Familienmitglieder untereinander und die angemessenen Tempowechsel des Orchesters in der Oper sind nur einige Beispiele dieser Harmonie-Lehren.

Teils haben sich die Meister der Harmonie-Lehren auf bestimmte Lebensbereiche spezialisiert. Die Naturphilosophen etwa versuchen die Harmonie und Ordnung in der freien Natur zu durchdringen und Regeln der Weisheit für die Menschen daraus zu gewinnen. So mancher dieser einsamen Wanderer in der Wildnis muß direkt in den Himmel der Weisen aufgenommen worden sein, nachdem er die letzten Wahrheiten aus dem Gefüge der Natur herausgelesen hat. Zumindest waren sie nie mehr gesehen worden.

Andere außerordentlich wohlhabende Berater für Heiratsfeierlichkeiten haben sich auf die Planung und Durchführung der perfekten Zeremonie spezialisiert. Ihr Rat garantiert ewiges Familienglück und reichen Kindersegen.

In magisch gebildeten Kreisen wird über die Diener der Anrufung gerätselt. Angeblich soll es in Klöstern der dunklen Dreiheit Meister der Harmonie-Lehre geben, die alle Riten, Zeremonien und günstigen Umstände für die Anrufung finsterer Dämonen beherrschen. Sie erzeugen keine eigene Magie mit Hilfe ihres Körpers oder Geistes, sondern kontrollieren nur ihre Umwelt durch minutiöse Vorbereitung und Kontrolle, wodurch magische Effekte herbeigezwungen werden.

Alte Techniken der Meditation gelangten schon vor Jahrhunderten aus Rawindra nach KanTaiPan. Ob Atemtechniken, spezielle Bewegungsübungen, Fasten und andere Askesepraktiken oder auch stille Kontemplation, in einsamen Einsiedeleien und in großen Klöstern wurden alle Möglichkeiten, die Seele und den Geist über die Stufe des Normalsterblichen hinaus zu entwickeln, ausprobiert.

Über die lange Zeit hat sich vor allem der Zweig der Schulen erhalten, der als der "Weg der Erleuchtung" bezeichnet wird. Ruhige Meditation und harte körperliche Arbeit kombinieren sich zu einer Lebenspraxis, die den Geist von verfestigten Leidenschaften reinigt und die Unmittelbarkeit des täglichen Lebens erfahrbar macht.

Die Anhängerschaft des Weges der Erleuchtung war vor Generationen schon sehr groß und zum Teil gut organisiert. Die damit verbundene politische Macht wurde der Dunklen Dreiheit so bedrohlich, daß unerbittlich Jagd auf erleuchtete Meister gemacht wurde. Seit dieser Zeit ist die Praxis des Weges der Erleuchtung auf viele kleine Laien-Gruppen und Klöster ohne überregionalen Zusammenhalt zersplittert.

Zahlreiche Kulte sind von der Dunklen Dreiheit verboten worden. Teilweise stehen diese in direktem Kampf mit der Dunklen Dreiheit, wie etwa die Götter des TsaiChen-Tals und deren Anhänger oder die anarchistischen Wandermönche des Arull.

Andere Kulte haben - wie schon die großen Gemeinschaften auf dem Weg der Erleuchtung - den absoluten Machtanspruch der Dunklen Dreiheit so sehr in Frage gestellt oder gar gefährdet, daß vorsorglich die Auflösung dieser Gemeinschaften durchgesetzt wurde.

Schließlich gibt es immer wieder die eine oder andere Sekte, die von einer beeindruckenden Persönlichkeiten gegründet und schließlich ausgebeutet wird. Sobald diese Sekten die Steuereinnahme oder die innere Sicherheit gefährden, spüren sie die geballte Macht der Geheimpolizei und der Priester der Dunklen Dreiheit.

YenLen (wC, Tod)
KuTuh (C, Magie)
PadKu (C, Krieg)

Die Schwarzen Adepten
Die toten Gesandten
Die normalen Priester der Dunklen Dreiheit
Das Militär der Dunklen Dreiheit Im Reich des Jade-Kaisers leben rund 20 Mio. Einwohner in etwa 2 Mio. Familien. Die Landwirtschaft ist sehr ertragreich. Daraus ergibt sich, daß von durchschnittlich 250 KanTai ein Soldat ernährt wird. Das ergibt immerhin 80.000 Soldaten. Nicht mitgezählt sind die Tempelwachen und die Priester der Dunklen Dreiheit selbst. Diese gewaltige Streitmacht ist über ein großes Gebiet verteilt und an einer langen Grenze aufgereiht. Daher sind selten Heere auf Dauer mit mehr als 1.000 Soldaten an einem Ort zusammengezogen. Die Heereszüge gegen das TsaiChen-Tal und die rawindischen Drachenritter können hingegen aus bis zu 20.000 Soldaten bestehen.

Da zu jedem Neumond 4 000 WoHaiTe YenXuLu verlassen, woraus sich die jährliche Summe von fast 50.000 WoHaiTe ergibt, bestehen die Heere der Dunklen Dreiheit zum größten Teil aus diesen Bestienkriegern. Einerseits ist diese Anzahl Bestienkrieger gewaltig. Andererseits muß jede Familie im Durchschnitt nur alle 50 Jahre einen Sohn oder eine Tochter für die Umwandlung in WoHaiTe überlassen. Damit ist diese Pflicht keine Bedrohung für den Bestand der Bevölkerung insgesamt, allerdings findet sich in der Nachbarschaft immer eine Familie, die über den Verlust zweier fleißiger Hände klagt.