Wechselbalg: der Traum - Augen der Unsterblichkeit

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Name: Wechselbalg:dT - Augen der Unsterblichkeit

Art: Quellenbuch zum Allerkönigshof
154 Seiten, farbiges Softcover

ISBN: 3-93161-241-4

Preis: 45.-DM

Kontakt:
Feder & Schwert
Wasserwerkstraße 204
68309 Mannheim
EMail: Feder&Schwert@-SPAMSCHUTZ-hei-net.de
Homepage: www.feder-und-schwert.com

Schreibstil & Qualität

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Illustration & Aufmachung

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Spielspaß & Nutzen

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Preis / Gegenwert

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Die Fantasy ist voll von Sagen und Märchen über Feen, Elfen und Kobolde, die auch von der grünen Insel inspiriert wurden. Da das Rollenspiel Wechselbalg eine sehr Fantasy-lastige Sonderrolle in der World of Darkness einnimmt, ist es auch nur wenig verwunderlich, daß Irland für die Feen eine große Rolle spielt.

Das erste Kapitel liefert eine Beschreibung zur Geographie und Kultur von Irland, die sich wie eine Abschrift aus einem Tourismus-Führer ließt. Wer einen solchen schon einmal konsumiert hat, wird sich an manchen Stellen ein herzhaftes Gähnen sicherlich nicht vernkeifen können. Lobenswert ist, daß die vereinzelten feenhaften Textbezüge deutlich durch Rahmen hervorgehoben sind.

Historie
Kapitel 2 bringt interessantere Informationen über die Geschichte der menschlichen Siedler und Feenwesen, die bereits 8000 v.Chr. beginnt, wo man die alptraumhaften Fomorer erwähnt. Dazu gesellten sich die Tuatha (eine Art Lichtgestalten), die die irischen Fomorer bändigen. In friedlicheren Tagen erträumen die irischen Menschen dann andere, weniger finstere Kreaturen: die Feen. Es entwickelten sich die lichten und die finsteren Feenhöfe.
Etwa 500 v.Chr. wurden die Feen von spanischen Invasoren (den Mil) unter die Erde verdrängt, wo sie sich in die verschiedenen Gruppierungen entwickelten, wie man sie aus dem Grundregelwerk kennt.
Später wurde Irland von den Kelten eingenommen, deren adelige Herrschaft mit einem kämpferisch ermittelten Hochkönig auch auf die Feen abfärbte.
Später (5 Jh.) etablierte das Christentum seine Einflüße auf irischem Boden, ohne die keltisch/druidische Kultur jemals völlig zu verdrängen. Der christliche Glaube ließ sich aber nur schlecht mit dem Wesen der Feen vereinbaren. So wandelte sich der einst positive Feen-Glaube der Menschen in Angst vor Dämonen und Ablehung. Durch den Einmarsch der christlichen Normannen wurde diese Phobie Ablehnung noch verstärkt. Dies führte schließlich zum "Bersten", als die Menschen den Feen 1348 die Schuld an der Pest gaben. Die Banalität wurde für die Feen zum ernsten Problem.
Zahlreiche Kriege sorgten für ein Zunehmen der Banalität und Resignation der meisten Feen, bis viele von ihnen Irland verließen und in den Rest der Welt aussiedelten.
Die letzten Jahre waren vom Bürgerkrieg zwischen Protestanten und Katholiken geprägt, der erst 1994 in einem Waffenstand endeten, der nur noch vereinzelt von Bombenattentaten unterbrochen wurde. Nun schöpfen die irischen Feen wieder Hoffnung, weil den Menschen wieder Zeit zum Träumen bleibt.

Geographie
Das dritte Kapitel geht auf eine Reihe von Ortschaften, Regionen, Bauwerken und Denkmälern ein, in denen man viele Feen (z.B. Höfe) findet. Die mystischen Informationen findet man wiederum in Rahmnen vom weltlichen Text separiert.

Adel, Gemeine und andere
Kapitel vier bis sechs liefern eine Vielzahl umfassend beschriebener Feen der lichten und finsteren Höfe. Bei den Gemeinen findet sich die interessante Beschreibung eines Wanderzirkus und einiger unabhängiger Kithain.
Etwas schlanker ist das Kapitel über die Gallain & Selkies und die übernatürlichen Nicht-Feen (Vampire, Magi und Todesalben) Irlands.

Den Abschluß des Bandes bilden die zwei Szenarien "Das Abschiedsglas" und "Die Schatzsuche" je (5 Seiten) und einen Anhang mit der Beschreibung einiger Schätze und eine Vorstellung des Leprechaun Feentyps.

Technisches
Zwar sind die Texte ordentlich und stimmungsvoll geschrieben (einmal abgesehen vom Reiseführercharakter des ersten Kapitels), aber aufgrund des monochromen Drucks wirkt der ganze Band schlicht "banal" - um es einmal mit den Worten eines Wechselbalgs auszudrücken. Viele Illustrationen wirken schlicht seicht und Kontrastlos, was daran liegen mag, daß sie ursprünglich als farbige Illustrationen (z.B. Aquarell) gedacht waren. Auch fehlen die farbigen Rahmen, wie man sie z.B. im Grundregelwerk findet.

Fazit:
Schade das man sich den Luxus eines farbigen Bandes nicht mal eben so leisten kann, wie die Jungs von White Wolf es bei der englischen Ausgabe können. Dadurch geht schon einiges vom Flair verloren.
Aber dafür findet man viel Material mit dem sich als Spielleiter gut arbeiten läßt.
Das Spiel in Irland stellt Wechselbäler aufgrund der geringen Entferungen und straffen Strukturen auf eine rollenspielerische Probe, mit dem Adel zurechtzukommen und sich erfolgreich in den Bahnen der höfischen Ettikette zu bewegen.

Dogio the Witch

Der Digest (MD/DRoSI/Archont)

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