Ein Tag im Sommer
(SF, Janina Radny, 08.07.2000)

Cape Canaveral, 26. Juni 2021: Zunächst bemerkte es niemand, denn der Jubel über das scheinbar gelungene Experiment im All war zu groß, als daß jemand darauf geachtet hätte. Doch schließlich sah einer jener Spielverderber, die sich selbst über den größten Erfolg nicht einmal vergessen konnten um zu feiern wie die Teenager, auf den Bildschirm des Computers, der unermüdlich über die Lebensfunktionen des Astronauten wachte, und sein Gesicht wurde plötzlich noch bleicher als je zuvor in seinem zurückgezogenen Leben.
Seine Worte waren zwar leise wie das Fallen einer Flaumfeder, doch sie genügten, um eisiges Schweigen im Rechenzentrum der NASA zu bringen:
"Verdammt, wir verlieren ihn!"

Zuerst hatte Swearing gelächelt. Wie ein Traum war es gewesen, ein unbeschreibliches, körperloses Gefühl, wie fliegen. Doch dann plötzlich hatte er gespürt, daß etwas nicht stimmte. Das Kribbeln seiner Glieder, das Zittern seiner Haut, all das hätte nicht sein dürfen. Und dann fühlte er die Kälte, diese starre, eisige, stille Kälte, eine allumfassende Kälte, wie nur das unendliche All sie hervorbringen konnte. Jetzt lächelte er nicht mehr.
Und mehr denn je hatte er das Gefühl, sie hätten dieses Experiment nicht durchführen dürfen.
Doch da lenkte ein anderes Geschehen seine Gedanken ab, als sein Ein-Mann-Shuttle plötzlich beschleunigt wurde, als würde es von etwas unsichtbarem angezogen.
Die Sterne, die allgegenwärtig um ihn leuchteten, wurden langgezogen und verwischten in der rasenden Geschwindigkeit zu länglichen Streifen aus Licht, die immer dichter und dichter wurden, bis er durch einen Tunnel aus leuchtenden Sternstreifen zu jagen schien.
Sein Shuttle war nicht für diese enorme Geschwindigkeit gebaut worden und mit zunehmender Geschwindigkeit wuchs der Druck auf seine Brust und preßte ihn in den Astronautensessel, bis er dachte, er würde zerquetscht werden. Durch den enormen Schub bekam er beinahe keine Luft mehr und es wurde schwerer und schwerer zu atmen, während draußen die Sterne in langen Streifen leuchteten und das Licht vor ihm explodierte.
Dann sah er nichts mehr als Schwärze.

Das nächste, was er wahrnahm, war ein feines Klingeln in den Ohren, zu leise, um gehört zu werden und zu laut, um es zu ignorieren.
Swearing stöhnte und versuchte, sich umzudrehen, doch alle seine Glieder schmerzten und er fühlte sich furchtbar. Sein Kopf hämmerte und rumorte, als würde ein kleiner Mann darin beharrlich mit einem Vorschlaghammer seine Schädeldecke bearbeiten.
"Uh.......," stöhnte er. "Verdammte Scheiße."
In Büchern hatte er manchmal gelesen, daß der Held nicht wußte, ob er tot war oder lebte. Er hatte darüber immer gegrinst, denn er konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, wie man so benebelt sein konnte, doch nun fühlte er genau diesen Zustand in vollem Ausmaß mit, denn obwohl seine Vernunft darauf beharrte, daß niemand einen solchen Flug hätte überstehen können, forderte sein Körper, als lebendig wahrgenommen zu werden - und das auf verflucht schmerzliche Art und Weise.
Er bezweifelte, daß ein Toter so sehr jeden einzelnen Knochen im Leib spüren konnte - es sei denn, er war in der Hölle und sein schlechtes Leben wurde mit ewigen Kopfschmerzen bestraft. Wie konnte die Hölle nur so sadistisch sein?
Nein, sagte er sich, so hinterhältig kann nur das Leben sein.
Das mußte er sich nur noch beweisen. Zögernd versuchte er ein Auge zu öffnen, doch er schloß es gleich wieder, denn die unglaubliche Helligkeit blendete ihn. Und schon meldete sich sein Kopfschmerz mit aller Macht zurück. Ein gequältes Seufzen entrann seiner Kehle und er wünschte sich nichts mehr als Schlaf. Dennoch wußte er, daß es ihm nun nicht mehr gelingen würde, still zu liegen.
Ein zweites Mal öffnete er vorsichtig die Augen und blinzelte in die gleißende Helle. Doch sie war nur von kurzer Dauer, wie er feststellte. Tatsächlich stellte das blendende Licht sich als dämmrig heraus und zu seiner Überraschung erkannte er, daß es wohl später Morgen sein mußte.
Und daß er im Wald lag.
Mitten unter Bäumen.
Im weichen Gras.
Hätte er sich nicht so hundsmiserabel gefühlt, er hätte laut gelacht über diese bizarre Vorstellung.
Eben hatte er sich dem Tode noch so nahe gefühlt, als sein Shuttle in die Leere gestürzt und nun lag er ohne jeden Kratzer in einem Wald, der so irdisch wirkte, daß es ihn erschreckte, denn die Erde war zum Zeitpunkt seines Absturzes Tausende von Kilometern entfernt gewesen.
Er rappelte sich hoch und sah sich verwirrt um. Das Raumschiff mußte auf einem fremden Planeten gelandet sein. Jedenfalls theoretisch.
Tatsache allerdings war, daß sein Raumschiff nirgendwo war. Hektisch jagten seine Blicke überall über die friedliche Waldlichtung, aber er konnte es nirgendwo entdecken. Was war hier los?
Da raschelte es plötzlich und eine schnelle Bewegung war in seinem Augenwinkel. Er fuhr herum und zog gleichzeitig den kleinen Strahler, mit dem er eventuelle Angreifer abwehren konnte, doch die Bewegung stellte sich als Vogel heraus, der tschilpend durch das Grün flüchtete.
Trotzdem wurde Swearing nervös, als er an die Tatsache dachte, daß dieser Planet, wo immer er sein mochte, nicht unbewohnt war und er konnte nicht wissen, ob die Wesen, die hier lebten, friedlich gesonnen waren.
Angespannt lauschte er auf ein Geräusch, doch er hörte nichts verdächtiges, nur das Singen von Vögeln, das Wispern der Blätter in der leichten Brise und das Zirpen der Grillen.
Davon jedoch keineswegs beruhigt, beschloß er, sich zunächst ein sicheres Versteck zu suchen und hielt den Strahler schußbereit, während er langsam in den Wald hineinhumpelte.

Mehr als eine Stunde war er schon durch das Unterholz geschlichen, hatte jedoch nichts entdeckt außer einigen kleinen Tieren. Es verwunderte ihn, wie sich in einer so entfernten Welt so erdähnliche Wesen entwickelt hatten.
Doch von einer Zivilisation, wenn es denn eine gab, konnte er keine Spuren entdecken.
Er wußte nicht wirklich, ob dies gut war, denn einerseits drohte ihm - vielleicht - keine Gefahr, aber andererseits: Wie sollte er dann wieder nach Hause kommen?
Doch wenigstens etwas erfreuliches war ihm widerfahren; seine Schmerzen hatten aufgehört, nachdem er eine Zeit gelaufen war und selbst der Mann mit dem Vorschlaghammer in seinem Kopf hatte die Arbeit eingestellt.
Jetzt spürte er plötzlich Durst. Nachdem die Luft hier offenbar atembar war und eigentlich alles der Erde glich, würde es wohl auch Trinkwasser geben. Swearing beschloß, nach einem Bach oder ähnlichem Ausschau zu halten.
Nach einer kurzen Rast irrte er weiter ziemlich planlos durch den Wald. Das Unterholz war dicht und sperrig und er holte sich nicht nur eine Schramme von Dornen oder wenn er an einem Ast schrammte.
In seiner Ausbildung zum Allfahrer hatte er gelernt, wie er sich in der Leere der Sterne zurecht fand und welche Knöpfe er drücken mußte, um lebenserhaltende Maßnahmen einzuschalten - nicht was er tun sollte, wenn er plötzlich in einer wildfremden Welt landete und im dichten Wald nach Wasser suchte. Und von seiner Ausrüstung war nur der Strahler und der Raumanzug übrig. Er dankte im Stillen dem Fortschritt der Technik, wenn er mit Schauern an die sperrigen, plumpen Anzüge des vergangenen Jahrtausends dachte und lobte seinen eigenen, der fast wie normale Kleidung anlag, ein weißer Overall, der jedoch mit allen Schikanen ausgerüstet war, zum Beispiel einer Temperaturregelung, die bewerkstelligte, daß er trotz des sommerlichen Wetters hier noch angenehm gekühlt wurde.
Da horchte er auf. Er vernahm das Geräusch von plätscherndem Wasser.
Swearing schluckte und fuhr mit der Zunge über die trocknen Lippen, dann ging er auf das Geräusch zu.
Hinter ein paar Bäumen sah ein tatsächlich, wie Wasser im Licht der aufgehenden Sonne reflektierte und gierig schritt er darauf zu -
um dann zu erstarren.
Am Ufer des mittelgroßen Weihers saß auf einem Stein jemand, ein Mädchen oder eine junge Frau, die mit ihren Füßen im Wasser platschte.
Obschon er bereits gesehen hatte, wie absolut identisch der Planet zur Erde war, erschreckte ihn der Anblick eines menschlichen oder wenigstens menschenähnlichen Wesens zutiefst und er vergaß sogar, den Strahlen in Anschlag zu nehmen für den Fall, daß die Kreatur... die Frau feindlich sein sollte.
Doch es schien, als habe sie ihn überhaupt nicht bemerkt. Sie saß ruhig da, ließ das Wasser um ihre schlanken Beine fließen und sang leise. Zuerst dachte er, nur das lange, schwarze Haar würde sie bedecken, doch sie war mit einer Art Lendenschurz aus Wildleder oder ähnlichem um die Hüfte bekleidet und hatte sich um die Brust ein ähnliches Kleidungsstück geknotet. Trotzdem zeigte sie viel Haut und Swearing war von der einfachen, verwilderten Schönheit der Frau fasziniert.
Er atmete scharf ein, als sie plötzlich Anstalten machte, den Knoten ihres Brusttuches zu lösen, doch dieses winzige Geräusch hatte genügt, um sie aufzuschrecken.
Mit einem leisen Schrei sprang sie auf und zog in der selben Bewegung einen primitiven Dolch aus geschlagenem Feuerstein aus einer Schlinge an ihrer Seite und ihre großen, dunklen Augen entdeckten den Raumfahrer sofort.
Das Erschrecken über das gesehene schien auf beiden Seiten gleich groß zu sein, den Swearing erkannte, wie sich ihre Augen in ungläubigem Staunen weiteten und ihr fiel beinahe der Dolch aus der Hand.
Mehr im Reflex als aus Überlegung hob er die Hände und rief:
"Frieden!" Er versteckte den Strahler in seiner Hand und hoffte, daß die junge Frau die sich anscheinend auf der Entwicklungsstufe der Steinzeit befand, die kleine Waffe nicht als solche erkennen würde.
"Frieden! Ich komme in Frieden! Bleiben Sie ruhig!"
Mißtrauisch ließ die Frau ihren Dolch sinken.
"Wer bist du?" fragte sie leise und Swearing war immer überraschter - das Wesen sprach sogar seine Sprache. "Du bist ganz weiß. Bist du Gabriel? Ich habe dir alles gegeben, was willst du noch hier?"
Swearing war zu überrumpelt, um nachzudenken, und so kamen die Worte wie von selbst von seinen Lippen und er hörte seine Stimme wie aus weiter Ferne.
"Ich kenne keinen Gabriel. Mein Name ist Swearing, Thomas Swearing."
"Ach so," sagte sie und steckte lässig den Dolch wieder weg, als sei es das natürlichste auf der Welt, daß einem Steinzeitmenschen plötzlich ein Raumfahrer aus dem 21. Jahrhundert gegenüber stand. "Ich dachte, du wärst einer von ihnen." Sie schwang sich von ihrem Stein und sprang an Land. Swearing konnte nicht umhin, ihre katzenhafte Geschmeidigkeit und die raubtiergleiche Anmut ihrer feinen Glieder zu bestaunen, doch er ermahnte sich, nicht zu gaffen, auch wenn diese Außerirdische-oder-was-auch-immer ihn faszinierte. Die Regeln des Anstands verboten es ihm, auch wenn sie in dieser Situation jeglicher Logik entbehrten.
Die junge Frau kam langsam auf ihn zu und musterte ihn aufmerksam und nun ohne jede Angst und bar allen Mißtrauens. Swearing nahm die Hände herab. Die Unschuld der großen, fast schwarzen Augen entwaffnete ihn und obwohl sein antrainiertes Unterbewußtsein aufschrie beim Gedanken einer fremden Lebensform so unvorsichtig zu werden, konnte er nicht anders - und die junge Frau war so menschlich, daß er fast Seelenverwandschaft zu ihr fühlte, egal, was seine Vernunft dazu sagte. Im Moment schien ihm alles jenseits sterblicher Vernunft.
"Was bist du?" fragte sie neugierig und ihre Augen waren aufmerksam wie die eines naseweisen Kindes, obwohl sie eindeutig keines mehr war. Dennoch war es ihm unmöglich, ihr Alter zu schätzen; im einen Moment war sie ein Kind, im nächsten ein fremdartiges Wesen, so uralt, daß es seine Vorstellungskraft überstieg.
".... Äh.... Ich bin... Ich bin Raumfahrer," antwortete er verwirrt auf ihre Frage und kam sich reichlich dumm vor - trotzdem war das die einzige Antwort, die ihm einfiel.
Die Frau war beeindruckt.
"Was ist das für ein Tier? Davon habe ich noch nie gehört."
Swearing war verwirrt, doch dann wurde ihm klar, daß sie unmöglich schon einmal von Raumfahrt gehört haben konnte - schließlich benutzte ihr Volk noch primitive Steinwaffen.
"Ich bin kein Tier, das ist mein Beruf," lachte er, auch wenn ihm im selben Moment einfiel, daß sie vermutlich nicht einmal wußte, was ein Beruf war. "Ich bin ein Mensch."
Jetzt war es an ihr zu lachen.
"Aber das geht doch gar nicht," gluckste sie und ihr wildes Grinsen glich dem einer Katze. "Ich bin das einzige "Mensch" hier. Ich bin Eva, die Menschin."
Es dauerte einen Moment, bis Swearing die ganze Bedeutung ihrer Worte erfaßt hatte.
"Warte, ähh... Eva...., du willst damit sagen, es gibt keine anderen Menschen in dieser Welt?"
"Natürlich nicht," erwiderte Eva keck, als sei dies selbstverständlich.
"Aber... irgendwo her mußt du doch kommen! Es muß doch jemanden gegeben haben, der dich geboren hat, deine Eltern, dein Stamm. Du..." Er sah in ihre Augen und kannte die Antwort. "Du hast nicht gelogen, oder? Es gibt hier wirklich niemanden, nicht wahr?"
Die dunklen Augen der jungen Frau, die sich Eva nannte, wurden ernst und alle Keckheit war daraus gewichen.
Ihre Stimme jedoch war weich und tröstend, als rede sie mit einem Kind, das sich gerade über eine tiefe, schreckliche, aber niemals abwendbare Wahrheit bewußt geworden war.
"Eva lügt niemals, Thomasswearing. Hier gibt es nur mich und die Tiere."
Swearing, der sich in dem Augenblick, in dem sie unabwendbar diese Worte ausgesprochen hatte darüber klar geworden war, daß er sich, so absurd es sein mochte, doch noch Hoffnungen gemacht hatte, in der Frau und ihrem nichtexistenten Volk Hilfe zu finden, wieder zur Erde zu kommen, sackte in sich zusammen, klappte auf dem weichen Grasboden zusammen und schluchzte wie ein Kind.
Eva setzte sich neben ihn, doch zum ersten Mal in ihrem Leben wußte sie nicht, was sie nun tun sollte.

Im Laufe des Tages, als er sich nach Stunden der Orientierungslosigkeit endlich wieder gefangen hatte, erzählte Eva ihm, was sie über die Welt wußte, doch es war wenig, sehr wenig.

"Woher kommst du?"
"Ich war schon immer hier."
"Wie lange ist "schon immer", Eva?"
"Seit ich mich erinnern kann. Aber mindestens seit gestern, glaube ich."
Er schloß daraus, daß die junge Frau sehr verwirrt sein mußte, doch die Weisheit in ihren Augen behauptete beständig das Gegenteil.

"Wie nennst du diesen Ort?"
Sie sah ihn verwirrt an.
"Es war nie meine Aufgabe, Namen zu geben." Sie schaute sich um. "Vielleicht hat dieser Ort gar keinen Namen."

Es ging bereits auf den Abend zu und sie saßen noch immer an dem See, an dem er Eva getroffen hatte.
"Wir haben jetzt die ganze Zeit über mich geredet, Thomasswearing. Jetzt erzähl mir von dir!"
Swearing sah sie an. Er wußte nicht, was er ihr erzählen sollte, was er ihr erzählen konnte. Eva bemerkte sein Zögern, doch trotzdem stellte sie jetzt ihre Fragen.
"Erzähl mir, woher kommst du, daß du nichts über diesen Ort weißt? Du kannst nicht von hier kommen, denn deine Fragen sind nicht die Fragen, die ich stellen würde. Niemand, der von hier kommt, würde sie stellen."
Swearing seufzte und überlegte, wie er es dieser Frau erklären sollte, woher er kam.
Irgendwo am Horizont blinkte der erste Stern auf. Er deutete darauf und sagte:
"Siehst du diesen Stern, Eva?"
Eva blickte auf und nickte.
"Du weißt doch, daß jede Nacht Tausende von Sternen da sind. Naja, eigentlich sind sie ja immer da, aber am Tag kannst du sie nicht sehen. Und manche dieser Sterne sind Planeten."
Sie sah ihn fragend an.
"Was ist das, ein "Planet", Thomasswearing?"
"Das ist eine Welt, manche ganz anders als deine, andere ganz ähnlich. Und von so einem Stern komme ich."
Bei diesen Worten sah Eva aus, als hätte er ihr plötzlich die universelle Wahrheit offenbart. Er hatte sie nicht so erstaunt gesehen, seit sie damit konfrontiert wurde, daß es andere Menschen gab.
"Du meinst, es gibt noch mehr... Mensch?" hauchte sie atemlos.
Sie kannte nicht einmal die Mehrzahl von Mensch.
Swearing lachte, doch nicht über sie, denn sie konnte es ja nicht wissen, selbst wenn das unmöglich schien. Aber Swearing hatte inzwischen eine Theorie entwickelt, die eine Mischung aus Kipplings "Dschungelbuch" und einer namenlosen Geschichte über den plötzlichen Untergang der ganzen Rasse Mensch war.
"Oja!" sagte er und grinste. "Viel, viel mehr! Da wo ich herkomme, gibt es so viele Menschen, daß wir uns gegenseitig auf die Füße treten."
"Ist das nicht sehr... einengend?" fragte sie und ihr Gesicht sah zweifelnd aus.
"Doch," bestätigte Swearing und seufzte. "Manchmal wünschst du dir dort nichts sehnlicher, als endlich deine Ruhe zu haben. Aber zumeist ist es sehr schön. Du hast Freunde, die dein Leben mit dir teilen, die bei dir sind, wenn du sie brauchst, und mit denen du jede Menge Unsinn anstellen kannst!" Er lachte wieder leise.
"Das klingt," sagte Eva zögernd, "das klingt sehr schön, Thomasswearing. Ich wünschte manchmal auch, es wäre jemand bei mir..."
Swearing konnte das verstehen. Er selbst war nicht derjenige, der es lange allein aushielt. Doch er wußte auch, daß er es nicht wirklich nachvollziehen konnte.
"Es ist auch schön, einfach zu wissen, daß du nicht alleine bist." Plötzlich machte sich ein Schmerz in seiner Seele breit und sein Hals schnürte sich zusammen. Ihm wurde auf einmal wieder schmerzlich bewußt, daß er die Erde vermißte - und nie wieder zurück kommen würde. "Sehr, sehr schön." Seine Stimme klang erstickt und als er spürte, wie seine Augenwinkel feucht wurden, wischte er energisch die aufkommenden Tränen weg. Es würde nichts helfen, zu verzweifeln.
Eva bemerkte seinen Schmerz und ihr kindliches Gesicht wurde sehr ernst. Sie legte ihm eine Hand an die Wange und wischte mit dem Finger eine Träne fort, die sich trotzig dennoch aus seinem Augenwinkel gestohlen hatte.
Swearing schmiegte aus purem Reflex sein Gesicht in ihren sanften Hand und ließ es geschehen, als sie ihn in den Arm nahm und unbeholfen versuchte, seinen Schmerz von ihm zu nehmen. Sie war nicht darin bewandert, einen anderen Menschen zu trösten, das spürte Swearing, doch er genoß die Berührung, denn sie sagte ihm mehr als viele Worte.
Noch bist du nicht verlassen.
Zum zweiten Mal an diesem Tag begann Thomas Swearing, der bestausgebildetste Astronaut der NASA, zu weinen wie ein Kind.

Lange Zeit sagte keiner ein Wort und nur die Grillen zirpten und die Vögel sangen ihre Abendlieder.
Doch schließlich richtete Swearing sich wieder auf, schniefte und benutzte die Ärmel seines Hochleistungsraumanzugs, um die Tränen wegzuwischen.
"Entschuldige," murmelte er. "Ich... es ist alles etwas viel für mich, was heute passiert ist. Ich bin... ziemlich durcheinander."
Zuerst erwiderte Eva nichts, doch dann flüsterte sie:
"Es macht nichts aus. Manchmal... da weine ich auch." Dann wechselte schnell das Thema, als wäre es ihr unangenehm. Swearing fragte sich, worüber die junge Frau wohl weinen mochte. "Warum bist du fortgegangen, wenn es dort so schön ist, bei den anderen Mensch-en?"
Swearing seufzte tief.
"Das ist eine lange und vor allem verdammt komplizierte Geschichte."
Evas Gesicht leuchtete auf.
"Ich mag Geschichten! Und bis auf die der Vögel habe ich lange keine mehr gehört. Bitte, erzähl sie mir!"
Sie griff nach seinem Arm und strahlte ihn an, halb aufgeregt, halb flehend und glich mehr und mehr dem Kind, das sich hinter der Weisheit ihrer Augen verbergen mochte.
Swearing lächelte. Er kam sich vor wie der typische, überlegene Erwachsene, den von den Kindern um ihn herum immer wieder becirct wurde, nur noch einmal das Spiel zu spielen oder den Zaubertrick zu vollführen - oder die Geschichte zu erzählen.
Er atmete tief durch und ließ sich halb ins Gras sinken.
"Also wie gesagt, es gibt viele Welten da draußen, und die Menschen sind neugierig, zu erfahren, was sie dort wohl finden. Deshalb werden solche wie ich ausgebildet, mit Schiffen dorthin zu fliegen, damit wir alles herausfinden können. Aber die meisten davon sind unbewohnbar und öde. Die nächste wirklich interessante Welt wurde weit weg von meiner Heimat vermutet. Sie war allerdings so weit entfernt, daß es mehr als ein Menschenleben gedauert hätte, sie zu erreichen. Und so haben die Menschen angefangen zu forschen. Und schließlich bekamen sie, was sie wollten. Sie konnten einen Menschen von einem Ort zum nächsten schicken, ohne das Zeit verstrich. Und diese Erfindung nannten sie nach einer alten Phantasie "beamen"."
"Und du hast es ausprobiert?" fragte Eva.
"Ja." Er sehnte den Blick und seine Stimme klang dumpf. "Und es ist fehlgeschlagen. Jetzt sitze ich hier fest. Es gibt keine Möglichkeit mehr, mich zurückzubringen."
Eva sagte nichts, sondern sah sehr nachdenklich aus, doch Swearing bemerkte es nicht. Jetzt, wo er angefangen hatte zu sprechen, konnte er nicht mehr aufhören.
"Weißt du," sagte er, "es kommt mir alles so verflucht falsch vor. Warum ich? Verdammt, auf der Erde hat doch alles funktioniert, warum nicht, wenn ich den Versuch mache? Es ist, als hätte sich alles an diesem Tag gegen mich verschworen. Es ist, als sei alles verrückt geworden. Es hätte klappen müssen, es hätte nichts schief gehen dürfen! Bei den ersten Versuchen mit unbelebten Dingen auf der Erde hat alles geklappt, selbst mit Tieren! Es gab keine Anzeichen dafür, daß so etwas hätte passieren können." Er zuckte hilflos mit den Achseln. "Es ist, als wäre ich in einem bösen Traum gefangen." Er verstummte.
Noch immer schwieg Eva. Dann jedoch meinte sie:
"Schau dich um, Thomasswearing. Schau dich um! Und dann sag mir: Wie kann das Leben etwas anderes sein als ein Traum?"
Er blickte die junge Frau verständnislos an. Der Ernst in ihrer Stimme und ihrem Gesicht überraschte ihn.
"Ich... verstehe nicht. Was meinst du damit, Eva?"
"Sieh doch hin! Sie dir die Welt an. Wie könnte etwas solches anders als geträumt sein? Es ist zu groß und zu stark, zu alt, um wirklich geschaffen zu sein! Nein, das Leben wie es ist, ist ein Traum von uns, und wenn wir aufgehört haben zu träumen, dann sind andere an unserer Stelle, die weiterträumen. Die Vögel, die Tiere, alles träumt sein Leben und wenn sie gehen, träumen ihre geträumten Kinder das Leben weiter und weiter, vom Anfang bis in alle Ewigkeit."
Swearing wollte ihr gerade sämtliche bekannten Urknalltheorien herunterbeten, Evolutionsmodelle, wie alles entstanden sein sollte, doch sie schnitt ihm mit einer Geste das unausgesprochene Wort ab und redete weiter.
"Du hast gesagt, es gibt viele Welten überall, aber die meisten sind leer. Weißt du warum? Weil niemand dort ist, der sie träumen könnte!"
Er dachte nach und suchte nach etwas, womit er diese verrückte Theorie widerlegen konnte. Er hatte Eva wohl doch überschätzt, denn trotz allem war sie nur ein einsames Mädchen von einem Volk - wenn auch ausgestorben - das wohl noch tief in der frühgeschichtlichen Phase der Menschheit steckte.
"Überleg doch mal," sagte er. "Selbst wenn es so wäre, wie du sagst, wie sollten dann diese Träumer entstanden sein? Ich meine, wo kamen sie her? Ich glaube nicht an Gott oder sowas. Ich bin zu realistisch, um an irgendeine höhere Existenz zu glauben."
Mit einem Stirnrunzeln sah Eva den Raumfahrer an.
"Ich weiß nicht, was du meinst mit "Gott", aber ich glaube, du meinst damit die Geister, die überall sind. Nein, sie könnten keine Träume begründen. Geister  sind nur Gedanken, ungeträumte Träume von Wesen, die vergessen haben, wie man träumen kann und dadurch gestorben sind, ohne ihre Träume zu Ende zu bringen.
Aber leg nur einmal deine Hände auf den Boden hier! Was spürst du?"
Swearing tat wie ihm geheißen und antwortete wahrheitsgemäß:
"Nichts. Nur die Erde unter mir, vielleicht kleine Erschütterungen im Gestein, wenn etwas passiert. Nichts unnatürliches."
Jetzt sah Eva böse aus. Dachte sie, er wollte sie beleidigen?
"Hör mir zu, Eva. Tut mir leid, ich will dich nicht verärgern, aber ich glaube nuneinmal nicht an solchen Hokuspokus. Nicht, nachdem ich gesehen habe, was klare Wissenschaftlichkeit alles bewirken kann."
Nun war sie wirklich böse. Sie sprang erregt auf und ihre Augen blitzten.
"Ach ja?" fauchte sie ihn an. "Und was sind all deine Wissenschaften denn anderes, als Ausgeburten eines Traumes? Du erzählst mir davon, das deine Menschen, um sich den Traum, andrer Welten zu sehen, einem anderen Traum nachgejagt sind, der ihnen von einem Ding erzählt hat, das sie an andere Orte, weit weg von ihnen selbst bringen kann, und willst mir dann sagen, daß du nicht an Träume glaubst?"
"Das ist etwas vollkommen anderes!" rief er erhitzt aus und zuckte zusammen, denn seine Stimme war weitaus schärfer, als er es gewollt hatte. Wenn er Eva überzeugen wollte, durfte er sich nicht hinreißen lassen, sondern mußte ihrer sturen Leidenschaft mit sachlicher Argumentation entgegentreten. "Diese Erfindungen sind Dinge, die man aufgrund von jahrelangen Forschungen herausgefunden hat. Das hat nichts mit Träumen zu tun!"
Auch Eva schien sich durch seine ruhigen Worte wieder beruhigt zu haben, denn sie ließ sich wieder neben ihm in das Gras sinken und sprach mit normaler, aber nichtsdestotrotz überzeugter Stimme weiter.
"Aber sag mir, warum sollten sie denn forschen, wenn sie nicht die Phantasie hätten, sich Dinge auszumalen, wie sie sein könnten? Warum sollten sie forschen, wenn sie nicht geträumt hätten, daß es möglich wäre?"
Swearing seufzte und verdrehte die Augen. Es war zwecklos, weiter zu argumentieren. Eva war viel zu sehr von ihrem Standort überzeugt, als daß sie sich hätte abbringen lassen.
Sie jedoch sah sein Schweigen als stumme Einsicht.
"Bitte, versuch es noch einmal! Leg deine Hände auf den Boden und sag mir, was du fühlst!"
Da Swearing nicht die Absicht hatte, sich weiter mit dem scheinbar einzigen Menschen des Planeten zu streiten, lenkte er ein, legte die Hände auf den Boden und schloß die Augen.
Er fühlte die Erde - wie sollte es anders sein? - und wie sich unter seinen Fingern einzelne Krümel lösten und sich bewegten, als wollten sie ihm weismachen, er legte seine Hände auf etwas lebendiges. Er spürte, wie sein Plus durch die Fingerspitzen huschte und es fühlte sich an, als käme der Herzschlag von tief unter ihm. Der Wind strich ihm sanft über die Haut und das kurzgeschnittene blonde Haar, wie leichter Atem und füllte ihn aus mit weicher Ruhe, flüsterte ihm verspielt ins Ohr wie ein lebendiges Wesen. Swearing mußte lächeln, als er sich das vorstellte. Plötzlich war ihm, als wären die atmende Brise und das Klopfen seines Pulses, der so gar nicht von ihm auszugehen schien, eins, zwei Faktoren, Atem und Herzschlag, die ein Leben ausmachten - das Leben das dem Planet inne war.
Ruckartig löste er seine Hände vom Boden und starrte entsetzt auf die Stelle. Eva lächelte triumphierend.
"Die Welt lebt. Die Planeten, wie du sie nennst, sind nichts anderes als denkende, fühlende Dinge, genauso lebendig wie wir. Und auch sie begannen ihr Leben mit dem Traum von Licht und Dunkel, Wasser und Land und schließlich den Lebewesen, die sie bevölkern.
Nicht alle Welten, denke ich, haben die Macht zu träumen, aber diese hier, die lebt, auf jeden Fall."
"Und alles, was wir sehen, ist reine Illusion..." murmelte Swearing, halb zu sich selbst. "Wenn das alles ein Traum ist, dann will ich nur aufwachen und zurückkehren. Ich will nach Hause. Eva, laß mich aufwachen!"
"Aus diesem Traum wachst du nicht auf, Thomasswearing. Du träumst ihn nur zu Ende. Und außerdem, wenn das Leben nur ein Traum ist, ist es dann nicht sein Sinn, immer weiter zu träumen?"

Sie sprachen nun lange Zeit darüber, erzählten sich von ihren Träumen, doch Swearings Gedanken schwärmten immer wieder zur Erde zurück, wie Motten zu einer Flamme. Oh, wie er sie doch vermisste...
"Als kleiner Junge," sagte er, "habe ich mir vor dem Schlafengehen immer Träume zurechtgelegt und mir fest vorgenommen, in der Nacht davon zu träumen."
Eva drehte sich auf die Seite und grinste den auf dem Rücken liegenden Raumfahrer an.
"Und, hast du?"
Swearing lachte leise.
"Keine Ahnung. Ich habe es vergessen. Ich weiß nur, daß ich immer davon geträumt habe, ein tapferer Raumfahrer zu werden und mir zwischen den Sternen heiße Schlachten mit Außerirdischen zu liefern."
"Und jetzt bist du Raumfahrer."
Er grinste säuerlich.
"Nicht mehr. Ich war. Jetzt bin ich nur noch ein Schiffbrüchiger, Tausende von Meilen fort von Zuhause."
Er sah zu den Sternen auf. Vermutlich konnte er die Erde von hier aus nicht einmal sehen. Er hörte Vogelgesang, halb vertraut, hab exotisch. Auf der anderen Seite des Sees kam ein weißer Hirsch aus dem Wald, witterte aufmerksam und begann dann zu trinken. Irgendwo heulte ein Rudel Wölfe.
Auch Eva sah zu den Sternen.
"Du sagtest, du hast dir früher Träume gemacht, die du haben wolltest."
"Hmhm."
"Warum.... warum tust du das jetzt nicht mehr?"
Swearing sah die junge Frau an.
"Was meinst du?"
"Wenn du dir etwas sehr wünschst, kannst du die Träume beeinflussen. Das Leben ist nicht anders. Wenn du dir etwas wirklich wünschst, kannst du es erreichen, wenn du den Mut dazu hast."
"Ich verstehe nicht ganz."
Swearing richtete sich halb im Gras auf und betrachtete Eva genau. Das Sternlicht, das auf ihren sonnengebräunten Raubtiergliedern schimmerte verlieh ihr das Aussehen einer uralten Weisen. Swearing fühlte sich tief in sich an etwas erinnert, eine alte Geschichte, doch sie entglitt seinen Gedanken bevor er sie erfassen konnte wie ein silberner Fisch in einem dunklen See.
"Du kannst dein Leben verändern, wenn deine Träume stark genug sind."
"Du... meinst...? Verzeih, ich verstehe noch immer nicht ganz."
"Schließe deine Augen, Thomasswearing. Erzähl mir von der Erde."
Er tat, was sie sagte.
Er dachte an einen Sonnenuntergang, den er mit einer Liebe aus Jugendtagen erlebt hatte und unbewußt sprach er davon. Er erinnerte sie an die vielen, wundervollen Farben, die wie in einem Aquarell ineinanderliefen und wie rot die Sonne hinter den Häuserdächern der Stadt verschwunden war.
Er erinnerte sich, wie er einem Freund die Bilder der Sterne erklärt hatte, erinnerte sich an Kinderlachen, an die grandiose Feier, als er mitgeteilt bekam, daß er seine Aufnahmeprüfungen des Raumfahrtinstituts bestanden hatte, an ungezählte Dinge in seinem Leben und malte sie in seiner Erinnerung wunderschön.
Swearing träumte von der Erde.
Irgendwo glaubte er ein leises "Leb' wohl." zu hören, doch er konnte sich nicht erinnern, wer es gesagt hatte.
Dann war er eingeschlafen.

Als er wieder erwachte und die Augen öffnete, waren die Geräusche des Waldes verschwunden und helles Licht blendete ihn. Er hörte Stimmen, doch sie klangen verschwommen und waren gleich wieder verschwunden, als er erneut in die Dunkelheit des Schlafs eintauchte.

Das nächste Mal als er aus den Schwärze auftauchte, blinzelte er erneut in das helle Licht. Es flackerte und rauschte vor seinen Augen und erstarb. Jemand hatte die Neonlampe gelöscht. Um ihn war das Piepsen von medizinischen Geräten zu vernehmen, doch niemand war hier, um ihn zu begrüßen. Man hatte ihn wohl für die Nacht alleine gelassen.
Doch er wußte nun, daß er wieder auf der Erde war.
Thomas Swearing war zu Hause.

Sein nächster Schlaf war ein reiner Schlaf der Erschöpfung. Er erinnerte sich nicht an Träume. Nachdem er diesmal erwacht war, war eine Schwester im Zimmer gestanden, die sofort die Ärzte geholt hatte.
Man hatte ihm auf seine Fragen erzählt, daß sein Shuttle wohl in das Gravitationsfeld eines Schwarzen Lochs oder ähnlichem geraten war und angezogen wurde. Als man es bemerkt hatte, wurden sofort Schritte eingeleitet und man hatte ihn zurückgebeamt. Er hatte mehrere Wochen im Koma gelegen, wie sie sagten. Nein, Folgeschäden seien nicht zu erwarten.
Die Experimente mit dem Beamen wurden nach diesem herben Fehlschlag wieder eingestellt, beziehungsweise auf Eis gelegt, bis eine ausgereiftere Technik entwickelt werden würde.
Ja, er durfte bald gehen, nur noch kurze Zeit der Beobachtung.
Dann waren die Ärzte gegangen und auch die Schwester hatte ihn schließlich allein gelassen.
Inzwischen war später Abend und Swearing schwirrte der Kopf, nach allem, was er heute gehört hatte. Es waren ein bißchen viele Leute um ihn gewesen heute, ein bißchen viele Dinge passiert.
Das Licht war gelöscht und Swearing starrte noch eine Weile ins Dunkel. Vom Fenster fiel helles Licht in sein Zimmer. Das Fensterkreuz malte seinen Schatten an die Wand wie ein biblisches Zeichen.
Swearing wurde plötzlich einiges klar, und bevor er diesmal einschlief, murmelte er:
"Eden, Eva. Dein Ort heißt Eden."

In dieser Nacht schlief er nicht traumlos, denn er lebte wieder.

Ende

Janina Radny
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