Das Pantheon der Dheis Albi

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Das albische Pantheon besteht aus sechs Gottheiten, die nebeneinander verehrt werden. Die Stellung eines Ersten unter gleichen nimmt dabei Xan ein, die Macht, die als erste der Sechs von AEd, dem Allwissenden in die Welt gesetzt wurde.
Aus diesem Grunde wird in einer Versammlung von Priestern verschiedener Gottheiten meist der ranghöchste anwesende Xanpriester als Oberhaupt der Versammlung akzeptiert. Im folgenden werden die sechs Götter mit ihren Attributen in der Reihenfolge ihrer Erschaffung aufgeführt:
Xan, der Erstgeborene, Lichtspender, Gott der Sonne, des Feuers und des Sommers, der Seiende.

Ylathor, der Dunkle, Herr des Todes und des Winters.

Irindar, das Wallen, Gott des Krieges und der Spieße.

Thurion, die Kraft, Gott der Stürme und der Schmiede, Herr des Herbstes.

Vana, das Werden und Vergehen, Göttin der Fruchtbarkeit, des Frühlings und Hüterin der Herdfeuer.

Dwyllan, das Gleichgewicht der Dinge, Gott der Meere und der Ströme.

In praktisch allen größeren Städten Albas befindet sich ein Tempel der Dheis Albi, in denen mindestens ein Priester jeder Gottheit seinen Pflichten nachgeht. Üblicherweise ist der Altarraum so aufgebaut, daß auf einem großen Altarstein Abbildungen oder Statuetten der Götter Vana, Thurion, Xan, Irindar und Dwyllan in dieser Reihenfolge von links nach rechts aufgestellt sind, während sich meist dem Altar gegenüber in einer verdunkelten Nische ein Schrein Ylathors befindet.

Daneben ist in Alba jedem einzelnen Gott ein Kloster oder Orden geweiht, in dem gemäß der jeweiligen Hierarchie die höchsten Priester der Gottheit leben und die Priesterschüler gemäß den Ritualen und Richtlinien des jeweiligen Kultes erzogen und ausgebildet werden. Parallel dazu verfügt jeder Orden über eine unterschiedlich große Anzahl an Ordenskriegern, deren Ausbildung analog derer der Priester in dem jeweiligen Kloster vollzogen wird.

Der Kult des Xan:
Xan, Vater des Seins, Lichtspender, Sonnengott und Herrscher des Feuers wird als menschenähnlicher Gigant mit einer Sonne anstelle eines Kopfes oder auch nur als Sonnenscheibe dargestellt. Diese Darstellungen, Statuetten oder Intarsienarbeiten, sind zumeist aus Gold, nicht selten sogar aus Alchimistengold gefertigt und überragen in ihrer Größe und künstlerischen Qualität stets die eventuell anwesenden Abbildungen der anderen Gottheiten. Xans Zeichen ist eine tiefgelbe, von einer orangeroten Corona umgebene, Sonnenscheibe. Seine Priester tragen gelbe Kutten, auf deren Rückseiten das Zeichen Xans eingewebt ist.

Xan ist unangetasteter Herrscher der albischen Götterfamilie, was sich unter anderem auch darin niederschlägt, daß seine Anhängerschaft zahlenmäßig am stärksten in Alba vertreten ist. Auch die Gläubigen und Priester der anderen Gottheiten bringen Xan-Geweihten großen Respekt entgegen. Dies hat leider dazu geführt, daß Xanpriester häufig recht arrogant auftreten und nicht selten auch in Fragen, die nicht in ihren ureigenen Glaubensbereich fallen, unbedingten Gehorsam einfordern, was schon des öfteren zu Konflikten mit weltlichen Herrschern geführt hat.

Der Sonnentempel des Xan in Beornanburgh ist mit verschwenderischem Luxus ausgestattet und beinhaltet die größte bekannte Bibliothek Albas. Der Altar wird durch eine übermenschengroße Xan-Statue geschmückt, deren Haupt in einem nie verlöschendem Gleißen erstrahlt. Die Soll-Stärke der Xan-Ordenskrieger beträgt 300 Mann.

Festtage:
Xanstid vom Tag vor bis zum Tag nach dem Ljosdag des Schlangenmondes (Sommersonnenwende). Dreitägige Feiern und Prozessionen zu Ehren aller Götter des albischen Pantheon, insbesondere aber zu Ehren Xans. In dieser Zeit wird nicht gearbeitet, sämtliche Zwistigkeiten und kämpferische Handlungen zwischen Albai werden eingestellt. Die alljährliche "Kirchensteuer" wird fällig: Von jedem Gläubigen der Dheis Albi wird erwartet, daß er einen seinem Einkommen bzw. Vermögen angemessenen Betrag (etwa 1%) an das örtliche Kloster spendet. Kontrollen werden allerdings nicht durchgeführt.

Altu Nydamn am Tridag der ersten Trideade des Kranichmondes. Der letzte Tag der Samhain-Woche ist Xan geweiht. Es werden Zeremonien in den Tempeln und in den Straßen abgehalten.

Wintersonnenwende am Ljosdag des Trollmondes. Das Ende der dunkelsten Zeit des Jahres wird gefeiert und auf den Feldern werden große Freudenfeuer angezündet. An diesem Tag werden Treuegelübde und Lehensverpflichtungen abgelegt bzw. erneuert.

Neben diesen drei hohen Festtagen ist der Ljosdag eines jeden Mondes Xan geweiht.

Der Kult des Ylathor:
Ylathor, der Dunkle, Herr des Todes, Gebieter des Winters wird selten personifiziert. Die hauptsächliche Darstellungsform besteht in einer menschenähnlichen Statuette aus Obsidian, deren Gesichtszüge nicht ausgearbeitet sind. Seltener sind Abbildungen eines skelettierten Menschen, der in seiner einen Hand eine gewaltige Sense, in der anderen eine fast abgelaufene Sanduhr hält. Seine Zeichen sind ein von einer Stichwaffe durchbohrter Totenschädel und ein Eiskristall. Seine Priester tragen schwarze, schmucklose Kutten, deren weite Kapuzen das Gesicht des Trägers beschatten.

Sitz des Ylathorklosters ist der Gimroth-Orden im Norden Albas. Es befindet sich im Offa-Massiv, etwa auf halber Strecke zwischen Deorstead und Crossing. Die Soll-Stärke der Ylathor-Ordenskrieger beträgt 50 Mann.

Ylathor wird vom gemeinen Volk weniger verehrt, denn gefürchtet. Der Glaube besagt, daß Ylathor den Namen eines jeden sterblichen Wesens kenne und dessen Lebenszeit abmesse. Wenn Ylathor die Zeit für reif hält, spricht er den Namen des Wesens aus und holt es so zu sich in sein Schattenreich, wo es eine von seinem Lebenswandel abhängige Zeit Martern ertragen und Sklavendienste verrichten muß, bevor es an seiner Tafel Platz nehmen darf. Ehrenvoll im Kampf oder auf dem Schlachtfeld gefallene Krieger kommen ohne Umwege direkt zu einem Ehrenplatz an dieser Festtafel.

Festtage:
Ylathorstid am Myrkdag des Kranichmondes (Winteranfang). In ganz Alba wird der Toten gedacht, Kulthandlungen zu Ehren und zur Besänftigung Ylathors begangen und um einen milden Winter gebetet. In früheren Zeiten wurden Ylathor an diesem Tag Menschenopfer dargebracht, doch liegt dies so weit zurück, das heute nur noch wenige Priester und Weise davon wissen. An die Stelle der Menschenopfer sind längst schon Tieropfer getreten. Eine Bauernweisheit besagt, das es ein langes Leben bringt, dem Opfertier den eigenen Namen zu geben, um so für sich selbst Aufschub zu gewinnen. Art und Größe des Opfers sind dabei unerheblich. Die Zeremonien dauern von Mitternacht bis Mitternacht, so daß ein Ylathorpriester an diesem Tag völlig ausgelastet ist. Die geopferten Tiere dienen teils dazu, die Vorräte des Tempels aufzufüllen, der weitaus größere Teil jedoch wird den Armenküchen des jeweiligen Ortes vermacht, was Ylathorstid zu einem populären Festtag der Ärmsten und Bettler gemacht hat. Jeder Ylathorpriester sorgt normalerweise dafür, an diesem Tag in einem Tempel oder Schrein seines Gottes präsent zu sein, um beim Ablauf der Kulthandlungen zu helfen. Abgesehen von Tieropfern beinhalten die Zeremonien zur Besänftigung Ylathors Fürbitten für die Toten, Gedenken der eigenen Sterblichkeit und Übungen in Demut und Gelassenheit. Questen und Pilgerfahrten, die an diesem Tage begonnen werden, stehen unter einem guten Vorzeichen, denn dieser Tag ist der einzige Myrkdag des Jahres, an dem sich die wahrhaft Gläubigen des Schutzes Ylathors vor den Mächten der Dunkelheit völlig sicher fühlen.

Altu Cradoch am Myrkdag des Drachenmondes. Im Rahmen der Samhain-Woche wird Ylathor um Milde gebeten und für das Ausbleiben von Schicksalsschlägen gedankt.

Neben den beiden hohen Feiertagen zu Ehren Ylathors ist der Myrkdag eines jeden Mondes Ylathor geweiht und die Gläubigen beten an diesen Tagen zu Ylathor, auf daß er ihnen gegen die Mächte der Finsternis beistehe und schützend seine Hand über sie halte.

Kulthandlungen: Zu den alltäglichen Kulthandlungen eines Ylathorpriesters gehören Bestattungsrituale, das Weihen von Friedhöfen und nicht selten das Schlichten von Erbschaftsstreitigkeiten.

Gebote und Verbote:

  • die dunklen Mächte und deren Diener aufs Schärfste bekämpfen.

  • Untote und Geisterwesen, sowie alle anderen Wesen, die ihre Existenz auf unheilige Weise gegen Ylathors Willen aufrecht erhalten vernichten.

  • nur elegante und lautlose Waffen führen.

  • die Feierlichkeiten zu Ylathorstid in einem Tempel der Dheis Albi oder im Ylathorkloster begehen.

  • der Zauber Erheben der Toten bleibt bei Ylathorpriestern und -ordenskriegern wirkungslos.

  • einmal im Jahr im Gimroth-Orden vor dem Rat der Sieben Rechenschaft ablegen.

  • die Toten ehren und, gleich ob Freund oder Feind, jedem verstorbenen Wesen von mindestens menschlicher Intelligenz die Todes- und Bestattungsrituale zukommen lassen.

  • Grabschändungen jeglicher Art verhindern, bzw. deren Ausführung streng ahnden.
  • Vorzüge:
    Untote und Geisterwesen entwickeln eine instinktive Abscheu vor Priestern des Ylathors. Solche finsteren Wesen versuchen sich vom Ylathorpriester fernzuhalten und greifen nicht sofort an. (Spieltechnisch gesehen, bedeutet dies, daß ein Ylathorpriester bei einer Konfrontation mit einem solchen Wesen immer die erste Runde ungestört agieren kann). Wesen bis zum dritten Grad leiden beim Anblick eines heiligen Symbols oder bei der Nennung des Namens der Gottheit durch einen Priester unter den Auswirkungen des Zaubers Angst, wenn ihnen ein WW Resistenz: PsyZ mißlingt. Bei Wesen ab dem vierten Grad schlägt diese Abscheu jedoch in Aggression um, so daß sie (nach der ersten "Freirunde") bevorzugt den Ylathorpriester attackieren werden.

    Stefan Lipgens

    Der Digest (MD/DRoSI/Archont)

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