Frontier Secrets

Das sich an die Erzähler wendende "Frontier Secrets" beinhaltet einiges an Zusatzmaterial¸ welches im Grundregelwerk einfach keinen Platz gefunden hat. Gleich zu Beginn gibt es für fast jede Brut¸ jedes Vorzeichen und jeden Stamm mindesten eine neue Gabe¸ und unter den drei neuen Totems hat man Eule nachgereicht¸ welches man als Stammestotem der Stillen Wanderer in den Grundregeln vergessen hat.
Knapp ein Viertel des Buches verschliss die Beschreibung dreier Fera. Es werden die amerikanischen Corax sowie die beiden einheimischen Werrassen¸ die Nuwisha (Werkojoten) und die Pumonca (Werpumas) vorgestellt. Während die Kojoten bekanntlich ihre Mittel und Wege kennen¸ sich der Gier der Wyrmbringer zu entziehen (und diese zu ihrem Vorteil zu nutzen)¸ sind die Pumonca nicht so zimperlich im Umgang mit den Werwölfen. Im Prinzip werden alle drei Rassen mit einem kurzen Abriß ihrer Geschichte und ihres Wesens abgehandelt¸ der Rest geht vor allem für ihre regeltechnische Behandlung (Gestalten¸ Gaben¸ Riten etc.) drauf.
Bei den Antagonisten finden sich auch einige Bekannte für den WoD-Kenner: die Vampire. Witzig ist dabei die Beschreibung der "Clans" zu lesen ‐ aus Sicht der Garou. So sind die Lasombra die "Dunklen Reiter"¸ die Nosferatu und Samedi die "Wurmlinge" etc. Ganz nett¸ diese In-Character-Texte¸ die aufzeigen¸ wie wenig (oder wie viel) die Werwölfe über ihre untoten Feinde gewusst haben. Zu anderen Widersachern zählte man Hexen¸ verrückte Wissenschaftler ‐ und die Magi. Immerhin spendierte man diesen eine Seite zur Lage im Amerika des 19.Jahrhunderts¸ ebenso wie den Todesalben und den Wechselbälgern (hier zuförderst die Nunnehi). Die restlichen zehn Seiten sind der Erleuchtenden Gesellschaft des Klagenden Mondes gewidmet (wie wir wissen der Vorläufer zu Pentex). Unter der Führung von Lloyd Fairweather entstand hier ein ernster Gegner für die Garou. Es wird auf die Struktur und auf die magischen Kräfte der Gesellschaft eingegangen¸ dem sogenannten Saturnal. Zwei solcher Pfade¸ Manes und Anima¸ werden hier auch vorgestellt. Sicherlich reichen die Informationen aus¸ um die Gesellschaft des Öfteren als Widersacher für die Garou zu bringen¸ zumal diese um einiges subtiler vorgehen als andere Wyrmdiener.
Im Appendix dann bekommt der Erzähler eine ausführlichere Zeitlinie und eine anderthalb Seiten lange Liste von Waffen präsentiert ‐ vor allem Schusswaffen aller Art¸ denn was wäre der Westen ohne sie? Zudem gab man an¸ ab wann es welche Waffe überhaupt gab ‐ nicht¸ dass man im Amerikanischen Bürgerkrieg mit einem Peacemaker herumläuft¸ welcher erst 1873 erhältlich ist. Zum Schluß gibt es noch einen Blick auf das Schicksal des Wilden Westens und der Gesellschaft des Klagenden Mondes¸ und natürlich noch einige Errata zum Grundregelwerk.
Fazit ‐ wer schon vom Grundregelwerk begeistert war¸ wird es auch mit dieser Ergänzung sein¸ aber Werwolfveteranen seien gewarnt ‐ in dem Buch steht zuviel Altbekanntes¸ und der Rest¸ der dann wirklich neu und innovativ ist¸ rechtfertigt noch lange keine Anschaffung. Also vorher mal beim Verkäufer seines Vertrauens probelesen¸ wenn man Interesse daran hat.
Eine Rezension von: Rosztavili (Schreck-Net)