Changing Breed 8: Rokea

Wer hinter den Werhaien blutlüsternde Monster vermutet¸ liegt nicht ganz falsch¸ aber auch nicht vollkommen richtig - die Fera¸ die sich selbst Brut des Kun oder auch Rokea nennen¸ kämpfen ebenso gegen die Machenschaften Qyrls (ihr Äquivalent zum Wyrm) wie auch gegen ihre drohende Ausrottung¸ und das in einer der lebensfeindlichsten Bereiche unseres Erdballs. Ihre stets geringer werdende Zahl und ihr praktisch nicht existenter Einfluß in der menschlichen Welt lassen einen moderaten Umgang mit den Landbewohnern nicht zu - Menschen sind in ihren Augen in erster Linie Feinde oder (notgedrungen) Fortpflanzungspartner.
Das obligatorische Einstiegscomic¸ "Unwelcome Guests"¸ zeigt das auf Missverständnisse und Vorurteilen fußende Verhältnis zwischen Rokea und den Garou in deutlichen (und deutlich blutigen) Bildern auf. Nach einer kurzen Einleitung mit integriertem Lexikon der Rokea-Begriffe wird im ersten Kapitel¸ "The Long Swim"¸ die Geschichte der Werhaie vom ersten Tage bis heute erzählt. Man erfährt von "ihrer" Trinität (Kun¸ Cet und Qyrl)¸ dem Impergium¸ dem Verrat der (in "Hengeyokai" vorgestellten) Same-Bito und vom größten Verlust der Rokea in der Neuzeit¸ dem Massaker von TurnaŽa im Mai 1955¸ als ein Atomtest der Amerikaner¸ "Operation Wigwam"¸ praktisch die Hälfte der gesamten Rokea-Population auslöschte (welche eigentlich darüber debattieren wollte¸ was gegen die vernichtenden Atomtests zu tun ist).
Kapitel 2¸ "Sunlit Waters"¸ befaßt sich näher über die Rokea selbst - ihre Vorzeichen¸ ihre Regeln und ihre Lebensräume. Von näherer Interesse sind vor allem die Passagen über die sogenannten "Betweener"¸ Rokea¸ welche sich¸ vor allem um sich dort möglichst häufig fortzupflanzen¸ aufs Festland wagen. Natürlich dürfen ihre Anschauungen gegenüber den anderen Fera nicht fehlen¸ ebenso wie ihre Ansicht¸ was ihre fünf Formen betrifft - wobei man sich nicht wundern darf¸ warum ein dreißig Fuß langer Hai das Delirium in vollem Umfang auslöst....
Das dritte Kapitel¸ "Breech"¸ nimmt mit dreißig Seiten knapp ein Viertel des Buches in Beschlag. Es ist der Regelteil¸ der wie aus den anderen Büchern dieser Reihe gewohnt die Spieler mit Werten¸ neuen Hintergründen und Fertigkeiten¸ Gaben¸ Vorzügen/Schwächen¸ Tabellen¸ neuen Kampfmanövern und Riten verwöhnt. Doch zuvor werden auf einer halben Seite sechs der gängigsten Vorurteile über Rokea entkräftigt - angefangen von jenem Vorurteil¸ dass Werhaie geistlose Monster sind.
Kapitel 4¸ "Secrets Of The Deep"¸ bleibt den Erzählern unter den Lesern vorenthalten¸ beinhaltet es doch eine Geschichte für eine Gruppe von Rokea. Sicherlich ein guter Schritt¸ die Spieler an die etwas gewöhnungsbedürftigen Werhaie heranzuführen.
Das letzte Kapitel¸ "The School"¸ bietet neben fün Beispielcharakteren auch eine Handvoll berühmter Rokea¸ wie etwa Mizuchi¸ den Begründer der Same-Bito¸ der diesen Schritt jedoch nachträglich bereut.
Im Appendix finden sich¸ ehe das Buch in den allseits geschätzten Charakterbögen endet¸ schließlich Informationen über den Haifisch selbst¸ wie man es aus den zahlreichen Tiersendungen über das perfekteste Jagdtier zu Wasser kennt.
Graphisch wie inhaltlich hinterlässt das Buch einen äußerst guten Eindruck - nicht umsonst sagt man den Haifischen eine gewisse¸ wenn auch anders definierte Schönheit nach. Freunde dieser Spezies können ohne Bedenken zugreifen¸ der Rest wird nach dem Genuß dieses Buches zumindest mit dem Gedanken spielen¸ die Rokea auf die eine oder andere Weise in ihre Geschichten einzubauen. Und wenn es nur darum geht¸ für ein paar Garou beim Hochsee-fischen ein wenig den Schwierigkeitsgrad anzuheben....
Eine Rezension von: Rosztavili (Schreck-Net)