Changing Breed 2: Nuwisha

Nicht mal dicker als ein damaliges Stammesbuch ist das 68 Seiten zählende Buch¸ auf dessen Rückseite uns der bekannte Werkojote Old Man Manyskins entgegenlächelt¸ welcher bestens aus dem Wildwestableger und zahlreichen anderen Werwolf-Publikationen bekannt ist. Ein Erlebnis aus seiner Jugend bildet auch das Thema des einleitenden Comics¸ "Comes The Wyrm Train"¸ ehe sich Loki Laughs-Too-Much vorstellt¸ jener Beispielcharakter aus dem alten Werewolf Players Guide 1st Edition¸ welche uns mit ihrem Wissen durch die Geschichte der Nuwisha führt.
In "The Truth About The World" erzählt die Kojotin von der Entstehungsgeschichte der Nuwisha und vom Treiben des großen Schöpfers¸ Kojote selbst. Insofern unterscheidet sich dieser Teil des Buches ‐ die obligatorische Geschichte ‐ dadurch¸ dass sie deutlich humorvoller ist ‐ so wird der Leser unweigerlich ins Schmunzeln beraten¸ wenn er erfährt¸ wie Kojote den anderen Rassen Ratschläge erteilt und wie er für den "Unfall" zwischen Weberin (der Spinne) und dem Wyrm (eben das ‐ ein Wurm) verantwortlich ist. Auch die Ankunft der Wyrmbringer überstanden die Nuwisha im Vergleich zu den Reinen Stämmen glimpflich ‐ einmal mehr hielten sie die Werwölfe zum Narren. Hundert Werkojoten leben auf unserer Welt¸ und die Nuwisha lassen die Garou auch brav in dem Glauben¸ dass sie fast ausgestorben sind.
"How To Be A Proper Nuwisha" ist das zweite Kapitel und eben das ‐ was man alles als Nuwisha wissen muß. Aufgrund eines anderen Missgeschicks Kojotes mit Luna sind alle Nuwisha Ragabash¸ egal wann sie geboren worden sind. Auch haben sie keinen Zorn¸ wie die Garou ihn haben ‐ worüber die Kojoten jedoch ziemlich froh sind¸ schließlich fallen auch alle unangenehmen Seiten weg. Daraus resultiert auch ihre Nichtanfälligkeit gegenüber Silber ‐ für sie ein guter Tausch. In diesem Kapitel erfährt man mehr über die zahlreichen Gesichter und Aspekte¸ über die Kojote selbst verfügt¸ unter anderem die gewaltätige Inkarnation des großen Tricksers¸ Loki¸ und Kishijoten¸ der helfende Aspekt. Diese anderen Gesichter Kojotes sind später für einen Nuwisha von größerer Bedeutung. Eher knapp werden von den einzelnen Bruten und den Blutsgeschwistern erzählt ‐ aber was will man hier groß über die einzel-gängerischen Nuwisha sagen? Neben dem alljährlichen Festival¸ zu dem alle Nuwisha erscheinen (und uneingeladene Gäste stets töten ‐ vielleicht das einzige¸ wo sie keine Scherze machen) und den Gesetzen des Tricksers ‐ quasi die Litanei der Kojoten ‐ bietet dieses Kapitel auf seinen acht Seiten eindeutig zu wenig für den heutigen Standart.
"The World In Coyote´s Eyes"¸ das dritte Kapitel¸ geht auf die Verbreitung der Nuwisha über den ganzen Erdball und auf ihre Anschauungen gegenüber den Werwölfen und anderen Übernatürlichen ein. Dass die Garou dabei nicht sehr gut wegkommen¸ ist klar ‐ aber laute grüngefärbte und angeheiterte Fianna am St. Patrick´s Day muss man einfach gesehen haben.
Dann¸ nach fast fünfzig Seiten¸ geht es wie in jedem Stammesbuch ans Eingemachte ‐ in "Toys And Tricks" widmet man sich dem Regelteil. Dazu gehören neue Vorzüge und Schwächen¸ zahlreiche neue Gaben (inklusive eines Errata-Teiles zu den im Players Guide vorgestellten Gaben)¸ Fetische und Totems. Letztere nehmen eine wichtige Rolle bei den Nuwisha ein¸ denn jeder von ihnen hat sein eigenes Totem¸ welches nichts anderes sind als die eingangs erwähnten Aspekte des großen Tricksers Kojote. Und Kojote bietet was für die Totempunkte¸ die man ausgibt ‐ so garantiert Loki für seine sieben Punkt eine zusätzliche Gesundheitsstufe und einen Punkt bei einem körperlichen Attribut nach Wahl. Keiner geht bei den Nuwisha leer aus. Man darf allerdings eines nicht vergessen ‐ man ist bei der Erschaffung eines Werkojoten auf den Players Guide angewiesen (egal¸ welche Edition)¸ und es gibt auch kein Schritt-für-Schritt-Schema zur Charaktererschaffung¸ wie man es aus jedem anderen Breedbook kennt. Hätte ich jetzt nicht besagten Players Guide zur Hand¸ wüsste ich nicht¸ dass Nuwisha mit vier Willenskraftpunkten und nach neuester Regelung auch mit fünf anstelle von drei Hintergrund punkten anfangen. Riten vermisst man in diesem Buch ebenfalls ‐ man merkt¸ ohne den Players Guide kann man Nuwisha nicht so vernünftig spielen¸ wie man möchte.
Ach ja¸ die Beispielcharaktere ‐ vier an der Zahl¸ im Appendix Zwo¸ "Coyote´s Children". Klar¸ wenn man nur Werwölfe kennt¸ bieten die etwas Neues. Vom Hocker gehauen haben die mich jedoch nicht. Und natürlich kommt auch dieses Buch nicht ganz ohne die Beschreibung berühmter Nuwisha aus ‐ allen voran wird Old Man Manyskins im Appendix Drei¸ "The Favored Of Coyote" beschrieben. Zum Schluss wird das Buch ‐ wie immer ‐ durch einen vierseitigen Charakterbogen abgeschlossen. Vom ersten bis zum letzten Bild in diesem Buch beglückt uns Steve Prescott mit seinem Sinn für Humor und seiner Detailverliebtheit.
Dieses Buch ist schon etwas veraltet und noch vor den Bastet bedürfen die Nuwisha eines an die dritte Edition angepassten Stammesbuches. Das humorvolle Wesen der Nuwisha und auch der Wiedererkennungswert der indianischen Sagengestalt des Kojoten (der mehr ist als nur der arme Verlierer¸ der dem Roadrunner hinterher jagt) wird zwar vermittelt¸ aber verglichen mit den anderen Büchern dieser Reihe weist "Breedbook Nuwisha" doch einige ‐ wenn auch nunmehr zeitbedingte - Mängel auf. Da hätte man einige Informationen mehr bringen können.
Da die Werkojoten nach meinen Erfahrungen hervorragende Spielercharaktere abgeben¸ würde ich es begrüßen¸ wenn man ihnen ein würdiges Buch für die dritte Edition spendiert.
Sammler und Kojoten-Fans wie ich können ‐ wenn sie es nicht schon haben ‐ zugreifen¸ der Rest wird es sich zweimal überlegen¸ auch wenn sie es überleben dürften¸ "Nuwisha" nicht in ihrem Regal stehen zu haben.
Eine Rezension von: Rosztavili (Schreck-Net)