Projekt Eos

Zu ihnen gehört die Abteilung für Besondere Angelegenheiten (ABA) des FBI. Schon in den 30ern wurde ein Bundesagent namens Charles Horner von übernatürlichen Wesen angegriffen - und überlebte. Leider schenkte dem Agenten keiner so richtig Glauben¸ und so dauerte es bis zum Winter 1952¸ bis Horner genügend Einfluß und Verbündete gesammelt hatte¸ um einen semiautonomen Zweig innerhalb des FBIs zu gründen. Offiziell arbeitete die Abteilung an den 'subversiven Aktivitäten radikaler Randgruppen'¸ und so war für lange Zeit auch der entsprechende Geldfluß von oben abgesichert. Im Jahre 1957 hatte die Abteilung 25 Agenten; leider wurden mit Ende des Kalten Krieges auch die Geldmittel knapp. Nach einigen Massakern im Jahre 1973 schien es¸ als ob die ABA kurz vor der Auflösung stand; Horner starb im Jahre 1974. Bis Anfang der Achtziger leitete Andrew Crowe die Abteilung¸ der wenig an neuen Erkenntnissen liefern konnte¸ aber es dennoch schaffte¸ Korruption aus den Reihen der ABA zu beseitigen. Seit 1980 übernahm dann ein gewisser Thommason die Angelegenheit und obwohl unter seiner Leitung die Verlustrate an Agenten sehr hoch lag¸ schaffte er es¸ einige Erfolge und neue Erkenntnisse zu erlangen. 1993 wurde er in ein Sanatorium für geistig Verwirrte eingewiesen¸ nachdem ihn die Arbeit zunehmend paranoid und unkontrolliert werden ließ. Seit 1993 sitzt ein gewisser Osbourne auf dem Chefsessel und unter seiner Führung wächst die ABA wieder und gewinnt erneut an Einfluß.
Die andere Organisation zur Erforschung von Übernatürlichem ist die NSA (National Security Agency). Sie hat sich seit ihrer Gründung im Winter 1952 in zahlreiche Unterorganisationen gesplittert¸ über die kaum noch jemand die Übersicht hat. Kaum ein Agent wei߸ woher er seine Aufträge bekommt¸ geschweige denn¸ welchen höheren Zweck sie erfüllen. Dennoch hat die NSA eine der größten Informationssammlungen zusammengehamstert und zählt zu den mächtigsten Geheimdiensten überhaupt. Das liegt allerdings hauptsächlich an ihrem hohem Technikstand als an der Fähigkeit der Agenten. Von den internen Gruppierungen sind einige bereits von Vampiren¸ Werwölfen oder Magi infiltriert¸ aber da es keine übergeordnete Abteilung gibt¸ die die Übersicht behält¸ kann keiner entschlossen dagegen angehen (zumal längst nicht alle NSA-Agenten von der Existenz dieser mystischen Wesen wissen). Andererseits natürlich sind immer noch viele Abteilungen unabhängig¸ da die Infiltratoren selber keine Übersicht mehr über alle Unterorganisationen besitzen: die größte Schwäche der NSA¸ ihre Unübersichtlichkeit¸ ist somit gleichzeitig ihre Stärke. Obwohl zum Beispiel die Camarilla und die Technokratie versucht¸ die Informationen zu vernichten¸ ist es ihr bisher immer nur teilweise gelungen...
Nach den Regeln zur Erschaffung von Agenten als spielbare Charaktere (PSI-Talente sind möglich¸ um einen gewissen Machtausgleich herzustellen¸ außerdem können Silberkugeln und ähnliches angefordert werden) wird das Regelwerk durch ein Abenteuer abgerundet¸ um nicht zuviel zu verraten: In einem kleinen amerikanischen Dorf werden die Bewohner aus unerklärlichen Gründen zunehmend aggressiv; erste Serienmorde treten auf. Der Geheimdienst vermutet¸ daß paranormale Kräfte am Werk sind und schickt die Agenten dorthin¸ um der Sache auf den Grund zu gehen. Obwohl diese den Spielverlauf erheblich verändern können¸ werden sie allerdings kaum eine Chance haben¸ genaueres über die Vorfälle herauszufinden¸ und so bleibt bis zum Schluß alles mysteriös...
Fazit:
Andere Verlage machen aus diesem Stoff ein ganzes Rollenspiel¸ White Wolf hingegen bringt dies als kleines Anhängsel zu den anderen WoD-Systemen auf den Markt. Respekt! Allerdings ist es schwierig¸ erfahrene WoD-Spieler damit zu beeindrucken¸ weil der größte Reiz von Projekt:EOS darin liegt¸ Schritt für Schritt den Geheimnissen des Okkulten auf die Spur zu kommen. Wer natürlich schon seit einem halben Millenium Vampire spielt¸ kennt die 'Wahrheit da draußen' ja schon. Daher ist Projekt:EOS eigentlich nur bei frischgebackenen Runden anwendbar; ob sich die Anschaffung auch lohnt¸ um menschliche NSC-Agenten realistischer zu machen¸ sei dahingestellt. Ein Vergnügen¸ darin zu lesen¸ ist es auf jeden Fall¸ wenn auch die diversen Tippfehler innerhalb des Buches den Lesefluß hin und wieder beeinträchtigen.
Eine Rezension von: Christoph Böhler