Warzone Luxusbox (2e)

Was ist so anders an diesem Universum¸ laßt es mich kurz erklären.
Alles begann¸ als im späten 23. Jahrhundert die Menschheit in großer Angst vor dem großen Krieg¸ einen Schrei nach Freiheit von ihrer vergifteten und verbrauchten Heimat formulierte. Die großen Konzerne hingegen hatten schon jahrelang Pläne geschmiedet¸ die Erde zu verlassen¸ das Sonnensystem zu besiedeln und aus diesem Grund auch mit der Terraformung der Planeten des Sonnensystems begonnen.
Die Konzerne¸ nun nur noch Megakonzerne genannt¸ lösten das Nationengebilde ab. Die Konzerne regierten Welten und werden nur noch durch ihr Streben nach Macht und Profit gesteuert. Die Konzerne sind Finanzgiganten¸ die sich ihre Welten zurechtbiegen. Für sie arbeiten¸ heißt sich ihnen mit Leib und Seele zu verschreiben. Sie stellen wirklich alles her¸ von Grundnahrungsmitteln bis zu den Waffen. Und die haben sie auch bitter nötig. Denn nichts ist in diesem Universum so verbreitet¸ wie die Kriege der Konzerne miteinander. Schließlich gibt es fünf rivalisierende Konzerne¸ von denen jeder glaubt¸ daß ihm die anderen vier den Garaus machen wollen. Sie nennen sich Bauhaus¸ Mishima¸ Capitol¸ Imperial und Cybertronic.
Doch es gibt auch zwei konzernübergreifende Einrichtungen. Die eine von beiden nennt sich die Bruderschaft. Sie ist der geistige Wächter der Menschheit¸ an ihrer Spitze steht der Kardinal. Seine mystischen Kräfte des Lichts und ihr Glaube daran sind das einzige¸ daß die Menschheit noch zusammenhält. Bürger fast jeden Konzerns schenken seinen Botschaften der Hoffnung und Erlösung Glauben¸ denn in dieser dunklen Zeit¸ braucht man etwas¸ an das man glauben kann.
Die zweite Einrichtung ist das Kartell. Gezwungen durch die Angriffe der dunklen Legion¸ einer unsagbaren Bedrohung für die ganze Menschheit¸ gelang es¸ die Megakonzerne zu einem notdürftigen Waffenstillstand zu bewegen. Die Aufgaben des Kartells sind¸ den brüchigen Frieden zu erhalten und gemeinsame Aktionen gegen die Dunkelheit zu planen und auszuführen.
Doch der Erfolg des Kartells läßt etwas zu wüschen übrig.
Zwar wurde in einigen Schlachten über die dunkle Legion triumphiert¸ aber den Frieden unter den Megakonzernen zu bewahren ist bis heute noch nicht gelungen. Dennoch sind das Kartell und die Bruderschaft die einzige Hoffnung im Kampf gegen das Dunkle.
Und so kommen wir zur dunklen Legion. Entdeckt und auf die Menschheit losgelassen durch einen Fehler übereifriger Konquistadoren¸ sind die Anhänger der dunklen Legion die erklärten Feinde der gesamten Menschheit. Gigantische Zitadellen wurden auf den Welten der Menschen errichtet.
Untote Soldaten schwärmten aus und brachten Tod und Verderben in die Reihen der Menschheit. Sogar die Gefallenen der Gegenseite werden gezwungen¸ der Dunkelheit zu dienen. Ketzer säen Haß und Mißtrauen unter der Menscheit und warten¸ bis sie die Ernte einfahren können.
Sie dienen den fünf Aposteln der Dunkelheit¸ wie sie da sind¸ Ilian¸ der Intrigantin¸ Algeroth dem Apostel des Krieges¸ Semai¸ dem großen Lügner ¸ Muawijhe dem Herrn des Wahnsinns und Demnogonis dem Apostel der Verderbtheit. Doch auch hier herrscht Zwist untereinander¸ so daß es nicht selten vorkommt¸ daß die einzelnen Parteien im Kampf um Führerschaft und Herrschaft gegeneinander antreten.
Auf allen bewohnten Planeten branden die Kämpfe zwischen den Konzernen und der dunklen Legion. Keine Welt wird verschont¸ sei es der Merkur¸ wo die dunkle Legion versucht¸ die Herrschaft über die Tunnelsysteme zu bekommen¸ die Venus oder der Mars. Auf keiner Welt herrscht Frieden¸ es ist das Zeitalter des Krieges¸ in dem die Menschheit um ihr Überleben kämpft und nur die Schlauen und Mächtigen den Sieg erwarten können. Es ist ein Zeitalter¸ in dem gute Reflexe und gute Waffen den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen. Das ist die Welt von Warzone!
(Warzone Tabletop¸ Mario Truant Verlag¸ Deutschland)
Das gesamte Regelwerk umfaßt 144 Seiten¸ von diesen Seiten befassen sich sage und schreibe 24 Seiten mit den Regeln. Der Rest ist Hintergrund¸ Armeelisten (der wohl größte Teil) und einige Optionen.
Aufgebaut ist das Spiel eigentlich wie jedes andere Tabletop auch. Zuerst wird einmal erklärt¸ was man alles braucht¸ wie das Charakterprofil einer Figur oder auch einer verwendeten Waffe aussieht¸ was es mit Einheiten auf sich hat und wie man das Schlachtfeld aufstellt. So weit so gut. Kommen wir also zur Zugreihenfolge. Diese ist in drei Schritte unterteilt. Erst wird die Initiative ausgewürfelt. Der Sieger benennt nun die erste Einheit¸ die auf dem Spielfeld aktiviert wird. Dies muß nicht seine eigene sein¸ sondern kann durchaus auch eine feindliche Einheit sein. Danach werden alle Einheiten Schritt für Schritt aktiviert und führen ihre Aktionen aus. Ist dies erledigt¸ startet die Sequenz von neuem.
Da dieses Spiel auf Aktionen basiert und die Anzahl der zulässigen Aktionen im Charakterprofil jeder Figur geregelt ist¸ kommen wir nun zur Ausführung der Aktionen. Dabei stehen einer Figur grundsätzlich folgende Aktionen zur Verfügung:
BEWEGEN¸ FEUERN¸ ZIELEN¸ AUFSTÜTZEN¸ NAHKAMPF¸ sowie SPEZIALFERTIGKEIT ANWENDEN¸ KONZENTRIEREN¸ VERSTECKEN¸ INFILTRIEREN¸ ERSPÄHEN¸ BEFEHLE GEBEN¸ SAMMELN¸ WARTEN und IN DECKUNG SPRINGEN.
So kann ein Red Beret mit drei Aktionen sich auch dreimal bewegen¸ oder dreimal feuern oder bewegen¸ feuern¸ bewegen usw. Eingeschränkt wird dies nur bei 4 Ausnahmen. Nach der Aktion WARTEN ist der Zug automatisch zu Ende.
Folgende Aktionen dürfen nur einmal pro Runde durchgeführt werden: BEFEHLE GEBEN¸ SAMMELN¸ SPEZIALFERTIGKEIT ANWENDEN. Jede Aktion ist genau in ihrer Wirkungsweise erklärt. Bei Kampfaktionen werden gewisse Bedingungen¸ die erfüllt sein müssen genauer dargestellt. Im Schlußteil der Regeln widmet sich der Autor noch dem Paniktest¸ der Flucht- und der Sammelbewegung. Moraltests und warum und wann man sie machen muß werden erklärt¸ ebenso die Reaktionen darauf -Flucht oder bestandener Test. Danach schließt sich eine lange Auflistung mit Armeelisten und Waffen der einzelnen Fraktionen¸ die in diese Kämpfe verstrickt werden können an.
Bleibt also noch zu sagen¸ daß dieses Regelwerk im Grunde nichts überragend neues ist¸ sondern nur verschiedene Elemente mischt. Was die Spielbarkeit angeht¸ das käme auf einen Versuch an. (Auf der Spiel 97 scheint es aber ein Renner gewesen zu sein).
Eine Rezension von: Reinhard Hankofer http://www.merkur-spiele.de