Bund der Harfner
Die Harfner sind eine Art locker organisierter Geheimdienst in eigenem Auftrag. Gegründet wurden sie nach dem Fall von Myth Drannor von den Göttern des Guten; zu ihren ersten und nun führenden Mitgliedern gehören die mächtigen (und fast unsterblichen) Magier Elminster und Khelben Schwarzstab. Sie kämpfen als Einzelgänger gegen die Machenschaften all jener böser Gruppierungen¸ die die Freiheit und die Stabilität in den Reichen bedrohen. Außerdem setzen sie sich in Hippie-Manier für die Erhaltung der Natur ein.
Das Buch beginnt mit dem Kodex der Harfner¸ also mit ihren Überzeugungen¸ Pflichten und typischen Tätigkeiten. Darauf folgt nur sehr summarisch die Geschichte des Geheimbundes. Einige heutige Herausforderungen werden kurz präsentiert. Die Götter haben den Meisterharfnern¸ also der creme de la creme¸ auch Segen zuteil werden lassen (also magische Fähigkeiten). Ein weiteres Kapitel stellt die Älteren Harfner vor: Megamächtige NSCs inklusive Elminster mit immerqualmender Pfeife. Helden der Harfner präsentiert Personen¸ die in Romanen Auftritte hatten. Weitere NSC-Harfner runden das Bild ab. Darauf wird kurz die Organisation der Hohen Herolde vorgestellt¸ die einst zu den Harfnern gehörten und sie immer noch unterstützen. Die wichtigsten Stützpunkte des Geheimbundes werden beschrieben. Zauber und magische Gegenstände dürfen nicht fehlen. Ein kurzes Kapitel befaßt sich damit¸ wie SCs zu Harfnern werden können. Den Schluß machen einige Lieder der Harfner¸ deren deutsche Fassung sich allerdings nicht so überzeugend anhört.
Am Bund der Harfner fehlt mir irgendwie das Fleisch am Knochen. Man wird zwar mit Details zu NSCs überschüttet¸ aber es fehlen so genannte Adventure hooks¸ die einen sofort zu einem Abenteuer oder auch nur einer Szene inspirieren. Überhaupt hatte ich stets den Eindruck¸ daß Ed Greenwood den Band vor allem für sich selbst geschrieben hat: Elminsters megamächtige Pfeife etwa erhält zwei Seiten Text für ein Artefakt¸ das wohl kaum je ein SC in seine Hände bekommen wird. Die Beschreibung der Romanfiguren scheint einfach eine Auflistung aller Aussagen¸ die im Verlauf des Buches über sie gemacht wurde. Wer das Buch gelesen hat¸ weiß das schon alles; wer es nicht kennt¸ für den sind auch die Figuren nicht interessant. Meiner Meinung nach hätte man viel mehr Gewicht darauf legen müssen¸ wie die Spieler mit den Harfnern in Kontakt kommen¸ oder noch besser: wie man eine ganze Harfnerkampagne leitet. Fazit: Für Fans von Elminster und seiner Welt liefert Der Bund der Harfner Hintergrundinformationen. Für Spielleiter in den Vergessenen Reichen kann es ein paar Anregungen geben. Für alle andern ist das Buch wohl deutlich zu mager.
Eine Rezension von: Stefano Monachesi