Vampire - Die Maskerade (3e)
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Bei dem Vampire Basis-Set handelt es sich um eine in diesem Frühjahr erschienene Kurzfassung des Vampire-Regelwerks. Kurzfassung bedeutet¸ daß sich in der 36 A4-Seiten umfassenden Broschüre nur die grundlegendsten Informationen finden¸ die zum Spiel von Vampire notwendig sind.
Der Band beginnt mit einer kurzen Einführung über das Wesen des Erzählspiels als solches¸ die für RollenspielerInnen mit Vorkenntnissen überflüssig und für NeueinsteigerInnen m. E. zu kurz gefaßt ist¸ um hinreichend zu erklären¸ was Rollenspiel denn nun eigentlich ist. Es schließen sich an kurze Texte über die Szenerie von Vampire¸ die Geschichte der Blutsauger¸ die Camarilla (eine Vampirvereinigung) und ihre Gegenspieler und die sozialen Strukturen der Vampire. Zusammen umfaßt dieser Teil der Hintergrundbeschreibung sechseinhalb Seiten. Der zweite große Abschnitt des Hintergrunds¸ die Beschreibung der sieben Vampirclans¸ umfaßt noch einmal achteinhalb Seiten. Zieht mensch jedoch die Illustrationen ab¸ bleiben netto nur etwa vier Seiten Text.
Es schließt sich der Regelteil an. Dieser umfaßt die Charaktererschaffung (eine Seite) sowie die Beschreibung der Disziplinen (des Fertigkeitssystems) und der Kampf- und sonstigen Regeln auf insgesamt neun Seiten. Auf einer weiteren halben Seite finden sich Ideen für Geschichten¸ Szenarioanregungen also.
Die geneigten LeserInnen mögen sich nun fragen¸ warum sich der Autor dieser Rezension zur Erbsen- bzw. Seitenzählerei hinreißen läßt. Der Grund ist folgender: Während der Lektüre des Basis-Sets ist mir nicht klar geworden¸ an welche Zielgruppe sich die Broschüre denn nun eigentlich richtet. Falls sie für Personen gedacht ist¸ die das Rollenspiel als Form des Gesellschaftsspiels bislang nicht kannten¸ erscheint sie sehr unvollkommen¸ da sie einerseits eine nur vage Beschreibung des Rollenspiels als solches und nur minimale Informationen zum spezifischen Hintergrund des Spiels enthält (insgesamt netto etwa zehn Seiten). Zusätzlich fehlt ein Einführungsabenteuer völlig¸ was ich bei einer Publikation für Neulinge als absolute Notwendigkeit ansehen würde. Die halbe Seite Szenarioanregungen ersetzen ein Modul nicht im geringsten.
Falls sich die Broschüre allerdings an RollenspielerInnen auf der Suche nach einem neuen System richtet¸ mag sie leidlich ihren Zweck erfüllen¸ allerdings würde ich mir als potentieller Kunde eher überlegen¸ mir sofort das Hardcover-Regelwerk zuzulegen und nicht erst eine abgespeckte Version (in meinen Augen: zu stark abgespeckt¸ um wirklich informativ zu sein)¸ mag sie auch nur knapp zehn Mark kosten. Fazit: Ein Werk mit redaktionellen Schwächen. Wer sich für den Blutsauger-Stoff interessiert¸ möge sich besser gleich den Vampire-Hardcoverband zulegen. Der ist nämlich wirklich gut.