Tremere-Triologie 1: Spinnengift
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Eric Griffins Titel "Spinnennetz" ist der zweite Roman der Tremere-Triologie.
Im Mittelpunkt steht erneut der erfahrende, aber reichlich unbegabte Tremere-Lehrling Antigone Baines. Allerdings hat sich ihre Situation nun deutlich verschlechtert: Astoren aus dem Gildehaus in Wien sind zur Überprüfung der seltsamen Vorkommnisse aus "Spinnengift" im Gildenhaus der fünf Bezirke im Herzen New Yorks gekommen.
Um ihre Mit-Kainiten zu schützen, sperrt sie einer der Astoren in einen alten, seit dem 16. Jahrhundert verbotenen Schutzkreis. Damit bleibt ihr nur noch die Option der Flucht und sie steht erstmals in ihrem Unleben außerhalb des Schutzes der Pyramide.
Jedoch um den Geheimnissen des Konvikels beizukommen, einer Organisation, die sowohl Widerstand gegen den Sabbat leistete, als auch sich gegen die Camarilla schlagkräftig zur Wehr setzt, benötigt sie die Hilfe ihres Schützlings Feltons. Dieser wird noch immer verdächtigt, in einen Anschlag auf den Prinzen involviert zu sein. Doch nun befindet er sich unerreichbar von ihr im Herzen des Gildenhauses, als "Gast".
Nur Antigone weiß, dass diese Intrige eigentlich ihr galt und sie nun Felton aus der Umklammerung ihrer ehemaligen Freunde holen muss...
"Spinnennetz" ist der Nachfolger von "Spinnengift" und setzt damit die Tremere-Triologie fort. Allerdings gestaltet sich der Übergang auf den zweiten Teil reichlich holperig. Mehrmals nahm ich das Buch aus der Hand und vergewisserte mich, dass ich den zweiten und nicht versehentlich schon den dritten Teil las.
Besonders das Antigone anfangs ein uraltes Ritual wirkt, wäre vielleicht ein guter Abschluss des ersten Bandes gewesen, hier wirkt er an den Haaren herbeigezogen. Weder ist es nachzuvollziehen, warum sie es gemacht hat, noch, warum sie ausgerechnet so ein mächtiges Ritual beherrschen sollte.
War im ersten Teil noch die Vereinigung der beiden Protagonisten zu verfolgen, werden sie hier gleich wieder auseinandergerissen und Felton verkommt zur Nebenfigur.
Auch die Grundatmosphäre des Buches trifft nicht immer meinen "Welt der Dunkelheit"-Geschmack, einige Begebenheiten sind direkte Maskeradebrüche, andere zerstören einfach die Stimmung. Besonders wenn Antigone in ihre Scheinwelt abtaucht kann ihr der Leser nur schwerlich folgen, da Griffins ungeschickt beide Handlungsebenen ‐ die "fiktive" und "reale" Welt - vermischt.
Fazit: Sonderlich gelungen ist die Fortsetzung nicht. Er bietet dem Leser kaum Spannung und nur sehr wenig Handlung, was bei einer ausgeprägten Atmosphäre noch zu verzeihen wäre. So aber bleiben die Nebenfiguren allesamt blas und präsentiert die Hauptfigur mit widersprüchlichem Konzept.
Eine Rezension von: Ingo 'Greifenklaue' Schulze https://greifenklaue.wordpress.com/

