Mephisto 35
Es ist schon fast ein Sakrelikt¸ dass der Postbote mit die Mephisto an einem verregneten Tag nur halb in meinen Briefkasten gestopft hat. Auch wenn es der Druckerfarbe nichts anhaben kann¸ macht sich das vom Wasser gewellte Papier gar nicht gut.
Die neueste Ausgabe der Mephisto vereint stolze 116 Seiten¸ was ein Plus von 16 Seiten gegenüber der ursprünglichen Ausgabengröße bedeutet. Davon sind etwa die Hälfte farbig und nur 11 Seiten enthalten Werbung. Wen angesichts dieser Kombination der Preis von knapp 8 Euro noch schocken kann¸ sollte sich den Inhalten widmen.
Die Highlights dieser Ausgabe sind ganz klar das erstklassig geschriebene und traumhaft illustrierte Spielmaterial. Ein Szenario für Engel: Sturmwolken über Skradin (5 S.)¸ eine Kampagne für Confrontation: Der Kelch zieht vorrüber (12 S.)¸ eine Kampagne für Warmachine: Glaube oder Opfer (13 S.)¸ ein Abenteuer für Cthulhu Now: Runenkiste (8 S.)¸ ein Szenario für die Welt der Dunkelheit: Gefangen im Nirgendwo (4 S.)¸ Szenarien für Shadowrun: Cyberpiraten (5 S.)¸ eine Kampagne für Warhammer: Tote rasten nicht (7 S.) und ein Szenario für Decent: Der Gefangene der UtAtar (3 S.).
Den Rest der Seiten machen die Kolumnen aus - Szene-Kommentare¸ Neuheiten aus den Bereichen Rollenspiele¸ Tabletop und Phantastik. Dazu gibt es zwei Vorstellungen neuer Tabletops¸ Rezensionen und ein Comic-Autoren-Portrait zu Horst Gotta. Alles sehr lesenswert geschrieben.
Ein wenig bedauerlich ist - zumindest für mich als reiner Rollenspieler - dass für Tabletops bzw. Brettspiele recht viel Raum reserviert wurde. Zumindest sind solche Artikel wie das Bemaltutorial des Drachentitan oder die reich bebilderten Szenarien etwas fürs Auge.
Wer noch keine Gelegenheit hatte in die Mephisto rein zu schauen¸ darf sich in jeder Ausgabe auf sehr hochwertige Artikel freuen. Egal ob Neuheiten¸ Kolumne¸ Hintergrundberichte oder Artikel - die Qualität kann durchwegs überzeugen. Ein besonderes Bonbon sind die hervorragenden Illustrationen. Hier geben sich die besten deutschen Illustratoren ein Stelldichein.
Fazit:
Wenn es nach mir geht¸ darf der Schwerpunkt der Mephisto noch stärker in Richtung Spielmaterial für Rollenspiele verlagert werden. Ich persönlich kann mit Material für Tabletops nicht anfangen. Aber das ist Geschmackssache.
Alles in allem bietet die Mephisto 35 auch dieses mal wieder einen gelungenen Auftritt¸ der in dieser Qualität für die deutsche Szene einmalig ist. Wer sich auch nur im Entferntesten für die Dunkle Seite der Phantastik interessiert ist mit der Mephisto gut bedient.
Eine Rezension von: Dogio http://www.drosi.de