Unter Wölfen
Splittermond: Gejagt!
Autoren: Lars Reißig System: Splittermond Erschienen: 2015 Umfang: normal (10-15 Stunden Spielzeit)
Warum habe ich das AB gelesen?
Splittermond. Gondalis. Nuff said.
Plot
Die SC sollen das Verschwinden eines Gnoms in Gondalis aufklären. Den Rest des Plots würde ich hier nicht spoilern wollen - interessanterweise erledigt das aber bereits der Klappentext für mich:
In Gejagt! gilt es, einen in Gondalis verschwundenen Gnom zu finden. Das wäre an sich nichts Besonderes, werden doch von den Banden der Stadt immer wieder Personen entführt, um sie gegen Lösegeld freizugeben – doch diesmal scheint etwas anderes dahinter zu stecken. Denn ein finsterer Kult sucht mit Hilfe eines mysteriösen Bluthundes nach Splitterträgern und so können auch die Abenteurer schnell von Jägern zu Gejagten werden.
Auch mal was Neues - schon der Einband (bzw. der Uhrwerk-Shop) verrät den geneigten Spielern, welches Geheimnis es im Abenteuer zu lösen gilt...
Eindruck
Es tut mir ein wenig weh, das schreiben zu müssen, weil ich den Lars so gut leiden kann, aber ich war von dem Abenteuer ein bisschen enttäuscht.
Zunächst einmal deshalb, weil es eigentlich eher eine Abenteuerskizze als ein richtiges Abenteuer ist. Die Grundidee hat Potential, aber für meinen Geschmack ist vieles viel zu oberflächlich angelegt. So gibt es kaum falsche Spuren, die NSCs bleiben blass, man weiß nur sehr wenig über die Stadt Gondalis (und auch die Stimmung dieser Metropole des Lasters kommt überhaupt nicht rüber), der Palazzo ist zwar mit einem schicken Plan aber nicht mit Raumbeschreibungen versehen usw. Klar, es ist ein Anthologie-Abenteuer und Platz ist knapp, aber hier hat mir doch vieles gefehlt.
Dann fehlt mir die Spannung. Irgendwie glaube ich mich an Andeutungen zu erinnern, dass das Szenario für die SC selbst bedrohlich werden könnte, aber davon merkt man im Abenteuer eigentlich nichts. Die wenigen Gegner, die den SC hier überhaupt in den Weg gestellt werden, machen sofort einen Rückzieher, wenn sich jemand wehrt, und eine aktive Bedrohung gegen die Schnüffler wird gar nicht erst aufgebaut. Da man auch das Entführungsopfer in den meisten Fällen nicht kennt, werden viele Gruppen den Fall ziemlich routiniert und ohne großes Herzblut erledigen.
Und dann noch die Sache mit den Gegnern. Ich weiß ja nicht, mit was für HG1-Gruppen andere Leute so spielen, aber die SCs meiner Spieler hätten in dem Abenteuer keinen Gegner gefunden, für den sie die linke Hand hätten aus der Hosentasche nehmen müssen. Nicht zum ersten Mal bei offiziellen SpliMo-Abenteuern sind die Gegner erheblich zu schwach für eine einigermaßen gut aufgestellte Abenteurergruppe.
Am Ende haben wir ein Abenteuer, aus dem ein Spielleiter natürlich bei entsprechendem Engagement was machen kann, was mich aber as written nicht vom Hocker gehauen hat. Nochmals Sorry, Lars... :'(
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Eine Rezension von: Weltengeist https://www.tanelorn.net/index.php/topic,116559.0.html