Dakardsmyr - Im Nebel der Myrkansümpfe
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Splittermond: Die Totengräber von Dakardsmyr
Autor: Jörg Löhnerz System: Splittermond Erschienen: 2016 Umfang: kurz (ca. 10 Stunden Spielzeit)
Warum habe ich das AB gelesen?
Weil ich den Regionalband zu Dakardsmyr gelesen habe, und da war es mit drin ;).
Plot
Ganz klassisch: Die SC werden Zeugen eines Mordanschlags und versuchen, diesen aufzuklären.
Eindruck
Vorsicht, ab hier sind massive Spoiler enthalten - potentielle Spieler bitte nicht weiterlesen!
Es handelt sich um ein klassisches Krimi-Abenteuer und ist als solches auch recht gut gemacht: Die Spieler haben weitgehende Handlungsfreiheit, und als Ergebnis ist auch alles von "völliges Scheitern" bis zu "Aufdecken aller Hintergründe und Hintermänner" alles möglich. Die Ausgestaltung des Abenteuers unterstützt den offenen Ansatz auch auf vorbildliche Art und Weise.
Einen dicken Haken hat das Abenteuer aber in meinen Augen: Die eigentliche Story, die hinter dem Anschlag steckt, ist in meinen Augen ziemlich hanebüchen.
Worum geht es? Ein professioneller Meuchler und ein Totengräber arbeiten hier zusammen. Wenn ich das richtig verstanden habe, bringt der Meuchler Leute wegen ihres Geldes um, räumt ihnen die Taschen leer und brennt ihnen das Leichensiegel des Totengräbers ein, damit es so aussieht, als hätte dieser bereits Anspruch auf sie und ihre Besitztümer erhoben. Dann kommt der Totengräber und nimmt die Leiche "in Besitz". Warum der Meuchler für diese Aktion aber den Totengräber braucht oder gar beteiligen sollte, erschließt sich mir nicht - er macht die ganze Arbeit allein (einschließlich des Vertickens der Beute beim Hehler), und irgendwie legaler wird ein Raubmord durch das Anbringen des Leichensiegels jetzt auch nicht. Der Totengräber kann lediglich die Tatsache vertuschen, dass es sich um einen Mord handelte, aber seit dem dritten Mord der Mordserie wurden die Toten sehr wohl auch von der Garde begutachtet; das Argument fällt also ab jetzt auch weg. Was bleibt, ist eine arg konstruiert wirkende Zusammenarbeit.
Sehr seltsam finde ich übrigens auch Folgendes: Der Meuchler hat laut Abenteuertext sein Opfer längere Zeit verfolgt und vergeblich auf eine gute Gelegenheit gewartet. Dann schlägt er endlich am späten Nachmittag bei einer nicht so guten Gelegenheit zu (als die SC quasi danebenstehen nämlich). Und dabei hinterlässt er eine deutlich sichtbare Mehlspur, weil er am Vormittag (!!!) recht eilig aus einer Backstube aufgebrochen ist. Aha. Und habe ich schon erwähnt, dass der Meuchler als totaler Profi (auch mit entsprechenden Werten) beschrieben wird?
Alles in allem also ein Abenteuer mit Licht und Schatten. Ich selbst störe mich aber ziemlich an dem unlogischen Plot, der überdies auch noch so zentral ist, dass er quasi nicht repariert werden kann, ohne das Abenteuer zu zerstören. Ich werde es daher wohl eher nicht leiten.
P.S.: Es ist immer wieder eine großartige Idee, den Titel eines Krimi-Abenteuers so zu wählen, dass er schon mal Hinweise auf den Täter enthält, damit alle gleich Bescheid wissen...
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Eine Rezension von: Weltengeist https://www.tanelorn.net/index.php/topic,116559.0.html