SR 057: Pesadillas
411 Seiten Softcover¸ Heyne (deutsche Originalausgabe)
ISBN: 3-89064-575-5
Shadowrunromane. Es gibt wohl wenig¸ wo sich die Geister so scheiden wie hier¸ vermutlich¸ weil alleine in Sachen Shadowrun schon so viele verschiedene Auffassungen der Welt¸ der Atmosphäre des Ganzen und des Verhältnisses von Technik und Magie¸ Action und Charakterdarstellung gibt¸ dass da alles möglich ist.Shadowrunromane. Es gibt wohl wenig¸ wo sich die Geister so scheiden wie hier¸ vermutlich¸ weil alleine in Sachen Shadowrun schon so viele verschiedene Auffassungen der Welt¸ der Atmosphäre des Ganzen und des Verhältnisses von Technik und Magie¸ Action und Charakterdarstellung gibt¸ dass da alles möglich ist.
Einige Autoren schaffen es¸ die Welt von Shadowrun in ihren Geschichten wirklich zu einem Leben zu erwecken¸ bei anderen bestehen die Romane doch mehr daraus¸ dass alle nur auf alles schießen.Der nun vorliegende Romane erlangte meine Aufmerksamkeit in einer anderen Rezension¸ die vor allem die Charakterdarstellung sehr lobte¸ und das machte mich neugierig. Shadowrun-Charaktere mit Charakter¸ das klang fast schon zu gut.
Maike Hallmann war der Name der Autorin¸ eine aus unseren Landen also¸ und da ich mit den deutschen SR-Autoren in Sachen Romane zumindest eine gute Erfahrung gemacht habe (gemeint ist die 'Deutschland in den Schatten'-Trilogie von Hans Joachim Alpers)¸ griff ich einfach mal bei dem recht erschwinglichen Preis von 9 Euro zu.Der Roman lässt sich eigentlich sehr klassisch ein. Der Straßensamurai Jaywalker errettet einen kleinen¸ mysteriösen Jungen vor einem ebenso seltsamen Häscher¸ und während er uns sein Team sich noch fragen¸ was zur Hölle man von dem Jungen wollen könnte¸ stehen schon ein Haufen böser Jungs Gewehr bei Fu߸ um sich den Kleinen wieder zu holen.
Wirklich neu klingt das nicht¸ spannend bleibt es dennoch bist zum Schluss¸ aber in der Tat kann man sagen¸ die große¸ große Stärke des Romans auch nur halb in der Handlung¸ sondern vielmehr in der grandiosen Charakterdarstellung liegt.Jaywalker wird von unzähligen Gefühlen durch den Roman begleitet¸ wirkt insgesamt auch sehr menschlich und glaubwürdig. Besonders geschätzt habe ich die Szene einer Schießerei¸ in der er mit Schrecken bemerkt¸ wie sehr die ganze Technik in seinem Körper schon sein ganzes Handeln beeinflusst und er selbst gar nicht mehr die Grenze ziehen kann¸ was wirklich aus seinem Willen heraus geschieht.
Schön¸ dass mal jemand solche Gedanken haben darf¸ denn welcher klar denkende Mensch hat sich nicht auch schon mal beim 'Anblick' einer voll vercyberten Messerklaue gefragt¸ wie zur Hölle der Kerl noch glücklich leben kann?Aber auch der Rest seines Teams steht ihm da nicht viel nach. Die Deckerin Phoenix¸ die querschnittsgelähmt zwar in der Matrix eine Meisterin¸ im Leben aber auch nicht wirklich glücklich und zufrieden ist¸ Steel¸ der Ork¸ der oft genug in der Gruppe was einstecken muss¸ der Pflanzen züchtende und haustierhaltende Conquistador oder die Katzenschamanin Kike¸ die auch oft die Geduld der anderen durch ihr Verhalten auf die Probe stellt - sie alle¸ wie auch jeder sonstige Charakter im Roman¸ wissen zu gefallen und wirken glaubwürdig.
Schön auch immer zu sehen¸ wie die verschiedenen Persönlichkeiten der Runner zwar als Einsatzteam funktionieren¸ aber eben privat auch einmal aneinander reiben¸ insbesondere in Stresssituationen.
Besonders gefällt auch Five¸ eine an sich fast schon stereotype Messerklaue¸ völlig verschlossen¸ anscheinend immer gewaltbereit¸ und wie sie die Protagonisten beunruhigt¸ wenn sie in der Nähe ist. Wie eben ein normaler Mensch reagieren würde¸ wenn ein totaler Irrer in der Nähe ist...
Auch der Streetdoc Nemesis¸ der doch deutlich an seinem Leben zu hängen scheint¸ ist eine wohltuende Abkehr von den obligatorischen platten Hinterhofmetzgern¸ wie man sie kennt...Auch die Locations des Romans wissen echt zu gefallen¸ besonders das Arrangement des Elfen Zack. Eine Mischung zwischen Bar und einem 'Runner sind hier ungestört'-Bereich¸ den man so doch auch gerne in seiner Kampagne verwendet.
Auch der Umgang mit Unterschlüpfen und Zweitwohnungen kommt sehr authentisch rüber¸ alleine¸ dass die Runner Essen holen fahren hat mir gefallen.Somit bleibt unterm Strich eigentlich nur eine totale Leseempfehlung für alle¸ die auch nur im Entferntesten Shadowrun etwas abgewinnen können. Der Roman liest sich fesselnd¸ hat eine spannende Hintergrundgeschichte und zeugt weit mehr von einer überlegten Schreibe als es die meisten Romane der Reihe tun¸ seien sie nun bei Heyne oder bei Phoenix erschienen.
Maike Hallmann hat einen grandiosen Erstling hingelegt und man kann nur hoffen¸ dass ihre nachfolgenden Romane ('Vertigo' ist ja nun bereits erschienen) diese Qualität halten werden¸ denn wenn dem so ist¸ steht der gesamten Shadowrun-Leserschaft ein wahrer Stern ins Haus.NACHTRAG: Auch noch erwähnen möchte ich kurz die Webseite der Autorin¸ die auch vorne im Buch genannt wird: www.thedarksociety.com
Dort nämlich findet der geneigte Leser nicht nur das obligatorische Spielmaterial¸ sondern auch viel Infos rund um ihre Werke sowie die ihrer Bekannten¸ Lara Möller¸ die ebenfalls bei Phoenix/Shadowrun veröffentlicht.
Tipps für angehende Neuautoren finden sich dort ebenso wie 'deleted scenes' ihrer Romane uvm.¸ ein Besuch ist also durchaus zu empfehlen...[tm]
Einige Autoren schaffen es¸ die Welt von Shadowrun in ihren Geschichten wirklich zu einem Leben zu erwecken¸ bei anderen bestehen die Romane doch mehr daraus¸ dass alle nur auf alles schießen.Der nun vorliegende Romane erlangte meine Aufmerksamkeit in einer anderen Rezension¸ die vor allem die Charakterdarstellung sehr lobte¸ und das machte mich neugierig. Shadowrun-Charaktere mit Charakter¸ das klang fast schon zu gut.
Maike Hallmann war der Name der Autorin¸ eine aus unseren Landen also¸ und da ich mit den deutschen SR-Autoren in Sachen Romane zumindest eine gute Erfahrung gemacht habe (gemeint ist die 'Deutschland in den Schatten'-Trilogie von Hans Joachim Alpers)¸ griff ich einfach mal bei dem recht erschwinglichen Preis von 9 Euro zu.Der Roman lässt sich eigentlich sehr klassisch ein. Der Straßensamurai Jaywalker errettet einen kleinen¸ mysteriösen Jungen vor einem ebenso seltsamen Häscher¸ und während er uns sein Team sich noch fragen¸ was zur Hölle man von dem Jungen wollen könnte¸ stehen schon ein Haufen böser Jungs Gewehr bei Fu߸ um sich den Kleinen wieder zu holen.
Wirklich neu klingt das nicht¸ spannend bleibt es dennoch bist zum Schluss¸ aber in der Tat kann man sagen¸ die große¸ große Stärke des Romans auch nur halb in der Handlung¸ sondern vielmehr in der grandiosen Charakterdarstellung liegt.Jaywalker wird von unzähligen Gefühlen durch den Roman begleitet¸ wirkt insgesamt auch sehr menschlich und glaubwürdig. Besonders geschätzt habe ich die Szene einer Schießerei¸ in der er mit Schrecken bemerkt¸ wie sehr die ganze Technik in seinem Körper schon sein ganzes Handeln beeinflusst und er selbst gar nicht mehr die Grenze ziehen kann¸ was wirklich aus seinem Willen heraus geschieht.
Schön¸ dass mal jemand solche Gedanken haben darf¸ denn welcher klar denkende Mensch hat sich nicht auch schon mal beim 'Anblick' einer voll vercyberten Messerklaue gefragt¸ wie zur Hölle der Kerl noch glücklich leben kann?Aber auch der Rest seines Teams steht ihm da nicht viel nach. Die Deckerin Phoenix¸ die querschnittsgelähmt zwar in der Matrix eine Meisterin¸ im Leben aber auch nicht wirklich glücklich und zufrieden ist¸ Steel¸ der Ork¸ der oft genug in der Gruppe was einstecken muss¸ der Pflanzen züchtende und haustierhaltende Conquistador oder die Katzenschamanin Kike¸ die auch oft die Geduld der anderen durch ihr Verhalten auf die Probe stellt - sie alle¸ wie auch jeder sonstige Charakter im Roman¸ wissen zu gefallen und wirken glaubwürdig.
Schön auch immer zu sehen¸ wie die verschiedenen Persönlichkeiten der Runner zwar als Einsatzteam funktionieren¸ aber eben privat auch einmal aneinander reiben¸ insbesondere in Stresssituationen.
Besonders gefällt auch Five¸ eine an sich fast schon stereotype Messerklaue¸ völlig verschlossen¸ anscheinend immer gewaltbereit¸ und wie sie die Protagonisten beunruhigt¸ wenn sie in der Nähe ist. Wie eben ein normaler Mensch reagieren würde¸ wenn ein totaler Irrer in der Nähe ist...
Auch der Streetdoc Nemesis¸ der doch deutlich an seinem Leben zu hängen scheint¸ ist eine wohltuende Abkehr von den obligatorischen platten Hinterhofmetzgern¸ wie man sie kennt...Auch die Locations des Romans wissen echt zu gefallen¸ besonders das Arrangement des Elfen Zack. Eine Mischung zwischen Bar und einem 'Runner sind hier ungestört'-Bereich¸ den man so doch auch gerne in seiner Kampagne verwendet.
Auch der Umgang mit Unterschlüpfen und Zweitwohnungen kommt sehr authentisch rüber¸ alleine¸ dass die Runner Essen holen fahren hat mir gefallen.Somit bleibt unterm Strich eigentlich nur eine totale Leseempfehlung für alle¸ die auch nur im Entferntesten Shadowrun etwas abgewinnen können. Der Roman liest sich fesselnd¸ hat eine spannende Hintergrundgeschichte und zeugt weit mehr von einer überlegten Schreibe als es die meisten Romane der Reihe tun¸ seien sie nun bei Heyne oder bei Phoenix erschienen.
Maike Hallmann hat einen grandiosen Erstling hingelegt und man kann nur hoffen¸ dass ihre nachfolgenden Romane ('Vertigo' ist ja nun bereits erschienen) diese Qualität halten werden¸ denn wenn dem so ist¸ steht der gesamten Shadowrun-Leserschaft ein wahrer Stern ins Haus.NACHTRAG: Auch noch erwähnen möchte ich kurz die Webseite der Autorin¸ die auch vorne im Buch genannt wird: www.thedarksociety.com
Dort nämlich findet der geneigte Leser nicht nur das obligatorische Spielmaterial¸ sondern auch viel Infos rund um ihre Werke sowie die ihrer Bekannten¸ Lara Möller¸ die ebenfalls bei Phoenix/Shadowrun veröffentlicht.
Tipps für angehende Neuautoren finden sich dort ebenso wie 'deleted scenes' ihrer Romane uvm.¸ ein Besuch ist also durchaus zu empfehlen...[tm]
Eine Rezension von: Thomas Michalski http://www.thomas-michalski.de/![]()
