Yoko Tsuno 28: Der Tempel der Unsterblichen
Dies ist eine Rezension aus Der phantastische Bücherbriefdem monatlich von 1980 bis 2021 erschienenen Newsletter vom Club für phantastische Literatur von Erik Schreiber. |
Wikipedia.de schreibt: „Roger Leloup (*17. November 1933 in Verviers ist ein belgscher Comiczeichner. Er zeichnete sein erstes Comic um 1953 und arbeitete ab 1950 mit Jacques Martin an dessen Serie Alix. Von ca. 1955 bis 1969 verhalf Leloup beim Studio Hergé den Comics der Serie Tim und Struppi zu mehr technischen Deails. Sein nächstes Projekt für das Comicmagazin Spirou sollte quasi sein Lebenswerk werden: die Comics um die japanische Elektronikspezialistin Yoko Tsuno. An dieser bis jetzt 27-bändigen Serie arbeitet er bis heute. Im Juni 2017 ist der bisher letzte Band erschienen (Band 28 Yoko Tsuno - tome 28 - Le temple des immortels.
Die Bände 1-27 sind in deutscher Sprache erhältlich. Sie sind mit umfangreichem Zusatzmaterial zur Entstehung der Alben auch als Gesamtausgabe erhältlich. Diese neun Hardcoveralben sind nicht chronologisch¸ sondern thematisch aufgegliedert. Einzelhefte sind¸ außer dem letzten Band 27¸ in deutscher Übersetzung nur noch antiquarisch zu bekommen. 1991 legte Roger Leloup ergänzend zur Comicserie einen Roman über die Jugend seiner fiktiven Heldin Yoko Tsuno vor. Er ist unter dem Titel L'Écume de l'aube bisher nur in französischer Sprache erschienen.“
Die Heldin der Serie ist Yoko Tsuno¸ eine junge Elektronikspezialistin aus Japan. Sie beherrscht eine japanische Kampfkunst und setzt sich mutig für die Gerechtigkeit und gegen das Verbrechen ein. Allerdings ist davon nicht mehr viel zu merken. In den inzwischen 28 Alben¸ die seit 1971 erschienen¸ ist die junge Frau¸ die immer noch wie eine 14-jährige aussieht¸ nicht gealtert. Der Zeichner und Autor Roger Leloup hingegen schon. Zwar sind seine Zeichnungen immer noch sehr gut. Aber die aktuelle Geschichte erscheint mir etwas wirr. Es fehlt die logische Handlung.
Es beginnt auf einer kleinen Burg am Rhein. Deutschland. Mit Freunden arbeitet Yoko an der Musikaufnahme mit Ingrid. Die Aufnahme wird aber gestört durch eine Drohne der Vineaner. Diese weist Yoko auf einen Überflieger hin und eine automatisch generierten Hilferuf. Natürlich steigt Yoko in das Gerät¸ gefolgt von den beiden „Familienmitgliedern“ Emilia und Morgenröte. Logisch erscheint mir das nicht¸ einem Hilferuf zu folgen und einen Familienausflug zu machen. Es geht zuerst über die Erde und dann unter die Erde. Und dort ist recht viel los. Da wohnen die Vineaner¸ die Hilfe benötigen gegen irgendwelche Mönche die scheinbar unsterblich sind und dann gibt es noch Wikinger unter der Erde. Da ist verdammt viel los. Fast wie in einem Hochhaus. In jeder Etage wohnt jemand anderes. Zusammengefasst kann man sagen¸ die Vineaner haben Ärger mit den Mönchen. Die Wikinger sind völlig überflüssig. Natürlich gibt es am Ende¸ so wie gewohnt¸ einen glücklichen Ausgang.
Die Erzählung ist weiterhin auf Jugendliche ausgelegt. Die Bilder immmer noch schön¸ obwohl sehr gleichförmig. Ideen gibt es genug¸ auch ungewöhnliche. Die technischen Geräte sind detailreich und perfekt. Die Zeichnungen ebenso. In den letzten Jahrzehnten erschienen neue Alben nur alle 3 – 5 Jahre. Daher war ich erfreut¸ als Carlsen Sammelbände hervorbrachte. Aber nicht etwa in der Reihenfolge¸ sondern im logischen Zusammenhang. Abenteuer mit den Vineaner¸ Zeitabenteuer¸ ungewöhnliche Abenteuer. Besonders gelungen erschien mir der Band eins der Reihe mit dem Untertitel „Die deutschen Abenteuer“. Die Orgel des Teufels¸ Zwischen Leben und Tod¸ Wotans Feuer. Die Orgel des Teufels (Band 2 ist recht klassisch Zwischen Leben und Tod (Band 7 durchaus schon ein Thriller mit Mystery-Elementen und Wotans Feuer (Band 14 ist schon sehr stark Phantastisch. Yoko Tsuno ist für Abenteuergeschichtenliebhaber eine Empfehlung. Yoko Tsuno¸ seit nunmehr fast 50 Jahren ein Freund vieler Kinder¸ ist ein Klassiker.
Die Idee¸ in diesem Band die Mönche¸ die Wikinger und die Vineaner zu verbinden war jedoch nicht sehr glücklich.
Eine Rezension von: Erik 'vom Bücherbrief' Schreiber https://www.facebook.com/erik.schreiber.355