Sillage 17: Frostzone
Dies ist eine Rezension aus Der phantastische Bücherbriefdem monatlich von 1980 bis 2021 erschienenen Newsletter vom Club für phantastische Literatur von Erik Schreiber. |
Der Serientitel Sillage stammt aus dem französischen und lautet übersetzt Kielwasser. Die französische Comic-Serie wird vom Zeichner Philippe Buchet und dem Szenaristen Jean-David Morvan herausgegeben. Der erste Band der mittlerweile 17 Bände erschien 1998. Die Erzählung handelt von dem jungen Menschenmädchen Nävis¸ die nach dem Absturz ihres Raumschiffs auf einem wilden Dschungelplaneten aufwächst. An diesem Planeten zieht die Sillage vorbei¸ einem gewaltigen¸ Tausende von Schiffen umfassenden Weltraumkonvoi. Nävis¸ die bislang ohne Erwachsene auskam¸ lebte bis dahin friedlich auf diesem Planeten¸ ihre beste Freundin die Riesenraubkatze Houyo immer in ihrer Nähe. Nävis wird im Konvoi aufgenommen und unter dem Schutz der Regierung gestellt¸ da sie die Einzige ist¸ die gegen telepathische Fähigkeiten anderer Völker immun ist. Der logische Schritt¸ sie wird zu einer Agentin ausgebildet. Sie nimmt diese Ausbildung an und hofft¸ irgendwann einmal weitere Menschen zu treffen.
Ich lernte Sillage im Carlsen Comic Magazin Magic Attack kennen¸ kaufte mir ein paar Alben und verlor die Serie aus den Augen¸ vielleicht weil mein Augenmerk mehr auf Valerian und Veronique lag. Jetzt habe ich den mittlerweile 17ten Band gelesen und bin nicht nur erfreut¸ dass es die Serie immer noch gibt¸ sondern¸ auch weil aus dem jungen Mädchen eine erwachsene Frau mit Kind geworden ist. Diese Entwicklung hatte ich damals nicht erwartet und war dementsprechend überrascht. Positiv überrascht. Ebenfalls gelungen ist die Darstellung fremder Wesen¸ Raumschiffe und Planeten¸ so dass für mich der alte „sense of wonder“ der ersten SF-Romane immer noch erhalten ist. Dass ich an dem Sillageuniversum und dem Ideenreichtum der beiden Künstler teilhaben kann¸ gefällt mir sehr. An diesem Abenteuer von Nävis gefällt mir¸ dass es wieder auf den Planeten TRI-JI 768 geht¸ der bereits im dritten Abenteuer ein Rolle spielte. Der „Aha“-Effekt und „Das kenne ich doch“ unterstützten mein Einstieg in Band 17.Wobei eine neue Welt vielleicht auch nicht schlecht gewesen wäre¸ denn dann hätte ich wie alle anderen Leser bei Null angefangen. Das Abenteuer von Nävis auf diesem Planeten ist von vielen Überraschungen gekrönt. Da ist zum einen ihr ehemaliger Geliebter und Vater ihres Sohnes¸ der immer noch Rebell gegen die Obrigkeit ist¸ da gibt es Rebellen innerhalb der Rebellen und einen unbekannten Fremden¸ der Nävis ab und an aus der Patsche hilft¸ und Nävis nicht merkt¸ dass sie darin sitzt. Dann lernt sie einen Neffen kennen¸ ohne sich ihm zu erkennen zu geben. Der Junge ist eine Art James Bond und M zugleich.
Dass auch beim Beschaffen des Arktefaktes einiges schief geht ist klar und mit dem Ende des Comics wird ess mindestens eine Weiterführung geben müssen.
Die Geschichte mit den vielen Wendungen ist absolut gelungen¸ die Zeichnungen ein Hingucker. Für diesen Comic hebe ich gern die Hand¸ wenn die Frage gestellt wird: „Wer will die Fortsetzung?“.
Eine Rezension von: Erik 'vom Bücherbrief' Schreiber https://www.facebook.com/erik.schreiber.355