| Dies ist eine Rezension aus dem monatlich von 1980 bis 2021 erschienenen Newsletter vom Club für phantastische Literatur von Erik Schreiber. |
Zhou Keng¸ Parteimitglied und Direktor der Shanghaier Behörde für Wohnungsbauentwicklung in Shanghai¸ wird im Luxushotel Villa Moller erhängt aufgefunden. Das ist peinlich¸ jedoch geht man von einem Selbstmord und damit seiner Schuldeingeständnis aus. Zhou Keng wurde überprüft¸ weil gegen ihn ein Korruptionsverdacht untersucht wurde. Die Untersuchung begann¸ als im Internet ein Foto von seinem extravaganten Lebensstil auftaucht. Teure Zigaretten¸ eine Cartier-Uhr und anderes mehr wird zu Tage gefördert. Die Festsetzung von ihm war daher nur rechtens und ist als Shuanggui bekannt. Dies bedeutet: extralegale Festsetzen missliebiger höherer Kader im Kampf gegen die Korruption Dennoch ruft Partei-sekretär Li ruft Oberinspektor Chen Cao zur Unterstützung hinzu. Inspektor Liao und sein Assistent¸ Hauptwachtmeister Wei¸ die den Fall bearbeiten nicht sehr recht ist. Chen ist ein wenig irritiert¸ da die Polizeiorganisation für einen solchen Fall gar nicht zuständig ist. Oberinspektor Chen und Hauptwachtmeister Wei werden von den Parteioffiziellen Jiang und Liu empfangen¸ was dem Umstand eine weitere wichtige Note hinzufügt. Die beiden Bürokraten möchten den Fall so schnell wie möglich abgeschlossen haben. Möglicherweise findet man ja noch mehr peinliches bei ande-ren hochrangigen Persönlichkeiten¸ was nicht aufgedeckt werden soll. Chen und Wei befassen sich mit dem Fall und finden einige Unklarheiten. Zhou nahm in der Nacht seines Todes sehr viele Schlaftabletten¸ mit denen er sich nie und nimmer selbst hätte hängen können. Woher kamen die Schlaftabletten? Woher kam das Seil? Schliesslich ist das Haus¸ wenn auch luxuriös¸ ein Gefängnis. Chen der versucht¸ im Internet Informationen über Zhou zu recherchieren¸ stellt fest¸ viele Seiten über ihn sind gesperrt. In der Internetspezialistin Lianping von der Wenhui-Tageszeitung findet er jedoch eine potente Kraft¸ die ihn unterstützt.Der Kriminalroman von Qiu Xiaolong vielschichtig fast verwirrend. Man muss den Roman mit dem ungewöhnlichen Titel konzentriert lesen. So heisst es¸ der Premierminister hält angeblich 99 Särge bereit für die Täter der Korruption. Ein ungewöhnlicher¸ gerade heraus erzählter Krimi¸ der hauptsächlich die Korruption anprangert¸ wie auch die gesperrten Internetseiten des Grossreiches China. Über die Unterhaltungsliteratur kann so der 1953 in Shanghai geborenen Qiu Xiaolong politische Inhalte und Kritik transportieren.
Das Ende des Romans ist weder überraschend¸ noch befriedigend. Eine richtige Auflösung findet nicht statt¸ dafür aber eine Art Kreisschliessung zum Beginn des Romans.