Merlin und die Feuerproben
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| Das universelle Rollenspiel-Fanzine Greifenklaue wurde bereits 1997 von Mitgliedern der Pfadfindergruppe Mantikore als gedrucktes A4-Heft ins Leben gerufen und eroberte ab 2005 auch das Internet. Neben dem gedruckten Fanzine betrieb Ingo aka "Greifenklaue" vor allem einen Blog, einen Podcast und ein eigenes Forum. Zur großen Bestürzung der Rollenspiel-Szene verstarb Ingo Schulze am Freitag den 26.11.2021. |
"Merlin und die Feuerproben" ist der dritte Band des Roman-Quintetts um Merlins Kindheitserlebnisse und Jugendtage des amerikanischen Autors Thomas A. Barron. Die Hörbuchversion umfasst vier CDs mit rund 309 Minuten Laufzeit in gekürzter Fassung, die wie die Vorgänger von Stefan Wilkening gelesen werden.
Merlin will seine Ausbildung beim Barden Caipre beenden und baut als Abschlußarbeit eine magische Harfe, die er zum Klingen bringen muss... Bevor er aber auch nur einen Ton produzieren kann, geht seine Harfe in Flammen auf und ein Quilix greift ihn an - ein fremdartiges Tier, welches längst als ausgestorben galt und speziell im Kampf gegen Magier eingesetzt wird. Merlin überlebt den Anschlag, wenn auch knapp, hat aber seine magischen Kräfte eingebüßt.
Da kommt es alles andere als recht, dass die Zwergenkönigin Urnalda auftaucht, damit Merlin ihr hilft, den alten, erwachten Drachen Valdearg zu bezwingen - dieser denkt nämlich, die Zwerge hätten seine Kinder getötet. So macht sich Merlin auf, ihren Ruf zu folgen und erlebt dabei reichlich Abenteuer...
Wir sprechen hier tatsächlich von der Sagengestalt Merlin, die wohl jeder kennt aber hier nicht unbedingt wiedererkennt. Da liegt auch der größte Kritikpunkt am Roman: Er hätte auch mit jeder beliebigen anderen Figur funktioniert, zum späteren Merlin gibt es hier keine Verbindungen. Der Name dient einzig als Eyecatcher und Kaufargument, eine schlüssige Verbindung zum späteren Druiden und Ratgeber König Arthurs wird nicht gezogen.
Trotzdem ist das Buch spannend und kindgerecht erzählt. Es stellt durchaus eine Abwechslung zu Harry Potter, Tintenherz oder Der kleine Hobbit dar. Barron hat gleich zwei gelungene Plottwister eingebaut und viele farbige phantastische Figuren, die man teils schon von den Vorgängerromanen kennt.
Stefan Wilkening liest gekonnt vor und schafft es, jeder Figur eigene Nuancen zu verleihen, so dass man sie sofort wiedererkennt. Er hat eine schöne Märchenonkelstimme, die genau zur Atmosphäre des Buches passt.
Die Ausstattung ist ordentlich, die vier CDs stecken in Doppelhüllen, welche von einer ansprechenden Pappbox eingefasst werden.
Fazit: Kindgerechtes, spannendes, gut erzähltes Hörbuch mit einem jungen Merlin, der nicht unbedingt viel mit dem späteren zu tun hat.
Eine Rezension von: Ingo 'Greifenklaue' Schulze https://greifenklaue.wordpress.com/

