Magma
Aus dem Marianengraben dringen Signale an die Oberfläche¸ die viel zu regelmäßig sind¸ um natürlichen Ursprungs zu sein. Mit einem U-Boot tauchen Ella und der Wissenschaftler Konrad Martin zum untersten Bereich des Grabens¸ der Challenger Tiefe¸ die die Quelle der Störung zu sein scheint. Dort entdecken sie eine riesige Steinkugel¸ hart wie Diamant¸ widerstandsfähig gegenüber allen Messmethoden. Plötzlich werden neue Signale empfangen: zuerst aus der Region des Nordkaps¸ dann aus Australien bis hinunter zur Antarktis. Ella und Konrad reisen um die ganze Welt und stoßen überall auf dieselben rätselhaften Gebilde aus Stein. Mit einem Mal beginnen sich die Signale aller Kugeln zu synchronisieren¸ ihre seismischen Wellen erzeugen auf der ganzen Welt Erdbeben und Vulkanausbrüche - Ella arbeitet wie besessen an einer Lösung¸ doch der Countdown läuft...
Nach "Medusa" und "Reptilia" legt der Autor Thomas Thiemeyer mit "Magma" den bisher besten Thriller in seiner Karriere vor. Sein sehr durchdachtes Katastrophenszenario ist Hollywoodtauglich. Jedoch setzt der Autor diese Szenerie wohl dosiert ein. Es steht nicht das Thema der globalen Zerstörung im Mittelpunkt der Story¸ sondern die Suche nach Lösungen und der Rettung der Erde. Gekonnt jongliert Thomas Thiemeyer mit einer Mischung aus wissenschaftlichen Fakten und einer durchgehend spannenden Handlung. Die sachbezogenen Hintergründe sind anschaulich und packend zugleich. Und selbst einige Grundzutaten des Genres¸ wie z.B. ein Auftragskiller¸ der Ella Jordan aus dem Weg räumen soll¸ fehlen in der Thiemeyer-Rezeptur nicht.
Der Roma "Magma" wird von einer Vielzahl guter Protagonisten getragen. An erster Stelle muss natürlich Ella Jordan als mutige Forscherin genannt werden. Aber auch der mysteriöse Konrad Martin sowie Ellas Gegenspieler Elias Weizmann werden durch den Autor brillant in Szene gesetzt. Die unterschiedlichen Charaktere überzeugen in jedem Teil der Handlung. Sie fügen sich nahtlos in das Szenarium ein und bereichern diese vortrefflich. Man verliert zu keiner Zeit die Handlung aus dem Blick. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen¸ kein Kapitel erschien mir langweilig. Und so nebenbei habe ich auch noch etwas über Geologie¸ Seismologie und Tektonik dazugelernt.
Mystisch¸ faszinierend und beängstigend zugleich ist die Verwandlung eine der Protagonisten - Lovecraft hätte es bestimmt nicht besser schildern können.
Eine humoristische Einlage¸ anspielend auf den Gouverneur von Kalifornien¸ konnte sich Thomas Thiemeyer nicht verkneifen:
"Es ist soeben eine Meldung hereingekommen¸ dass an der Westküste der USA eine Kugel gefunden wurde. Der Gouverneur von Kalifornien hat Befehl gegeben¸ sie zu zerstören. Und das¸ obwohl ich die Warnung herausgegeben habe¸ die Kugeln in Ruhe zu lassen. Eine unerhörte Schlamperei. Kommen Sie¸ das Ereignis wird live im Fernsehen übertragen."
Halt die terminatortypische Art von Arnold Alois Schwarzenegger.
Thomas Thiemeyer hat den Lesern mit "Magma" einen Roman beschert¸ der mit einem weitaus höherem Spannungs- und Mysteryfaktor als seine Vorgänger aufwarten kann. Das Titelbild¸ welches den Grundgedanken des Romans perfekt in Szene setzt¸ stammt vom Autor selbst.
Eine Rezension von: Copolymer http://www.geisterspiegel.de
