Krieg der Klone
Dies ist eine Rezension aus Der phantastische Bücherbriefdem monatlich von 1980 bis 2021 erschienenen Newsletter vom Club für phantastische Literatur von Erik Schreiber. |
Das Abenteuer für John Perry zeigt sich bald in seiner brutalen Art. Ein Krieg wird geführt¸ bei dem sich die Menschen durchaus als Aggressoren erweisen. Sie 'säubern' fremde Planeten¸ um sie für Menschen frei zu machen. Krieg ist immer hart¸ brutal und grausam. Da nutzt es auch nicht¸ wenn man neue Körper erhält und plötzlich jung und voller Elan ist. Die Ausfallquote der Soldaten liegt bei mehr als fünfundsiebzig Prozent. Perry wird zu einem guten Soldaten¸ der sich anpassen kann¸ aber nicht immer will. Er wird immerzu besonderen Brennpunkten in der Galaxis abkommandiert. Die schwierigste Mission ist sicherlich die¸ wo er mit der gefürchteten Geisterbrigade in den Krieg zieht. Ziel sind Nicht-Irdische¸ die in der Lage sind¸ die Schiffe der Kolonialen Union zu orten und schnell zu zerstören.
Der Roman KRIEG DER KLONE ist eine Erzählung die zu der brutalen Art der Military-SF gezählt werden muss. Er entspricht aber nicht so sehr der actionlastigen Hau-Drauf-Schreiberei. Statt dessen ist es ein durchaus kritisches Buch mit Anleihen bei Leo Tolstois KRIEG UND FRIEDEN. Von dieser Seite betrachtet erinnert es weniger an John Ringo und seinen INVASION-Zyklus¸ sondern eher an Orson Sott Card's ENDERS GAME oder Robert A. Heinleins STAR SHIP TROOPER. Orson Sott Card erzählt von Jugendlichen¸ die an Daddelmaschinen sitzen und in Wirklichkeit mit ferngelenkten Raumschiffen Krieg führen während bei Robert A. Heinlein die Menschen den Krieg zu den Insektoiden führen. Mir gefiel der Roman besonders deswegen¸ weil nicht nur tumbe Materialschlachten stattfinden¸ sondern weil sich der Autor auch politisch mit dem Problem des Krieges auseinander setzt. Ähnlich wie Heinlein setzt sich John Scalzi mit der Zukunft und deren politischen¸ kulturellen und sozialen Aspekten auseinander. Man könnte jetzt noch lange über einen Vergleich der drei Autoren reden bzw. schreiben. Dazu fehlt mir an dieser Stelle der Platz. ::::
Eine Rezension von: Erik 'vom Bücherbrief' Schreiber https://www.facebook.com/erik.schreiber.355