Gruselkabinett 014: E. B. S. Raupach - Die Blutbaronin
Dies ist eine Rezension aus Der phantastische Bücherbriefdem monatlich von 1980 bis 2021 erschienenen Newsletter vom Club für phantastische Literatur von Erik Schreiber. |
Baron Ferenc Nádasdy trauert¸ obwohl er mittlerweile ein zweites Mal verheiratet ist¸ noch immer seiner toten ersten Frau Elisabeth Báthory nach. Nacht für Nacht sucht er ihr Mausoleum auf und hadert mit seinem Schicksal. Ein Zauber könnte ihm die Geliebte ins Leben zurück bringen. Die weise Magierin warnt jedoch inständig vor diesem unheiligen Werk¸ denn es könnte Tod und Verderben über die Seinen bringen ... (soweit der Text auf der CD)
Diesem Text auf der CD ist nichts weiter hinzuzufügen. Es beschreibt eindeutig¸ was an Handlung da ist. Und natürlich wird sich Baron Ferenc Nádasdy nicht an die Warnung halten¸ die er bekommen hat. Im Gegenteil¸ er schöpft aus der Antwort¸ das es möglich ist¸ seine erste Frau wieder zu beleben¸ neue Hoffnung. Doch Glück und Unglück liegen nicht weit auseinander. Der Versuch gelingt¸ aber...
Es ist Titania Medien hoch anzurechnen¸ dass sie den Roman von E. B. S. Raupach als Hörspiel umsetzte. Der Roman erschien 1823 und wurde schon lange nicht mehr in deutscher Sprache veröffentlicht¸ ist ein typisches Beispiel seiner Zeit¸ wie man sich den Horror mit Blutsaugern vorstellte. Da heute etwas ganz anderes unter Horror genannt wird¸ trifft der Begriff Schauerroman besser zu. Mit dieser Einstellung wird aber auch klar¸ dass man keinen Vampirroman erwarten kann¸ wie ihn zum Beispiel Anne Rice schreibt.
Marc Gruppe und Stefan Bosenius erweitern ihre Reihe GRUSELKABINETT um ein weiteres gutes Hörspiel. DIE BLUTBARONIN (warum nicht der Originaltitel) reiht sich nahtlos in die bisher erschienene Reihe ein. Die Stimmen der Sprecher und Sprecherinnen¸ untermalt von Geräuschen und Musik¸ schaffen eine dichte Atmosphäre die mir sehr gut gefallen hat. Sollte man die Hörspiele mal in einem grösseren Rahmen vorstellen wollen¸ könnte ich mir die Brüderkirche in Kassel als Veranstaltungsort gut vorstellen. Sie wird schon lange nicht mehr als Kirche¸ sondern für Ausstellungen und ähnliches genutzt. Das Hörspiel lebt von und mit den ausgezeichneten Dialogen. Da fällt es nicht weiter schwer¸ der Handlung zu folgen. An manchen Stellen hätte ich mir mehr Hintergrundinformationen gewünscht¸ wie zum Beispiel¸ wie die Bevölkerung langsam ausstirbt und wie die Bevölkerung darauf reagiert. Da mir das Buch fehlt kann ich keine Vergleiche ziehen. Das Hörspiel an sich hat mir gut gefallen.
Eine Rezension von: Erik 'vom Bücherbrief' Schreiber https://www.facebook.com/erik.schreiber.355