Game Over 3
Dies ist eine Rezension aus Der phantastische Bücherbriefdem monatlich von 1980 bis 2021 erschienenen Newsletter vom Club für phantastische Literatur von Erik Schreiber. |
Während seines Militärdienstes wurde Midam Zeichner bei der belgischen Marine. Nach ausscheiden versuchte Midam einen Job zu finden. Auf ungewöhnliche weise schaffte er es¸ einen Einstieg bei der zweimonatigen Zeitschrift Intermediair zu erhalten¸ wo er Philippe Geluck als offiziellen Cartoonisten ablöste. Seine ersten Comicarbeiten für die Zeitschrift Micro-Systèmes machte er in den Jahren 1989-1993. Er übernahm das Pseudonym Midam und wurde 1992 Mitglied des Teams der Zeitschrift Spirou. In der Videospielsparte entwickelte er seine berühmte Figur Kid Paddle. Kid Paddle wurde bald zu einer der beliebtesten Kinderserien des Magazins¸ das schließlich ein eigenes Monatsmagazin bekam und zu einer Zeichentrickserie umgebaut wurde. Für dieses Magazin erhielten die oft erwähnten stillen Gags in den Videospielen schließlich ihren eigenen Spin-off¸ das so genannte Game Over.
Midam gründete später ein eigenes Studio und beauftragte den Künstler Adam 2004 mit der Erstellung des Comics. Midam und Adam nutzen Crowdsourcing für die Ideen der "Game Over"-Gags.
Midam gründete 2009 zusammen mit Araceli Cancino und Dimitri Kennes sein eigenes Verlagslabel MAD Fabrik¸ über das er seine Produktionen "Kid Paddle" und "Game Over" sowie seit 2010 seine neue Serie über den grünen Tiger "Grrreeny" betreut. Der Charakter ist das Maskottchen des Wapiti-Magazins seit Juni desselben Jahres.
Dennoch ist der Comic Game Over¸ der mittlerweile mit der dritten Ausgabe vorliegt¸ für mich einer der Besten¸ da er hauptsächlich ohne wörtliche Rede auskommt. Jede Geschichte wird auf einer Seite zu Ende geführt¸ lediglich mit Sprechblasen¸ die Laute enthalten. Die phantastischen Abenteuer des kleinen Barbaren¸ der eine Computerspielfigur ist und in jedem Level nach den Ausgang sucht¸ sind eine Lachmuskelgefährdende Bildergeschichte. Egal ob er jetzt irgendein Monster besiegen¸ eine Falle entschärfen oder die ewiggleiche Prinzessin retten soll. Es geht immer schief. Nicht unbedingt weil er einen Fehler macht¸ sondern weil die Situation falsch eingeschätzt wird. Oder auch einfach nur „dumm gelaufen.“
Alle Bilder haben¸ wie auch beim Marsipulami oder bei Blake und Mortimer ¸ eine klare Zeichenlinie¸ was mir persönlich sehr entgegen kommt. Die Farben sind freundlich und nicht zu kräfttig und der Inhalt ist phantastisch. Es wird gekämpft¸ gestorben und doch ist der kleine Barbar im nächsten Abenteuer wieder gesund und munter. Zumindest am Start.
Dieser Comic macht nicht nur Kindern Spass.
Eine Rezension von: Erik 'vom Bücherbrief' Schreiber https://www.facebook.com/erik.schreiber.355