Die Kobolde
Dies ist eine Rezension aus Der phantastische Bücherbriefdem monatlich von 1980 bis 2021 erschienenen Newsletter vom Club für phantastische Literatur von Erik Schreiber. |
Wo war ich? Also¸ es beginnt eigentlich alles damit¸ dass Brams¸ Riette¸ Hutzel und Rempel Stilz sind mit der Tür auf geheimer Mission. Sie kennen das ja. Eine Nacht und Nebel Aktion¸ diesmal ohne Nebel¸ dafür gefährlich¸ es könnte ja jemand sehen¸ wie sich die Kobolde anschleichen. Fünf hochgradige Spezialisten für Entführungen¸ unbedarfte Eltern und schon geht es rund. Die Kobolde sollen im Auftrag von Moin-Moin¸ dem Müller seinen Sohn entführen und dafür einen Wechselbalg ins Bettchen legen. Für das gestohlene Kind soll die Koboldbande reich belohnt werden. Es geht so weit auch alles gut. Die Tür wird an die Hauswand gestellt¸ wo sie sich mit selbiger innigst verbindet und die Kobolde in das Haus marschieren können. Den blonden Jüngling stehlen und wieder zu verschwinden ist keine grosse Sache. Auftrag erledigt¸ Buch zuende? Aber nicht doch. Es gibt doch noch mehr als einen Auftrag. Beim nächsten Auftrag sollen sie einen Grossvater entführen. Die kurzlebigen Nachtalwen (mit w¸ kein Schreibfehler) möchten auch mal auf den Knien eines Grossvaters sitzen und schaukeln¸ sich Geschichten erzählen lassen und was Grossväter mit Enkelkindern so tun. Dieser Auftrag geht schief. Ein Mitglied des Koboldtrupps spielt falsch und plötzlich sitzen Brams¸ Riette¸ Rempel Stilz und Hutzel in der Menschenwelt fest¸ weil die Tür verschwindet. Denn mit der Tür kann man nicht nur ungefährdet irgendwo einbrechen¸ sondern mit ihr kommt man wieder zurück ins Koboldland-zu-Wasser-und-Luft. Jetzt allerdings nicht mehr¸ denn die Tür ist zugeschlagen und verschwunden.
Natürlich wollen die Kobolde wieder zurück in ihr Land. Ohne Tür geht das nicht und so hoffen sie über ein Elfentor ins Elenland und von dort über Umwege wieder in ihr Land zu gelangen. Natürlich geht das nur mit aberwitzigen Abenteuern¸ in denen die Kobolde den Menschen manch einen Streich spielen. Der wichtigste Anlaufpunkt scheint jedoch die Hexe Holla zu sein. Dort erfahren die Kobolde von einem Land in dem es seltsame Orte gibt¸ wo Menschen verschwinden und nie wieder auftauchen. Das scheint gerade die richtige Stelle zu sein¸ da sie ebenfalls verschwinden wollen. Mit der Zeit ist zur Hexe Holla mit ihren verzauberten Gänsen ist die reinste Völkerwanderung unterwegs. Da kommt nach den Kobolden der Gelehrte Magister Dinkelwart von Zupfenhausen mit dem Blutbauern¸ Gottfried vom Teich mit seinem Knappen¸ Ritter Krieginsland mit seinen Begleitern und einer Horde Menschen mit seltsamen Tattoos und spitzen Zähnen... Und alle¸ bis auf die Kobolde selbstverständlich¸ sind hinter den Kobolden her.
Damit beginnt eine Reise durch ein sehr beschränktes Land¸ das Erhard Ringer in Form einer Karte auf Papier bannte. Die Kobolde stolpern von einem Abenteuer ins nächste¸ von einem Ungemach ins andere und kommen schliesslich einer ganz grossen Verschwörung auf die Spur.
Ich hoffe¸ ich habe euch jetzt ein wenig neugierig gemacht und ihr kauft in Massen dieses Buch und macht Karl-Heinz so zu einem Multimillionär. Vielleicht bekomme ich dann als Rezensent etwas ab. Wenn nicht¸ werde ich mir überlegen müssen¸ ob ich noch einmal Buchbesprechungen anbiete.
(Gerüchteweise soll das nächste Buch über die berühmtesten Geschöpfe der Fantasy von einem Mann handeln¸ der Bücher bespricht (was für magische Zauber?)¸ ein Schreiber ist und mit Vornamen Erik heisst. Man sucht nur noch nach einem Autor. Aber wie gesagt¸ das sind Gerüchte.)
Eine Rezension von: Erik 'vom Bücherbrief' Schreiber https://www.facebook.com/erik.schreiber.355