Die eiserne See 1: Wilde Sehnsucht
Dies ist eine Rezension aus Der phantastische Bücherbriefdem monatlich von 1980 bis 2021 erschienenen Newsletter vom Club für phantastische Literatur von Erik Schreiber. |
Vor neun Jahren erschien der Pirat Rhys Trahaearn¸ es gelang ihm¸ einen Kontroll-Turm zu zerstören¸ warf damit die Horde aus dem Land und befreite damit die Briten vom ungeliebten Joch¸ in der Folge erhielt er den Adelstitel eines Herzogs. Seither ist der ehemalige Pirat ein angesehener Mann. Die Befreiung des Volkes sorgte jedoch dafür¸ dass die Feiglinge von Einst wieder zurückkamen¸ um ihre alten Plätze nach etwa 200 Jahren Mongolenherrschaft wieder einzunehmen. Diese Rückkehrer werden Bounder genannt¸ während die Millionen infizierten Menschen auf den britischen Inseln unter dem Begriff Bugger leiden. Die Kluft zwischen den beiden Volksgruppen ist gross¸ obwohl sich viele Rückkehrer inzwischen (eher ungewollt anstecken liessen.
Die eigentliche Geschichte beginnt¸ als eines Tages vor dem Anwesen des inzwischen Herzogs gewordenen Piraten Rhys Trahaearn eine seltsame Luftfracht zugestellt wurde. Aus dem Luftschiff wurde eine verstümmelte Leiche abgeworfen. Schnell eilt Inspektorin Mina Wentworth herbei¸ um die Ermittlungen aufzunehmen. Allerdings kann sie sich nicht wehren¸ als es gilt¸ gemeinsam mit Rhys den Kriminalfall zu lösen. Bald stellt sich heraus¸ dass hinter dem Mord eine grausame Verschwörung gegen Grossbritannien steckt¸ die es zu verhindern gilt.
Rhys findet Gefallen an der selbstständigen Mina¸ die es nicht sehr einfach hat¸ ist sie doch selbst zur Hälfte Asiatin und damit eher ein Sinnbild für die ehemaligen Unterdrücker. Sie hingegen ist gar nicht von den Gefühlswallungen des Eisernen Herzogs begeistert und versucht so viel Abstand wie möglich zwischen sich und ihm zu bringen.
Die Welt ist sehr neu und viele Begriffe¸ die Verwendung finden hätten eine kleine Erklärung in einem Glossar finden können. Abgesehen von dieser Lapalie entwickelt sich der Roman langsam in die Richtung¸ in der sich die weichgespülten Vampirgeschichten finden. Dies ist etwas traurig¸ denn gerade der phantastische Hintergrund des Steampunk und die Kriminalgeschichte ergeben eine lesenswerte Kombination. Mina und Trahaearn sind interessante Figuren in einer ebenso interessanten¸ wie geschickt aufgebauten Erzählung. Steampunk und Krimi¸ Sex und Abenteuer mit und auf Luftschiffen¸ was will man mehr? Gut¸ eventuell etwas mehr an spannender Handlung und weniger deftiger moderner Worte. In Wilde Sehnsucht wirft Meljean Brook ihre Leser vollkommen unvorbereitet in die Handlung hinein. Das Buch hätte ein guter und spannender Steampunkroman werden können¸ wenn Meljean Brooks die Liebesbeziehung nicht zu sehr in den Mittelpunkt gestellt hätte. Sie entwickelte innerhalb der Geschichte einige gute Ideen¸ wenn sie sicch nicht als halber Erotikroman herausgestellt hätte. Was als Steampunk-Krimi begann¸ endet (leider als ein Erotikroman. Ich hatte mir mehr davon versprochen. -
Eine Rezension von: Erik 'vom Bücherbrief' Schreiber https://www.facebook.com/erik.schreiber.355