Crota
Dies ist eine Rezension aus Der phantastische Bücherbriefdem monatlich von 1980 bis 2021 erschienenen Newsletter vom Club für phantastische Literatur von Erik Schreiber. |
Die Ruhe bleibt nicht lange erhalten¸ als diese gelben¸ bedrohlichen Augen auftauchen. Es ist eindeutig kein Bär. Aber die Überraschung¸ was es wirklich ist¸ behalten der Lastwagenfahrer Jim und Buddy für sich. Sie werden nie wieder darüber reden. Können.
Um 03:15 Uhr wirft man den Sheriff von Hobbs County aus dem Bett¸ als man den scheusslichen Doppelmord entdeckt. William "Skip" Harding ist mit seinen Kollegen der Meinung¸ es sei ein Bär. Allerdings gibt es jemanden¸ der da ganz anderer Ansicht ist. Jay Little Hawk erkennt in der Art und Weise wie die Menschen starben¸ einen Anhaltspunkt auf den Crota. Die folgenden Morde¸ mit denen der Sheriff sich herumschlagen muss¸ scheinen Little Hawk zu bestätigen.
Der Crota ist eine wilde Kreatur¸ die nur für die Jagd und den Kampf lebt. Der Crota fügt seinen Opfern Leid und Schmerz nur aus Spass zu. Nach einem jahrhundertelangen Schlaf erwachte die Kreatur der Hölle und sie hat einiges nachzuholen. Auf ihre Spur setzt sich der Medizinmann und Wildhüter Jay Little Hawk. Ihm zur Seite steht¸ wenn auch eher widerstrebend¸ der Sheriff. Aber auch nur¸ weil er der Bestie fast selbst zum Opfer gefallen wäre. Jedoch erst als er sich mit Strong Eagle und Jay Little Hawk in einer Schwitzhütte trifft¸ scheint es einen Weg zu geben¸ denn der Sheriff hat eine Vision.
Owl Goingback ist Choctaw-Cherokee-Indianer und gehört damit zu der amerikanischen Minderheit¸ die unter den eingesiedelten Neu-Amerikanern am meisten zu leiden haben. Owl Goingback schrieb bereits erfolgreich Romane und Kinderbücher. Er wurde Preisträger des Bram Stoker Awards und anderer. Mi seinen Romanen greift er aber nicht nur das Thema Unterhaltung auf. Er schafft es¸ dem Leser unterschwellig Probleme unterzuschieben¸ die in der Jetztzeit ungelöst von Politikern hin und her geschoben werden. Damit will er sicherlich erreichen¸ dass der Leser sich ein paar Gedanken um seine Umwelt macht und sich aktiv für eine Verbesserung einsetzt.
Andererseits ist er mit seiner Handlung auch nicht neu. Schon Stephen King hat sich eine Kleinstadt vorgenommen und mit dem grossen Bösen konfrontiert. Damit ist der Ansatz der Erzählung nicht ungewöhnlich. Was mir an diesem Autor imponiert ist jedoch¸ dass er es nicht beim Horror und der Bekämpfung des selbigen lässt. Der Roman ist eine gute und spannende Mischung. Schamanistische Weisheiten finden sich hier genauso wie politische Anspielungen und reiner Horror. Wirft man einen genaueren Blick auf seine Handlungsträger¸ sehen wir hier Menschen wie du und ich. Menschen¸ die noch etwas erledigen wollen¸ bis das Grauen zuschlägt. Überraschend¸ aggressiv¸ unvorhersehbar. Die Mischung aus "vielleicht doch noch gerettet" und "Pech gehabt" ist es¸ die das Buch lesenswert macht.
Das Buch hat einen gut gemachten Schutzumschlag¸ der mir gar nicht so gefällt. Ohne dem Umschlag ist das Buch viel ansprechender. Ein rotbrauner Einband¸ der an getrocknetes Blut erinnert mit einer Goldprägeschrift ist schon etwas gutes.
Eine Rezension von: Erik 'vom Bücherbrief' Schreiber https://www.facebook.com/erik.schreiber.355