Chalions Fluch
Dies ist eine Rezension aus Der phantastische Bücherbriefdem monatlich von 1980 bis 2021 erschienenen Newsletter vom Club für phantastische Literatur von Erik Schreiber. |
Nach 'Fiamettas Ring' ist das der zweite Ausflug der bekannten Science Fiction Schriftstellerin Lois McMaster Bujold in die Gefilde der Fantasy. Den vorliegenden Band 'Chalions Fluch' las ich mit grossem Vergnügen. Ihr (fast) Anti-Held Cazaril ist mit einer Portion Ironie und einem leidenden Lächeln ausgestattet. Es beginnt bereits auf den ersten Seiten¸ als er von einem jungen Schnösel eine Münze in Empfang nehmen kann. Der Humor der Beteiligten lockert die Erzählung auf und macht sie um so lesbarer. Selbst kleine Nebenfiguren sind gut ausgearbeitet¸ leben und lachen und sind nicht nur schmuckloses Beiwerk. Dennoch bleibt Cazaril der Hauptdarsteller¸ unaufdringlich¸ leise und bescheiden im Hintergrund¸ aus dem er immer wieder ins Licht gezogen wird. Der Start des Romans ist ein wenig langsam¸ fast gemütlich¸ kommt in der Mitte des Bandes jedoch zu einem rasanten Tempo.
Mir gefällt zudem¸ dass es kein Roman ist¸ der sich um eine Abenteurergruppe rankt oder der Wesenszüge annimmt¸ die wieder einmal an J. R. R. Tolkien erinnern. Der Ausflug in die Fantasy ist für Lois McMaster Bujold eine runde Sache. Wie ihre Science Fiction Geschichten geht sei professionell an die Erzählung heran. Die Welt erinnert mit dem alten Adel und der Titel die alle 'dy sowieso' lauten ein wenig an ein mittelalterliches Italien. Doch das mag jeder für sich entscheiden. Wichtig ist nur¸ die Autorin erschafft ein eigenes Land¸ ohne gleich eine Welt errichten zu müssen.
Eine Rezension von: Erik 'vom Bücherbrief' Schreiber https://www.facebook.com/erik.schreiber.355