All Age Fantasy: Meister Atami und der kleine Mönch
Dies ist eine Rezension aus Der phantastische Bücherbriefdem monatlich von 1980 bis 2021 erschienenen Newsletter vom Club für phantastische Literatur von Erik Schreiber. |
Ich bin von der chinesischen Kultur schon lange angetan. In den letzten drei Jahren war ich wegen Geldmangels 'nur' dreimal in China und konnte mir ein Bild von Land und Leuten machen. Gleichzeitig bin ich in Follow¸ einem Fantasy Club und dort in der Jadefamilie¸ die eine chinesiche Kultur nachspielt. Aus diesem Grund lese ich sehr gerne Bücher mit chinesischen Helden¸ wie die unlängst neu aufgelegte Trilogie der Meister Li Romane¸ ebenfalls im Piper Verlag erschienen. Diese Romane sind für mich spannende Unterhaltung und das Buch von Da Chen steht ihnen in nichts nach. Der chinesische Autor¸ der in China aufwuchs und mit 23 Jahren in die USA einwanderte bedient mit diesem Roman alle gängigen und von mir erwarteten Klischees. Für den amerikanischen Markt geschrieben finde ich hier die Kung Fu Kämpfe¸ die ich aus Kinofilmen sowie der gleichnamigen Fernsehserie gewohnt bin. Die jüngeren Leser werden dann wohl eher auf Filme wie 'Tiger and Dragon' oder 'Hero' verwiesen werden müssen. Es ist ein spannendes Buch dessen Handlung vorgegeben ist und schnell und aufregend von einem gegebenen Umstand in den nächsten führt. Die Art und Weise¸ wie hier Kung Fu als Lesestoff nahe gebracht wird¸ ist in Europa und speziell in Deutschland wenig bekannt. Es ist die Geschichte eines Jungen und der qi genannten Kraft¸ die im Vordergrund stehen. Scheint er im ersten Moment noch als ein Superheld mit einem moralischen Unantastbarkeitssiegel versehen¸ wird er im Lauf der Geschichte von seinem Sockel heruntergeholt und als Junge die Erzählung beenden dürfen. Neben ihm gibt es nicht nur Meister Atami als Elternersatz. Sein Aufwachsen im Kloster lässt dem Autoren Da Chen die Möglichkeit¸ witzige Figuren wie Mahing und Mahong einzubauen. Wer aber nur Kämpfe erwartet wird bitter enttäuscht sein¸ wenn die gedankliche Auseinandersetzung mit dem qioder innere Kräfte erfolgt. Im Vergleich zu den gewohnten englischsprachigen Fantasy-Romanen bleibt China weiterhin fremd und fesselnd. Das Land und die Kultur bieten für den Westeuropäer immer noch viele neue Ausblicke. Einziger Mangel: Das Lektorat lässt es zu¸ dass auf Seite 271 und auf Seite 321 jeweils ein 14tes Kapitel beginnt.
Eine Rezension von: Erik 'vom Bücherbrief' Schreiber https://www.facebook.com/erik.schreiber.355