Reditus
Der Band ist schön gemacht und illustriert¸ der Aufbau allerdings etwas verwirrend. Der Spielleiter muß den Text wohl mehrmals durcharbeiten¸ um die Zusammenhänge und Abläufe voll zu durchschauen.
Das Abenteuer spielt in Frankfurt am Main in den 90ern. Die Stadt wird kurz vorgestellt - zu kurz für nicht Einheimische¸ es empfiehlt sich ein Reiseführer oder ein Lokaltermin. Andererseits läßt sich der Schauplatz problemlos in jede beliebige größere Stadt verlegen.
Die Handlung: Im mittelalterlichen Frankfurt rettete sich eine Hexe vor der Verbrennung¸ indem sie einen Pakt einging mit einem mächtigen¸ düsteren Geistwesen (das während des Abenteuers einen Auftritt als Luzifer hat ...) und ihre Seele in einen Kristall gebannt/transformiert wurde.
Im heutigen Frankfurt wird bei Ausgrabungen eine mysteriöse Frauenstatue gefunden und im Museum ausgestellt. Ein Bombenattentat¸ ausgeführt von einer katholischen Geheimgesellschaft¸ die ihre Unheiligkeit erkannte¸ zerstört die Statue. Dabei fällt der Seelenkristall der Hexe¸ der in der Statue verborgen war¸ einem Reporter in die Hände und dieser in den Bann der Hexe. Sie benutzt ihn¸ um sich einen neuen Körper und ihrem finsteren Herrn eine Machtbasis zu verschaffen ...
Den SCs fällt ebenfalls die okkulte Bedeutung der Statue auf¸ ihre Zugehörigkeit zum XIII. Arkanum. Mit kriminalistischem Vorgehen¸ das weitgehend den Spielern überlassen ist¸ können sie die Hintergründe aufdecken. Schließlich müssen sie sich gar mit ihren Feinden verbünden¸ um Frankfurt vor der Dunkelheit zu bewahren.
Reditus ist ein klassisches Horror-Abenteuer. Der Aufbau der Stimmung und das Führen der Handlung verlangt viel Arbeit und Erfahrung vom Spielleiter. Einige Lücken im Hintergrund (wie kam der Kristall in die Statue?) vereinfachen die Sache auch nicht. Wer den Aufwand nicht scheut¸ dürfte aber mit einer eindrücklichen Geschichte belohnt werden.
Eine Rezension von: Stefano Monachesi